Vollstillen sehr erwünscht - noch möglich nach schwierigem Stillstart?
Verfasst: 14.03.2021, 21:02
Hallo liebes Mod-Team, hallo liebe Foren-Mitglieder,
ich bin heute auf dieses Forum gestoßen und habe den einen oder anderen Thread quer gelesen. Ich bin zutiefst beeindruckt von dem Engagement und dem wertschätzenden Umgang miteinander. Ich habe mich direkt wohl gefühlt und traue mich daher, einen eigenen Thread zu öffnen, in der Hoffnung, Zuspruch und Rat zu finden.
Ich entschuldige mich schonmal für den ellenlangen Bericht!
Nun zu mir und uns:
Am 6.2. ist unsere Tochter M. auf natürlichem Wege geboren worden. Die Geburt verlief ohne Schmerzmittel. Lediglich zur Unterstützung der Geburt der Plazenta wurde mir ein Mittel (vermutlich Oxytocin) verabreicht. Die Austreibungsphase war ca eine Stunde lang. Am Ende hatte ich nicht mehr genug Kraft (ich hatte knapp zwei Tage lang gar nicht geschlafen), sodass die Ärztin zunächst mit meinem Bein auf meinen Bauch drückte, dann einen Dammschnitt machte und dann selbst mit ihrem Gewicht von oben auf meinen Bauch drückte, bis unsere M. dann geboren war.
Ich legte sie direkt im Kreißsaal auch an, weil ich mich im Vorfeld informiert hatte und wusste, dass das wichtig war.
Im Klinikum stillte ich M. nach Bedarf, weil ich der Meinung war, dass sie sich sicher meldet, wenn sie hungrig ist. Bei der U2 am dritten Tag dann der Schock: von 3380g Geburtsgewicht war sie auf 2980g abgerauscht. Die Ärztin war wenig empathisch und sagte nur: „Sie können heute nicht nach Hause und müssen zufüttern, da Sie wohl noch keine nennenswerte Milch haben. Zufüttern ist aber auch kein Drama.“
Als ich wieder auf dem Zimmer war, musste ich erstmal heulen, hatten wir uns doch so auf Zuhause und die Ruhe dort gefreut und machte ich mir gleichzeitig Sorgen um unsere Tochter. Sie hatte die ersten Tage auch etliche Male gespuckt, worüber ich mir sofort Sorgen machte. Gleichzeitig fühlte ich mich wie eine Versagerin und schlechte Mutter, weil meine Intuition offensichtlich nicht stimmte und ich nicht gemerkt hatte, dass sie zu wenig bekam.
Der Tag im Krankenhaus war dann vom Zufüttern bestimmt. Sie bekam die Flasche mit Pre-Milch nach dem „normalen“ Anlegen. Oft spuckte sie aber viel von der Milch wieder aus. In der Nacht machten wir Stillproben pro Brustseite und kamen auf Werte von 20ml (rechte Brust) und 4-8ml (linke Brust), was mich total frustrierte.
Wir schafften es aber, dass sie am nächsten Tag 3055g (also 65g Zunahme) auf die Waage brachte und wir nach Hause durften.
Unsere Hebamme war dann auch direkt da und empfahl uns, erst einmal weiter zuzufüttern. Zunächst taten wir das mit der Flasche (wenn ich mich recht entsinne waren es 30ml pro Zufütterung). Wir sollten immer dann zufüttern, wenn wir das Gefühl hatten, dass sie noch Hunger hat, also nach dem Stillen noch quengelig war. Das passierte so 3-4x am Tag, wenn ich mich recht erinnere. Ich stillte M. nach Bedarf (sie kam aber sehr oft und lag immer lang an der Brust) und in der Nacht weckten wir sie alle 2 Stunden. Ich bemerkte dann auch, dass ich anfangs nicht gut einschätzen konnte, wann sie trinkt und wann sie nur nuckelt.
Sie nahm dann auch gut zu (Gewichtsverlauf folgt weiter unten). Unsere Hebamme empfahl uns dann das BES, das wir dann nutzten und nach Bedarf zufütterten.
Parallel dazu versuchte ich mit Malzbier, Bockshornklee-Kapseln und Cashewkernen meine Milchbildung anzuregen. Wie ich jetzt hier aber gelesen habe, war meine Dosierung des Bockshornklees wohl viel zu gering. Meine Hebamme empfahl mir 800mg/Tag…
Mit dem BES lief es ganz gut. Ich merkte jetzt auch den Unterschied zwischen nuckeln und trinken. Ich war erstaunt, wieviel M. noch aus dem BES trank (und wie schnell), obwohl sie einen satten, zufriedenen Eindruck machte.
