Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

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Pfefferminzie
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Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von Pfefferminzie »

Vielleicht hat jemand ein paar Tipps für mich:

Mein Sohn ist schon immer etwas eigenwillig (mir fällt gerade kein netteres Wort ein ;) ) Damit meine ich Folgendes: Er macht neue Sachen grundsätzlich erst, wenn er sie kann. Er hat erst mit 1,5 angefangen, zu laufen, war dann aber gleich sicher und ist nicht einmal hingefallen. Er hat vor seinem 2. Geburtstag nicht ein Wort gesprochen außer "ja". Einen Monat später fing er an zu sprechen und zwar gleich in ganzen Sätzen und mit korrekter Grammatik. Er wollte bis vor ein paar Monate übrhaupt nicht malen (Er ist jetzt 6). Er meinte, er kann es nicht. Beim Ausmalen stört ihn, dass er noch nicht in den Linien bleiben kann. Inzwischen malt er etwas lieber, aber am liebsten schaut er zu, wie andere seine Malbücher ausmalen. Seine 2-jährige Schwester malt schon wesentlich mehr als er. Nichts davon fand ich jemals schlimm.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass Kinder am besten in ihrem eigenen Tempo und auf ihre eigene Art lernen. So langsam sehe ich aber auch einige Probleme mit seinem Verhalten, v. a. wenn ich daran denke, dass er ja bald in die Schule kommt.

Er ist ziemlich schlau (wobei das vermutlich viele Eltern über ihr Kind sagen würden...). Der Kindergarten hatte eigentlich empfohlen, ihn schon 1 Jahr eher einschulen zu lassen. Das wäre dann 3,5 Monate vor dem Stichtag. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns dann doch noch dagegen entschieden. Wegen Corona bin ich da jetzt auch echt froh drüber. Um ihn zu beschäftigen, haben wir ihn stattdessen beim Kinderturnen und bei "Grundausbildung Tasteninstrumente" (Vorkurs zum Klavierlernen) angemeldet. Den Musikunterricht macht er echt gerne, aber da soll er zu Hause eben auch immer schon kleinere Musikstücke üben. Es ist aber nicht immer so einfach, ihn liebevoll dazu zu bringen. Ich glaube, er mag nicht, wenn er da Fehler macht, was ja aber beim Klavierlernen ganz normal ist. Sobald er die erste falsche Note spielt, zappelt er wild herum, und spätestens nach dem dritten Versuch möchte er nicht mehr weiterüben.

Ich schimpfe nie, ich korrigiere meine Kinder nicht beim Sprechen oder sowas. Trotzdem wirkt es, als ob er Angst davor hat, Fehler zu machen, egal bei was. Ich habe irgendwo ergoogelt, dass das eine Art kindlicher Perfektionismus sein kann und dass das oft mit Hochbegabung einhergeht. Ich halte ihn für schlau, aber nicht für hochbegabt, finde aber, dass an der Perfektionismus-Sache schon was dran sein könnte.

Insgesamt ist das alles nicht sehr extrem. Ich hatte nur gehofft, dass jemand vielleicht ein paar Tipps hat, wie man da am besten damit umgehen könnte. Ich will meine Kinder zum Beispiel eigentlich nicht zu irgendetwas drängen, was sie nicht wollen. Wenn er zum Beispiel keine Lust auf Musik oder Klavierspielen hätte, würde ich ihn da gleich wieder abmelden. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es ihm gerade gut tun würde, sich doch mal durch das Üben durchzumühen, damit er lernt, dass Fehler nicht schlimm sind, dass man daraus lernt, und dass sich die Mühen lohnen. Irgendwann hat er die Musikstücke ja dann drauf und freut sich auch, sie vorzuspielen.

Ich bin schon sehr auf die Schule gespannt...
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miracle
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von miracle »

Hallo, meine mittlere Tochter ist ähnlich so, wie du es beschreibst. Sie hat auch erst mit 22 Monaten angefangen, zu laufen, konnte es dann aber gleich richtig. Vom Charakter her ist sie sehr sensibel, vorsichtig und traut sich wenig zu. Sie ist jünger als dein Sohn, deswegen kann ich leider nicht mit Tips bzgl. Schule aushelfen, erlebe aber bei der großen Schwester, dass die Anforderungen nicht unerheblich sind. Auch ich mache mir schon ein wenig Sorgen, wie sie das wohl packen wird, und versuche, so gut es geht, ihr Selbstbewusstsein zu stärken (Lob, Stärken und Kompetenzen benennen, bei Unsicherheiten auch mal eng begleiten, damit sie es sich dann ggf. selbst zutraut ...).
Ich finde aber, dass du das auch schon super machst mit deinem Sohn! Kein Druck und viel Zeit zur persönlichen Entfaltung ist in diesem Alter doch Gold wert!
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Lamami
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von Lamami »

