Seite 1 von 5

Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 02:24
von Rinrin
Wie manche vielleicht schon gelesen haben, hatte ich gestern einen „Ausraster“ nach tagelangem bitten und betteln, anleiten, mitmachen, vormachen und reden.

Hier ist jetzt alles Spielzeug das rumlag und nicht in einem handgriff an seinem Platz war im Keller.

Keine pädagogische Glanzleistung, ich weiß... aber whoa 😳 war das ein Unterschied heute! Entspannte Kinder die friedlich gespielt haben (war ja immer noch genug da und der Rest wurde improvisiert) und Erwachsene die nicht die ganze Zeit gestolpert sind bzw. sich unwohl gefühlt haben in ihrem Bereich und dementsprechend mies auf die nörgeligen Kinder reagiert haben die nix so wirklich mit sich anzufangen wussten..

Kurzum: das bleibt jetzt so.
Ich hatte vor einiger Zeit schonmal das Konzept Spielzeugrotation im Blick als ich mich über Montessori informiert hab aber mangels praktischem Lagerplatz nicht wirklich verfolgt.
In der Kita klappt das Konzept ja scheinbar ganz gut.

Wegwerfen möchte ich quasi nix. Die Bandbreite an Spielzeug ist recht groß weil die Kinder ja jetzt 1 und 4 sind und das was wir haben wird generell auch (mit schwankender Intensität) gern bespielt.

Unser Kinderzimmer ist klein.

Wie viel spielzeug würdet ihr in eine rotation packen? Also eine konkrete Zahl wäre hier hilfreich als Anhaltspunkt.

Ich hatte überlegt „Pakete“ zu machen - also jede Rotation alles zu tauschen und daher auch von allem etwas in jedes Rotationspaket zu packen.. oder besser nach Typ sortieren und dann immer 1-2 Sachen pro Typ wählen (ggf lassen)?

Hat jemand (vllt auch aus dem Beruf in der Kita) etwas Erfahrung oder Rat für mich wie ich das ganze aufziehen kann?

Was ich generell immer da lassen würde sind alles Duplo und alles Brio und alle Schleichtiere. Die sind in großen Kisten und gut verwahrt. Das ist auch schnell eingesammelt sollte eine Kiste geleert werden.
Außerdem habe ich noch eine große Kiste Holzbausteine die mein Opa selbst gemacht hatte für mich. Die soll eigentlich auch noch einen festen Platz bekommen...

Ich freue mich über eure Anregungen und oder Infos zum Thema :)

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 05:44
von Lösche Benutzer 27440
Ich handhabe das schon von Anfang an so, dass immer nur ein Bruchteil des Spielzeuges zur Verfügung steht. Der Rest ist in Kisten sortiert im Keller. (Autos / Werkzeuge/babyspielzeug/ Duplos / spielküche/ usw.)
Bei dem was zum Spielen im Kinderzimmer liegt achte ich auch auf die „Art“. Wenn Duplos bespielt werden gibt es keine anderen Bausteine oder Klötze oder Systeme. Wird etwas anderes gewünscht, dann wird kommuniziert, dass die Duplos dafür weg müssen.
Grundsätzlich finde ich es zwar gut, wenn Spielzeuge beim Bespielen vielfältig genutzt werden, aber das sortierte Aufräumen fällt halt noch schwer und kaum ist alles durcheinander in den Kisten wird wieder schlechter gespielt.
Aktuell sieht es so aus:
Unten im Spielzimmer steht eine Werkbank, die Haushaltsgeräte (Kinder-Bügeleisen und Waschmaschine und sowas) und ein paar größere Fahrzeuge die im Moment sehr gerne bespielt werden.
Oben im Kinderzimmer hat sich der Große die Spielküche hin gewünscht. Außerdem stehen hier kleine Boxen mit Bauklötzen, Schleichtieren, Autos für den Autoteppich und Tut-tut Autos.
Letztere werden im Moment kaum mehr bespielt, also werde ich sie bei Gelegenheit wieder zusammen räumen und in den Keller verfrachten. Auch die Schleichtiere sind im Moment uninteressant, die wandern wahrscheinlich mit.