Nachdem M. nach 12 Tagen ihr Geburtsgewicht (bis auf 10g) wieder erreicht hatte, reduzierten wir das Zufüttern und die Häufigkeit des Wiegens. Das Weglassen der Pre-Nahrung machte M. den ersten Tag total nöckelig. Ab da hing sie gefühlt den ganzen Tag an der Brust. Sie trank ein paar Schluck und schlief ein, wurde wach, trank ein paar Schluck und schlief wieder ein usw.
Beim Wiegen nach 4 Tagen die Ernüchterung: sie hatte nur 50g zugenommen. Trotzdem sollten wir ohne Zufüttern weitermachen. Meine Hebamme sagte, das spiele sich schon ein. Es würde mich nur stressen, das alles kontrollieren zu wollen. So stillte ich weiter. Bei jeder Mahlzeit verzweifelte ich, weil ich hörte, wie wenig M. schluckte. Ich wechselte also immer die Brust, wenn sie bald einschlief. Manchmal schlief sie dann an der anderen Brust einfach weiter.
Bei jedem Quengeln machte ich mir Vorwürfe, dass sie „an der Brust verhungert“. Ich konnte überhaupt nicht einschätzen, wieviel Milch ich habe. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass da auch nix mehr ist, was sie sich holen könnte.
Nach einer Woche hatte sie 50g zugenommen. Die Hebamme sagte, dass wir es noch eine Woche versuchen sollten, da sie ja insgesamt gut zugenommen hatte. Nach 4 Tagen hatte ich dann das Gefühl, dass M. nun besser trinkt und länger saugt. Eine Woche später bei der U3 dann der nächste Tiefschlag: Ihre Zunahme betrug nur 55g. Ich war zutiefst frustriert und traurig. Der KiA sagte dann, es brächte ja nichts, das Stillen auf Biegen und Brechen zu wollen. Ich solle zufüttern.
Am nächsten Tag kam die Hebamme wieder zu uns. Sie sagte, ich solle 60ml 3x am Tag zufüttern.
Das machen wir jetzt seit letzten Mittwoch. Vom Abpumpen hielt sie nix, da sie befürchtet, dass es mich zu sehr stresst und ich verzweifle, wenn ich nicht mehr viel „rausholen“ kann.
Ich bin in einem täglichen Kampf mit meinen Sorgen. Ich wüsste so gern, woran es liegt, dass sie nicht gut zunimmt.
Am Donnerstag waren wir beim Osteopathen. Er hat festgestellt, dass sie an ihrer rechten Halsseite Verspannungen hat, die wohl Auswirkungen auf das Saugen haben kann. Als sie an seinem Finger gesaugt hat, sagte er, dass sie auch mit der Zunge manchmal rausschiebt und eher mit dem Gaumen Druck macht. Das hatte ich das ein oder andere Mal auch schon bemerkt, dass sie das tut, und die Brustwarze dann platter aussieht. Er sagte auch, dass ihr Gaumen an einer Seite noch etwas hoch sei und ihre rechten Schädelplatten noch nicht so entfaltet seien wie die linken. Er war optimistisch, dass wir das Vollstillen schaffen würden. Er sagte, dass viel zu viel Stress wegen des Gewichts gemacht würde und es zu viele übergewichtige Säuglinge gäbe, da sie zu viel Pre-Nahrung bekämen.
Er meinte, wenn M. nach Lösen der Verspannungen effektiver sauge, würde sich meine Milch automatisch steigern, sodass wir voll stillen könnten. Er sah auch, dass ihr Zungenbändchen ein wenig verkürzt ist, sagte aber, dass es nicht so doll sei, dass es sich aufs Stillen auswirken würde.
Das gab mir doch wieder ein wenig Mut.
Tatsächlich habe ich seit gestern das Gefühl, mehr Milch zu haben. M. schluckt aber immer noch eher wenig und nuckelt viel. Den MSR spüre ich nicht, daher weiß ich nicht, ob er öfter kommt. Ich vermute das aber, da sie manchmal nach einer Weile dann nochmal in das Ziehen-Schlucken-Muster kommt, was aber meist nicht so lang anhält.
Beim BES hält sie dieses Muster länger. Ich habe den Eindruck, dass das Trinken an der Brust für sie so anstrengend ist, dass sie mit wenig „zufrieden“ ist, weil sie die Anstrengung nicht leisten kann.
