Emotional schwieriges Tandem-stillen
Verfasst: 12.08.2022, 10:49
Hallo,
ich bin neu hier. Soweit ich weiß, gibt es wohl ein Unterforum zum "Langzeit"-stillen, wo das Thema reinpassen würde, auf das habe ich aber noch keinen Zugriff.
Ich bin gerade etwas überfordert mit der Tandem-Still-Situation.
Der Knirps kam vor 2,5 Jahren zur Welt. Er war von Anfang an ein High need Baby, hat sehr viel geschrien und über Monate gefühlt ununterbrochen gestillt. Zugenommen hat er dabei normal. Stillen und tragen war für ihn von Anfang an für lange Zeit seine einzige Strategie zur Regulierung.
Tagsüber schlafen ging auch lange nur mit Stillen im TT, die abendliche Schreistunde(n) hat sich erst mit 8 Monaten langsam beruhigt.
Beikost hat er nur zögerlich angenommen, im Rückblick haben wir da wohl auch zu viel Druck gemacht. Er hat lange einen Großteil seines Energiebedarfs mit Mumi gedeckt.
Vor einem Jahr kam er in die Kita, die Eingewöhnung lief super einfach.
Anfangs hat er nach den abholen auf dem 200m Heimweg immer unbedingt Milch gewollt. Das hat sich nach und nach gegeben, manchmal ist ihm sogar erst am frühen Abend das stillen eingefallen.
Ich wurde dann bald wieder schwanger, hatte weniger Milch und die Stillfrequenz ist von ihm ausgehend deutlich gesunken.
Ich habe ihn immer nach Bedarf gestillt. Grenzen hat er da kaum bekommen, ich hab fast immer und überall gestillt, wenn er es wollte.
Nachts hat er etwa 2 Nächte durchgeschlafen seit seiner Geburt. Ansonsten hat er immer Milch zum (wieder-) einschlafen bekommen.
Ich wollte ihn in der Schwangerschaft nicht abstillen und war auch froh, dass er es nicht selbst getan hat. Ich habe gelesen, Tandem-stillen sei ein gutes Mittel gegen Eifersucht unter den Geschwistern. Außerdem soll er so lange stillen dürfen, wie er es möchte.
Vor 8 Wochen wurde unsere Tochter zu Hause geboren.
Knirps wollte am ersten Tag dann nur einmal zum einschlafen stillen. Mit dem Milcheinschuss ging es aber los, dass er extrem viel stillen wollte. Tagsüber und auch nachts, da kommt er wieder viel öfter.
Ich weiß, er ist gerade sehr beschäftigt mit der neuen Situation und sucht Trost. Dabei ist er so fordernd und akzeptiert an manchen Tagen kein Nein und bricht völlig zusammen, wenn er nur kurz warten soll. Er schauspielt auch neuerdings, er hätte ein Aua, um Milch zu bekommen.
Mit seiner Schwester geht er zum Glück meist lieb um, interessiert sich aber auch nicht besonders für sie. Jungs halt...
Ich habe mir das Tandem Stillen viel schöner vorgestellt, als es gerade ist. Es ist irgendwie unangenehm, wenn beide gleichzeitig stillen, ich möchte den Knirps dann manchmal am liebsten wegstoßen.
Stillt er allein, ist es besser auszuhalten, aber da merke ich eine starke Ungeduld in mir.
Immerhin konnte ich ihm das Knibbeln an der Brust abgewöhnen.
Über meine ablehnenden Gefühle ihm gegenüber bin ich total erschrocken.
Außerdem bin ich wahnsinnig erschöpft. An vielen Tagen bin ich gefühlt wie an die Couch geklettet, weil ständig ein Kind stillen will. Und die Nächte geben mir den Rest. Die Maus schläft manchmal schon einigermaßen ruhig, aber der Knirps kommt, wenn es gut läuft, 3-4 Mal, manchmal auch locker 10 mal und jedesmal total jammernd, manchmal direkt schreiend.
Ich bin dann wahnsinnig genervt von seiner Bedürftigkeit und werde innerlich total wütend. Meist schaffe ich es, das Gefühl bei mir zu behalten, aber manchmal bekommt er es verbal ab. Das tut mir dann furchtbar leid.
Ich weiß nicht, wie lange ich das durchhalte. Jetzt so schnell nach der Geburt der Schwester direkt abzustillen halte ich für eher kontraproduktiv, das verunsichert ihn wahrscheinlich noch mehr. Ich wünschte, ich hätte ihn schon während der Schwangerschaft nachts abgestillt.
Gibt es hier Mamas, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben?
Wie hat sich das bei euch entwickelt? Wie seid ihr damit umgegangen?
