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Verzweifelt! Mein Baby saugt sehr schlecht und nimmt zu wenig zu

Verfasst: 15.05.2021, 18:26
von solago
Hallo an alle!

Ich bin schon sehr verzweifelt, weil meine Tochter (13 Wochen alt) nicht ordentlich zunimmt. Sie ist mein zweites Kind, mein erstes habe ich 2 Jahre lang problemlos gestillt, aber bei meiner Tochter klappt es einfach nicht. Sie saugt nicht ordentlich. Schon seit der Geburt. Ich habe schon eine Stillberaterin kontaktiert, die ein verkürztes posteriores Zungenband vermutet hat, welches dann auch (nun schon zwei Mal!) von einer Ärztin durchtrennt wurde. Meine Tochter saugt jetzt aber dadurch nicht besser. Sie schafft es einfach noch immer nicht effektiv zu trinken, sondern nuckelt meist nur an der Brust und scheint auch selten Hunger zu haben. Die Stillberaterin meint jedoch, dass ich sie optimal anlege.

Ich versuche sie bei jeder Gelegenheit anzulegen, aber oft dreht sie hastig ihren Kopf weg, ist total nervös dabei, krampft sich manchmal auch komisch zusammen, als würde ihr Bauch weh tun, oder sie dockt an und nuckelt nur uninteressiert. Selten bringen wir irgendein vernünftiges Stillen hin, meist nur im Halbschlaf. Ich pumpe zusätzlich ein bis zwei Mal täglich ab, wobei ich dabei immer so um die 100-150ml pumpen kann.

Seit ein paar Tagen hat sich die Situation aber so zugespitzt, dass ich das Gefühl habe, dass sie kaum noch Hunger meldet, selten trinkt, nachts gar nicht am Trinken interessiert ist, sonst aber noch immer fröhlich und voller Energie ist. Mich belastet die Situation aber so stark, alles dreht sich nur noch ums Stillen (oder eher Nicht-Stillen), dass ich kaum essen oder schlafen kann. Auch Pumpen kann ich plötzlich nicht mehr so gut und viel, meine Brüste ziehen und schmerzen, aber fühlen sich leer an und es ist plötzlich sehr schwierig für meine Tochter überhaupt einen Milchspendereflex auszulösen. Könnte nur noch heulen und habe das Gefühl, dass mir niemand helfen kann. Ich hoffe hier kann mir irgendjemand einen Rat geben, warum meine Tochter so schlecht trinkt und was ich tun kann, um uns aus dieser belastenden Situation herauszubringen.


* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Mein Freund gibt ihr täglich einige Löffel mit Fett von meiner abgepumpten Milch. Zuvor hat er das mit einer Spritze/Feeder gemacht, aber das mochte sie nicht so gerne.

Seit ein paar Tagen versuche ich es auch mit dem BES - geht aber nicht so gut, da meine Tochter damit nie gut angelegt bleibt und dann nur noch auf meiner Brustwarze kaut, was sehr schmerzt - oder auch gar nicht angelegt bleibt.

In meiner Verzweiflung habe ich es auch ein paar Male in den letzten Wochen mit einer Flasche versucht, aber damit weiß sie gar nichts anzufangen und es gehen nur ein paar Tropfen in sie hinein.


Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?

Morgens hat meine Tochter selten Interesse gestillt zu werden. Ich wecke sie auf, wickle sie, wasche sie, etc. und versuche sie mehrmals anzulegen, aber im besten Fall nuckelt sie nur. Machen dann einen Spaziergang in der Trage, bei dem sie schläft, und im Halbschlaf nach dem Spaziergang kann ich sie meist relativ gut anlegen und sie trinkt für ein paar Minuten ganz gut und ich höre laute Schluckgeräusche, wobei das in den letzten Tagen auch nicht mehr so gut klappt. Über den Tag verteilt lege ich sie immer wieder an, schon bei den allerersten Hungerzeichen, aber sie will nicht immer trinken oder trinkt eben nicht effektiv. Am besten ist es nach langen Schläfchen. Am Abend ist sie manchmal sehr unruhig, saugt wild an ihren Fäustchen, aber lehnt die Brust manchmal schreiend ab. Nachts schläft sie gut und will gar nicht trinken, wacht fast nie auf. Schläft gerne 10 Stunden durch. Wecken zum Trinken bringt nichts. Sie nuckelt dann wieder nur oder schläft ein. Am besten klappt es, wenn ich sie in einer unruhigen Phase anlege ohne sie zu wecken.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?

