Verringerte Gewichtszunahme, Baby trinkt nur wenig, Hilfe erbeten!
Verfasst: 11.07.2021, 15:24
Hallo!
Ich habe mich einige Zeit nach der Geburt meiner Tochter im Forum angemeldet und wende mich nun nochmal an dieses Forum, da die Stillsituation mit unserem kleinen Sohn (16 Wochen) im Moment sehr verfahren ist und ich mit den Nerven schon sehr am Ende bin.
Achtung, es wird lange – ich versuche mal, unseren bisherigen Verlauf, die aktuelle Situation und unsere Schwierigkeiten nachvollziehbar zu schildern:
Unser Sohn (zweites Kind), wurde am 19.3. spontan entbunden. Es lief die ersten 6 Wochen super, was das Stillen betrifft und er hat auch gut und perzentilgerecht zugenommen. Dann fingen leider die Schwierigkeiten an und mittlerweile sackt er vom Gewicht immer mehr ab und ich weiß leider nicht warum!
Ich stehe zwar schon in Kontakt mit einer Stillberaterin, die auch zuletzt geraten hat, eventuell etwas zuzufüttern, aber wir schaffen es weder mit Flasche noch BES.
Was uns auch noch sehr zögern lässt ist, dass seine große Schwester an Neurodermitis und einigen Nahrungsmittelallergien (darunter Milch) leidet. Alleine deshalb würde ich sehr gerne weiter stillen, da er mittlerweile auch Neurodermitis bekommen hat und sich nach einer geringen Menge Pre-Gabe auch das Hautbild wieder verschlechtert hat. Wir befürchten daher auch, dass er Milch (und daher auch Pre oder PreHA) nicht verträgt. Und wenn es geht, würde ich eine reine Fläschchen-Fütterung mit Neo*cate vermeiden.
Mir geht es nun aber leider mit dem ganzen Still- und Gewichtsthema gar nicht mehr gut und ich habe den Eindruck, je mehr inneren Druck ich habe, umso seltener und weniger gern stillt er bzw lässt er sich anlegen. Es ist ein negativer Kreislauf und ich weiß nicht, wie wir da wieder rauskommen können? Es schmerzt mich umso mehr, da alles so gut begonnen hat und ich mir so sehr gewünscht hätte, dass wir es diesmal ein wenig einfacher hätten.
Meine wichtigsten Fragen sind:
-) Wie können wir das Stillen wieder entspannen? (hier kommt erschwerend hinzu, dass die große Schwester das Stillen aus Eifersucht gerade sehr boykottiert. Wenn ich tagsüber alleine mit den beiden bin, schaffen wir kaum eine entspannte Situation. Sobald sie mitbekommt, dass ihr kleiner Bruder gestillt wird, kommt sie her, möchte ihn weg drängen, hat auch schon zweimal nach ihm gehauen. Sie bekommt dann schlimme Wutanfälle, die natürlich auch den Kleinen irritieren, so dass er dann auch aufhört zu stillen, manchmal auch selbst zu weinen anfängt. Ich habe schon extra spannendes Spielzeug gekauft, damit sie sich vielleicht in den 15 Minuten selbst beschäftigen kann, aber leider funktioniert das dann nicht. Nun überlege ich ernsthaft, ob ich sie für die Stilleinheiten eine Kinder-Sendung schauen lassen soll (bislang war TV überhaupt kein Thema bei uns), um uns ein ungestörtes stillen zu ermöglichen.
In der Trage zu stillen hab ich schon probiert, allerdings mag er leider jegliche Form von Tragen nicht wirklich (verschiedene Tücher und Tragen habe ich schon probiert, weil wir auch einiges von der Großen daheim haben – die wurde sehr gerne getragen). Er aber ist am zufriedensten und entspanntesten im Kinderwagen.
-) Wie können wir gut zufüttern? Die Große hat das BES gut angenommen und dann wirklich gut die abgepumpte MuMi daraus getrunken. Er hingegen ist irritiert und dockt ab, sobald die Milch tropft, auch wenn er an der Brust nur nuckelt.
Er ist jetzt 16 Wochen alt. Wir überlegen ernsthaft, ob wir es eventuell mal mit Brei versuchen könnten? Er sieht uns sehr interessiert beim Essen zu und schaut dem Löffel nach und lacht dabei. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, den Druck vom Stillen zu nehmen und eventuell nach dem Stillen mal 1 oder 2 Löffel zu probieren?
