Das Gedeihen makrosomer Kinder
Verfasst: 20.12.2017, 23:58
Hallo, ich habe eine Frage bezüglich der Gewichtszunahme von sehr groß geborenen Kindern.
Und zwar ist mein Sohn jetzt 12 Wochen und 5 Tage alt.
Er ist mit 4710 g und
56 cm geboren.
Es ist mein zweites Kind. Der erste Sohn kam mit 3570 g und 50 cm auf die Welt. Beide Schwangerschaften waren unauffällig. Den großen Sohn stillte ich bis er 2,5 Jahre alt war. Die stillbeziehung war sehr innig und intuitiv. Es gab keinerlei Probleme. Die Brust war sein Trost und seine Freude. Daher habe ich ihn einfach immer daran gepappt und gut war.
Beim jüngsten Spross ist die Sache ein bisschen anders. Im Gegensatz zum Großen war diese Geburt wegen vier tägiger erfolgloser Einleitung und exploitierten Schätzgrwicht ein Kaiserschnitt. All die Interventionen machten, dass mein Milcheinschuss erst einen Tag später ( 3. Tag) kam. Bis dahin verlor das Baby einiges an Gewicht ( ungefähr 9 Prozent) und bekam beginnendes Durstfieber. Nach Absprache mit meiner Hebamme willigte ich in eine stillfreundliche Zufütterung ein, bei diesen 30 ml blieb es dann auch, denn der kleine schlief dann nach 2 Tagen quasi ununterbrochen suchen, weinen und saugen mal ein bisschen und dann kam auch die Milch.
Trotzdem nimmt er eher am unteren Rand zu und das macht mir etwas Sorgen.
Durch eigene Recherche habe ich ein paar eventuelle Problemkomplexe identifiziert:
1) ich habe einen sehr starken MSR. Mein erster Sohn kam gut damit klar, dieser hier anfangs nicht so. Daher nimmt er vorsetzlich immer nur wenig BW in den Mund, um rechtzeitig loslassen zu können. Auch wenn ich ihn so anlege, dass er anfangs viel im Mund hatte, lässt er die Brustwarze ganz schnell soweit los, dass er nur wenig im Mund hat.
-> ich stille meistens bergauf um dem MSR etwas entgegenzusetzen
-> eine ILBLC stillberaterin aus dem Stillcafe gab mir den Tipp, Blockstillen zu versuchen. Ob ich tatsächlich viel Milch habe, oder nur einen starken MSR kann ich persönlich nicht beurteilen. Bei praller Brust Pumpe ich mit Handpumpe in etwas über 5 Minuten aber locker 150 ml ab und die Milchauffangschalen wurden zumindest anfangs auch immer beim stillen und zwischendurch gefüllt.
Das Blockstillen - in 4 h Blöcken- brachte in bisschen Ruhe rein, und ließ ihn länger trinken.
2) mein Sohn hat durch seine Beckenendlage die letzten Wochen irgendwie mit dem Kopf unterm rippenbogen geklemmt und dementsprechend eine Lieblingsseite und ist generell sehr steif gewesen. Seit der 8. Woche waren wir in Behandlung bei einem Ostheopaten, der ihn lockerer bekommen hat. Ein zusätzlicher Besuch beim Orthopäden ergab einen blockierten Halswirbel, der gelöst wurde. So langsam wird es besser, was aber sicher auch an der verbesserten Beweglichkeit und fortschreitenden Entwicklung liegt.
Unser Stillalltag ist so, dass ich es gar nich genau sagen kann, wie den großen lege ich den kleinen auch bei jedem Muckern an. Er trinkt sehr schnell und ist oft in 5 Minuten fertig. In letzter zeit fragt er nach der anderen Brust, daher habe ich das Blockstillen derzeit unterbrochen. Er kommt aber auch besser mit meiner milchfontäne klar. Wenn ich grob überschlage, kam ich zu Anfang auf 12-16 mal stillen in 24 h, jetzt sind es etwa 8.
Nachts hat der kleine schon immer Schlafphasen von 3-4 Stunden. Oft liegt er in meinem Arm und hat die bw zur freien Verfügung, . Tagsüber ist es schwer zu sagen, er schläft im Kiwa oder Auto auch oft seine 3-4 Stunden, wacht dann aber von selber auf und vermeldet Hunger. Ist er wach, verbringt er aber immer mal wieder kleine Sessions an der Brust. Lange will er da aber nicht ran. Nach dem Trinken ist sein Interesse meistens erloschen.
