12 Monate gestillt, Diagnose Brustkrebs, Abstillen
Verfasst: 05.02.2018, 17:02
Hallo,
ich komme gerade vom Krankenhaus nach Hause mit der vernichtenden Diagnose Brustkrebs. Vor ein paar Wochen hatte ich einen Knoten in der rechten Brust ertastet, der auch nach Tagen nicht weg ging. Von meiner FÄ wurde ich ins Brustzentrum überwiesen, da wurde letzte Woche eine Stanzbiopsie gemacht und heute hatte ich das Gespräch über die Ergebnisse. Der Befund ist wohl noch nicht zu 100% vollständig, das dauert noch 1-2 Tage. Die Ärztin konnte mir aber schon einige Details sagen, von denen ich sicher 90% wieder vergessen habe, sobald der Befund da ist werde ich mir eine Kopie geben lassen. Das was ich mir gemerkt habe: bösartiger Tumor, aggressiv, reagiert auf Hormone (?), Chemotherapie erforderlich, nach 6 Monaten Chemotherapie dann Operation und dann muss man weiter schauen. Im Ultraschall konnte man unter der rechten Achsel am Lymphknoten auch schon 2 Knoten erkennen, der Tumor hat also schon gestreut. Ob noch mehr Organe betroffen sind werden weitere Untersuchungen zeigen. Am Freitag steht der nächste Termin an, wo erstmal eine Mammographie gemacht wird.
Das Ganze müssen wir grad natürlich erstmal verarbeiten. Medizinisch bin ich denke ich im Brustzentrum der Uniklinik hier ganz gut aufgehoben, weshalb ich hier schreibe ist das Thema Abstillen.
Mein Kleiner ist grad 1 Jahr alt geworden und eigentlich wollte ich mindestens 2 Jahre oder noch länger stillen, habe mich mit dem Thema Abstillen deshalb noch gar nicht auseinandergesetzt. Ich hab ehrlich gesagt auch keine Ahnung, wie Abstillen funktioniert und bin gelinde gesagt ziemlich überfordert mit der Aufforderung, so schnell wie möglich abzustillen. Meine Ärztin im Brustzentrum hat nichts von Abstillmedikamenten erwähnt und auch noch nicht genau gesagt, wie schnell ich abgestillt haben muss, aber sie meinte, ich solle auf jeden Fall schonmal anfangen zu reduzieren.
Zur Zeit stillen wir noch 4-5 mal in 24h und er bekommt 3 Mahlzeiten Familientisch. Ein typischer Tagesablauf sieht ungefähr so aus:
Je nachdem wann der Kleine aufwacht kriegt er zwischen 6 und 8 Uhr seine erste Stillmahlzeit, etwa eine Stunde nach dem Aufstehen gibt es dann Frühstück. Meistens besteht das aus viel Obst, Haferbrei oder Haferpfannkuchen oder Oat Fingers und so Baby Müsli von Freche Freunde. Beim Frühstück haut der Kleine auch richtig rein, er kann zB eine ganze Banane verputzen, neben den ganzen anderen Sachen. In den letzten Wochen gab es meistens nach seinem Vormittagsschläfchen und vor dem Mittagessen irgendwann zwischen 10 und 12 nochmal eine Stillmahlzeit, die ist aber in den letzten Tagen auch schonmal nicht mehr nötig gewesen, weil er wie gesagt beim Frühstück sehr gut isst. Zwischen 13 und 14 Uhr gibt es bei uns Mittagessen (warm) und je nachdem was ich koche isst er da mehr oder weniger gut. Rohkost (Gurke, Tomate, Paprika) findet er super, Soßen, Suppen und Breiiges auch, Reis, Nudeln und eher krümelige Konsistenzen findet er nicht so toll. Je nachdem ob ich vormittags gestillt habe stille ich ihn nachmittags irgendwann zwischen 15 und 17 Uhr das nächste Mal und um 18:30 gibt es dann (kaltes) Abendessen mit Brot und Gemüse. Zwischen 20 und 20:30 geht er ins Bett und wird von mir in den Schlaf gestillt. Wenn er vor Mitternacht nochmal wach wird, ist das meistens nicht aus Hunger und er lässt sich ohne Stillen wieder in den Schlaf schaukeln, in den letzten Tagen schafft er es teilweise auch ganz ohne Hilfe wieder in den Schlaf zu finden. Irgendwann zwischen 1 und 5 Uhr wird er in der Nacht nochmal wach und kriegt da die Brust. Er schläft bei uns im Schlafzimmer. Wir haben ein normales Babybett so umgebaut, dass es direkt an unsere Matratze anschließt, er also seinen eigenen Bereich hat, aber direkt bei uns ist. Quasi vergrößertes Familienbett.
