Dauerhaftes (fast) stündliches Stillen nachts
Verfasst: 13.04.2018, 13:16
Hallo,
lange habe ich überlegt ob ich mein Anliegen mal zur Sprache bringen soll oder es einfach so weiterlaufen lassen soll wie bisher. Nunja, momentan ist es wieder unglaublich anstrengend und ich mit meinem Latein am Ende, deswegen schreibe ich euch mal.
Mein Sohn ist 8 Monate alt und wiegt 10kg auf 72cm. Unsere Stillbeziehung war nicht ganz einfach. Er hatte von Anfang an gut und korrekt gesaugt (haben mehrere Hebammen und auch Stillberaterin gesagt). Anfangs wollte Mini am liebsten den ganzen Tag stillen. Die Hebamme meinte er hätte eine Muskulaturschwäche gehabt und brauche deswegen so lange für eine Mahlzeit. Schweren Herzens haben wir versucht einen "Rhythmus" einzuführen, in dem Sinne, dass er eine Stunde gestillt hat und wir ihn eine Stunde versucht haben nicht zu stillen durch tragen, singen, schunkeln und Co. Da kamen wir auf 8h Stillzeit pro Tag bei 12 bis 15 Mahlzeiten und es war nach ein, zwei Tagen auch ok für ihn. Anfangs habe ich ca. 16 Wochen mit wunden Brustwarzen gekämpft. Dies ist wohl durch den Milcheinschuss und das starke Saugen entstanden, so wurde es mir von verschiedenen Hebammen zumindest erklärt. In dieser Zeit habe ich immer wieder phasenweise pumpgestillt mit Becher, dann Flasche. Stillhütchen haben wir kurzzeitig ausprobiert, brachte für mich aber keine Änderung. Also haben wir sie weggelassen. Wir hatten in den ersten vier Monaten immer wieder Milchstaus, einmal Brustentzündung mit Krankenhaus und seit Beikosteinführung (5 Monate) ebenfalls drei bis vier Milchstaus pro Monat. Im Winter hatte ich Probleme mit Neurodermitis an den Brustwarzen (zumindest glauben meine Hebamme und ich das). Sichtbar war nicht wirklich was, aber ich hatte große Schmerzen beim Stillen. Also habe ich mich für eine große Dose Pre entschieden, die es auf drei Wochen verteilt jede zweite/ dritte Mahlzeit gab und ich habe derweil gepumpt. Dann ging es zusehends wieder besser, vor allem seitdem die Fingerfood Mengen größer werden und wir drei bis vier Stillmahlzeiten einsparen konnten pro Tag. Tagsüber dauert eine Wachphase ca. 2 Stunden. Da gibt zunächst Fingerfood und vor dem Einschlafen stillen wir. Die Stillmahlzeit direkt nach dem Fingerfood ist somit an den meisten Tagen weggefallen. Dann schläft er 0,5 bis 2h. Abgepumpte Milch aus der Flasche gab es in den ersten sechs Monaten immer mal wieder wenn der Kleine bei Oma oder Papa war für einen Nachmittag. Inzwischen nicht mehr, da ich beim Pumpen lang nicht die Menge pumpen kann, die er in der Zeit aus der Flasche trinkt.
Vor ein paar Wochen hatten wir eine Phase in der er Stillen als Hilfe bei jeglichem "Problem" gesehen hat, bei Langeweile, Frust, Ärger. Witzigerweise konnte er ganze Nachmittage bei Papa oder Oma bleiben ohne auch nur nach der Flasche zu verlangen. Er hat gegessen und war glücklich. Aber mit mir waren die Tage super anstrengend, weil er gefühlt ständig stillen wollte. Da konnte ich ihn schließlich durch Ablenken und spielen ganz gut auslenken und nun sind wir bei oben beschriebenen Tag-Rhythmus.