Wie können wir daran „arbeiten“?
Es würde mir total helfen, hier ein paar Tipps zu bekommen, wie ich das mit meiner Maus angehen kann. Ich bin total verunsichert, was mein Gefühl angeht und möchte ja nicht, dass sie hungert.
Ich danke euch schonmal im Voraus für eure Hilfe!!
Liebste Grüße
Bali
Hier noch die Beantwortung der Fragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
In den ersten beiden Lebenswochen: Formularnahrung; erst per Flasche, dann per BES, 2-4x am Tag ca. 30ml/Mal; dann zwei Wochen ohne Zufüttern; seit Mittwoch 3x am Tag 60ml per BES
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wie oft tagsüber gestillt wird, kann ich gar nicht sagen, da die Phasen oft ineinander über gehen oder M. einschläft, wach wird, wieder ein paar Schlucke nimmt, wieder einschläft… Schlafpausen von 5 Minuten bis 2-3 Stunden (vor allem nach Spaziergängen)
In der Nacht stille ich 2-3 Mal mit 3-3,5 Stunden Pause dazwischen
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang? Täglicher Stuhlgang und mehrere nasse Windeln, die seit der Zufütterung wieder schwerer sind; genaue Anzahl bislang nicht festgehalten
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
s. Bericht manchmal dockt sie ab, wird hektisch und schafft es ohne Hilfe nicht, wieder anzudocken
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Flasche aus der Anfangszeit, Schnuller mag sie nicht
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...? Hebamme und Osteopath
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
ich bin ein wenig übergewichtig, aber nicht krankhaft; sonst keine Erkrankungen bekannt
Und der Gewichtsverlauf bislang:
6.2.: 3380g (Geburt KH)
9.2.: 2980g (KH)
10.2.: 3055g (KH) zugefüttert
11.2.: 3095g (Hebamme) zugefüttert
13.2.: 3110g (Hebamme) zugefüttert
14.2.: 3170g (Hebamme) zugefüttert
15.2.: 3255g (Hebamme) zugefüttert
18.2.: 3370g (Hebamme) zugefüttert
20.2.: 3420g (Hebamme)
24.2.: 3475g (Hebamme)
2.3.: 3525g (Hebamme)
8.3.: 3580g (Kinderarzt)
ich bin heute auf dieses Forum gestoßen und habe den einen oder anderen Thread quer gelesen. Ich bin zutiefst beeindruckt von dem Engagement und dem wertschätzenden Umgang miteinander. Ich habe mich direkt wohl gefühlt und traue mich daher, einen eigenen Thread zu öffnen, in der Hoffnung, Zuspruch und Rat zu finden.
Ich entschuldige mich schonmal für den ellenlangen Bericht!
Nun zu mir und uns:
Am 6.2. ist unsere Tochter M. auf natürlichem Wege geboren worden. Die Geburt verlief ohne Schmerzmittel. Lediglich zur Unterstützung der Geburt der Plazenta wurde mir ein Mittel (vermutlich Oxytocin) verabreicht. Die Austreibungsphase war ca eine Stunde lang. Am Ende hatte ich nicht mehr genug Kraft (ich hatte knapp zwei Tage lang gar nicht geschlafen), sodass die Ärztin zunächst mit meinem Bein auf meinen Bauch drückte, dann einen Dammschnitt machte und dann selbst mit ihrem Gewicht von oben auf meinen Bauch drückte, bis unsere M. dann geboren war.
Ich legte sie direkt im Kreißsaal auch an, weil ich mich im Vorfeld informiert hatte und wusste, dass das wichtig war.
Im Klinikum stillte ich M. nach Bedarf, weil ich der Meinung war, dass sie sich sicher meldet, wenn sie hungrig ist. Bei der U2 am dritten Tag dann der Schock: von 3380g Geburtsgewicht war sie auf 2980g abgerauscht. Die Ärztin war wenig empathisch und sagte nur: „Sie können heute nicht nach Hause und müssen zufüttern, da Sie wohl noch keine nennenswerte Milch haben. Zufüttern ist aber auch kein Drama.“
Als ich wieder auf dem Zimmer war, musste ich erstmal heulen, hatten wir uns doch so auf Zuhause und die Ruhe dort gefreut und machte ich mir gleichzeitig Sorgen um unsere Tochter. Sie hatte die ersten Tage auch etliche Male gespuckt, worüber ich mir sofort Sorgen machte. Gleichzeitig fühlte ich mich wie eine Versagerin und schlechte Mutter, weil meine Intuition offensichtlich nicht stimmte und ich nicht gemerkt hatte, dass sie zu wenig bekam.