Ich hab auch so einen Sohn, der alles verweigert, weil er es "nicht kann". Wobei er mit dem Laufen und Sprechen sehr schnell war. Aber bei allem was er aktiv lernen muss, sperrt er sich. Malt nicht, weil er schlecht malt, fängt Hausaufgaben nicht an, weil er es nicht kann.
Zu der Frage nach der Hochbegabung: das kann nur ein/e Expert/in sicher beantworten. Ich habe meinen Sohn vor 1,5 Jahren testen lassen. Das Ergebnis war nicht ganz klar. Unter anderem, weil er sich in Bereichen wo es um Schnelligkeit ging, verweigert hat. Aber die Einordnung der Diagnostikerin war trotzdem sehr deutlich.
Er ist im Herbst mit genau 6 eingeschult worden (" Korridorkind"). Schulamtsärztin war klar dafür, hat schnell gesehen, dass er sich mehr für ihre technische Ausstattung interessierte als für die Tests, Kindergarten eher besorgt: weint zu schnell, feinmotorik nicht gut genug (mal halt nicht :-/ ), zu unreif. Lehrerin sagt er ist goldrichtig in der Schule, auch wenn er ne kleine "Dramaqueen" ist.
Zur Zeit kämpfen wir sehr damit, dass er bei kleinster "Kritik" sofort sagt, " ich bin ein dummes Kind", "ich kann nichts". Ich bräuchte dringend was für ihn, wobei er Erfolgserlebnisse sammeln kann.
daher: Tipps hab ich leider auch nicht so viele, aber vielleicht: seinen Interessen folgen, es akzeptieren, dass er für Dinge seinen Rhythmus braucht.
Dafür macht mein Sohn das z.b. umso überzeugter wenn er wirklich will. Er wollte diesen Sommer schwimmen lernen, gab keine Schwimmkurse, er hat aber so viel alleine bzw. mit mir geübt, bis er an einem Tag völlig spontan zum Bademeister marschierte und das Seepferdchen machen wollte (und auch 1a geschafft)
Beim Fahrradfahren war's ähnlich
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Lamami
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von Lamami »

... Und ganz vergessen: ich würde bei dem was du achreibst, durchaus ne Begabungsdiagnostik empfehlen. Kostet leider etwas Geld, kann aber viel Klarheit bringen, unter anderem darüber, wo Stärken und Schwächen liegen.
Plus für mich ist mittlerweile der Austausch mit anderen Familien sehr wichtig geworden
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blauelagune
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von blauelagune »

Mein Großer war genau so. Er sprach erst mit 2,5, aber sofort in ganzen Schachtelsätzen, gelaufen ist er, als er es könnte. Malen hat er gehasst und nie gemacht. Mit drei könnte er im Zahlenraum bis 20 rechnen. Mit vier konnte er sicher und fehlerfrei dreistellige Zahlen lesen. Aus Langweile hat er gezählt. Auf d3m Weg zur Einschulungsuntersuchung hat er bis 1122 gezählt. Aufgehörrt hat er, weil das so eine schöne Zahl ist, 11 mal 2 ist 22.
Als Vorschüler hat er angefangen Klavier zu spielen. Er hatte keine Lust zu üben und die Lehrerin passte nicht zu ihm. Mit sieben hat er eine andere Lehrerin bekommen ubd es hat mir gereicht und er musste zu einer festgelegten Zeit üben. Er hat eine Woche getobt und gemotzt, dann hat er geübt. Und festgestellt, dass er Fortschritte macht. Er spielt inzwischen überdurchschnittlich gut, außerdem noch Oboe. Da bin ich mal gespannt, was das wird. Die Lehrerin ist wohl noch nie mit einem Schüler so schnell vorangekommen.
Eingeschult haben wir ihn gegen massive Widerstände des Kindergartens als Kann- Kind. Er konnte lesen, schreiben, rechnen. Ging sehr gut und er ist uns deswegen bis heute dankbar. Er ist nun in der 6. Klasse am Gymnasium. Er ist immer noch schwierig. Aber in der Schule verhält er sich wohl nicht wie Zuhause.
mit den drei Jungs (08/09) und (06/12) und (06/16)
Nerina
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von Nerina »