Ich räume ab dem Zeitpunkt das Spielzeug weg, wenn ich merke, dass ich es entweder länger nicht wegräumen musste oder die Kiste ständig ausgekippt ist ohne das gespielt wird. Das passt hier so. Vermisst wird eigentlich nie etwas.
So viel Spielzeug wie nötig, so wenig wie möglich.
Zugegeben... im Moment ist es doch etwas mehr als ich mag aber ich bin aktuell etwas faul. 😅

Wenn der Große sich etwas bestimmtes wünscht, dann darf er entscheiden was alternativ in den Keller kommt. (Kleinigkeiten mal eben ohne tauschen holen ist aber auch ok)
Er bekommt dann eine Kiste und soll alles rein räumen, was er meint, dass es mal eine Pause haben dürfte. Das sind manchmal überraschender Weise Dinge, von denen ich gedacht habe, sie wären gerade total aktuell. Gesellschaftsspiele und Mal und Bastelmaterial sind immer oben, müssen aber erfragt werden.
Die Bücher dürfen in andere Räume geschleppt werden. Dinge aus der Spielküche von oben sind unten aber z.B. nicht „erlaubt“. Sonst bekommen die Kinder die Kurve mit dem Aufräumen nicht mehr.

Vielleicht hilft dir dieser kleine Einblick. Ich handhabe das schon recht „streng“ aber den Kindern hilft dieser Rahmen, dass sie erstens ruhiger und ausdauernder spielen und zweitens ist keine Überforderung beim Aufräumen da und es entsteht nicht direkt eine negative Verbindung zum aufräumen. Ist ja total einfach 3 große Fahrzeuge eben in den Schrank zu stellen, selbst für den 1jährigen. ☺️

In der Kita wurde auch immer nach Bedarf geschaut. Leseecke, malbereich und Gesellschaftsspiele waren immer da. Zum Bauen gab es auch immer etwas. Auch nur eine Art. Also nickt Duplo und Klötze, sondern entweder-oder.
Alles andere haben wir angepasst. War gerade bei den I-Kindern Kletterbedarf da, dann wurde eine kletterlandschaft zur Verfügung gestellt. Spielten die Kinder gern Rollenspiele dann gab es dazu mehr Material. Umgeräumt wurde hier immer ohne die Kinder und ohne große Absprachen mit ihnen. Das ist bei großen Gruppen mit I-Kindern dabei halt sonst nicht so einfach. Dazu muss man aber gut beobachten und Bedürfnisse wahrnehmen.

Puh, jetzt ist das ganz schön lang geworden aber bis man alles mal aufgelistet hat... 😅
Für den Anfang lass deine Kinder mit entscheiden. Das 4-Jährige zumindest. Gib einen Rahmen vor wie viel Spielzeug oben bleiben darf (z.B. bis dieser Schrank/dieses Regal voll ist) und dann darf das Kind entscheiden was weg darf. Immer mit der Versicherung, dass man ja wieder tauschen könne, wenn das Kind es möchte. Für den 1 jährigen darf der Große hier mitentscheiden. Ich sag ihm, dass er darauf achten soll, dass auch Dinge da sind die der Kleine mag. Das klappt in der Regel super.

Viel Erfolg dir beim umräumen 😊

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 10:49
von ViolaBo
Ich setz mich hier mal dazu, das klingt total gut. Und ich würde mich über Erfahrungen freuen, wie man das bei einem fast vier-jährigen einvernehmlich einführen kann, der bisher immer alles zur Verfügung hatte..

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 12:43
von AnnaKatharina
Mit 4 kann man doch schon super reden.
Besprecht doch mit ihm, dass ihr merkt dass er nicht gut spielen kann weil zuviel Zeug / das Aufräumen so anstrengend ist und zu lange dauert weil zuviel zeug / was auch immer euer Grund ist
und dass ihr das einfach mal ausprobieren wollt.

Ich finde Kisten hilfreich, so kann man auch die Menge gut steuern.
Also, wenn das Kind gerne die Kiste mit den Bauklötzen haben möchte, dann muss dafür eine andere Kiste eingeräumt und weg gestellt werden.

