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Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 01.05.2017, 23:37
von CiJay
Hallo,
Baby Nr. 2 kommt im Juli 2017 und stillen bei Baby Nr. 1 war eine kleine Katastrophe
Wir haben mit 2M zufüttern müssen, haben so viel wie möglich abgepumpt damit zufüttern mit so viel Mumi wie möglich geht und mit 4 Monaten abgestillt weil trotz aller Versuche immer weniger an der Brust getrunken wurde und mir das ständige Abpumpen zu viel wurde. Mein Tag bestand zuletzt nur noch aus stillen, Flasche geben, nuckeln an der Brust und Abpumpen.
Die Große hat zudem Recht lange am Stück geschlafen. Nachts zB immer 6-7 Std am Stück sodass ich nachts sie entweder wecken oder ausstreichen/Abpumpen musste weil ich einen Milchstau hin und wieder bekam.
Obwohl sie zwischen dem schlafen fast nur an der Brust war hat sie nicht viel getrunken (deswegen auch zu füttern).
Jetzt mache ich mir immer mehr Gedanken, dass es beim nächsten Baby wieder nicht klappt. Ich habe so ein starkes Bedürfniss, dass es diesmal hoffentlich klappt. Überhaupt, dass das Essen besser klappt weil jetzt auch die Beikost unheimlich anstrengend ist.
Ich habe diesmal schon die elektrische Milchpumpe Swing von Medela hier. Mein Mann wollte unbedingt, dass ich sie mir kaufe. Anfangs war ich dankbar dafür und es hat mich selbstsicherer gemacht. Jetzt werde ich trotzdem immer nervöser. Ich weiß gar nicht wann und wie ich sie am besten anwenden soll. Bei Nr. 1 musste ich dran bleiben, dass meine Milch nicht zurück geht. Es erforderte also viel Disziplin. Wenn ich jetzt an Nr. 2 denke Stelle ich mir schon vor, wie ich bei jedem Stillen meinen Sohn an die eine Brust nehme und die Pumpe an die andere um meinen Milchfluss ja hoch zu halten was wahrscheinlich totaler Blödsinn ist. Und ich mache mir ständig Gedanken über das Andocken. Das war bei Nr. 1 auch so ein Problem. Alle sagten mir damals, dass ich super Brustwarzen zum stillen hätte, aber dennoch hat es meine Tochter (und ich) nicht hinbekommen, besonders bei der rechten Seite war es ganz schlimm und tat Ständig weh.
Ich wollte auf jeden Fall mir eine Stillberartung vor Ort diesmal suchen, aber mache mir inzwischen auch ständig Gedanken was ich fragen soll und muss. Ich hatte auch Stillberatung bei Nr. 1 aber alles hat nichts gebracht. Ich weiß nicht ob es an mir lag oder an meine r Tochter. Ich habe versucht alles so wie erklärt umzusetzten.
Ich mache mir einfach immer mehr Gedanken, dass es beim nächsten Kind wieder überhaupt nicht klappt.
Vielleicht hat ja jemand ein paar warme Worte und ein oder zwei Tipps worauf ich achten sollte wenn ich die Stillberaterin bei mir habe.
LG
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Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 02.05.2017, 08:14
von Misle
Hallo CiJay,
ich kann dich gut verstehen. Aber versuch dir nicht im Vorfeld schon so viele Sorgen zu machen. Vielleicht habt ihr ja einen super Stillstart?

Mir würden spontan drei Tipps einfallen. Weißt du, ob es in deiner Nähe einen Stillvorbereitungskurs gibt, den eine Stillberaterin anbietet? Ich habe einen gemacht und fand ihn für eine unsichere Erstgebärende super.
Oder findest du eine Stillgruppe in deiner Nähe, die du mal besuchen kannst (und dich mit bereits Stillenden unterhalten/austauschen kannst)?
Du wirst vermutlich in einem Krankenhaus gebären? Weißt du, ob es "stillfreundlich" ist? Oft haben die Krankenschwestern/Hebammen keine Zeit um sich intensiv bei jedem Anlegen um euch zu kümmern und dann wird einfach schnell zur Flasche/zum Stillhütchen gegriffen. Könntest du vielleicht schon dort Unterstützung von einer Stillberaterin bekommen. Ich weiß allerdings nicht, ob sie sowas machen.