-) könnte es Sinn machen, nochmal das Zungenbändchen ansehen zu lassen? Hat jemand Erfahrungen mit späteren Frenotomien? Er hatte ja schon eine mit 2,5 Wochen.
Vom Theoretischen her weiß ich schon von der Großen viel über das richtige Still- und Pumpmanagement und stillfreundliches Zufüttern – es ist jedoch im Alltag mit ihr zuhause alleine für mich kaum machbar und ich habe im Moment das schlimme Gefühl, dass er sich zu wenig von der Brust holt, die Unterstützung (BES, Flasche) nicht mag und wir vielleicht wirklich auch in eine Fütterstörung geraten?
Ach, ich bin gerade sehr verzweifelt, vielleicht gibt es ja noch was, was wir tun können?
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Es gab in den letzten Wochen ein paar Versuche mit Flasche bzw BES sowohl mit MuMi als auch mit Pre (HA), was jedoch bis jetzt nicht genommen wurde. Auch MuMi mit Schnapsglas haben wir schon probiert, da geht aber nicht wirklich viel.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Unser Stillalltag ist etwas schwierig zu beschreiben. Ich lege ihn ca alle 2h an, in der Nacht meldet er sich 2-3 x. Er schläft meist von 22 Uhr bis 6 Uhr.
Das Stillen ist etwas schwierig. Ich bin im Moment 3x pro Woche alleine mit der 2,5-jährigen und dem Baby zuhause. Die Große ist derzeit sehr eifersüchtig und boykottiert das Stillen meistens.
Er stillt meistens kurz und nur wenige Minuten. Immer wieder kommt es vor, dass er wirklich gut stillt (die Milch kommt rasch, er schluckt viel und häufig).Nachdem sich abzeichnete, dass die Zunahme weniger wurde, habe ich oft versucht (ca stündlich bzw bei jedem Jammern oder Faust im Mund), ihn anzulegen, was aber dazu führte, dass er die Brust oft ablehnte und weinte. Eine Stillberaterin, mit der ich seit der Geburt in Kontakt bin, als auch die Osteopathin, bei der wir in Behandlung sind (er liegt oft wie ein C und stillt im Sitzen nicht gut) haben dann beide empfohlen, längere Pausen zu machen (ca 2h) bzw zu warten, bis er sich von selbst meldet. Ich denke, wir sind oder waren schon auf dem Weg in eine Fütterstörung.
Aber es wundert mich, dass er nie lange stillt und oft abdockt, obwohl noch Milch da wäre.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Wir wickeln mit Stoffwindeln ca5- 6x täglich. Stuhlgang mittlerweile ca jeden 2. Tag. Urin ist unserer Meinung nach aber mittlerweile schon weniger geworden.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Da ich bei unserer Großen ziemliche Startschwierigkeiten hatte, habe ich mich gut auf den Stillstart beim Kleinen vorbereitet. Die Geburt war spontan, rasch und ohne Interventionen 2 Tage vor eT. Wir hatten 1h tolles Bonding, in welcher er schon 5x gestillt hat. Er hat von Anfang an super und vor allem gerne getrunken. Keine wunden Brustwarzen. Ich habe sehr darauf geachtet, ihn alle 2h anzulegen, um die Milchbildung zu etablieren und er hat gut zugenommen. Da bei der Großen das posteriore Zungenband zu kurz war, haben wir es auch beim Kleinen nach ca. 2,5 Wochen ansehen lassen, da er häufig beim Stillen eingeschlafen ist und ich den Eindruck hatte, dass er sich anstrengen muss (bei derselben HNO, die damals die Frenotomie bei der Großen machte). Da es ein wenig zu kurz war bzw an der Grenze, hat sie einen kleinen Schnitt gemacht. Er hat dann auch danach deutlich ausdauernder gesaugt und ist nicht mehr so oft beim Stillen eingeschlafen.
Mit ca 3 Wochen hatte ich rechts leider eine Brustentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden musste. Seither mag er rechts nicht mehr so gerne stillen bzw habe ich hier nur noch sehr wenig Milch (trotz häufigerem Anlegen bzw Pumpen an dieser Seite). Wenn er saugt, macht er meistens nur ein paar Schlucke und hört dann auf.