Auf erbauenden Austausch hoffend
Lisa
ich bin neu hier. Soweit ich weiß, gibt es wohl ein Unterforum zum "Langzeit"-stillen, wo das Thema reinpassen würde, auf das habe ich aber noch keinen Zugriff.
Ich bin gerade etwas überfordert mit der Tandem-Still-Situation.
Der Knirps kam vor 2,5 Jahren zur Welt. Er war von Anfang an ein High need Baby, hat sehr viel geschrien und über Monate gefühlt ununterbrochen gestillt. Zugenommen hat er dabei normal. Stillen und tragen war für ihn von Anfang an für lange Zeit seine einzige Strategie zur Regulierung.
Tagsüber schlafen ging auch lange nur mit Stillen im TT, die abendliche Schreistunde(n) hat sich erst mit 8 Monaten langsam beruhigt.
Beikost hat er nur zögerlich angenommen, im Rückblick haben wir da wohl auch zu viel Druck gemacht. Er hat lange einen Großteil seines Energiebedarfs mit Mumi gedeckt.
Vor einem Jahr kam er in die Kita, die Eingewöhnung lief super einfach.
Anfangs hat er nach den abholen auf dem 200m Heimweg immer unbedingt Milch gewollt. Das hat sich nach und nach gegeben, manchmal ist ihm sogar erst am frühen Abend das stillen eingefallen.
Ich wurde dann bald wieder schwanger, hatte weniger Milch und die Stillfrequenz ist von ihm ausgehend deutlich gesunken.
Ich habe ihn immer nach Bedarf gestillt. Grenzen hat er da kaum bekommen, ich hab fast immer und überall gestillt, wenn er es wollte.
Nachts hat er etwa 2 Nächte durchgeschlafen seit seiner Geburt. Ansonsten hat er immer Milch zum (wieder-) einschlafen bekommen.
Ich wollte ihn in der Schwangerschaft nicht abstillen und war auch froh, dass er es nicht selbst getan hat. Ich habe gelesen, Tandem-stillen sei ein gutes Mittel gegen Eifersucht unter den Geschwistern. Außerdem soll er so lange stillen dürfen, wie er es möchte.
Vor 8 Wochen wurde unsere Tochter zu Hause geboren.
Knirps wollte am ersten Tag dann nur einmal zum einschlafen stillen. Mit dem Milcheinschuss ging es aber los, dass er extrem viel stillen wollte. Tagsüber und auch nachts, da kommt er wieder viel öfter.
Ich weiß, er ist gerade sehr beschäftigt mit der neuen Situation und sucht Trost. Dabei ist er so fordernd und akzeptiert an manchen Tagen kein Nein und bricht völlig zusammen, wenn er nur kurz warten soll. Er schauspielt auch neuerdings, er hätte ein Aua, um Milch zu bekommen.
Mit seiner Schwester geht er zum Glück meist lieb um, interessiert sich aber auch nicht besonders für sie. Jungs halt...
Ich habe mir das Tandem Stillen viel schöner vorgestellt, als es gerade ist. Es ist irgendwie unangenehm, wenn beide gleichzeitig stillen, ich möchte den Knirps dann manchmal am liebsten wegstoßen.
Stillt er allein, ist es besser auszuhalten, aber da merke ich eine starke Ungeduld in mir.
Immerhin konnte ich ihm das Knibbeln an der Brust abgewöhnen.
Über meine ablehnenden Gefühle ihm gegenüber bin ich total erschrocken.
Außerdem bin ich wahnsinnig erschöpft. An vielen Tagen bin ich gefühlt wie an die Couch geklettet, weil ständig ein Kind stillen will. Und die Nächte geben mir den Rest. Die Maus schläft manchmal schon einigermaßen ruhig, aber der Knirps kommt, wenn es gut läuft, 3-4 Mal, manchmal auch locker 10 mal und jedesmal total jammernd, manchmal direkt schreiend.
Ich bin dann wahnsinnig genervt von seiner Bedürftigkeit und werde innerlich total wütend. Meist schaffe ich es, das Gefühl bei mir zu behalten, aber manchmal bekommt er es verbal ab. Das tut mir dann furchtbar leid.
Ich weiß nicht, wie lange ich das durchhalte. Jetzt so schnell nach der Geburt der Schwester direkt abzustillen halte ich für eher kontraproduktiv, das verunsichert ihn wahrscheinlich noch mehr. Ich wünschte, ich hätte ihn schon während der Schwangerschaft nachts abgestillt.
Gibt es hier Mamas, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben?
Wie hat sich das bei euch entwickelt? Wie seid ihr damit umgegangen?
Auf erbauenden Austausch hoffend
Lisa