Seit der Kleine 12 Wochen alt ist wurde das nächtliche Stillen immer häufiger. Bei Geburt noch zwei Mal pro Nacht, mit 12 Wochen drei oder vier Mal und inzwischen kontinuierlich ein- bis zweistündlich. Meistens geht die erste Nachthälfte noch ganz gut mit zweistündlichem Stillen, dann wird es je morgiger es wird immer häufiger, teilweise auch halbstündlich. Aktuell geht er zwischen 7 und 8 ins Bett und "schläft" bis morgens um 7. Aufgrund der Brustwarzenvorgeschichte hat Mini die Brust nicht zur freien Verfügung und ich stille im Sitzen. In Schubphasen war es morgens Cluster-Stillen inzwischen haben sich die Abstände eben auf dieses fast-stündliche Stillen "verlängert". Mich schlauchen diese Nächte unglaublich. Die Stillzeiten haben sich zwar inzwischen verkürzt und eine Mahlzeit dauert tags wie nachts kaum mehr als drei Minuten, aber es ist eben kein Schlaf. Mit meiner Hebamme haben wir vieles ausprobiert mit mehr oder weniger Erfolg. Nicht mit Mini in einem Zimmer schlafen (ging ca. 3 Wochen ganz gut), Wasser anbieten (gar nicht), Brust zur Verfügung stellen (wunde Brustwarzen), Schnuller (geht in der ersten Nachthälfte bis ca. 1,5h seit der letzten Mahlzeit gut, dann großes Gebrüll, in der zweiten Nachthälfte eher gar nicht), kuscheln (gar nicht), singen (gar nicht), wiegen (gar nicht), tragen (ist ganz nett aus seiner Sicht, aber für mich keine Option). Da er sich mit tragen beruhigen würde, bin ich inzwischen echt der Meinung, es ist kein Hunger im klassischen Sinne. Wir können stundenlang tragen oder ich halte ihn in den Armen, aber liegend will er stillen und verleiht seinem Bedürnis auch lautstark Ausdruck. Ich weiß, dass Brust so viel mehr als reine Nahrungsaufnahme ist, aber mich zermürbt es trotzdem, dass er sich in meinen Armen nicht beruhigen lässt (auch nicht bei meinem Mann, bereits versucht). Er schläft in unserem Bett. Wir haben gehofft, wenn wir für ihn da sind und kuscheln, er das Nähebedürfnis auch ohne stillen stillen kann, ist aber wohl nicht so. Aus der Vermutung heraus, er ist vielleicht mit der Windelsituation unglücklich habe ich windelfrei begonnen. Er ist jetzt nachts meist trocken und wir halten 2/3 Mal auf Toilette ab. Aber am Stillbedürfnis hat sich nichts verändert. Stuhlgang hat er unterschiedlich, momentan ein bis mehrfach täglich tagsüber.
In Behandlung waren wir einmal beim Osteopathen ganz am Anfang und seit kurz nach der Geburt bei meiner Hebamme. Mit der ich auch immer noch in Kontakt stehe. Keine medizinischen Besonderheiten.
Zur Flasche abstillen war/ist eigentlich keine Option, aber so langsam komme ich an meine Grenzen. Er ist 8 Monate und es ändert sich gaaaar nichts an seinem Still/Schlafverhalten. Lange habe ich es mir erklärt mit Zähnen, Bauchweh, aufregender Tag und weiß der Kuckuck noch alles, aber Fakt ist, es ist jede Nacht mehr oder weniger identisch, vollkommen egal ob da jetzt ein Zahn kam/ ein Schub war oder nicht. Mein Problem ist auch, dass die vielen gut gemeinten Ratschläge immer zwei Extreme haben. Entweder komplett abstillen, wobei ich ja durchaus bereit bin noch weiter zu stillen bis er isst, ich hätte doch nur so gern eine halbwegs ruhigere Nacht. Kein Mensch sagt was gegen zweistündliches Trinken. Oder aber es ist alles eine Phase (eine sehr lange), er braucht das und ich soll durchhalten. Bin ich ja gewillt gewesen, aber so langsam sind da keine Reserven mehr. Nachts abstillen? Stehe ich dann nicht ohne Brust da und weiß gar nicht mehr wie ich ihn beruhigen soll? Ginge teilweise (also nachts) abstillen überhaupt? Er schreit sich halt sofort in Rage. Ich will ja für ihn da sein, aber er registriert mich nur über die Brust und beruhigt sich nachts bei mir ohne stillen auch nicht. Ich weiß halt auch nicht, ob das nicht alles so langsam einfach Gewohnheit wird.