Die Zunahme und das Stillen in den ersten 6 Wochen waren toll und ich dachte, wir hätten es geschafft, da fing er auf einmal an, beim Stillen wenn der MSR einsetzte, viel zu weinen und die Brust abzulehnen. Die Stillberaterin hat empfohlen, vor dem Anlegen ein wenig zu pumpen oder Milch auszustreichen, was mir leider im Alltag mit Kleinkind nicht immer gelungen ist. Etwa zeitgleich hat sich etabliert, dass er eigentlich nur noch im Liegen stillen wollte, was ich dann auch gerne so gemacht habe, um mich auszuruhen. Nur mag er mittlerweile kaum mehr im Sitzen stillen, weswegen wir auch eine Osteopathie begonnen haben.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Flasche ca. 3x probiert, er wusste jedoch nicht, wie man daran saugt – hat dann gestillt. Ein Schnuller kam 2x nach einer furchtbaren Autofahrt zum Einsatz, aus Sorge wg Saugverwirrung haben wir ihn jedoch wieder verbannt. Wenn er im Auto oder im Kinderwagen quengelt, nuckelt er ein wenig an einer Mullwindel oder an seiner Faust und schläft darüber oft gut ein.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Die Stillberaterin, die bei der Großen damals erkannt hat, dass das posteriore Zungenbändchen zu kurz war und uns zur HNO überwiesen hat, hat auch bei ihm nochmal die Zunge angesehen und gemeint, dass ein wenig Spannung noch da sei. Sie steht aber einer neuerlichen Frenotomie skeptisch gegenüber und glaubt, dass es nicht die Verbesserung bringen würde, wie damals bei der Großen, wo es eindeutig war.
Zweimal waren wir nun auch bei einer Osteopathin, seither liegt er nicht mehr ganz so schief bzw stillt auch immer wieder mal im Sitzen.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Baby: liegt oft in C-Form, evtl Verspannungen/Blockaden, da er hauptsächlich im Liegen stillt und kaum im Sitzen – wird durch Osteopathie-Behandlung schon besser. Weiters war das Zungenband grenzwertig und wurde mit ca 2,5 Wochen ein wenig durchtrennt (von derselben HNO-Ärztin, die darauf spezialisiert ist und uns auch bei der Großen so toll geholfen hat. Da erfolgte die Frenotomie mit 16 Wochen und hat unsere Stillbeziehung damals nach langer Odyssee endlich gerettet. Da er allerdings von der Zunahme abgesackt ist und ich anfangs eigentlich gut Milch hatte, ist die Frage, ob die Zungenbeweglichkeit doch noch eingeschränkt ist? Die Stillberaterin merkt eine leichte Spannung und wir sind sehr unsicher, ob wir nochmal einen solchen Eingriff machen würden – er kann ja eigentlich gut stillen. Zumindest höre ich die Milch und er schluckt gut. Das Problem sehen wir eher darin, dass er oft nach wenigen Schlucken aufhört zu trinken, obwohl noch Milch da wäre und entweder einschläft oder abdockt und dann aber auch trotzdem zufrieden wirkt.
Mutter: Bis auf die Brustentzündung mit 3 Wochen und der dadurch immer noch deutlich reduzierten Milchbildung keine Besonderheiten. Nehme täglich wenn ich dran denke Bockshornkleekapseln (3x3)
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind
Unsere Tochter ist nun 2,5 Jahre alt. Damals war ich nicht so gut auf das Stillen vorbereitet und habe sie wohl zu selten angelegt. Sie hat viel geschlafen und ich hab mich oft nicht getraut, sie zu wecken bzw manchmal nur eine Brust gegeben. Hier zeichnete sich ganz am Anfang im Wochenbett bereits eine stagnierende Gewichtszunahme ab, weshalb ich dann mit Pumpen, BES-Füttern und Wechselstillen „das volle Programm“ hatte. Sie blieb die ersten Monate eine sehr unruhige Trinkerin, hat häufig geweint beim Stillen und hatte auch eine schlechte Technik (anfangs seeeehr wunde Brustwarzen, dann von den Kauleisten Abdrücke rund um den Brustwarzenvorhof). Unterwegs zu stillen ging kaum.
