Saugverwirrung oder doch etwas Anderes?
Verfasst: 01.10.2022, 20:27
Hallo zusammen,
bislang habe ich als Gästin viel in diesem Forum mit gelesen und bin ganz begeistert von den vielseitigen Ratschlägen, die die Schreiberinnen zu bieten haben. In der Hoffnung den ein oder anderen guten Tipp bekommen zu können, wende ich mich mit meinem Stillproblem an Euch.
Erst einmal der Fragenkatalog:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Nein
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir stillen i.d.R 11 bis 13 Mal pro Tag, nach Bedarf auch öfter. Das Stillen kann 4 Minuten gehen, aber auch 30 Minuten. Meistens trinkt sie zwischen 8 und 15 Minuten. Sie schläft momentan nicht sehr viel, hat aber so zwei bis drei längere Schlafphasen am Tag oder in der Nacht, in der sie mal jeweils 4 oder 5 Stunden schläft.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Normalerweise um die 5 Mal täglich, momentan weniger (1 - 2 Mal täglich)
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Das Anlegen klappte leider nicht sofort nach der Geburt, da ich lange genäht werden musste und das Baby beim Papa war. Ein paar Stunden nach der Geburt wollte sie nicht angelegt werden und hat immer wieder gewürgt und Fruchtwasser gespuckt. Ungefähr 18 oder 19 Stunden nach der Geburt war die Nachsorgehebamme da, hat mir die Kleine angelegt und es funktionierte auf Anhieb. Sie hat gut getrunken, wollte nur fast permanent an die Brust, hat aber sehr sehr sehr (!) viel gespuckt. Daher riet die Hebamme zum Schnuller, um das Saugbedürfnis zu befriedigen.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Schnuller
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Nachsorge Hebamme kommt (hoffentlich) noch einmal
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Nein
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Mein Großer ist 9 Jahre alt. Ich habe ihn nur 3 Wochen lang gestillt (mit Stillhütchen) und es dann nicht mehr ausgehalten. Er hat nicht gut getrunken, ich hatte eine Wochenbettdepression, keine unterstützenden Menschen um mich herum, eins führte zum anderen.
Jetzt konkret zum Problem:
Meine Tochter ist 5 Wochen alt, sie hat in der ersten Lebenswoche aus o.a. Gründen schon den Schnuller bekommen. Sie hat irgendwann angefangen die Brust anzuschreien und hat sich immer weggedrückt. Da hatte ich das erste Mal den Verdacht der Saugverwirrung. Die Hebamme meinte aber, das sei Quatsch. Wir kamen dann darauf, dass ich zu viel Milch haben könnte bzw. einen zu starken MSR, da der Kleinen immer Milch heraus lief und sie schmatzte und sich verschluckte. Ich pumpte dann nach Rat der Hebamme vor jedem Stillen für ca. 1 bis 2 Minuten ab um die Milchmenge etwas zu reduzieren. Tatsächlich hat die Kleine dann gut getrunken. Ich bin dann dazu übergegangen, eine Seite abzupumpen und ihr diese Seite für drei bis vier Mahlzeiten am Stück anzubieten. Mit dieser Vorgehensweise hatte es eine gute Woche gut funktioniert, der Schnuller war dabei immer parallel am Start zur Beruhigung und manchmal zum Einschlafen.
Und nebenbei: Die Gewichtszunahme habe ich leider nicht dokumentiert, aber sie ist mehr als hervorragend. Die Hebamme war jedes Mal überrascht, wie viel sie zugenommen hat.
Jetzt aber zum eigentlichen Problem. Am Dienstag fing sie wieder an, an der Brust Theater zu machen. Sich wegzudrücken, immer wieder abzudocken, wollte aber eigentlich doch trinken. Sie wurde nicht richtig satt und ich war ihr zu warm. Durch eine Corona Infektion hatte ich nämlich Fieber und war allgemein ziemlich abgeschlagen und einfach nicht auf der Höhe. Die nächsten Tage waren hart, weil ich nicht viel essen konnte und die Kleine unter Protest und immer sehr wenig getrunken hat. Sie hat beim Trinken viel geschmatzt und geschnalzt und Luft geschluckt, was wiederum zu Bauchweh führte. Den Schnuller hat sie nach wie vor zur Beruhigung bekommen, was in den letzten Tagen sehr oft war. Abgepumpt habe ich in den letzten Tagen nichts mehr, weil ich das Gefühl hatte, die Maus braucht jeden Tropfen. Jetzt fing sie aber an der Brust wieder an zu schmatzen und Luft zu schlucken. Außerdem nimmt sie die Brust nicht richtig in den Mund, also oft zu wenig. Ich habe extra noch mal besonders auf das Anlegen geachtet, aber selbst, wenn ich sie dazu bekomme, beim Andocken genug Brust in den Mund zu nehmen, lässt sie oft während dem Stillen kurz los und dockt wieder falsch an.