Bin gespannt auf eure Antworten! Danke schonmal im Vorhinein!
lange habe ich überlegt ob ich mein Anliegen mal zur Sprache bringen soll oder es einfach so weiterlaufen lassen soll wie bisher. Nunja, momentan ist es wieder unglaublich anstrengend und ich mit meinem Latein am Ende, deswegen schreibe ich euch mal.
Mein Sohn ist 8 Monate alt und wiegt 10kg auf 72cm. Unsere Stillbeziehung war nicht ganz einfach. Er hatte von Anfang an gut und korrekt gesaugt (haben mehrere Hebammen und auch Stillberaterin gesagt). Anfangs wollte Mini am liebsten den ganzen Tag stillen. Die Hebamme meinte er hätte eine Muskulaturschwäche gehabt und brauche deswegen so lange für eine Mahlzeit. Schweren Herzens haben wir versucht einen "Rhythmus" einzuführen, in dem Sinne, dass er eine Stunde gestillt hat und wir ihn eine Stunde versucht haben nicht zu stillen durch tragen, singen, schunkeln und Co. Da kamen wir auf 8h Stillzeit pro Tag bei 12 bis 15 Mahlzeiten und es war nach ein, zwei Tagen auch ok für ihn. Anfangs habe ich ca. 16 Wochen mit wunden Brustwarzen gekämpft. Dies ist wohl durch den Milcheinschuss und das starke Saugen entstanden, so wurde es mir von verschiedenen Hebammen zumindest erklärt. In dieser Zeit habe ich immer wieder phasenweise pumpgestillt mit Becher, dann Flasche. Stillhütchen haben wir kurzzeitig ausprobiert, brachte für mich aber keine Änderung. Also haben wir sie weggelassen. Wir hatten in den ersten vier Monaten immer wieder Milchstaus, einmal Brustentzündung mit Krankenhaus und seit Beikosteinführung (5 Monate) ebenfalls drei bis vier Milchstaus pro Monat. Im Winter hatte ich Probleme mit Neurodermitis an den Brustwarzen (zumindest glauben meine Hebamme und ich das). Sichtbar war nicht wirklich was, aber ich hatte große Schmerzen beim Stillen. Also habe ich mich für eine große Dose Pre entschieden, die es auf drei Wochen verteilt jede zweite/ dritte Mahlzeit gab und ich habe derweil gepumpt. Dann ging es zusehends wieder besser, vor allem seitdem die Fingerfood Mengen größer werden und wir drei bis vier Stillmahlzeiten einsparen konnten pro Tag. Tagsüber dauert eine Wachphase ca. 2 Stunden. Da gibt zunächst Fingerfood und vor dem Einschlafen stillen wir. Die Stillmahlzeit direkt nach dem Fingerfood ist somit an den meisten Tagen weggefallen. Dann schläft er 0,5 bis 2h. Abgepumpte Milch aus der Flasche gab es in den ersten sechs Monaten immer mal wieder wenn der Kleine bei Oma oder Papa war für einen Nachmittag. Inzwischen nicht mehr, da ich beim Pumpen lang nicht die Menge pumpen kann, die er in der Zeit aus der Flasche trinkt.
Vor ein paar Wochen hatten wir eine Phase in der er Stillen als Hilfe bei jeglichem "Problem" gesehen hat, bei Langeweile, Frust, Ärger. Witzigerweise konnte er ganze Nachmittage bei Papa oder Oma bleiben ohne auch nur nach der Flasche zu verlangen. Er hat gegessen und war glücklich. Aber mit mir waren die Tage super anstrengend, weil er gefühlt ständig stillen wollte. Da konnte ich ihn schließlich durch Ablenken und spielen ganz gut auslenken und nun sind wir bei oben beschriebenen Tag-Rhythmus.