Durch Zufall bin ich dann in Kontakt mit einer Stillberaterin gekommen, die den Verdacht auf ein verkürztes posteriores Zungenbändchen hatte. Ein paar Tage später hatten wir den Termin bei der HNO, die das eindeutig gesehen hat. Nach der Frenotomie mit 16 Wochen hatten wir dann noch ca 10 Tage ganz arge Stillschwierigkeiten bzw hat meine Tochter fast ganz verweigert (Schmerzen, orale Irritation). Aber irgendwann stillte sie und hatte den Dreh raus – und ab da konnte ich das Pumpen und alles weglassen und es hat sich eine wunderschöne Stillbeziehung etabliert. Sie hat bis kurz nach ihrem 2. Geburtstag gestillt. Ich habe dann abgestillt, weil ich mir Tandemstillen überhaupt nicht vorstellen konnte.
- Gebt uns genaue Daten!
Wir haben eine geliehene Babywaage daheim.
19.3. 3.650 g Geburt KH
20.3. 3.550 g Entlassung KH
21.3. 3.420 g Hebamme
22.3. 3.460 g (Kinderarzt)
23.3. 3.500 g (Hebamme)
25.3. 3.600 g
29.3. 3.700 g
2.4. 3.920 g
5.4. 4.100 g
6.4. 4.140 g
13.4. 4.400 g
27.4. 4.700 g
30.4. 5.040 g
6.5. 5.260 g (Kinderarzt)
7.5. 5.290 g
14.5. 5.490 g
21.5. 5.600 g
4.6. 5.820 g
11.6. 5.980 g
24.6. 6.115 g
1.7. 6.250 g
Zu seiner genetischen Veranlagung ist zu sagen, dass der Papa sehr groß und dünn ist.
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand sich das Gewicht ansehen und vielleicht noch Ideen zur Verbesserung unserer Stillsituation hätte? Abgesehen von den Stillsituationen wirkt er nämlich quietschvergnügt und zufrieden, rollt sich schon in beide Richtungen und vermittelt eigentlich nicht den Eindruck, als sei er hungrig.
Vielen Dank fürs Lesen!
Ich habe mich einige Zeit nach der Geburt meiner Tochter im Forum angemeldet und wende mich nun nochmal an dieses Forum, da die Stillsituation mit unserem kleinen Sohn (16 Wochen) im Moment sehr verfahren ist und ich mit den Nerven schon sehr am Ende bin.
Achtung, es wird lange – ich versuche mal, unseren bisherigen Verlauf, die aktuelle Situation und unsere Schwierigkeiten nachvollziehbar zu schildern:
Unser Sohn (zweites Kind), wurde am 19.3. spontan entbunden. Es lief die ersten 6 Wochen super, was das Stillen betrifft und er hat auch gut und perzentilgerecht zugenommen. Dann fingen leider die Schwierigkeiten an und mittlerweile sackt er vom Gewicht immer mehr ab und ich weiß leider nicht warum!
Ich stehe zwar schon in Kontakt mit einer Stillberaterin, die auch zuletzt geraten hat, eventuell etwas zuzufüttern, aber wir schaffen es weder mit Flasche noch BES.
Was uns auch noch sehr zögern lässt ist, dass seine große Schwester an Neurodermitis und einigen Nahrungsmittelallergien (darunter Milch) leidet. Alleine deshalb würde ich sehr gerne weiter stillen, da er mittlerweile auch Neurodermitis bekommen hat und sich nach einer geringen Menge Pre-Gabe auch das Hautbild wieder verschlechtert hat. Wir befürchten daher auch, dass er Milch (und daher auch Pre oder PreHA) nicht verträgt. Und wenn es geht, würde ich eine reine Fläschchen-Fütterung mit Neo*cate vermeiden.
Mir geht es nun aber leider mit dem ganzen Still- und Gewichtsthema gar nicht mehr gut und ich habe den Eindruck, je mehr inneren Druck ich habe, umso seltener und weniger gern stillt er bzw lässt er sich anlegen. Es ist ein negativer Kreislauf und ich weiß nicht, wie wir da wieder rauskommen können? Es schmerzt mich umso mehr, da alles so gut begonnen hat und ich mir so sehr gewünscht hätte, dass wir es diesmal ein wenig einfacher hätten.