Clustern tat er nie. Kenne ich vom großen so gar nicht der verbrachte Stunden an der Brust. Ich weiß nicht, ob er es müsste, oder ob ich das einfach gar nicht wahrnehme, weil ich ihn eh immer mal wieder anlege wenn er wach ist und unzufrieden wirkt. ( dann ist er aber wirklich nur kurz dran). Allerdings Begleite ich oft den großen in den Schlaf, da ist der Papa dann mit dem Baby und beruhigt es wenn es quengelt.
Er scheidet regelmäßig aus. Wobei es auch immer mal vorkommen kann, dass er nach längerer Zeit wenig pipi gemacht hat. Dann ist die nächste Windel aber umso nasser. Wir kommen auf mindestens 4vollgepinkelte Windeln pro Tag. Wobei er seit einem Monat die 3 er benutzt. Sollen die auch noch schwer sein, oder gilt das nur zu Anfang bei den einer windeln? Größere Windeln fassen ja mehr Flüssigkeit und haben dann vielleicht das gleiche "intus" wie eine schwere einer.
, auch wenn sie sich nicht gut gefüllt anfühlen. Stuhlgang ist seit der 6. Woche nicht mehr bei jedem stillen. Jetzt etwa alle 1-3 Tage.
Künstliche Sauger kennt mein Sohn. Er bekommt sie seit der dritten Woche. Er nimmt sie aber nur wenn er müde ist im Kinderwagen, in der Wippe oder im Auto und wenn er nuckelt und entsetzt ist, dass da Milch aus meiner Brust kommt.
Ich selber habe eine schilddrüsenunterfunktion, bin aber eingestellt. Nach der Schwangerschaft war auch schon eine Kontrolle, die werte im gut eingestellten normbereich ergab.
Derzeit leide ich an einem neurodermitisschub an den Brustwarzen und schmiere stillvergrägliche hydrocortisonsalbe und zur Pflege optiderm Creme.
Hier noch der Gewichtsverlauf:
Geburt 4710g
3 Tage 4265g
4 Tage 4300g
5 Tage 4435g Entlassung KH
7 Tage 4550g Hebamme
10 Tage 4660g Hebamme
14 Tage 4800g -> geburtsgewicht überschritten
2w 6t 4840 g Hebamme
3 w 4t 4930g Hebamme
4 w 3 T 5120g U3
9w 5 t 5720g Kinderarzt
12 w 4 t 6000g Hebamme
Überschlägt man alles, hat er wohl zu wenig zugenommen.
Nun ist die Frage, wie der Verlauf bei makrosomen Kindern sein soll. Gelten für sie die gleichen Regeln der Zunahme wie für normalgewichtige Kinder? :
A) Hat er nach der Geburt ja schon einiges abgenommen, das er erstmal wieder auf die Rippen bekommen musste.
B) ist fraglich, ob sein hohes Gewicht wirklich genetisch definiert war, oder ob eine überversorgung durch die Plazenta vorlag und er genetisch ganz anders programmiert ist,
Mittlerweile ähneln die Masse sehr seinem großen Bruder in dem Alter.
Kann es einfach sein, dass er jetzt auf "seine" Perzentile rutscht ( wobei zu sagen ist, dass sein Bruder im ersten Jahr von der 70er nach exorbitanter Zunahme bis auf die 15er gerutscht ist und sich jetzt immer irgendwo im 50 er Bereich befindet. - also woher weiß man, wo die percentile genau liegt ? ) . Er kann ja nicht immer so rasant zunehmen wie er gestartet ist. Oder soll die Zunahme auch bei makrosomen Kindern auf der percentile erfolgen?
Er ist generell ein ruhiges zufriedenes Kind, das durchaus viel und gut schläft. In den wachen Momenten aber absolut klar ist und übt übt übt. Er kann für sein Alter daher auch schon relativ viel. Verhungert scheint er mir trotz geringem Interesse an der Brust eigentlich nicht zu sein.
Kann es sein, dass ich zu intuitiv war und zu wenig geachtet habe? Wie gesagt, ich lege aus Erfahrung beim großen eigentlich sehr schnell an. Schläft der kleine aber mal für längere Zeit, wecke ich ihn nicht extra und man freut sich ja auch, dass man etwas erledigen - oder Zeit mit dem großen verbringen kann. Unterbinde ich durch das einschlafbegleiten des großen Bruders eventuell das abendliche clustern und könnte das etwas mit der geringen Zunahme zutun haben?
