Verhütung in der Stillzeit
Verfasst: 21.07.2014, 17:16
Ich habe mal den Text über die Verhütung in der Stillzeit neu gemacht. Ist ja doch eine häufige, interessante Frage. Ob das jeweilige Verhütungsmittel für Euch anwendbar ist und was zu beachten ist, besprecht Ihr bitte mit Euren Gynäkolog_innen, dies ist nur eine Zusammenfassung der Sachlage.
Hormonelle Methoden:
- Pille: hier gibt es a) die kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK) aus einem Östrogenanteil und einem Gestagenanteil (Gelbkörperhormon) und die b) die reinen Gestagenpräparate. Als Sonderfall die Notfallverhütung, die als einmalige Anwendung gedacht ist.
a) Die kombinierten Pillen (KOK) bzw. der Verhütungsring mit einem Östrogenanteil und einem Gestagenanteil sind entgegen der häufig vertretenen Meinung durchaus mit dem Stillen vereinbar. Wichtig zu wissen ist, dass durch den Östrogenanteil die Milchmenge zumindest geringfügig abnehmen kann. Im Falle eines problematisch zunehmenden Kindes oder einer Mangelernährung der Mutter sind sie also nicht sinnvoll. Auch die Zusammensetzung kann sich etwas ändern, diese Änderungen bewegen sich aber im normalen Rahmen. Der in den meisten KOK enthaltene Östrogenanteil Ethinylestradiol ist in der heute üblichen Dosierung der Pillen in der Milch nicht nachweisbar. Der Gestagenanteil geht geringfügig in die Milch über, Auswirkungen auf die Kinder wurden noch nicht beobachtet. Die Empfehlung ist, frühestens 6-8 Wochen nach der Geburt damit anzufangen. Die reinen Gestagenpräparate sind vorzuziehen, aber die KOK haben therapeutisch genutzte Nebeneffekte (Aknebehandlung, Behandlung von Regelschmerzen usw), die mitunter Grund sind, dass ein KOK bevorzugt wird.
b) die reinen Gestagenpräparate: Diese stellen in der Stillzeit das Mittel der Wahl dar, was die hormonelle Verhütung angeht, denn die Gestagene haben so gut wie keinen Einfluss auf Milchmenge oder Milchzusammensetzung. 6-8 Wochen nach der Geburt kann damit begonnen werden. Theoretisch auch schon eher, aber so sind die Empfehlungen, meist besteht noch eher nach der Geburt auch kein Bedarf. Reine Gestagenpräparate sind:
- "Stillpille"
Langzeitmethoden:
- Depot-Präparate: 3-Monats-Spritze, Hormonstäbchen (Implanon)
- Hormonspirale: Mirena, Jaydess, Kyleena
c) Notfallverhütung, die "PIlle danach":
- Levonorgestrel-Präparate (z.B. PiDaNa): Die Einnahme muss innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr erfolgen. Sie erfordert keine Einschränkung des Stillens. Sie sind reine Gestagenpräparate.
- ellaOne: Der Wirkstoff ist Ulipristalacetat. Das Medikament kann bis zu 5 Tage nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden und hat eine höhere Wirksamkeit als die herkömmlichen LNG-Präparate. Hierzu liegen noch keine Daten vor. Eine Aussage oder Empfehlung kann derzeit also noch nicht offiziell getroffen werden.
- Spirale: Bis zu 5 Tage nach dem ungeschützten GV kann eine Kupfer (!, nicht Hormonspirale!) eingelegt werden und verhindert so die Einnistung eines evtl. befruchteten Eis. Es kann uneingeschränkt gestillt werden.
Nicht-Hormonelle Methoden:
- Barrieremethoden:
a) Kondome: uneingeschränkt anwendbar in jeder Lebenslage, nebenbei bemerkt das einzige Verhütungsmittel, das auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.
b) Diaphragma: Das "herkömmliche" Diaphragma wird vom Frauenarzt angepasst und mit Gels kombiniert. Das Lea Contraceptivum und das Caya sind Diaphragmen, die nicht angepasst werden, aber ebenfalls mit Gels kombiniert werden. Diese Gels sind allesamt in der Stillzeit problemlos anzuwenden.
Desweiteren:
- Kupferspirale, Kupferkette, Kupferball, Goldspirale: problemlos anzuwenden in der Stillzeit (Langzeitmethoden)
- NFP: natürliche Familienplanung, siehe auch unser NFP-Unterforum. Es erfordert etwas Übung, kann dann aber sehr gut in der Stillzeit angewendet werden.
- Persona: Verhütungscomputer, der den Urin analysiert. Lt. Hersteller für die Stillzeit nicht geeignet.
- Laktationsamenorrhoe-Methode (LAM): Die Laktationsamenorrhoe-Methode stellt für die ersten sechs Monate nach der Geburt eine effektive Methode der Empfängnisverhütung
dar. Durch Stillen werden weltweit mehr Schwangerschaften verhütet als durch jegliche sonstige Form der Verhütung. Stillen verhindert jedoch nur dann zuverlässig den Eisprung, wenn keine Blutungen bestehen und rund um die Uhr, auch nachts, innerhalb von 24 Stunden mindestens sechsmal in regelmäßigen Abständen gestillt und nicht zugefüttert wird. Je häufiger gestillt wird, umso wirksamer. Wird konsequent gestillt, beträgt die Empfängniswahrscheinlichkeit in den ersten sechs Monaten nach der Entbindung weniger als 2 %. Nach Beendigung des (Voll-)Stillens ist innerhalb von 2–4 Wochen mit einer Ovulation zu rechnen. Wenn Ihr mit dieser Methode verhüten wollt, informiert Euch bitte vorab umfassend!