Meine wichtigsten Fragen sind:
-) Wie können wir das Stillen wieder entspannen? (hier kommt erschwerend hinzu, dass die große Schwester das Stillen aus Eifersucht gerade sehr boykottiert. Wenn ich tagsüber alleine mit den beiden bin, schaffen wir kaum eine entspannte Situation. Sobald sie mitbekommt, dass ihr kleiner Bruder gestillt wird, kommt sie her, möchte ihn weg drängen, hat auch schon zweimal nach ihm gehauen. Sie bekommt dann schlimme Wutanfälle, die natürlich auch den Kleinen irritieren, so dass er dann auch aufhört zu stillen, manchmal auch selbst zu weinen anfängt. Ich habe schon extra spannendes Spielzeug gekauft, damit sie sich vielleicht in den 15 Minuten selbst beschäftigen kann, aber leider funktioniert das dann nicht. Nun überlege ich ernsthaft, ob ich sie für die Stilleinheiten eine Kinder-Sendung schauen lassen soll (bislang war TV überhaupt kein Thema bei uns), um uns ein ungestörtes stillen zu ermöglichen.
In der Trage zu stillen hab ich schon probiert, allerdings mag er leider jegliche Form von Tragen nicht wirklich (verschiedene Tücher und Tragen habe ich schon probiert, weil wir auch einiges von der Großen daheim haben – die wurde sehr gerne getragen). Er aber ist am zufriedensten und entspanntesten im Kinderwagen.
-) Wie können wir gut zufüttern? Die Große hat das BES gut angenommen und dann wirklich gut die abgepumpte MuMi daraus getrunken. Er hingegen ist irritiert und dockt ab, sobald die Milch tropft, auch wenn er an der Brust nur nuckelt.
Er ist jetzt 16 Wochen alt. Wir überlegen ernsthaft, ob wir es eventuell mal mit Brei versuchen könnten? Er sieht uns sehr interessiert beim Essen zu und schaut dem Löffel nach und lacht dabei. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, den Druck vom Stillen zu nehmen und eventuell nach dem Stillen mal 1 oder 2 Löffel zu probieren?
-) könnte es Sinn machen, nochmal das Zungenbändchen ansehen zu lassen? Hat jemand Erfahrungen mit späteren Frenotomien? Er hatte ja schon eine mit 2,5 Wochen.
Vom Theoretischen her weiß ich schon von der Großen viel über das richtige Still- und Pumpmanagement und stillfreundliches Zufüttern – es ist jedoch im Alltag mit ihr zuhause alleine für mich kaum machbar und ich habe im Moment das schlimme Gefühl, dass er sich zu wenig von der Brust holt, die Unterstützung (BES, Flasche) nicht mag und wir vielleicht wirklich auch in eine Fütterstörung geraten?
Ach, ich bin gerade sehr verzweifelt, vielleicht gibt es ja noch was, was wir tun können?
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Es gab in den letzten Wochen ein paar Versuche mit Flasche bzw BES sowohl mit MuMi als auch mit Pre (HA), was jedoch bis jetzt nicht genommen wurde. Auch MuMi mit Schnapsglas haben wir schon probiert, da geht aber nicht wirklich viel.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Unser Stillalltag ist etwas schwierig zu beschreiben. Ich lege ihn ca alle 2h an, in der Nacht meldet er sich 2-3 x. Er schläft meist von 22 Uhr bis 6 Uhr.
Das Stillen ist etwas schwierig. Ich bin im Moment 3x pro Woche alleine mit der 2,5-jährigen und dem Baby zuhause. Die Große ist derzeit sehr eifersüchtig und boykottiert das Stillen meistens.
Er stillt meistens kurz und nur wenige Minuten. Immer wieder kommt es vor, dass er wirklich gut stillt (die Milch kommt rasch, er schluckt viel und häufig).Nachdem sich abzeichnete, dass die Zunahme weniger wurde, habe ich oft versucht (ca stündlich bzw bei jedem Jammern oder Faust im Mund), ihn anzulegen, was aber dazu führte, dass er die Brust oft ablehnte und weinte. Eine Stillberaterin, mit der ich seit der Geburt in Kontakt bin, als auch die Osteopathin, bei der wir in Behandlung sind (er liegt oft wie ein C und stillt im Sitzen nicht gut) haben dann beide empfohlen, längere Pausen zu machen (ca 2h) bzw zu warten, bis er sich von selbst meldet. Ich denke, wir sind oder waren schon auf dem Weg in eine Fütterstörung.