Mein Sohn ist auch so. Gelaufen mit 17 Monaten, und sofort sicher. Gesprochen hat er recht früh, aber von Anfang an korrekt. Dinge, von denen er befürchtet, dass er sie nicht perfekt kann, macht er nicht 🙄. Er ist sehr zurückhaltend und sensibel, seine "unsichtbare Leine" in den ersten drei Lebensjahren war ungefähr 50cm lang. Ich war vor der Einschulung sehr besorgt, wie er das packt, vor allem weil er auch neue Situationen nicht mag. Aber: es lief super! Er ist jetzt im 2. Schuljahr, Schule und Lernen fällt ihm total leicht, er ist super integriert in die Klasse und hat viele Freunde. Allerdings ist er mir auch schon heulend über den Hausaufgaben zusammengebrochen, weil er nicht AUF ANHIEB verstanden hat, wie etwas funktioniert. War zwar bisher nur sehr, sehr selten, aber tatsächlich auch eher deshalb, weil er sonst nie Schwierigkeiten hat. Ich hab lustigerweise dann kurz vor Weihnachten in der Sprechstunde mit seiner (wirklich tollen) Lehrerin darüber gesprochen. Sie meinte zum einen, dass er sich in der Schule da ganz anders verhält und sie so ein "Problem" bei ihm noch nie bemerkt hätte, und zum anderen aber auch, dass das ebenfalls ein Lern- und Reifeprozess wäre. Die Kinder müssen lernen, auch mal mit einem "Misserfolg" umzugehen. Ich versuche daher bewusst, ihn nicht nur zu loben (wobei ich so exzessives Loben eh nicht mache), sondern sage ihm auch, wenn er mal was nicht so toll gemacht hat. Und ich erkläre ihm dauernd, dass es nicht schlimm ist, etwas nicht zu können, dass es aber doof ist, es gar nicht erst zu versuchen. Was ich damit sagen will: Ich glaube, entspannt bleiben und das Kind ermuntern/bestärken ist ein ganz guter Weg.
LG von Nerina
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Kohlmeise
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von Kohlmeise »

Bist Du selbst auch perfektionistisch mit Dir selbst? Wie gehst Du damit um, wenn Dir etwas auf Anhieb nicht gelingt? Beißt Du Dich durch und suchst die Herausforderungen oder suchst Du Dir eher Aufgaben, bei denen Du Dir sicher bist, dass sie Dir liegen?

Ich habe mehr Verständnis für meinen perfektionistischen (übrigens auch nicht-malenden) Sohn, seit mir klar geworden ist, dass ich eigentlich genauso bin. Mir ist schulisch und musikalisch immer alles zugeflogen. Und die Vorstellung, dass mir etwas schwer fallen könnte, fand ich schon als Kind unerträglich, weil es nicht in mein Selbstbild passte. Und eigentlich habe ich das bis heute nicht überwunden, da mir vieles leicht fällt, suche ich mir auch immer nur das Erfolgversprechende raus und ärgere mich aber eigentlich darüber. Insofern bin ich da ein sehr schlechtes Vorbild für meine Kinder. Seit ich sie aber mehr daran teilhaben lasse, habe ich das Gefühl, dass sich bei beiden etwas bewegt. Ich versuche also bewusst so etwas zu sagen wie "den Kuchen hatte ich mir eigentlich schöner vorgestellt, hat nicht geklappt, schmeckt aber genauso gut". Oder so :lol:
Drei (2013/2016/2023)
Pfefferminzie
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von Pfefferminzie »

Vielen Dank erstmal für eure Meinungen und Berichte. Es ist schonmal schön zu lesen, wie es bei anderen so ist.
Kohlmeise hat geschrieben: 12.01.2021, 19:21 Bist Du selbst auch perfektionistisch mit Dir selbst? Wie gehst Du damit um, wenn Dir etwas auf Anhieb nicht gelingt? Beißt Du Dich durch und suchst die Herausforderungen oder suchst Du Dir eher Aufgaben, bei denen Du Dir sicher bist, dass sie Dir liegen?
Fühle mich ertappt... :wink: Was den Charakter betrifft, hat mein Sohn so ziemlich alles von mir geerbt. Und ja, ich würde mich auch als ziemlich perfektionistisch beschreiben. Ich scheue allerdings nicht die Herausforderung. Stattdessen mache ich Sachen dann eher viel zu oft, bis ich damit zufrieden bin, auch wenn es schon längst reichen würde. Ich bin mir auch bewusst, dass das abfärben kann. Daher versuche ich auch, ihn eben auch zu bestärken, wenn etwas nicht perfekt ist. Von direktem Lob halte ich nicht ganz so viel. Stattdessen freue ich mich einfach mit ihm über seine Erfolge (auch wenn er vlt. noch gar nicht zufrieden ist). Dabei bin ich aber auch vorsichtig. Ich selbst bin extrem davon genervt, wenn mir jemand sagt, ich hätte irgendwas toll gemacht, von dem ich selbst überhaupt nicht überzeugt bin...
blauelagune hat geschrieben: 11.01.2021, 06:26 Als Vorschüler hat er angefangen Klavier zu spielen. Er hatte keine Lust zu üben und die Lehrerin passte nicht zu ihm. Mit sieben hat er eine andere Lehrerin bekommen ubd es hat mir gereicht und er musste zu einer festgelegten Zeit üben. Er hat eine Woche getobt und gemotzt, dann hat er geübt. Und festgestellt, dass er Fortschritte macht.
Was war denn die feste Zeit? Jeden Tag von ... Uhr bis ... Uhr?

