Ich möchte so gerne stillen, aber weiß mir keinen Rat mehr...
Verfasst: 02.05.2023, 21:01
Hallo zusammen,
da ich nicht mehr weiter weiß, möchte ich hier gerne mal Meinungen hören, ob es sich noch lohnt, weiter fürs Stillen zu kämpfen oder es besser ist „aufzugeben“.
Zunächst mal was zu unserem Stillstart bzw. unserer bisherigen Stillhistorie:
Mein Sohn ist mit 2830g und 49cm nach einer sehr anstrengenden Geburt auf die Welt gekommen. Ich hatte bereits drei Tage vor der Geburt leichte Wehen und habe die Nacht zuvor kein Auge zu gemacht. Leider gab es einen Geburtsstillstand und dadurch relativ viele Interventionen, sodass ich am Ende die Presswehen nicht mehr gespürt habe und er per Saugglocke geholt werden musste. Sein Kreislauf und meiner waren zwischenzeitlich im Keller und wir sind dem Kaiserschnitt nur knapp entkommen. In meinem Delirium habe ich die Geburt nicht wirklich aktiv miterleben können bzw. hab ich nicht die volle Ladung Hormone abbekommen. Er wurde mir auf die Brust gelegt und ich war irgendwie fast schon abwesend. Mein Mann hat geweint, mir fehlten die Emotionen, sodass wir auch nicht direkt gestillt haben und er erstmal viel geschlafen hat. Mit dem Stillen hat er sich am Anfang besonders schwer getan, weil er sehr viel Fruchtwasser geschluckt hatte und das im Krankenhaus über Tage schwallartig ausgespuckt hat, daher hatte er zunächst wenig Interesse am Trinken und hat viel abgenommen, ziemlich genau die „erlaubten“ 10%. Zuhause ging es dann bergauf. Wir haben uns fürs Stillen viel Zeit genommen, er hat nach ein paar Tagen gut getrunken, dann geschlafen und wieder getrunken und geschlafen usw… sein Geburtsgewicht hatte er nach knapp zwei Wochen wieder. Auch danach nahm er weiter zu, aber als er wacher und aktiver wurde (nach 3-4 Wochen), wurde das Stillen immer schwieriger. Er musste von Anfang an immer wieder animiert werden zu saugen, weil er recht schwach und müde war. Dann hat er kaum geschlafen tagsüber und war oft übermüdet und das Trinken fiel ihm noch schwerer. Wir haben stundenlang gestillt, aber es gab gefühlt kein Ende und er war nie wirklich zufrieden. Meine Hebamme sagte dann, dass er vermutlich clustert und wir durchhalten sollen. Ich bin teilweise nicht mehr zum Essen und Trinken gekommen, weil er sobald ich aufstehen wollte aufgewacht ist und wieder an die Brust wollte und nur geschrieen hat. Vielleicht hat das schon meine Milchmenge reduziert?!? Das Ende der Elternzeit meines Mannes rückte auch immer näher und wir konnten die gemeinsame Zeit kaum genießen. Irgendwann hab ich mich total verrückt gemacht, dass er nicht genug Milch bekommt und tatsächlich hatte er zu wenig zugenommen (nur 70g/Woche). Man muss aber dazu sagen, dass er eine Schnupfnase hatte zu der Zeit. Er hat meist nur ganz kurz getrunken und dann nur noch genuckelt. Man konnte kein Schlucken mehr hören. Er ist auch häufig von der Brust gerutscht oder hat sich abgedockt und war oft ganz unruhig und hat mit seinen Händen gefuchtelt. Ich war einfach nur noch fertig und hatte das Gefühl, ihm nicht gerecht zu werden und habe viel geweint. Meine Hebamme sagte, dass das Richtung Wochenbettdepression geht und ich mir unbedingt Hilfe holen soll. Das hab ich gemacht. Wir waren mit ihm auch beim Osteopathen und ich hab eine Stillberatung in Anspruch genommen. Leider konnte letztere mir auch nicht sagen, warum er nach ein paar Schlücken keinen Zug mehr hat, obwohl der Hunger eigentlich noch da ist. Er hat sich immer nur am Anfang mitgenommen, was der erste MSR zu bieten hatte und dann war Schluss. Auf Empfehlung der Beraterin haben wir erst