Muss ich mir überhaupt sorgen machen?
Herzliche Grüße und vielen Dank schon einmal in voraus
Und zwar ist mein Sohn jetzt 12 Wochen und 5 Tage alt.
Er ist mit 4710 g und
56 cm geboren.
Es ist mein zweites Kind. Der erste Sohn kam mit 3570 g und 50 cm auf die Welt. Beide Schwangerschaften waren unauffällig. Den großen Sohn stillte ich bis er 2,5 Jahre alt war. Die stillbeziehung war sehr innig und intuitiv. Es gab keinerlei Probleme. Die Brust war sein Trost und seine Freude. Daher habe ich ihn einfach immer daran gepappt und gut war.
Beim jüngsten Spross ist die Sache ein bisschen anders. Im Gegensatz zum Großen war diese Geburt wegen vier tägiger erfolgloser Einleitung und exploitierten Schätzgrwicht ein Kaiserschnitt. All die Interventionen machten, dass mein Milcheinschuss erst einen Tag später ( 3. Tag) kam. Bis dahin verlor das Baby einiges an Gewicht ( ungefähr 9 Prozent) und bekam beginnendes Durstfieber. Nach Absprache mit meiner Hebamme willigte ich in eine stillfreundliche Zufütterung ein, bei diesen 30 ml blieb es dann auch, denn der kleine schlief dann nach 2 Tagen quasi ununterbrochen suchen, weinen und saugen mal ein bisschen und dann kam auch die Milch.
Trotzdem nimmt er eher am unteren Rand zu und das macht mir etwas Sorgen.
Durch eigene Recherche habe ich ein paar eventuelle Problemkomplexe identifiziert:
1) ich habe einen sehr starken MSR. Mein erster Sohn kam gut damit klar, dieser hier anfangs nicht so. Daher nimmt er vorsetzlich immer nur wenig BW in den Mund, um rechtzeitig loslassen zu können. Auch wenn ich ihn so anlege, dass er anfangs viel im Mund hatte, lässt er die Brustwarze ganz schnell soweit los, dass er nur wenig im Mund hat.
-> ich stille meistens bergauf um dem MSR etwas entgegenzusetzen
-> eine ILBLC stillberaterin aus dem Stillcafe gab mir den Tipp, Blockstillen zu versuchen. Ob ich tatsächlich viel Milch habe, oder nur einen starken MSR kann ich persönlich nicht beurteilen. Bei praller Brust Pumpe ich mit Handpumpe in etwas über 5 Minuten aber locker 150 ml ab und die Milchauffangschalen wurden zumindest anfangs auch immer beim stillen und zwischendurch gefüllt.
Das Blockstillen - in 4 h Blöcken- brachte in bisschen Ruhe rein, und ließ ihn länger trinken.
2) mein Sohn hat durch seine Beckenendlage die letzten Wochen irgendwie mit dem Kopf unterm rippenbogen geklemmt und dementsprechend eine Lieblingsseite und ist generell sehr steif gewesen. Seit der 8. Woche waren wir in Behandlung bei einem Ostheopaten, der ihn lockerer bekommen hat. Ein zusätzlicher Besuch beim Orthopäden ergab einen blockierten Halswirbel, der gelöst wurde. So langsam wird es besser, was aber sicher auch an der verbesserten Beweglichkeit und fortschreitenden Entwicklung liegt.
Unser Stillalltag ist so, dass ich es gar nich genau sagen kann, wie den großen lege ich den kleinen auch bei jedem Muckern an. Er trinkt sehr schnell und ist oft in 5 Minuten fertig. In letzter zeit fragt er nach der anderen Brust, daher habe ich das Blockstillen derzeit unterbrochen. Er kommt aber auch besser mit meiner milchfontäne klar. Wenn ich grob überschlage, kam ich zu Anfang auf 12-16 mal stillen in 24 h, jetzt sind es etwa 8.
Nachts hat der kleine schon immer Schlafphasen von 3-4 Stunden. Oft liegt er in meinem Arm und hat die bw zur freien Verfügung, . Tagsüber ist es schwer zu sagen, er schläft im Kiwa oder Auto auch oft seine 3-4 Stunden, wacht dann aber von selber auf und vermeldet Hunger. Ist er wach, verbringt er aber immer mal wieder kleine Sessions an der Brust. Lange will er da aber nicht ran. Nach dem Trinken ist sein Interesse meistens erloschen.