Der Tag im Krankenhaus war dann vom Zufüttern bestimmt. Sie bekam die Flasche mit Pre-Milch nach dem „normalen“ Anlegen. Oft spuckte sie aber viel von der Milch wieder aus. In der Nacht machten wir Stillproben pro Brustseite und kamen auf Werte von 20ml (rechte Brust) und 4-8ml (linke Brust), was mich total frustrierte.
Wir schafften es aber, dass sie am nächsten Tag 3055g (also 65g Zunahme) auf die Waage brachte und wir nach Hause durften.
Unsere Hebamme war dann auch direkt da und empfahl uns, erst einmal weiter zuzufüttern. Zunächst taten wir das mit der Flasche (wenn ich mich recht entsinne waren es 30ml pro Zufütterung). Wir sollten immer dann zufüttern, wenn wir das Gefühl hatten, dass sie noch Hunger hat, also nach dem Stillen noch quengelig war. Das passierte so 3-4x am Tag, wenn ich mich recht erinnere. Ich stillte M. nach Bedarf (sie kam aber sehr oft und lag immer lang an der Brust) und in der Nacht weckten wir sie alle 2 Stunden. Ich bemerkte dann auch, dass ich anfangs nicht gut einschätzen konnte, wann sie trinkt und wann sie nur nuckelt.
Sie nahm dann auch gut zu (Gewichtsverlauf folgt weiter unten). Unsere Hebamme empfahl uns dann das BES, das wir dann nutzten und nach Bedarf zufütterten.
Parallel dazu versuchte ich mit Malzbier, Bockshornklee-Kapseln und Cashewkernen meine Milchbildung anzuregen. Wie ich jetzt hier aber gelesen habe, war meine Dosierung des Bockshornklees wohl viel zu gering. Meine Hebamme empfahl mir 800mg/Tag…
Mit dem BES lief es ganz gut. Ich merkte jetzt auch den Unterschied zwischen nuckeln und trinken. Ich war erstaunt, wieviel M. noch aus dem BES trank (und wie schnell), obwohl sie einen satten, zufriedenen Eindruck machte.
Nachdem M. nach 12 Tagen ihr Geburtsgewicht (bis auf 10g) wieder erreicht hatte, reduzierten wir das Zufüttern und die Häufigkeit des Wiegens. Das Weglassen der Pre-Nahrung machte M. den ersten Tag total nöckelig. Ab da hing sie gefühlt den ganzen Tag an der Brust. Sie trank ein paar Schluck und schlief ein, wurde wach, trank ein paar Schluck und schlief wieder ein usw.
Beim Wiegen nach 4 Tagen die Ernüchterung: sie hatte nur 50g zugenommen. Trotzdem sollten wir ohne Zufüttern weitermachen. Meine Hebamme sagte, das spiele sich schon ein. Es würde mich nur stressen, das alles kontrollieren zu wollen. So stillte ich weiter. Bei jeder Mahlzeit verzweifelte ich, weil ich hörte, wie wenig M. schluckte. Ich wechselte also immer die Brust, wenn sie bald einschlief. Manchmal schlief sie dann an der anderen Brust einfach weiter.
Bei jedem Quengeln machte ich mir Vorwürfe, dass sie „an der Brust verhungert“. Ich konnte überhaupt nicht einschätzen, wieviel Milch ich habe. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass da auch nix mehr ist, was sie sich holen könnte.
Nach einer Woche hatte sie 50g zugenommen. Die Hebamme sagte, dass wir es noch eine Woche versuchen sollten, da sie ja insgesamt gut zugenommen hatte. Nach 4 Tagen hatte ich dann das Gefühl, dass M. nun besser trinkt und länger saugt. Eine Woche später bei der U3 dann der nächste Tiefschlag: Ihre Zunahme betrug nur 55g. Ich war zutiefst frustriert und traurig. Der KiA sagte dann, es brächte ja nichts, das Stillen auf Biegen und Brechen zu wollen. Ich solle zufüttern.
Am nächsten Tag kam die Hebamme wieder zu uns. Sie sagte, ich solle 60ml 3x am Tag zufüttern.
Das machen wir jetzt seit letzten Mittwoch. Vom Abpumpen hielt sie nix, da sie befürchtet, dass es mich zu sehr stresst und ich verzweifle, wenn ich nicht mehr viel „rausholen“ kann.