mit Spritze und Sonde versucht an der Brust etwas zuzufüttern. Das fand ich im Handling allerdings schwierig. Mein Mann und ich sind dann irgendwann auch aneinander geraten, weil er gerne wieder was gemacht hätte in der Elternzeit, sich aber alles nur ums Stillen gedreht hat. Er war dann häufig unterwegs, hat irgendwelche Dinge erledigt und ich hing alleine zuhause, hab stundenlang gestillt und hatte niemanden zur Unterstützung daheim. Aus lauter Verzweiflung und Angst vor dem Alltag, wenn mein Mann gar nicht mehr zuhause ist, haben wir uns fürs Fläschchen und abpumpen entschieden. Das hat für mich psychisch alles noch viel schlimmer gemacht und ich musste bei jeder Flasche heulen. Ein paar Tage haben wir dann nur noch die Flasche gegeben, aber es hat sich falsch angefühlt. Er hat dann innerhalb einer Woche über ein halbes Kilo zugenommen. Habe dann doch hin und wieder mal angelegt. Mein Psychologe hat mir Mut zugesprochen, es doch noch mal zu versuchen. Habe Domperidon genommen und mit dem Brusternährungsset angefangen zuzufüttern. Das hat mal besser mal schlechter geklappt. Zu allem Überfluss musste mein Sohn dann noch in die Kinderklinik und operiert werden. Ich durfte in der Klinik mit ihm bleiben und auch das BES weiter nutzen, aber als er zu wenig getrunken hat und schon eine Magensonde im Raum stand, bekam er auch mal ein Fläschchen. Da der OP Termin immer hin und her geschoben wurde, musste ich ihn immer wieder über Stunden nüchtern halten. Das war eine Qual für alle Beteiligten. In der OP Nacht habe ich abgepumpt. Das ist jetzt ca. zwei Wochen her und wir versuchen es weiter mit BES und Pumpen. Letzteres schaffe ich aber leider nur 1-2x am Tag. Aktuell füttere ich ca. 250-350ml PRE HA zu. Kurzzeitig ist meine Milchproduktion wieder hoch gegangen, aber leider nicht so wie vorher. Dafür saugt der Kleine leider nicht gut genug. Meistens nur am Anfang, wenn die Brust etwas voller bzw. praller ist, danach nur noch nuckeln oder schlafen. Auch mit BES habe ich manchmal das Gefühl, dass er versucht, auf dem einfachsten Weg etwas rauszubekommen. Und etwas mehr Aktivität kommt erst, wenn die Milch wirklich läuft. Das BES abklemmen funktioniert auch nicht wirklich, weil solange nichts läuft, saugt er nicht aktiv. Ansonsten schläft er entweder schnell ein oder ist er super schnell frustriert. Manchmal versuche ich nur zu stillen, aber da kommt der Frust schon nach ein paar Zügen. Nur nachts komme ich häufig ohne BES aus, wenn die Brust wieder etwas voller ist oder er sich mit nuckeln zufrieden gibt. Ich würde ihn so gerne vollstillen, aber weiß nicht, ob das noch klappen kann und wie ich am besten vorgehen soll. Vor allem wie bringe ich mein Baby dazu effizient zu saugen und halte dabei gleichzeitig meine Milchmenge hoch bzw. versuche sie zu steigern??? Kann man ein Saugtraining machen? Ich erinnere mich gerne an die paar Wochen zurück, wo das Stillen so gut geklappt hat und einfach so schön war. Jedes mal, wenn es wieder etwas besser geht, gibt mir das Hoffnung, dass es doch eigentlich klappen müsste.
Hier die beantworteten Fragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
- Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
- Ja, hauptsächlich mit PRE HA (ca. 250-350ml verteilt auf 4-5x 60ml/70ml). Manchmal etwas MuMi, pumpe so zwischen 25-60ml jeweils ab.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
- Wir stillen ca. 7-12 mal und das häufig 30-45 Minuten mit BES und Wechselstillen. Wenn gar nichts geht und er sich eingeschrien hat oder falls ich länger alleine weg bin, bekommt er auch noch selten eine Flasche.