Das Nettogewicht ihrer Windeln ist täglich 400-500g. Stuhl hat sie fast täglich und dann meist 1-3 Mal, allerdings sind es keine sehr großen Mengen.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Im KH schien alles normal zu sein, und sie dockte auch gleich nach der Geburt an. Ich hatte schnell sehr viel Milch. Sie hat nicht sehr viel Gewicht verloren und am zweiten Tag gleich wieder zugelegt. Daher nahm ich an, alles sei in Ordnung. Sie hat aber immer schon komische Schnalz- und Schmatzgeräusche beim Trinken gehabt und konnte die Brustwarze nicht gut halten. Aber erst bei den Kontrollen in Woche 3 und 6 ist die zu geringe Gewichtszunahme aufgefallen und ich habe dann vermutet, dass das seltsame Schnalzen und Schmatzen und scheinbar schlechte und kurze Saugen beim Trinken vielleicht der Grund dafür sein könnte.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Nein, außer vielleicht der erfolglosen Versuchen mit einer Flasche.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Stillberatung seit 6 Wochen. 2 Mal wurde das posteriore Zungenband bei einer auf Babys/Kinder spezialisieren HNO Ärztin (1.4. und 14.4.) durchtrennt. Wir waren auch ein Mal bei der Osteopathie - aber angeblich hat sie keine Verspannungen.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich hatte insulinpflichtigen Gestationsdiabetes. Meine Tochter war eine Geburt aus Beckenendlage, die allerdings problemlos verlief. Sie hatte eine leichte Hüftdysplasie, die mit einer Spreizwindel behandelt wurde.

* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Mein erstes Kind war eine Frühgeburt mit Intensivstationsaufenthalt, daher hat das Stillen nicht sofort geklappt. Habe am Anfang abgepumpt und zugefüttert uns nur mit Stillhütchen gestillt. Konnte aber bald zu Vollstillen ohne Abpumpen und Stillhütchen übergehen und habe meinen Sohn dann zwei Jahre lang gestillt.

10.02.: 3560g Geburt KH
11.02.: 3420g KH
12.02.: 3440g KH Entlassung
16.02.: 3480g Kinderärztin
02.03.: 3800g Kinderärztin
23.03.: 4000g Kinderärztin
27.03.: 4180g Stillberaterin
08.04.: 4360g Kinderärztin
10.04.: 4410g Stillberaterin
24.04.: 4610g Stillberaterin
11.05.: 4820g Kinderärztin

Bin für jede Hilfe dankbar! Entschuldigung, dass es so lang geworden ist.

Re: Verzweifelt! Mein Baby saugt sehr schlecht und nimmt zu wenig zu

Verfasst: 15.05.2021, 19:53
von Alice89
Hallo solago,

Herzlich willkommen hier und Glückwunsch zum Nachwuchs!

Wurden dir nach der Trennung Dehnübungen gezeigt, damit das Zungenbändchen nicht wieder genauso straff zusammen wächst? Gerade im Mundraum ist die Wundheilung sehr schnell, möglicherweise hat deine Tochter immer noch Probleme deswegen?

Re: Verzweifelt! Mein Baby saugt sehr schlecht und nimmt zu wenig zu

Verfasst: 15.05.2021, 20:11
von solago
Alice89 hat geschrieben: 15.05.2021, 19:53 Hallo solago,

Herzlich willkommen hier und Glückwunsch zum Nachwuchs!

Wurden dir nach der Trennung Dehnübungen gezeigt, damit das Zungenbändchen nicht wieder genauso straff zusammen wächst? Gerade im Mundraum ist die Wundheilung sehr schnell, möglicherweise hat deine Tochter immer noch Probleme deswegen?
Dehnübungen wurden mir nicht gezeigt. Laut Ärztin sind die nicht notwendig, aber ich sollte 3 Wochen lang mehrmals täglich unter der Zunge massieren, damit es nicht mehr zusammenwächst und das habe ich gemacht. Weiß nicht ob das gereicht hat. Mir scheint es nicht so als hätte das Schneiden des Zungenbändchen irgendwas gebracht 😥