Liebe Grüße und alles Gute!
Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 02.05.2017, 08:28
von Sassenach
Hallo CiJay,
ich kann dich so gut verstehen!
Mir erging es wie dir. Stillen bei meiner Tochter war eine Katastrophe und hat mit Pumpe, Tränen und letztendlich pre aus der Flasche geendet.
Bei meinem Sohn war ich dann besser vorbereitet.
Ich hatte mir ein Krankenhaus gesucht, in dem richtige Stillberaterinnen arbeiten, meine Nachsorgehebamme war auch richtige Stillberaterin und ich habe mich hier angemeldet und viel gelesen.

Und ich hatte mir geschworen, auf mein Bauchgefühl zu hören (bei meiner Tochter hatte ich total auf die Krankenschwestern und meine Hebamme gehört statt einfach zu machen wie ich denke. Das Krankenhaus bei meiner Tochter war übrigens stillfreundlich zertifiziert und es war bekannt, dass sehr sehr viele mit Pumpe entlassen werden.)
Mein Sohn kam auf die Welt und hat einfach so gestillt. Ich war sooooo froh und habe gar keine Beratung gebraucht.
Deshalb mein Tipp: such dir im Vorfeld genug Anlaufstellen, die dir helfen können (Stillberaterinnen, evtl Stillgruppen) und lese dich in das Thema ein - hier bist du ja schon.

Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 02.05.2017, 12:00
von CiJay
Wir haben im KH einmal im Monat einen kostenlosen Vortrag zum Thema stillen, da wollte ich nochmal hin zur Sicherheit. War ich auch vor der ersten Geburt und das war schon gut. Danach habe ich mich auch super aufs stillen vorbereitet gefühlt. Das KH hat super Stillberartung, auch regelmäßig ein Stillcafe wo ich auch nochmals vor der Geburt hin wollte (da war ich auch schon öfter mit meiner Tochter damals) Leider eine grauenhafte Entbindungsstation und Wöchnerinnenstation weshalb ich da nicht entbinden werde. In dem KH wo ich entbinden werde wiederrum war damals die Hilfe beim stillen schlecht auch wenn sie absolut stillfreundlich sind! Aber dem KH fehlt zB diese Zertifizierung "stillfreundliches Krankenhaus". Das kann zwar auch nur ein Blatt Papier sein, aber sie haben zB nicht explizit zwei ausgebildete Stillberaterinnen wie zB in dem KH bei mir um die Ecke.
Es war aber auch extrem viel los als ich damals entbunden habe. Zu dem Zeitraum wurden extrem viele Babys anscheinend geboren, meine Freundin hat drei Tage vor mir zwei KH weiter entbunden und es war auch bei ihr jedes Bett auf der Station belegt.
In meine KH war damals auch zu beobachten, dass fast jede zweite ein Stillhütchen bekam. Das hat mich schon damals stutzig gemacht weshalb ich es sofort wieder abgeschafft hatte. Mal abgesehen davon, dass ich selber gar nicht mit klar kam.
Vielleicht war es auch einfach nur Pech dass so extrem viel los war. Man konnte es auch als Patientin spüren das wirklich alles voll war. Die Stillberaterin aus dem Stillcafe sagte mir auch damals die drei Tage schlechte Beratung und "Stress" weil es so voll war hätten schon viel negativen Einfluss auf die Stillbeziehung gehabt. Sie sagte es sind einfach drei Tage "lernen und üben" die uns fehlen, ähnlich wie wenn man in der Schule ein neues Thema hat und den Start verpasst und dann Schwierigkeiten hat ins Thema zu finden.
Ich habe leider keine Hebamme bekommen die auch gleichzeitig Stillberaterin ist, aber diesmal eine sehr gute die ich auch bei der ersten SWS haben wollte und bei der ich auch meine Rückbildung damals gemacht habe. Da fühle ich mich auf jeden Fall sehr gut aufgehoben. Meine Hebamme damals war keine Hilfe bei meinen Stillproblemen.
Die ich habe manchmal ein wenig Angst, dass mein Fehler war vielleicht doch zu wenig angelegt zu haben, Vielleicht doch ständig etwas zu wenig Milch gehabt zu haben bzw pro Mahlzeit einfach zu wenig hatte. Aber wahrscheinlich ist das auch Blödsinn. Wir waren ja im Krankenhaus und das Chaos musste nach jedem Stillen wiegen um feststellen zu können ob sie genug trinkt und sie hat genug getrunken von der Menge her.
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Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 02.05.2017, 14:16
von Misle
Hallo CiJay,
vorausgesetzt bei der Geburt klappt alles, könntest du dir vorstellen ambulant zu gebären? Also, ein paar Stunden nach der Geburt wieder heim ins eigene bequeme Bett ohne fremde Mütter+Besuch im Zimmer und nervige Schwestern.
Wäre das eine Erleichterung für dich?
Dann könntet ihr in aller Ruhe (nackt) kuscheln, anlegen üben, dich hoffentlich von deinem Mann (vielleicht auch noch Mutter/Schwiegermutter/Freundin) bedienen lassen und täglich den Besuch der Nachsorgehebamme entspannt bewerkstelligen.
Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 02.05.2017, 15:01
von Misle
Ach so, vielleicht sollte ich noch bzgl. der U2 schreiben: Manche Kinderärzte machen dafür Hausbesuche. Wir haben die U2 z.B. erst am 8. Lebenstag beim KiA machen lassen. Das Fersenblut für die Stoffwechselkrankheitsuntersuchung hat meine Hausgeburts-Hebamme am 2. Lebenstag abgenommen (Pieks in die Ferse).
Falls du dir das vorstellen kannst und du noch weitere Fragen (zum Ablauf) hast, einfach stellen

Ich denke, es gibt genügend Mamis hier, die entsprechende Erfahrung haben und gerne bereit sind Fragen zu beantworten.
Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 02.05.2017, 16:32
von CiJay
Ich hatte auch schon über eine ambulante Geburt nachgedacht.
Bin mir allerdings ehrlich gesagt ein wenig unschlüssig. Nach der ersten Geburt habe ich einen erhöhten Infektionswert gehabt weshalb wir beide 72 Std. Routinemäßig bleiben sollten. Außerdem hatte ich damals wie jetzt SWS Diabetis. Wenn diese beiden Faktoren nicht wären würde ich wahrscheinlich gar nicht drüber nachdenken und sofort ambulant machen.
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Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 02.05.2017, 18:20
von roda
Mein großer und ich hatten auch einen mistigen Stillstart. Er war nach der Entbindung für ein paar Tage in der Kinderklinik und als wir nach sechs Tagen nach Hause gegangen sind, waren, Schnuller, Flasche und ständiges Wiegen schon etabliert.
Bei meiner Tochter hatte ich mich hier schlau gelesen. Ich habe im Vorfeld alle alten Flaschen und Schnuller weggeworfen und mir fest vorgenommen durchzuhalten und nur zu stillen und nicht vorschnell zur Flasche zu greifen.
Die kleine musste trotz Kaiserschnitt nicht auf die Kinderstation und ich habe sie keine Minute aus der Hand gegeben, sie lag von Anfang an nur bei mir im Bett, ich habe drauf bestanden, dass die Schwester im Zimmer wickelt und es möglichst bald selbst gemacht.
Zum Glück hat sie gleich wie ein Profi getrunken. Wir sind nach zwei Tagen nach Hause um unsere Ruhe zu haben und ich bin sobald ich wieder mobil war zur Stillberatung gegangen.
Wir haben dann knapp 18 Monaten völlig problemlos gestillt, das hat mich sehr mit der verk*** Stillbeziehung zu meinem Sohn versöhnt.
Vertrau drauf, dass ihr das schafft und mach dich nicht verrückt, das hat mir am meisten geholfen.