- Schlafpausen sind sehr unterschiedlich, von 30 Minuten bis vier Stunden ist alles dabei. Meistens aber so 1,5-2 Stunden. Nachts auch schon mal länger. Er ist tagsüber kein guter Schläfer.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
- 4-6x Urin und täglich Stuhlgang
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
- zunächst nicht gut wegen dem geschluckten Fruchtwasser. Nach ein paar Tagen kam alles raus und bei mir der Milcheinschuss zuhause. Erste paar Wochen klappten gut, keine Probleme. Dann war er sehr unruhig, dockte oft ab, schien nicht genug Milch zu bekommen. Nuckelte meist nur und schlief schnell ein dabei, aber meist nicht länger am Stück. Jetzt ist es meistens auch nicht besser. Das Andocken wird immer schwieriger, er trinkt nur kurz und "kaut" dann nur noch rum. Wahrscheinlich bekommt er da noch ein paar Tröpfchen MuMi, aber sicherlich nicht viel.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
- Ja, Flaschen und Schnuller. Den Schnuller hatte die Hebamme vorgeschlagen nach ca. 3 Wochen, weil er nicht mehr so gut schlief und viel schrie. Hatte dabei immer kein gutes Gefühl und Angst vor Saugverwirrung, aber hab es dann aus lauter Verzweiflung versucht, nachdem sie mir versicherte, dass wir ja beim stillen schon eingespielt seien und das keinen Einfluss mehr habe.
- Stillhütchen wurden mir beim Aufenthalt in der Kinderklinik angeboten als er nicht trinken wollte, aber damit klappte es noch schlechter und haben es danach auch nicht mehr damit versucht.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
- Eine Stillberaterin war einmal bei uns und ich einmal bei ihr. Wir hatten über Email und Telefon ab und an Kontakt. Sie hat uns das BES empfohlen. Sie wusste zuletzt leider auch nicht mehr weiter, weil sie gesehen hat, dass er saugen kann, es aber einfach nicht macht, wenn die Milch nicht fließt. Sie meinte das Andocken hätte sie nicht besser zeigen können, daran scheint es nicht zu liegen, obwohl das mittlerweile auch immer schwieriger ist.
- Die Hebamme kommt nicht mehr, konnte mir beim Thema Stillen, aber nicht wirklich helfen. Hatte mir nur eine alternative Stillposition gezeigt.
- Beim Osteopathen waren wir. Es wurden drei Blockaden gefunden. Eine im ISG und zwei Brustwirbel. Ein weiterer Termin steht noch an.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
- Keine Gelbsucht, aber an der Grenze dazu. Nach Entlassung sollten wir ihn noch mal beim Kinderarzt vorstellen. Da war dann alles ok.
- Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion. Während der SS habe ich 100 Mikrogramm L-Thyroxin genommen. Vorher 75/100 Mikrogramm im Wechsel. Nach ein paar Wochen nach der Entbindung wieder zurück zur alten Dosierung vor der SS. TSH an unterer Grenze.
- Ein paar Wochen nach der Geburt wurde bei mir eine Eisenmangelanämie festgestellt. Nehme regelmäßig ein Eisen Supplement ein.
- Seit Anfang April Einnahme von Domperidon 3x10mg/Tag
- Mit Bockshornkleesamen und Lactaval habe ich auch bereits versucht, meine Milchbildung zu steigern
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
- erstes Kind
Gewichtsentwicklung:
04.02.23: 2830g Geburt KH
07.02.23: 2580g Entlassung KH
08.02.23: 2560g Hebamme
09.02.23: 2570g Hebamme
10.02.23: 2590g Hebamme
11.02.23: 2580g Hebamme
12.02.23: 2690g Hebamme
14.02.23: 2730g Hebamme
17.02.23: 2810g Hebamme
22.02.23: 2920g Hebamme
24.02.23: 2920g Hebamme
27.02.23: 3050g Hebamme
07.03.23: 3250g Hebamme
13.03.23: 3330g Hebamme —> Zufütterung mit Spritze & Sonde
16.03.23: 3430g Hebamme —> Zufütterung mit Flasche
22.03.23: 3700g Hebamme
29.03.23: 4260g Hebamme —> Zufütterung mit BES
05.04.23: 4610g Zuhause —> Kinderklinikaufenthalt
18.04.23: 4650g Hebamme
23.04.23: 5050g Zuhause
27.04.23: 5110g Zuhause
da ich nicht mehr weiter weiß, möchte ich hier gerne mal Meinungen hören, ob es sich noch lohnt, weiter fürs Stillen zu kämpfen oder es besser ist „aufzugeben“.