- Sterilisation: sowohl der Mann als auch die Frau können sich sterilisieren lassen. Die Sterilisation ist meist endgültig.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
Hormonelle Methoden:
- Pille: hier gibt es a) die kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK) aus einem Östrogenanteil und einem Gestagenanteil (Gelbkörperhormon) und die b) die reinen Gestagenpräparate. Als Sonderfall die Notfallverhütung, die als einmalige Anwendung gedacht ist.
a) Die kombinierten Pillen (KOK) bzw. der Verhütungsring mit einem Östrogenanteil und einem Gestagenanteil sind entgegen der häufig vertretenen Meinung durchaus mit dem Stillen vereinbar. Wichtig zu wissen ist, dass durch den Östrogenanteil die Milchmenge zumindest geringfügig abnehmen kann. Im Falle eines problematisch zunehmenden Kindes oder einer Mangelernährung der Mutter sind sie also nicht sinnvoll. Auch die Zusammensetzung kann sich etwas ändern, diese Änderungen bewegen sich aber im normalen Rahmen. Der in den meisten KOK enthaltene Östrogenanteil Ethinylestradiol ist in der heute üblichen Dosierung der Pillen in der Milch nicht nachweisbar. Der Gestagenanteil geht geringfügig in die Milch über, Auswirkungen auf die Kinder wurden noch nicht beobachtet. Die Empfehlung ist, frühestens 6-8 Wochen nach der Geburt damit anzufangen. Die reinen Gestagenpräparate sind vorzuziehen, aber die KOK haben therapeutisch genutzte Nebeneffekte (Aknebehandlung, Behandlung von Regelschmerzen usw), die mitunter Grund sind, dass ein KOK bevorzugt wird.
b) die reinen Gestagenpräparate: Diese stellen in der Stillzeit das Mittel der Wahl dar, was die hormonelle Verhütung angeht, denn die Gestagene haben so gut wie keinen Einfluss auf Milchmenge oder Milchzusammensetzung. 6-8 Wochen nach der Geburt kann damit begonnen werden. Theoretisch auch schon eher, aber so sind die Empfehlungen, meist besteht noch eher nach der Geburt auch kein Bedarf. Reine Gestagenpräparate sind:
- "Stillpille"
Langzeitmethoden:
- Depot-Präparate: 3-Monats-Spritze, Hormonstäbchen (Implanon)
- Hormonspirale: Mirena, Jaydess, Kyleena
c) Notfallverhütung, die "PIlle danach":
- Levonorgestrel-Präparate (z.B. PiDaNa): Die Einnahme muss innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr erfolgen. Sie erfordert keine Einschränkung des Stillens. Sie sind reine Gestagenpräparate.
- ellaOne: Der Wirkstoff ist Ulipristalacetat. Das Medikament kann bis zu 5 Tage nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden und hat eine höhere Wirksamkeit als die herkömmlichen LNG-Präparate. Hierzu liegen noch keine Daten vor. Eine Aussage oder Empfehlung kann derzeit also noch nicht offiziell getroffen werden.
- Spirale: Bis zu 5 Tage nach dem ungeschützten GV kann eine Kupfer (!, nicht Hormonspirale!) eingelegt werden und verhindert so die Einnistung eines evtl. befruchteten Eis. Es kann uneingeschränkt gestillt werden.
Nicht-Hormonelle Methoden:
- Barrieremethoden:
a) Kondome: uneingeschränkt anwendbar in jeder Lebenslage, nebenbei bemerkt das einzige Verhütungsmittel, das auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.
b) Diaphragma: Das "herkömmliche" Diaphragma wird vom Frauenarzt angepasst und mit Gels kombiniert. Das Lea Contraceptivum und das Caya sind Diaphragmen, die nicht angepasst werden, aber ebenfalls mit Gels kombiniert werden. Diese Gels sind allesamt in der Stillzeit problemlos anzuwenden.
Desweiteren:
- Kupferspirale, Kupferkette, Kupferball, Goldspirale: problemlos anzuwenden in der Stillzeit (Langzeitmethoden)
- NFP: natürliche Familienplanung, siehe auch unser NFP-Unterforum. Es erfordert etwas Übung, kann dann aber sehr gut in der Stillzeit angewendet werden.
- Persona: Verhütungscomputer, der den Urin analysiert. Lt. Hersteller für die Stillzeit nicht geeignet.
- Laktationsamenorrhoe-Methode (LAM): Die Laktationsamenorrhoe-Methode stellt für die ersten sechs Monate nach der Geburt eine effektive Methode der Empfängnisverhütung
dar. Durch Stillen werden weltweit mehr Schwangerschaften verhütet als durch jegliche sonstige Form der Verhütung. Stillen verhindert jedoch nur dann zuverlässig den Eisprung, wenn keine Blutungen bestehen und rund um die Uhr, auch nachts, innerhalb von 24 Stunden mindestens sechsmal in regelmäßigen Abständen gestillt und nicht zugefüttert wird. Je häufiger gestillt wird, umso wirksamer. Wird konsequent gestillt, beträgt die Empfängniswahrscheinlichkeit in den ersten sechs Monaten nach der Entbindung weniger als 2 %. Nach Beendigung des (Voll-)Stillens ist innerhalb von 2–4 Wochen mit einer Ovulation zu rechnen. Wenn Ihr mit dieser Methode verhüten wollt, informiert Euch bitte vorab umfassend!
- Sterilisation: sowohl der Mann als auch die Frau können sich sterilisieren lassen. Die Sterilisation ist meist endgültig.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung