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Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 07:45
von Karott2020
Hallo,
ich wollte zu allererst ein großes Dank an alle Moderatoren und auch die anderen fleißigen Schreiberlinge aussprechen! Seid der Geburt meines Sohnes lese ich super viel im Forum und habe dadurch schon viel Hilfe und das Gefühl nicht alleine zu sein erfahren.

Meine Frage ist: mache ich etwas falsch bei dem Schlaf meines Sohnes (6 Monate)? Eine kürzlich aufgesuchte Ostheopathin meinte wir kleben aufeinander bzw. leben in Symbiose und das sei der Grund für den "schlechten" Schlaf. Wir haben die Ostheopathin auf Rat unserer Pekipleiterin aufgesucht, M. fand die Bauchlage anfangs immer doof. Das hatte sich aber bereits vor dem Besuch der Ostheopathin deutlich gebessert und er drückt sich mittlerweile sehr gut hoch und macht lustige Trockenkrabbelübungen auf dem Boden.
Insgesamt war die Ostheopathin ziemlich vorwurfsvoll und meinte wir hätten sie früher aufsuchen sollen, hat jetzt aber auch nichts gravierendes gefunden und will uns auch nicht wiedersehen. Ich bereue mittlerweile den Besuch, da er mir nur ein schlechtes Gewissen gemacht hat und das Gefühl gegeben hat irgendwas falsch zu machen.

Zu unserer Vorgeschichte und warum die Ostheopathin meinte, wir leben in Symbiose (tun das nicht eigentlich alle Babies?): wr hatten die ersten 3 Monate eine ausgeprägte Gedeihstörung bei Saufschwäche mit verkürztem Zungenbändchen (wurde im Verlauf durchgeschnitten).
Nach anfänglichem Zufüttern mit abgepumpter Mumi und Pre stillen wir jetzt nur noch. Beikost haben wir bei großem Interesse vor einigen Wochen zusätzlich zum Stillen eingeführt. Die Zunahme ist jetzt super.

Zur eigentlichen Frage:
M. wird von mir ca. 19:30 Uhr einschlafgestillt (anderers oder gar den Vater lässt er nicht zu). Das immer gleiche Abendritual macht mein Mann davor mit M. .
Dann wacht M. bis 22 Uhr ca. 2-4× auf und nur stillen/nuckeln kann ihn wieder einschlafen lassen. Um 22:30 gehe ich dann meistens schlafen, nachts kommt er alle 2 Stunden zum trinken/nuckeln. In wirklich seltenen Ausnahmefällen hilft hier auch mal der Finger oder Streicheln als Einschlafhilfe, meist wird er aber eher richtig wach davon und meckert. Um 5:30 Uhr ist die Nacht meist vorbei... . Manchmal klappt es und er schläft dann nochmal bis 7/7:30 Uhr.

Ist das normal? Ich dachte eigentlich schon, nur die Ostheopathin hat mir da einen Floh ins Ohr gesetzt.
Habt ihr Tipps für einen durchgängigeren Nachtschlaf für uns beide;)? "Verwächst" sich das irgendwann oder muss ich jetzt schon was ändern? M. dockt sich jetzt teilweise von alleine ab und schläft dann weiter, hat er früher nie gemacht. Das ist ja bereits ein Fortschritt oder?

Danke fürs Lesen und frohe Weihnachten euch allen:).

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 07:56
von JuliKlee
Liebe Karott,
Das tut mir leid für dich, dass du nun so ein schlechtes Gewissen hast.
Das was du schreibst, hört sich für mich nach einem ganz normalen Baby an mit ganz normaler Mama-Baby-symbiose. Mein Kleiner schläft ungefähr genauso, nur ab 19 Uhr auf dem Sofa, weil ich keine Lust habe, ständig hochzulaufen. Ich kann auch frühestens nach einer Stunde das Sofa verlassen, vorher würde er direkt wieder wach sein. Nachts gibt es alles zwischen Dauernuckler und auch mal 3 Stunden am Stück schlafen, letzteres eher selten. Manchmal dockt er sich tatsächlich selbst ab und schläft ein. Tagsüber schläft er auch meist nur mit oder auf mir. Ich habe es bei meinen Kindern gar nicht anders kennengelernt.
Schön, dass dein Baby eine Mama hat, die auf seine Bedürfnisse so eingeht .

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 07:57
von blauelagune
Nur ganz kurz : Klingt vollkommen normal! Lass Dicj nicht verunsichern! 👍Frohe Weihnachten Euch!

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 08:08
von ShinyCheetah
Was Baby schlaf angeht, gibt es komische sehr verbreitete Vorstellungen, was "normal" sein soll (am besten eigenes Bett ab Geburt, höchstens 2x pro Nacht zum Stillen melden, mit spätestens 6 Monaten durchschlafen...) inklusive der merkwürdigen Idee, man müsse seinem Baby schlafen "beibringen" und würde es sonst "verziehen". Das ist einfach totaler Quatsch. Bei euch ist alles normal und ja, wenn dein Baby älter wird, wird sich auch das "Klebeverhalten" ändern :) Gib ihm einfach Zeit, vor allem, solange DU keinen Leidensdruck hast etwas zu ändern.

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 08:12
von mojo
Karott2020 hat geschrieben: 24.12.2020, 07:45 Zur eigentlichen Frage:
M. wird von mir ca. 19:30 Uhr einschlafgestillt (anderers oder gar den Vater lässt er nicht zu). Das immer gleiche Abendritual macht mein Mann davor mit M. .
Dann wacht M. bis 22 Uhr ca. 2-4× auf und nur stillen/nuckeln kann ihn wieder einschlafen lassen. Um 22:30 gehe ich dann meistens schlafen, nachts kommt er alle 2 Stunden zum trinken/nuckeln. In wirklich seltenen Ausnahmefällen hilft hier auch mal der Finger oder Streicheln als Einschlafhilfe, meist wird er aber eher richtig wach davon und meckert. Um 5:30 Uhr ist die Nacht meist vorbei... . Manchmal klappt es und er schläft dann nochmal bis 7/7:30 Uhr.
voll total normal würde ich sagen 😃
mach so weiter, ich würde wetten, dass ihr beide so das maximum an Schlaf bekommt. voll blöd, dass die osteopathin dich so verunsichert hat. ich kenne das, wenn man mit vermeintlichen Experten (weil sie sich halt auf anderem gebiet sehr gut auskennen) über Babyschlaf oder -Ernährung redet, diese dann völlig veraltete Meinungen kundtun und man selber dann das Gefühl hat alles falsch zu machen. bei uns gerne mal die KinderÄrzte...

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 08:13
von Serafin
Hört sich ganz normal an. Ist hier auch so gewesen. Bis auf das mit 1930 ins Bett...

Viele Leute haben keine Ahnung von natürlichem Babyverhalten

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 08:14
von AllerLiebst
Hallo und herzlich Willkommen hier,

schade, dass der Besuch bei Dir so ein schlechtes Gefühl hinterlassen hat.

Kurze Antwort: Ja, das verwächst sich irgendwann in den ersten zehn Jahren. 😉
Ganz ernsthaft: Du machst überhaupt nichts falsch. Diese Symbiose zwischen Mutter und Baby ist doch völlig normal. Alle meine Kinder haben sich ähnlich verhalten. Einzig meine Einstellung dazu hat sich im Laufe der Zeit geändert. Bei der Großen hat es mich z.B. noch sehr gestresst, abends im Schlafzimmer eingesperrt zu sein bzw. ständig wieder hinzulaufen. Den Kleinen hatte ich abends lange Zeit einfach schlafend/stillend auf dem Sofa bei mir auf dem Bauch liegen, während ich mit meinem Mann gequatscht, gelesen, genascht, mit einer Freundin geschrieben, ... habe.

Von Herbert Renz-Polster gibt es (neben einigen Büchern) einen guten Artikel zum Thema Schlaf: https://www.kinder-verstehen.de/mein-we ... evolution/

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 08:25
von Karott2020
Schon so viele Antworten in so kurzer Zeit! Vielen lieben Dank euch allen.
Das beruhigt mich sehr, dass ihr das Schlafverhalten und unsere "Symbiose" normal findet:).
Mein Leidensdruck ist nicht (allzu) groß bzw. wird natürlich nach schlechteren Nächten auch mal mehr.

Ja, ich war nach dem Besuch ziemlich vor dem Kopf gestoßen. Vielleicht hatte die Ostheopathin auch einfach einen schlechten Tag gehabt... .
Danke für euren Zuspruch,, das baut mich gerade wieder total auf:).

Aktuell schläft M. auf mir, nachdem er die Nacht um 5 Uhr beendet hat. Aber dafür bespaßt nachher mein Mann Klein M. und ich Ruhe mich aus. Da auch großen Respekt an die Mehrfacheltern hier!

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 08:27
von Karott2020
Ps: danke für den Artikel, den lese ich mir gleich durch.

Re: Verunsicherung nach Ostheopathenbesuch

Verfasst: 24.12.2020, 08:34
von MamaMonster
Eine Osteopathin ist auch einfach keine Fachperson für Babyschlaf oder -Verhalten. Ich finde es sehr unseriös, wenn sie dir ihre persönliche Meinung als Aussage mit fachlichem Hintergrund verkauft, das spricht schon per se nicht gerade für sie (sogar wenn wir inhaltlich einig wären). Schlechter Tag hin oder her.

Und für mich klingt das auch völlig normal.