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Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 02.05.2017, 23:10
von CiJay
@Misele unsere Ärzte machen soweit ich weiß keine Hausbesuche, aber sie sind gut und einfach erreichbar, ich bin ja mobil (war auch beim ersten Kind kein Problem) und sie achten auf schnelle Termine mit wenig Wartezeiten und sind auch sonst bei der U2 anders als sonst. Sonst darf man zB nicht den Kinderwagen mit ins Wartezimmer nehmen, bei der U2 und U3 darf man das. Ich nenne es Mal "U2 freundliche Behandlung"

U2 sagten uns KH und Kia sollte innerhalb der ersten 14 Tage geschehen. Wir waren glaube ich an Tag 10 da.
Das Fersenblut kann glaube ich (fast) jede Hebamme abnehmen. Ich Frage bei meiner zur Sicherheit nochmals nach. Wenn ich das richtig letztens mitbekommen habe Brauch man aber seit diesem Jahr eine Art Erlaubnis vom Kinderarzt, dass die Hebamme das machen darf sonst muss man dafür auch zum Kia. Aber ich wüsste jetzt nicht, warum mein Arzt das ablehnen sollte.
@roda ich hoffe ich habe auch so ein Glück
Vielleicht sollte ich einen Aspekt noch erzählen.
Leider habe ich das Gefühl, dass mein Mann nicht so hinter mir steht wie beim ersten Kind. Es war grausam beim ersten. Volles Programm mit heulen, verzweifelt sein, Streit usw. :-/ Er hat schon ein paar Mal gesagt nochmal macht er sowas nicht mit. Allerdings finde ich auch, dass er mich kaum unterstützt hat. Ich saß zB den ganzen Tag im Bett und hab gestillt, getragen und nuckeln lassen und bin deswegen nicht mehr zum essen gekommen, geschweige den zum Einkaufen und saß im Bett und habe vor Hunger manchmal geheult und ich musste darum bitten, dass er mir was zu essen macht und dann kamen tausend Fragen was denn. Ich wusste nicht Mal was im Schrank war. Ich habe immer nur gesagt irgendendwas und er hat es nicht hinbekommen mir Mal eine Scheibe Brot zu machen, mir eine TK Pizza rein zu schieben oder mir ein paar Bananen zu kaufen oder sowas. Und das obwohl wir einen Thermomix haben. Also einfach ein Gericht aussuchen, Einkaufsliste wird automatisch erstellt und der Thermomix sagt einem ja dann was wann wie gemacht werden muss. Es war einfach nur Horror. Alleine das war anstrengend. Ich glaube aber nicht, dass das ein ausschlaggebender Punkt war. Als wir im KH wegen Stillproblemen lagen klappte das stillen Recht gut. 2 Tage nachdem ich entlassen wurde mit meiner Tochter waren die Probleme sofort wieder da. Seit dem hatte ich nicht mehr die Kurve bekommen. Wir sind an dem Tag in den Urlaub gefahren. Meine Eltern haben sich um alles gekümmert. Ich musste nichts aufräumen und hatte immer was zu essen bekommen. Also wie im Krankenhaus. Aber dort hat nichts mehr geklappt. Trotz Uhr stellen. Andauernd Pausen damit ich stillen könnte während der Fahrt und vor Ort....
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Re: Ihr mache mir glaube ich zu viele Gedanken....
Verfasst: 03.05.2017, 09:14
von Misle
Liebe CiJay,
das was du zu deinem Mann geschrieben hast, schockiert mich ehrlich gesagt ein bisschen. Weiß er denn nicht, was das "Wochenbett" ist? (es gibt übrigens seit ca. einem Jahr ein Buch mit dem Titel "Das Wochenbett" mit extra Väter-Teil - vielleicht was für deinen Mann?)
Hast du die Möglichkeit vorzukochen und einzufrieren? So dass er nur auftauen muss?
Hast du Familie/Freunde in der Nähe, die helfen könnten? V.a. dann mit dem Geschwisterchen?
Bei uns musste z.B. jeder, der mich im Wochenbett besucht hat, ein Mittagessen mitbringen oder bei uns kochen. Das kann ich nur empfehlen!