Zunächst mal was zu unserem Stillstart bzw. unserer bisherigen Stillhistorie:
Mein Sohn ist mit 2830g und 49cm nach einer sehr anstrengenden Geburt auf die Welt gekommen. Ich hatte bereits drei Tage vor der Geburt leichte Wehen und habe die Nacht zuvor kein Auge zu gemacht. Leider gab es einen Geburtsstillstand und dadurch relativ viele Interventionen, sodass ich am Ende die Presswehen nicht mehr gespürt habe und er per Saugglocke geholt werden musste. Sein Kreislauf und meiner waren zwischenzeitlich im Keller und wir sind dem Kaiserschnitt nur knapp entkommen. In meinem Delirium habe ich die Geburt nicht wirklich aktiv miterleben können bzw. hab ich nicht die volle Ladung Hormone abbekommen. Er wurde mir auf die Brust gelegt und ich war irgendwie fast schon abwesend. Mein Mann hat geweint, mir fehlten die Emotionen, sodass wir auch nicht direkt gestillt haben und er erstmal viel geschlafen hat. Mit dem Stillen hat er sich am Anfang besonders schwer getan, weil er sehr viel Fruchtwasser geschluckt hatte und das im Krankenhaus über Tage schwallartig ausgespuckt hat, daher hatte er zunächst wenig Interesse am Trinken und hat viel abgenommen, ziemlich genau die „erlaubten“ 10%. Zuhause ging es dann bergauf. Wir haben uns fürs Stillen viel Zeit genommen, er hat nach ein paar Tagen gut getrunken, dann geschlafen und wieder getrunken und geschlafen usw… sein Geburtsgewicht hatte er nach knapp zwei Wochen wieder. Auch danach nahm er weiter zu, aber als er wacher und aktiver wurde (nach 3-4 Wochen), wurde das Stillen immer schwieriger. Er musste von Anfang an immer wieder animiert werden zu saugen, weil er recht schwach und müde war. Dann hat er kaum geschlafen tagsüber und war oft übermüdet und das Trinken fiel ihm noch schwerer. Wir haben stundenlang gestillt, aber es gab gefühlt kein Ende und er war nie wirklich zufrieden. Meine Hebamme sagte dann, dass er vermutlich clustert und wir durchhalten sollen. Ich bin teilweise nicht mehr zum Essen und Trinken gekommen, weil er sobald ich aufstehen wollte aufgewacht ist und wieder an die Brust wollte und nur geschrieen hat. Vielleicht hat das schon meine Milchmenge reduziert?!? Das Ende der Elternzeit meines Mannes rückte auch immer näher und wir konnten die gemeinsame Zeit kaum genießen. Irgendwann hab ich mich total verrückt gemacht, dass er nicht genug Milch bekommt und tatsächlich hatte er zu wenig zugenommen (nur 70g/Woche). Man muss aber dazu sagen, dass er eine Schnupfnase hatte zu der Zeit. Er hat meist nur ganz kurz getrunken und dann nur noch genuckelt. Man konnte kein Schlucken mehr hören. Er ist auch häufig von der Brust gerutscht oder hat sich abgedockt und war oft ganz unruhig und hat mit seinen Händen gefuchtelt. Ich war einfach nur noch fertig und hatte das Gefühl, ihm nicht gerecht zu werden und habe viel geweint. Meine Hebamme sagte, dass das Richtung Wochenbettdepression geht und ich mir unbedingt Hilfe holen soll. Das hab ich gemacht. Wir waren mit ihm auch beim Osteopathen und ich hab eine Stillberatung in Anspruch genommen. Leider konnte letztere mir auch nicht sagen, warum er nach ein paar Schlücken keinen Zug mehr hat, obwohl der Hunger eigentlich noch da ist. Er hat sich immer nur am Anfang mitgenommen, was der erste MSR zu bieten hatte und dann war Schluss. Auf Empfehlung der Beraterin haben wir erst mit Spritze und Sonde versucht an der Brust etwas zuzufüttern. Das fand ich im Handling allerdings schwierig. Mein Mann und ich sind