Wir hatten gestern Einschulungsuntersuchung. Da war er geistig fit. Er hat aber wohl einen etwas schwachen und schiefen Rücken. Deswegen sollen wir jetzt Rückensport mit ihm machen. Wir haben einen Zettel mit 25 verschiedenen Übungen bekommen. Abends wollten wir mal drei ausprobieren. Die erste Übung hat er noch gemacht. Die zweite hat er nicht gleich hinbekommen und wollte dann auch absolut nicht weitermachen. Jetzt überlege ich schon, wie ich ihn dazu motivieren soll :?:
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von Multik90 »

Ich lese hier mal interessiert mit. Bei uns ist die Einschulung noch etwas weiter weg, aber ich erkenne auch schon einige perfektionistische Züge bei unserem Vierjährigen. Er spielt Spiele und löst Rätsel für deutlich ältere Kinder, begeistert sich gerade für Schach, zählt, rechnet, kann das Alphabet seit er 2 war. Aber Niederlagen oder Fehler jeglicher Art sind emotional eine ganz schwierige Sache, die er teils nur mit vielen Tränen und einfühlsamer Begleitung wegstecken kann. Schmunzeln musste ich, weil er, wie viele von euch auch berichtet haben, auch nicht gerne zeichnet. Malen mit Farben mag er schon, aber eben nicht zeichnen mit Stiften, die man nicht mehr korrigieren kann. Was gab es schon für Tränen, weil etwas nicht ganz nach seiner Vorstellung gewesen war: über die Linie drüber, der Kreis nicht ganz rund oder so. Die Ärztin bei der letzten Untersuchung hat uns ans Herz gelegt, zeichnen zu üben. Weil er sich beim Zeichnen eines Menschen verweigert und eine Sonne gekritzelt hat. Nun ja. Dafür sind Wisch-und-Weg-Bücher hier der Hit - da kann man ja auch jede Linie und jeden Punkt wiederholen. Mit Schere ausschneiden ist auch so ein Thema: Da soll ich das lieber machen, damit ja nicht zu viel abgeschnitten wird. Aber ich kann ihn verstehen, da ich selbst ähnlich ticke :oops: es ist aber auch nicht schön oder motivierend, irgendwas nicht besonders gut zu können. Also die Niederlage an sich ist selten schön. Ich versuche, seit ich diese Züge bei meinem Sohn erkenne, immer Mal vorzuleben, dass auch ich Fehler mache oder im Spiel verliere und das zu kommentieren ("oh je, jetzt hab ich ein Bisschen zu viel abgeschnitten, aber ich kann es ja zusammenkleben", oder "manno, ich hätte auch gerne gewonnen. Beim nächsten Mal klappt es aber bestimmt!"). Mehr fällt mir leider dazu nicht ein, da er auch so gut weiß, worin er gut ist. Und die Dinge, die er vermeintlich nicht ganz so gut kann (aktuell das Fahrradfahren statt Laufrad), meidet er lieber.
Mitten im Abenteuer mit K1 (02/17) und K2 (09/20)
Traeumi
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Re: Kind (6 J.) mag keine Fehler machen (Perfektionismus?)

Beitrag von Traeumi »

Oh, ich lese hier auch gern mit - mein Kind ist genau so und ich habe auch ganz schön Sorge mit der Schule jetzt. Alles, was wir aktiv üben wollen (Schleife binden, Uhr lesen, etc.) verweigert er und beliebt war (aktuell zum Glück nicht) auch dieses "wie dumm kann ich eigentlich sein?", wenn etwas nicht klappt und das zerreißt mir das Herz. :(
... mit (02/2015) & (12/2016) & (06/2022).
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