Clustern tat er nie. Kenne ich vom großen so gar nicht der verbrachte Stunden an der Brust. Ich weiß nicht, ob er es müsste, oder ob ich das einfach gar nicht wahrnehme, weil ich ihn eh immer mal wieder anlege wenn er wach ist und unzufrieden wirkt. ( dann ist er aber wirklich nur kurz dran). Allerdings Begleite ich oft den großen in den Schlaf, da ist der Papa dann mit dem Baby und beruhigt es wenn es quengelt.
Er scheidet regelmäßig aus. Wobei es auch immer mal vorkommen kann, dass er nach längerer Zeit wenig pipi gemacht hat. Dann ist die nächste Windel aber umso nasser. Wir kommen auf mindestens 4vollgepinkelte Windeln pro Tag. Wobei er seit einem Monat die 3 er benutzt. Sollen die auch noch schwer sein, oder gilt das nur zu Anfang bei den einer windeln? Größere Windeln fassen ja mehr Flüssigkeit und haben dann vielleicht das gleiche "intus" wie eine schwere einer.
, auch wenn sie sich nicht gut gefüllt anfühlen. Stuhlgang ist seit der 6. Woche nicht mehr bei jedem stillen. Jetzt etwa alle 1-3 Tage.
Künstliche Sauger kennt mein Sohn. Er bekommt sie seit der dritten Woche. Er nimmt sie aber nur wenn er müde ist im Kinderwagen, in der Wippe oder im Auto und wenn er nuckelt und entsetzt ist, dass da Milch aus meiner Brust kommt.
Ich selber habe eine schilddrüsenunterfunktion, bin aber eingestellt. Nach der Schwangerschaft war auch schon eine Kontrolle, die werte im gut eingestellten normbereich ergab.
Derzeit leide ich an einem neurodermitisschub an den Brustwarzen und schmiere stillvergrägliche hydrocortisonsalbe und zur Pflege optiderm Creme.
Hier noch der Gewichtsverlauf:
Geburt 4710g
3 Tage 4265g
4 Tage 4300g
5 Tage 4435g Entlassung KH
7 Tage 4550g Hebamme
10 Tage 4660g Hebamme
14 Tage 4800g -> geburtsgewicht überschritten
2w 6t 4840 g Hebamme
3 w 4t 4930g Hebamme
4 w 3 T 5120g U3
9w 5 t 5720g Kinderarzt
12 w 4 t 6000g Hebamme
Überschlägt man alles, hat er wohl zu wenig zugenommen.
Nun ist die Frage, wie der Verlauf bei makrosomen Kindern sein soll. Gelten für sie die gleichen Regeln der Zunahme wie für normalgewichtige Kinder? :
A) Hat er nach der Geburt ja schon einiges abgenommen, das er erstmal wieder auf die Rippen bekommen musste.
B) ist fraglich, ob sein hohes Gewicht wirklich genetisch definiert war, oder ob eine überversorgung durch die Plazenta vorlag und er genetisch ganz anders programmiert ist,
Mittlerweile ähneln die Masse sehr seinem großen Bruder in dem Alter.
Kann es einfach sein, dass er jetzt auf "seine" Perzentile rutscht ( wobei zu sagen ist, dass sein Bruder im ersten Jahr von der 70er nach exorbitanter Zunahme bis auf die 15er gerutscht ist und sich jetzt immer irgendwo im 50 er Bereich befindet. - also woher weiß man, wo die percentile genau liegt ? ) . Er kann ja nicht immer so rasant zunehmen wie er gestartet ist. Oder soll die Zunahme auch bei makrosomen Kindern auf der percentile erfolgen?
Er ist generell ein ruhiges zufriedenes Kind, das durchaus viel und gut schläft. In den wachen Momenten aber absolut klar ist und übt übt übt. Er kann für sein Alter daher auch schon relativ viel. Verhungert scheint er mir trotz geringem Interesse an der Brust eigentlich nicht zu sein.
Kann es sein, dass ich zu intuitiv war und zu wenig geachtet habe? Wie gesagt, ich lege aus Erfahrung beim großen eigentlich sehr schnell an. Schläft der kleine aber mal für längere Zeit, wecke ich ihn nicht extra und man freut sich ja auch, dass man etwas erledigen - oder Zeit mit dem großen verbringen kann. Unterbinde ich durch das einschlafbegleiten des großen Bruders eventuell das abendliche clustern und könnte das etwas mit der geringen Zunahme zutun haben?
Muss ich mir überhaupt sorgen machen?
Herzliche Grüße und vielen Dank schon einmal in voraus