Was es mir ein Bisschen schwierig macht ist, dass der Kleine schon seit relativ am Anfang nicht klare Hungerzeichen zeigt und ich ihn oft "auf Verdacht" anlege. Sobald die Brust ausgepackt ist, fängt er erst an zu schreien und danach zu verlangen. Mir fällt es also echt schwer einzuschätzen, ob er jetzt hungrig, müde oder was auch immer ist.
Achja: In den ersten 5 Monaten hat er zeitweise (weil ich studiert habe) abgepumpte Muttermilch per Fläschchen bekommen und ich habe bis zum Alter von 5 Monaten mit Hütchen gestillt. Damals hatte ich hier einen Thread, weil er die Brust verweigert hat. Im Zuge dessen haben wir die Hütchen abgewöhnt, seitdem keine Fläschchen mehr gegeben und auch den Schnuller drastisch reduziert. Den Schnuller hat er sich dann durch unser Reduzieren irgendwann selbst abgewöhnt. Inzwischen weiß er glaube ich nichtmal mehr was er mit einem Schnuller anfangen sollte. Wenn er einen findet (am Bett oder so), dann untersucht er ihn mit den Händen, steckt ihn aber nie in den Mund.
Ich wäre dankbar für jede Hilfe bei der jetzigen Situation. Meine dringendsten Fragen zur Zeit sind: Wie schnell ist Abstillen sinnvoll und machbar? Braucht der Kleine noch Ersatz für Muttermilch? Braucht er noch Fläschchen oder Schnuller für sein Saugbedürfnis? Was gebe ich statt Brust? Mehrere kleine Mahlzeiten? Und was mache ich nachts? Wie lange kann ich ihm zumuten ohne Nahrungszufuhr zu bleiben?
Soweit erstmal von mir, ich hab jetzt glaube ich erstmal genug geschrieben, muss mich jetzt auch erstmal sortieren...
LG, Annie
ich komme gerade vom Krankenhaus nach Hause mit der vernichtenden Diagnose Brustkrebs. Vor ein paar Wochen hatte ich einen Knoten in der rechten Brust ertastet, der auch nach Tagen nicht weg ging. Von meiner FÄ wurde ich ins Brustzentrum überwiesen, da wurde letzte Woche eine Stanzbiopsie gemacht und heute hatte ich das Gespräch über die Ergebnisse. Der Befund ist wohl noch nicht zu 100% vollständig, das dauert noch 1-2 Tage. Die Ärztin konnte mir aber schon einige Details sagen, von denen ich sicher 90% wieder vergessen habe, sobald der Befund da ist werde ich mir eine Kopie geben lassen. Das was ich mir gemerkt habe: bösartiger Tumor, aggressiv, reagiert auf Hormone (?), Chemotherapie erforderlich, nach 6 Monaten Chemotherapie dann Operation und dann muss man weiter schauen. Im Ultraschall konnte man unter der rechten Achsel am Lymphknoten auch schon 2 Knoten erkennen, der Tumor hat also schon gestreut. Ob noch mehr Organe betroffen sind werden weitere Untersuchungen zeigen. Am Freitag steht der nächste Termin an, wo erstmal eine Mammographie gemacht wird.
Das Ganze müssen wir grad natürlich erstmal verarbeiten. Medizinisch bin ich denke ich im Brustzentrum der Uniklinik hier ganz gut aufgehoben, weshalb ich hier schreibe ist das Thema Abstillen.
Mein Kleiner ist grad 1 Jahr alt geworden und eigentlich wollte ich mindestens 2 Jahre oder noch länger stillen, habe mich mit dem Thema Abstillen deshalb noch gar nicht auseinandergesetzt. Ich hab ehrlich gesagt auch keine Ahnung, wie Abstillen funktioniert und bin gelinde gesagt ziemlich überfordert mit der Aufforderung, so schnell wie möglich abzustillen. Meine Ärztin im Brustzentrum hat nichts von Abstillmedikamenten erwähnt und auch noch nicht genau gesagt, wie schnell ich abgestillt haben muss, aber sie meinte, ich solle auf jeden Fall schonmal anfangen zu reduzieren.