dann irgendwann auch aneinander geraten, weil er gerne wieder was gemacht hätte in der Elternzeit, sich aber alles nur ums Stillen gedreht hat. Er war dann häufig unterwegs, hat irgendwelche Dinge erledigt und ich hing alleine zuhause, hab stundenlang gestillt und hatte niemanden zur Unterstützung daheim. Aus lauter Verzweiflung und Angst vor dem Alltag, wenn mein Mann gar nicht mehr zuhause ist, haben wir uns fürs Fläschchen und abpumpen entschieden. Das hat für mich psychisch alles noch viel schlimmer gemacht und ich musste bei jeder Flasche heulen. Ein paar Tage haben wir dann nur noch die Flasche gegeben, aber es hat sich falsch angefühlt. Er hat dann innerhalb einer Woche über ein halbes Kilo zugenommen. Habe dann doch hin und wieder mal angelegt. Mein Psychologe hat mir Mut zugesprochen, es doch noch mal zu versuchen. Habe Domperidon genommen und mit dem Brusternährungsset angefangen zuzufüttern. Das hat mal besser mal schlechter geklappt. Zu allem Überfluss musste mein Sohn dann noch in die Kinderklinik und operiert werden. Ich durfte in der Klinik mit ihm bleiben und auch das BES weiter nutzen, aber als er zu wenig getrunken hat und schon eine Magensonde im Raum stand, bekam er auch mal ein Fläschchen. Da der OP Termin immer hin und her geschoben wurde, musste ich ihn immer wieder über Stunden nüchtern halten. Das war eine Qual für alle Beteiligten. In der OP Nacht habe ich abgepumpt. Das ist jetzt ca. zwei Wochen her und wir versuchen es weiter mit BES und Pumpen. Letzteres schaffe ich aber leider nur 1-2x am Tag. Aktuell füttere ich ca. 250-350ml PRE HA zu. Kurzzeitig ist meine Milchproduktion wieder hoch gegangen, aber leider nicht so wie vorher. Dafür saugt der Kleine leider nicht gut genug. Meistens nur am Anfang, wenn die Brust etwas voller bzw. praller ist, danach nur noch nuckeln oder schlafen. Auch mit BES habe ich manchmal das Gefühl, dass er versucht, auf dem einfachsten Weg etwas rauszubekommen. Und etwas mehr Aktivität kommt erst, wenn die Milch wirklich läuft. Das BES abklemmen funktioniert auch nicht wirklich, weil solange nichts läuft, saugt er nicht aktiv. Ansonsten schläft er entweder schnell ein oder ist er super schnell frustriert. Manchmal versuche ich nur zu stillen, aber da kommt der Frust schon nach ein paar Zügen. Nur nachts komme ich häufig ohne BES aus, wenn die Brust wieder etwas voller ist oder er sich mit nuckeln zufrieden gibt. Ich würde ihn so gerne vollstillen, aber weiß nicht, ob das noch klappen kann und wie ich am besten vorgehen soll. Vor allem wie bringe ich mein Baby dazu effizient zu saugen und halte dabei gleichzeitig meine Milchmenge hoch bzw. versuche sie zu steigern??? Kann man ein Saugtraining machen? Ich erinnere mich gerne an die paar Wochen zurück, wo das Stillen so gut geklappt hat und einfach so schön war. Jedes mal, wenn es wieder etwas besser geht, gibt mir das Hoffnung, dass es doch eigentlich klappen müsste.
Hier die beantworteten Fragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
- Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
- Ja, hauptsächlich mit PRE HA (ca. 250-350ml verteilt auf 4-5x 60ml/70ml). Manchmal etwas MuMi, pumpe so zwischen 25-60ml jeweils ab.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
- Wir stillen ca. 7-12 mal und das häufig 30-45 Minuten mit BES und Wechselstillen. Wenn gar nichts geht und er sich eingeschrien hat oder falls ich länger alleine weg bin, bekommt er auch noch selten eine Flasche.