Seit der Kleine 12 Wochen alt ist wurde das nächtliche Stillen immer häufiger. Bei Geburt noch zwei Mal pro Nacht, mit 12 Wochen drei oder vier Mal und inzwischen kontinuierlich ein- bis zweistündlich. Meistens geht die erste Nachthälfte noch ganz gut mit zweistündlichem Stillen, dann wird es je morgiger es wird immer häufiger, teilweise auch halbstündlich. Aktuell geht er zwischen 7 und 8 ins Bett und "schläft" bis morgens um 7. Aufgrund der Brustwarzenvorgeschichte hat Mini die Brust nicht zur freien Verfügung und ich stille im Sitzen. In Schubphasen war es morgens Cluster-Stillen inzwischen haben sich die Abstände eben auf dieses fast-stündliche Stillen "verlängert". Mich schlauchen diese Nächte unglaublich. Die Stillzeiten haben sich zwar inzwischen verkürzt und eine Mahlzeit dauert tags wie nachts kaum mehr als drei Minuten, aber es ist eben kein Schlaf. Mit meiner Hebamme haben wir vieles ausprobiert mit mehr oder weniger Erfolg. Nicht mit Mini in einem Zimmer schlafen (ging ca. 3 Wochen ganz gut), Wasser anbieten (gar nicht), Brust zur Verfügung stellen (wunde Brustwarzen), Schnuller (geht in der ersten Nachthälfte bis ca. 1,5h seit der letzten Mahlzeit gut, dann großes Gebrüll, in der zweiten Nachthälfte eher gar nicht), kuscheln (gar nicht), singen (gar nicht), wiegen (gar nicht), tragen (ist ganz nett aus seiner Sicht, aber für mich keine Option). Da er sich mit tragen beruhigen würde, bin ich inzwischen echt der Meinung, es ist kein Hunger im klassischen Sinne. Wir können stundenlang tragen oder ich halte ihn in den Armen, aber liegend will er stillen und verleiht seinem Bedürnis auch lautstark Ausdruck. Ich weiß, dass Brust so viel mehr als reine Nahrungsaufnahme ist, aber mich zermürbt es trotzdem, dass er sich in meinen Armen nicht beruhigen lässt (auch nicht bei meinem Mann, bereits versucht). Er schläft in unserem Bett. Wir haben gehofft, wenn wir für ihn da sind und kuscheln, er das Nähebedürfnis auch ohne stillen stillen kann, ist aber wohl nicht so. Aus der Vermutung heraus, er ist vielleicht mit der Windelsituation unglücklich habe ich windelfrei begonnen. Er ist jetzt nachts meist trocken und wir halten 2/3 Mal auf Toilette ab. Aber am Stillbedürfnis hat sich nichts verändert. Stuhlgang hat er unterschiedlich, momentan ein bis mehrfach täglich tagsüber.
In Behandlung waren wir einmal beim Osteopathen ganz am Anfang und seit kurz nach der Geburt bei meiner Hebamme. Mit der ich auch immer noch in Kontakt stehe. Keine medizinischen Besonderheiten.
Zur Flasche abstillen war/ist eigentlich keine Option, aber so langsam komme ich an meine Grenzen. Er ist 8 Monate und es ändert sich gaaaar nichts an seinem Still/Schlafverhalten. Lange habe ich es mir erklärt mit Zähnen, Bauchweh, aufregender Tag und weiß der Kuckuck noch alles, aber Fakt ist, es ist jede Nacht mehr oder weniger identisch, vollkommen egal ob da jetzt ein Zahn kam/ ein Schub war oder nicht. Mein Problem ist auch, dass die vielen gut gemeinten Ratschläge immer zwei Extreme haben. Entweder komplett abstillen, wobei ich ja durchaus bereit bin noch weiter zu stillen bis er isst, ich hätte doch nur so gern eine halbwegs ruhigere Nacht. Kein Mensch sagt was gegen zweistündliches Trinken. Oder aber es ist alles eine Phase (eine sehr lange), er braucht das und ich soll durchhalten. Bin ich ja gewillt gewesen, aber so langsam sind da keine Reserven mehr. Nachts abstillen? Stehe ich dann nicht ohne Brust da und weiß gar nicht mehr wie ich ihn beruhigen soll? Ginge teilweise (also nachts) abstillen überhaupt? Er schreit sich halt sofort in Rage. Ich will ja für ihn da sein, aber er registriert mich nur über die Brust und beruhigt sich nachts bei mir ohne stillen auch nicht. Ich weiß halt auch nicht, ob das nicht alles so langsam einfach Gewohnheit wird.
Bin gespannt auf eure Antworten! Danke schonmal im Vorhinein!