Aber es wundert mich, dass er nie lange stillt und oft abdockt, obwohl noch Milch da wäre.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Wir wickeln mit Stoffwindeln ca5- 6x täglich. Stuhlgang mittlerweile ca jeden 2. Tag. Urin ist unserer Meinung nach aber mittlerweile schon weniger geworden.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Da ich bei unserer Großen ziemliche Startschwierigkeiten hatte, habe ich mich gut auf den Stillstart beim Kleinen vorbereitet. Die Geburt war spontan, rasch und ohne Interventionen 2 Tage vor eT. Wir hatten 1h tolles Bonding, in welcher er schon 5x gestillt hat. Er hat von Anfang an super und vor allem gerne getrunken. Keine wunden Brustwarzen. Ich habe sehr darauf geachtet, ihn alle 2h anzulegen, um die Milchbildung zu etablieren und er hat gut zugenommen. Da bei der Großen das posteriore Zungenband zu kurz war, haben wir es auch beim Kleinen nach ca. 2,5 Wochen ansehen lassen, da er häufig beim Stillen eingeschlafen ist und ich den Eindruck hatte, dass er sich anstrengen muss (bei derselben HNO, die damals die Frenotomie bei der Großen machte). Da es ein wenig zu kurz war bzw an der Grenze, hat sie einen kleinen Schnitt gemacht. Er hat dann auch danach deutlich ausdauernder gesaugt und ist nicht mehr so oft beim Stillen eingeschlafen.
Mit ca 3 Wochen hatte ich rechts leider eine Brustentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden musste. Seither mag er rechts nicht mehr so gerne stillen bzw habe ich hier nur noch sehr wenig Milch (trotz häufigerem Anlegen bzw Pumpen an dieser Seite). Wenn er saugt, macht er meistens nur ein paar Schlucke und hört dann auf.
Die Zunahme und das Stillen in den ersten 6 Wochen waren toll und ich dachte, wir hätten es geschafft, da fing er auf einmal an, beim Stillen wenn der MSR einsetzte, viel zu weinen und die Brust abzulehnen. Die Stillberaterin hat empfohlen, vor dem Anlegen ein wenig zu pumpen oder Milch auszustreichen, was mir leider im Alltag mit Kleinkind nicht immer gelungen ist. Etwa zeitgleich hat sich etabliert, dass er eigentlich nur noch im Liegen stillen wollte, was ich dann auch gerne so gemacht habe, um mich auszuruhen. Nur mag er mittlerweile kaum mehr im Sitzen stillen, weswegen wir auch eine Osteopathie begonnen haben.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Flasche ca. 3x probiert, er wusste jedoch nicht, wie man daran saugt – hat dann gestillt. Ein Schnuller kam 2x nach einer furchtbaren Autofahrt zum Einsatz, aus Sorge wg Saugverwirrung haben wir ihn jedoch wieder verbannt. Wenn er im Auto oder im Kinderwagen quengelt, nuckelt er ein wenig an einer Mullwindel oder an seiner Faust und schläft darüber oft gut ein.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Die Stillberaterin, die bei der Großen damals erkannt hat, dass das posteriore Zungenbändchen zu kurz war und uns zur HNO überwiesen hat, hat auch bei ihm nochmal die Zunge angesehen und gemeint, dass ein wenig Spannung noch da sei. Sie steht aber einer neuerlichen Frenotomie skeptisch gegenüber und glaubt, dass es nicht die Verbesserung bringen würde, wie damals bei der Großen, wo es eindeutig war.