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 13:32
von Springerle
Ich mache das eher so im kleinen Rahmen. Wir haben eine Kiste auf dem Schrank im Schlafzimmer und eine im Flur. Immer wenn er etwas aus der Kiste haben möchte (oder einfach schauen möchte) fordere ich ihn auf etwas aus dem Wohnzimmer zum Tauschen zu holen und dann tauschen wir 1:1 oder auch mal 2:2 aus. Funktioniert wirklich prima bei uns.

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 14:34
von Rinrin
Danke für die vielen Antworten und Anregungen!

wissen eure Kinder was bei euch im Keller lagert? Manchmal Habe ich den Eindruck meine Kinder wissen gar nicht was sie haben..
Wir haben eine Kinderküche In der Küche stehen. Die ist jedoch so integriert dass ich sie nicht wegräumen werde. Allerdings muss der Kleinkram reduziert werden. stellt sich die Frage wie viel Zubehör nötig ist. Ebenso unser Mini-kaufmannsladen.
Sachen die erfragt werden müssen werden hier mehr oder minder völlig ignoriert..

Hat jemand vielleicht eine Zahl für mich die ich als Anhaltspunkt verwenden kann wie viel Spielzeug pro Spielzeugaufbewahrumgsgebiet zur Verfügung steht?

Außerdem würde ich gern noch mehr zu den Themen Bücher und Kuscheltiere erfahren!

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 14:35
von Rinrin
AnnaKatharina hat geschrieben: 07.02.2021, 12:43 Mit 4 kann man doch schon super reden.
Besprecht doch mit ihm, dass ihr merkt dass er nicht gut spielen kann weil zuviel Zeug / das Aufräumen so anstrengend ist und zu lange dauert weil zuviel zeug / was auch immer euer Grund ist
und dass ihr das einfach mal ausprobieren wollt.

Ich finde Kisten hilfreich, so kann man auch die Menge gut steuern.
Also, wenn das Kind gerne die Kiste mit den Bauklötzen haben möchte, dann muss dafür eine andere Kiste eingeräumt und weg gestellt werden.

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 14:41
von Rinrin
Ups jetzt habe ich abgeschickt ohne dazu zu schreiben.. also das ist genau die Ausgangsituation.

Das führt dazu dass alles durcheinander fliegt und kein durchkommen mehr ist weil nicht schaffe alle 12 Stunden durchgehend hinter den Kindern her zu sein und das ist genau das was gegeben sein müsste damit das funktioniert.
Meine beiden sind sehr selbstständig und beschäftigen sich ausdauernd allein in ihrem Zimmer. Wenn ich also ne halbe Stunde durchgehend Zeit habe um den Rest im Haushalt zu erledigen oder auch mal was zu arbeiten möchte ich danach nicht dass ich 2 Stunden mit den Kindern aufräumen muss. Zumal die ihre Selbstständigkeit einstellen sobald zu viel Spielzeug rumfliegt.

Reden, erklären, helfen, zeigen, vorleben - das alles hab ich lange probiert und es klappt nicht ob der schieren Menge von Zeug auf unserem begrenzten Raum.
Daher muss die Rotation her.

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 14:46
von Rinrin
Und falls ich das jetzt falsch verstanden hab.. ich werdenmeine 4jährige natürlich befindet Umsetzung einbeziehen und ihre Meinung hören aber erstmal muss ich selbst ein Konzept haben bevor ich da auf die hören kann 🙂

Re: Spielzeugrotation

Verfasst: 07.02.2021, 15:46
von Lösche Benutzer 7240
Kann es sein, dass Du Dir viel zu sehr einen Kopf drum machst mit Rhythmen und Mengen und in welchem Raum wieviel wovon? Das klingt unglaublich kompliziert. Was für eine Familie gut sein mag ist für die nächste nicht geeignet. Da wird Dir doch niemand eine Standard-Rotations-Orgaliste geben können?
Die Menge, die die Kinder jetzt noch haben fühlt sich gut an? Super! Wenn sie was aus dem Keller haben wollen muss dafür etwas annähernd Entsprechendes runter. Und dann schaut ihr mal.