Ich bin in einem täglichen Kampf mit meinen Sorgen. Ich wüsste so gern, woran es liegt, dass sie nicht gut zunimmt.
Am Donnerstag waren wir beim Osteopathen. Er hat festgestellt, dass sie an ihrer rechten Halsseite Verspannungen hat, die wohl Auswirkungen auf das Saugen haben kann. Als sie an seinem Finger gesaugt hat, sagte er, dass sie auch mit der Zunge manchmal rausschiebt und eher mit dem Gaumen Druck macht. Das hatte ich das ein oder andere Mal auch schon bemerkt, dass sie das tut, und die Brustwarze dann platter aussieht. Er sagte auch, dass ihr Gaumen an einer Seite noch etwas hoch sei und ihre rechten Schädelplatten noch nicht so entfaltet seien wie die linken. Er war optimistisch, dass wir das Vollstillen schaffen würden. Er sagte, dass viel zu viel Stress wegen des Gewichts gemacht würde und es zu viele übergewichtige Säuglinge gäbe, da sie zu viel Pre-Nahrung bekämen.
Er meinte, wenn M. nach Lösen der Verspannungen effektiver sauge, würde sich meine Milch automatisch steigern, sodass wir voll stillen könnten. Er sah auch, dass ihr Zungenbändchen ein wenig verkürzt ist, sagte aber, dass es nicht so doll sei, dass es sich aufs Stillen auswirken würde.
Das gab mir doch wieder ein wenig Mut.
Tatsächlich habe ich seit gestern das Gefühl, mehr Milch zu haben. M. schluckt aber immer noch eher wenig und nuckelt viel. Den MSR spüre ich nicht, daher weiß ich nicht, ob er öfter kommt. Ich vermute das aber, da sie manchmal nach einer Weile dann nochmal in das Ziehen-Schlucken-Muster kommt, was aber meist nicht so lang anhält.
Beim BES hält sie dieses Muster länger. Ich habe den Eindruck, dass das Trinken an der Brust für sie so anstrengend ist, dass sie mit wenig „zufrieden“ ist, weil sie die Anstrengung nicht leisten kann.
Wie können wir daran „arbeiten“?
Es würde mir total helfen, hier ein paar Tipps zu bekommen, wie ich das mit meiner Maus angehen kann. Ich bin total verunsichert, was mein Gefühl angeht und möchte ja nicht, dass sie hungert.
Ich danke euch schonmal im Voraus für eure Hilfe!!
Liebste Grüße
Bali
Hier noch die Beantwortung der Fragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
In den ersten beiden Lebenswochen: Formularnahrung; erst per Flasche, dann per BES, 2-4x am Tag ca. 30ml/Mal; dann zwei Wochen ohne Zufüttern; seit Mittwoch 3x am Tag 60ml per BES
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wie oft tagsüber gestillt wird, kann ich gar nicht sagen, da die Phasen oft ineinander über gehen oder M. einschläft, wach wird, wieder ein paar Schlucke nimmt, wieder einschläft… Schlafpausen von 5 Minuten bis 2-3 Stunden (vor allem nach Spaziergängen)
In der Nacht stille ich 2-3 Mal mit 3-3,5 Stunden Pause dazwischen
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang? Täglicher Stuhlgang und mehrere nasse Windeln, die seit der Zufütterung wieder schwerer sind; genaue Anzahl bislang nicht festgehalten
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
s. Bericht manchmal dockt sie ab, wird hektisch und schafft es ohne Hilfe nicht, wieder anzudocken
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Flasche aus der Anfangszeit, Schnuller mag sie nicht
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...? Hebamme und Osteopath
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
ich bin ein wenig übergewichtig, aber nicht krankhaft; sonst keine Erkrankungen bekannt
Und der Gewichtsverlauf bislang:
6.2.: 3380g (Geburt KH)
9.2.: 2980g (KH)
10.2.: 3055g (KH) zugefüttert
11.2.: 3095g (Hebamme) zugefüttert
13.2.: 3110g (Hebamme) zugefüttert
14.2.: 3170g (Hebamme) zugefüttert
15.2.: 3255g (Hebamme) zugefüttert
18.2.: 3370g (Hebamme) zugefüttert
20.2.: 3420g (Hebamme)
24.2.: 3475g (Hebamme)
2.3.: 3525g (Hebamme)
8.3.: 3580g (Kinderarzt)