- Schlafpausen sind sehr unterschiedlich, von 30 Minuten bis vier Stunden ist alles dabei. Meistens aber so 1,5-2 Stunden. Nachts auch schon mal länger. Er ist tagsüber kein guter Schläfer.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
- 4-6x Urin und täglich Stuhlgang
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
- zunächst nicht gut wegen dem geschluckten Fruchtwasser. Nach ein paar Tagen kam alles raus und bei mir der Milcheinschuss zuhause. Erste paar Wochen klappten gut, keine Probleme. Dann war er sehr unruhig, dockte oft ab, schien nicht genug Milch zu bekommen. Nuckelte meist nur und schlief schnell ein dabei, aber meist nicht länger am Stück. Jetzt ist es meistens auch nicht besser. Das Andocken wird immer schwieriger, er trinkt nur kurz und "kaut" dann nur noch rum. Wahrscheinlich bekommt er da noch ein paar Tröpfchen MuMi, aber sicherlich nicht viel.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
- Ja, Flaschen und Schnuller. Den Schnuller hatte die Hebamme vorgeschlagen nach ca. 3 Wochen, weil er nicht mehr so gut schlief und viel schrie. Hatte dabei immer kein gutes Gefühl und Angst vor Saugverwirrung, aber hab es dann aus lauter Verzweiflung versucht, nachdem sie mir versicherte, dass wir ja beim stillen schon eingespielt seien und das keinen Einfluss mehr habe.
- Stillhütchen wurden mir beim Aufenthalt in der Kinderklinik angeboten als er nicht trinken wollte, aber damit klappte es noch schlechter und haben es danach auch nicht mehr damit versucht.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
- Eine Stillberaterin war einmal bei uns und ich einmal bei ihr. Wir hatten über Email und Telefon ab und an Kontakt. Sie hat uns das BES empfohlen. Sie wusste zuletzt leider auch nicht mehr weiter, weil sie gesehen hat, dass er saugen kann, es aber einfach nicht macht, wenn die Milch nicht fließt. Sie meinte das Andocken hätte sie nicht besser zeigen können, daran scheint es nicht zu liegen, obwohl das mittlerweile auch immer schwieriger ist.
- Die Hebamme kommt nicht mehr, konnte mir beim Thema Stillen, aber nicht wirklich helfen. Hatte mir nur eine alternative Stillposition gezeigt.
- Beim Osteopathen waren wir. Es wurden drei Blockaden gefunden. Eine im ISG und zwei Brustwirbel. Ein weiterer Termin steht noch an.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
- Keine Gelbsucht, aber an der Grenze dazu. Nach Entlassung sollten wir ihn noch mal beim Kinderarzt vorstellen. Da war dann alles ok.
- Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion. Während der SS habe ich 100 Mikrogramm L-Thyroxin genommen. Vorher 75/100 Mikrogramm im Wechsel. Nach ein paar Wochen nach der Entbindung wieder zurück zur alten Dosierung vor der SS. TSH an unterer Grenze.
- Ein paar Wochen nach der Geburt wurde bei mir eine Eisenmangelanämie festgestellt. Nehme regelmäßig ein Eisen Supplement ein.
- Seit Anfang April Einnahme von Domperidon 3x10mg/Tag
- Mit Bockshornkleesamen und Lactaval habe ich auch bereits versucht, meine Milchbildung zu steigern
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
- erstes Kind
Gewichtsentwicklung:
04.02.23: 2830g Geburt KH
07.02.23: 2580g Entlassung KH
08.02.23: 2560g Hebamme
09.02.23: 2570g Hebamme
10.02.23: 2590g Hebamme
11.02.23: 2580g Hebamme
12.02.23: 2690g Hebamme
14.02.23: 2730g Hebamme
17.02.23: 2810g Hebamme
22.02.23: 2920g Hebamme
24.02.23: 2920g Hebamme
27.02.23: 3050g Hebamme
07.03.23: 3250g Hebamme
13.03.23: 3330g Hebamme —> Zufütterung mit Spritze & Sonde
16.03.23: 3430g Hebamme —> Zufütterung mit Flasche
22.03.23: 3700g Hebamme
29.03.23: 4260g Hebamme —> Zufütterung mit BES
05.04.23: 4610g Zuhause —> Kinderklinikaufenthalt
18.04.23: 4650g Hebamme
23.04.23: 5050g Zuhause
27.04.23: 5110g Zuhause