Zweimal waren wir nun auch bei einer Osteopathin, seither liegt er nicht mehr ganz so schief bzw stillt auch immer wieder mal im Sitzen.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Baby: liegt oft in C-Form, evtl Verspannungen/Blockaden, da er hauptsächlich im Liegen stillt und kaum im Sitzen – wird durch Osteopathie-Behandlung schon besser. Weiters war das Zungenband grenzwertig und wurde mit ca 2,5 Wochen ein wenig durchtrennt (von derselben HNO-Ärztin, die darauf spezialisiert ist und uns auch bei der Großen so toll geholfen hat. Da erfolgte die Frenotomie mit 16 Wochen und hat unsere Stillbeziehung damals nach langer Odyssee endlich gerettet. Da er allerdings von der Zunahme abgesackt ist und ich anfangs eigentlich gut Milch hatte, ist die Frage, ob die Zungenbeweglichkeit doch noch eingeschränkt ist? Die Stillberaterin merkt eine leichte Spannung und wir sind sehr unsicher, ob wir nochmal einen solchen Eingriff machen würden – er kann ja eigentlich gut stillen. Zumindest höre ich die Milch und er schluckt gut. Das Problem sehen wir eher darin, dass er oft nach wenigen Schlucken aufhört zu trinken, obwohl noch Milch da wäre und entweder einschläft oder abdockt und dann aber auch trotzdem zufrieden wirkt.
Mutter: Bis auf die Brustentzündung mit 3 Wochen und der dadurch immer noch deutlich reduzierten Milchbildung keine Besonderheiten. Nehme täglich wenn ich dran denke Bockshornkleekapseln (3x3)
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind
Unsere Tochter ist nun 2,5 Jahre alt. Damals war ich nicht so gut auf das Stillen vorbereitet und habe sie wohl zu selten angelegt. Sie hat viel geschlafen und ich hab mich oft nicht getraut, sie zu wecken bzw manchmal nur eine Brust gegeben. Hier zeichnete sich ganz am Anfang im Wochenbett bereits eine stagnierende Gewichtszunahme ab, weshalb ich dann mit Pumpen, BES-Füttern und Wechselstillen „das volle Programm“ hatte. Sie blieb die ersten Monate eine sehr unruhige Trinkerin, hat häufig geweint beim Stillen und hatte auch eine schlechte Technik (anfangs seeeehr wunde Brustwarzen, dann von den Kauleisten Abdrücke rund um den Brustwarzenvorhof). Unterwegs zu stillen ging kaum.
Durch Zufall bin ich dann in Kontakt mit einer Stillberaterin gekommen, die den Verdacht auf ein verkürztes posteriores Zungenbändchen hatte. Ein paar Tage später hatten wir den Termin bei der HNO, die das eindeutig gesehen hat. Nach der Frenotomie mit 16 Wochen hatten wir dann noch ca 10 Tage ganz arge Stillschwierigkeiten bzw hat meine Tochter fast ganz verweigert (Schmerzen, orale Irritation). Aber irgendwann stillte sie und hatte den Dreh raus – und ab da konnte ich das Pumpen und alles weglassen und es hat sich eine wunderschöne Stillbeziehung etabliert. Sie hat bis kurz nach ihrem 2. Geburtstag gestillt. Ich habe dann abgestillt, weil ich mir Tandemstillen überhaupt nicht vorstellen konnte.
- Gebt uns genaue Daten!
Wir haben eine geliehene Babywaage daheim.
19.3. 3.650 g Geburt KH
20.3. 3.550 g Entlassung KH
21.3. 3.420 g Hebamme
22.3. 3.460 g (Kinderarzt)
23.3. 3.500 g (Hebamme)
25.3. 3.600 g
29.3. 3.700 g
2.4. 3.920 g
5.4. 4.100 g
6.4. 4.140 g
13.4. 4.400 g
27.4. 4.700 g
30.4. 5.040 g
6.5. 5.260 g (Kinderarzt)
7.5. 5.290 g
14.5. 5.490 g
21.5. 5.600 g
4.6. 5.820 g
11.6. 5.980 g
24.6. 6.115 g
1.7. 6.250 g
Zu seiner genetischen Veranlagung ist zu sagen, dass der Papa sehr groß und dünn ist.
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand sich das Gewicht ansehen und vielleicht noch Ideen zur Verbesserung unserer Stillsituation hätte? Abgesehen von den Stillsituationen wirkt er nämlich quietschvergnügt und zufrieden, rollt sich schon in beide Richtungen und vermittelt eigentlich nicht den Eindruck, als sei er hungrig.
Vielen Dank fürs Lesen!