Meine Hebamme meint jetzt, es könnte doch eine Saugverwirrung sein. Ich frage mich aber, ob das alles nicht auch mit meiner Infektion zu tun haben könnte. Könnte die Muttermilch verändert sein durch die Infektion? Die Farbe war jedenfalls anders. Und die Kleine hatte auch weniger Stuhlgang. Lässt das darauf schließen, dass die Muttermilch nicht so nahrhaft war bzw. ist? Ich esse inzwischen wieder mehr, bin aber immernoch positiv und etwas kränklich. Ich kann die Maus auch nicht so viel umher tragen wie ich es sonst tue und natürlich auch nicht so intensiv kuscheln oder gar küssen. Ich kuschle und stille nur mit Maske und gewaschenen Händen im vorher gut gelüfteten Raum. Optimal ist das irgendwie nicht und ich habe das Gefühl, das alles könnte auch einen Einfluss auf das Stillen haben. Oder ist es sicher eine Saugverwirrung?
Ich bin ganz ehrlich, ich möchte den Schnuller nicht komplett weg lassen. Er hatte uns gute Dienste geleistet und mir manches mal das Dauer-Stillen erspart. Ich stille sie gern und nach Möglichkeit auch oft und lange. Aber ich habe noch meinen großen Sohn zu versorgen, der auch besondere Anforderungen hat. Ohne ins Detail gehen zu wollen, er ist betreuungsintensiv und kommt gerade komplett zu kurz.
Also liebes Forum, was meint ihr? Ist es unbedingt eine Saugverwirrung, könnte es auch mit der Infektion zusammen hängen oder ist es wohl eine Mischung aus allem? Und wie bekommen wir das in den Griff? Möglichst ohne den Schnuller komplett zu verbannen.
Ich hoffe auf Eure Antworten und sende liebe Grüße
Casi
bislang habe ich als Gästin viel in diesem Forum mit gelesen und bin ganz begeistert von den vielseitigen Ratschlägen, die die Schreiberinnen zu bieten haben. In der Hoffnung den ein oder anderen guten Tipp bekommen zu können, wende ich mich mit meinem Stillproblem an Euch.
Erst einmal der Fragenkatalog:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Nein
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir stillen i.d.R 11 bis 13 Mal pro Tag, nach Bedarf auch öfter. Das Stillen kann 4 Minuten gehen, aber auch 30 Minuten. Meistens trinkt sie zwischen 8 und 15 Minuten. Sie schläft momentan nicht sehr viel, hat aber so zwei bis drei längere Schlafphasen am Tag oder in der Nacht, in der sie mal jeweils 4 oder 5 Stunden schläft.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Normalerweise um die 5 Mal täglich, momentan weniger (1 - 2 Mal täglich)
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Das Anlegen klappte leider nicht sofort nach der Geburt, da ich lange genäht werden musste und das Baby beim Papa war. Ein paar Stunden nach der Geburt wollte sie nicht angelegt werden und hat immer wieder gewürgt und Fruchtwasser gespuckt. Ungefähr 18 oder 19 Stunden nach der Geburt war die Nachsorgehebamme da, hat mir die Kleine angelegt und es funktionierte auf Anhieb. Sie hat gut getrunken, wollte nur fast permanent an die Brust, hat aber sehr sehr sehr (!) viel gespuckt. Daher riet die Hebamme zum Schnuller, um das Saugbedürfnis zu befriedigen.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Schnuller
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Nachsorge Hebamme kommt (hoffentlich) noch einmal
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Nein
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Mein Großer ist 9 Jahre alt. Ich habe ihn nur 3 Wochen lang gestillt (mit Stillhütchen) und es dann nicht mehr ausgehalten. Er hat nicht gut getrunken, ich hatte eine Wochenbettdepression, keine unterstützenden Menschen um mich herum, eins führte zum anderen.