Zur Zeit stillen wir noch 4-5 mal in 24h und er bekommt 3 Mahlzeiten Familientisch. Ein typischer Tagesablauf sieht ungefähr so aus:
Je nachdem wann der Kleine aufwacht kriegt er zwischen 6 und 8 Uhr seine erste Stillmahlzeit, etwa eine Stunde nach dem Aufstehen gibt es dann Frühstück. Meistens besteht das aus viel Obst, Haferbrei oder Haferpfannkuchen oder Oat Fingers und so Baby Müsli von Freche Freunde. Beim Frühstück haut der Kleine auch richtig rein, er kann zB eine ganze Banane verputzen, neben den ganzen anderen Sachen. In den letzten Wochen gab es meistens nach seinem Vormittagsschläfchen und vor dem Mittagessen irgendwann zwischen 10 und 12 nochmal eine Stillmahlzeit, die ist aber in den letzten Tagen auch schonmal nicht mehr nötig gewesen, weil er wie gesagt beim Frühstück sehr gut isst. Zwischen 13 und 14 Uhr gibt es bei uns Mittagessen (warm) und je nachdem was ich koche isst er da mehr oder weniger gut. Rohkost (Gurke, Tomate, Paprika) findet er super, Soßen, Suppen und Breiiges auch, Reis, Nudeln und eher krümelige Konsistenzen findet er nicht so toll. Je nachdem ob ich vormittags gestillt habe stille ich ihn nachmittags irgendwann zwischen 15 und 17 Uhr das nächste Mal und um 18:30 gibt es dann (kaltes) Abendessen mit Brot und Gemüse. Zwischen 20 und 20:30 geht er ins Bett und wird von mir in den Schlaf gestillt. Wenn er vor Mitternacht nochmal wach wird, ist das meistens nicht aus Hunger und er lässt sich ohne Stillen wieder in den Schlaf schaukeln, in den letzten Tagen schafft er es teilweise auch ganz ohne Hilfe wieder in den Schlaf zu finden. Irgendwann zwischen 1 und 5 Uhr wird er in der Nacht nochmal wach und kriegt da die Brust. Er schläft bei uns im Schlafzimmer. Wir haben ein normales Babybett so umgebaut, dass es direkt an unsere Matratze anschließt, er also seinen eigenen Bereich hat, aber direkt bei uns ist. Quasi vergrößertes Familienbett.
Was es mir ein Bisschen schwierig macht ist, dass der Kleine schon seit relativ am Anfang nicht klare Hungerzeichen zeigt und ich ihn oft "auf Verdacht" anlege. Sobald die Brust ausgepackt ist, fängt er erst an zu schreien und danach zu verlangen. Mir fällt es also echt schwer einzuschätzen, ob er jetzt hungrig, müde oder was auch immer ist.
Achja: In den ersten 5 Monaten hat er zeitweise (weil ich studiert habe) abgepumpte Muttermilch per Fläschchen bekommen und ich habe bis zum Alter von 5 Monaten mit Hütchen gestillt. Damals hatte ich hier einen Thread, weil er die Brust verweigert hat. Im Zuge dessen haben wir die Hütchen abgewöhnt, seitdem keine Fläschchen mehr gegeben und auch den Schnuller drastisch reduziert. Den Schnuller hat er sich dann durch unser Reduzieren irgendwann selbst abgewöhnt. Inzwischen weiß er glaube ich nichtmal mehr was er mit einem Schnuller anfangen sollte. Wenn er einen findet (am Bett oder so), dann untersucht er ihn mit den Händen, steckt ihn aber nie in den Mund.
Ich wäre dankbar für jede Hilfe bei der jetzigen Situation. Meine dringendsten Fragen zur Zeit sind: Wie schnell ist Abstillen sinnvoll und machbar? Braucht der Kleine noch Ersatz für Muttermilch? Braucht er noch Fläschchen oder Schnuller für sein Saugbedürfnis? Was gebe ich statt Brust? Mehrere kleine Mahlzeiten? Und was mache ich nachts? Wie lange kann ich ihm zumuten ohne Nahrungszufuhr zu bleiben?
Soweit erstmal von mir, ich hab jetzt glaube ich erstmal genug geschrieben, muss mich jetzt auch erstmal sortieren...
LG, Annie