Jetzt konkret zum Problem:
Meine Tochter ist 5 Wochen alt, sie hat in der ersten Lebenswoche aus o.a. Gründen schon den Schnuller bekommen. Sie hat irgendwann angefangen die Brust anzuschreien und hat sich immer weggedrückt. Da hatte ich das erste Mal den Verdacht der Saugverwirrung. Die Hebamme meinte aber, das sei Quatsch. Wir kamen dann darauf, dass ich zu viel Milch haben könnte bzw. einen zu starken MSR, da der Kleinen immer Milch heraus lief und sie schmatzte und sich verschluckte. Ich pumpte dann nach Rat der Hebamme vor jedem Stillen für ca. 1 bis 2 Minuten ab um die Milchmenge etwas zu reduzieren. Tatsächlich hat die Kleine dann gut getrunken. Ich bin dann dazu übergegangen, eine Seite abzupumpen und ihr diese Seite für drei bis vier Mahlzeiten am Stück anzubieten. Mit dieser Vorgehensweise hatte es eine gute Woche gut funktioniert, der Schnuller war dabei immer parallel am Start zur Beruhigung und manchmal zum Einschlafen.
Und nebenbei: Die Gewichtszunahme habe ich leider nicht dokumentiert, aber sie ist mehr als hervorragend. Die Hebamme war jedes Mal überrascht, wie viel sie zugenommen hat.
Jetzt aber zum eigentlichen Problem. Am Dienstag fing sie wieder an, an der Brust Theater zu machen. Sich wegzudrücken, immer wieder abzudocken, wollte aber eigentlich doch trinken. Sie wurde nicht richtig satt und ich war ihr zu warm. Durch eine Corona Infektion hatte ich nämlich Fieber und war allgemein ziemlich abgeschlagen und einfach nicht auf der Höhe. Die nächsten Tage waren hart, weil ich nicht viel essen konnte und die Kleine unter Protest und immer sehr wenig getrunken hat. Sie hat beim Trinken viel geschmatzt und geschnalzt und Luft geschluckt, was wiederum zu Bauchweh führte. Den Schnuller hat sie nach wie vor zur Beruhigung bekommen, was in den letzten Tagen sehr oft war. Abgepumpt habe ich in den letzten Tagen nichts mehr, weil ich das Gefühl hatte, die Maus braucht jeden Tropfen. Jetzt fing sie aber an der Brust wieder an zu schmatzen und Luft zu schlucken. Außerdem nimmt sie die Brust nicht richtig in den Mund, also oft zu wenig. Ich habe extra noch mal besonders auf das Anlegen geachtet, aber selbst, wenn ich sie dazu bekomme, beim Andocken genug Brust in den Mund zu nehmen, lässt sie oft während dem Stillen kurz los und dockt wieder falsch an.
Meine Hebamme meint jetzt, es könnte doch eine Saugverwirrung sein. Ich frage mich aber, ob das alles nicht auch mit meiner Infektion zu tun haben könnte. Könnte die Muttermilch verändert sein durch die Infektion? Die Farbe war jedenfalls anders. Und die Kleine hatte auch weniger Stuhlgang. Lässt das darauf schließen, dass die Muttermilch nicht so nahrhaft war bzw. ist? Ich esse inzwischen wieder mehr, bin aber immernoch positiv und etwas kränklich. Ich kann die Maus auch nicht so viel umher tragen wie ich es sonst tue und natürlich auch nicht so intensiv kuscheln oder gar küssen. Ich kuschle und stille nur mit Maske und gewaschenen Händen im vorher gut gelüfteten Raum. Optimal ist das irgendwie nicht und ich habe das Gefühl, das alles könnte auch einen Einfluss auf das Stillen haben. Oder ist es sicher eine Saugverwirrung?
Ich bin ganz ehrlich, ich möchte den Schnuller nicht komplett weg lassen. Er hatte uns gute Dienste geleistet und mir manches mal das Dauer-Stillen erspart. Ich stille sie gern und nach Möglichkeit auch oft und lange. Aber ich habe noch meinen großen Sohn zu versorgen, der auch besondere Anforderungen hat. Ohne ins Detail gehen zu wollen, er ist betreuungsintensiv und kommt gerade komplett zu kurz.
Also liebes Forum, was meint ihr? Ist es unbedingt eine Saugverwirrung, könnte es auch mit der Infektion zusammen hängen oder ist es wohl eine Mischung aus allem? Und wie bekommen wir das in den Griff? Möglichst ohne den Schnuller komplett zu verbannen.
Ich hoffe auf Eure Antworten und sende liebe Grüße
Casi