3. Kind, letzte Chance
Verfasst: 24.04.2017, 11:54
Hallo zusammen,
ich lese seit einigen Wochen intensiv hier mit, da die Geburt meines dritten Kindes kurz bevor steht und es mit dem Stillen bei den beiden anderen nicht geklappt hat. Darüber bin ich bis heute sehr traurig und ich wünsche mir von Herzen, dass mein Baby und ich diese „letzte Chance“ nutzen und eine glückliche Stillbeziehung führen können / werden.
Erstmal zu mir: Ich bin 36, habe bis auf Depressionen (dazu gleich mehr) keinerlei Vorerkrankungen, ich bin schlank und die Schwangerschaft verlief bisher ebenso unauffällig wie die anderen beiden. Ich habe allerdings seit 2006 Brustimplantate. Diese wurden über die Brustfalte unter den Muskel eingesetzt, Drüsengewebe wurde dabei nicht verletzt. Leider ist die untere Hälfte der Brüste taub. Ansonsten habe ich keine Probleme (Kapselfibrose o.ä.). Meine Brüste waren vorher seeehr klein, kein A-Cup.
Der Vollständigkeit halber fasse ich zusammen, wie es bei den großen Jungs damals lief und woran es rückblickend meiner Meinung nach gelegen haben könnten:
Kind 1: Geburt spontan bei 40+2 am Sonntag, 15.02.2009 mit 3685gr. Kind gesund, keine Gelbsucht, nicht zu schläfrig o.ä. Ich habe ihn auf Anraten der Hebamme alle 2-3 Stunden angelegt, habe ihn aber von Anfang auch hingehalten wenn dieser Zeitraum noch nicht vorbei war. Am Mittwoch darauf hatte ich den Milcheinschuss, den ich als ziemlich heftig empfunden habe. Ich habe ihn weiterhin nur alle 2-3h angelegt, und ihm in der 2. Woche auch einen Schnuller gegeben (den er übrigens NIE genommen hat) – mit dem Segen der Hebamme, da er ja gut zunahm. Am 23.02. dann U2, da hatte er beim KiA 3665gr, also Tag 8 mit ungefähr Geburtsgewicht. Am 02.03. hatte er dann nur 3700gr (Hebamme) und am 05.03. nur noch 3550gr (Hebamme). Daraufhin Stillprobe (0ml, was mich tierisch gestresst hat) und alle 3h anlegen, pumpen, Flasche füttern. Beim Pumpen kamen nur wenige ml, nach drei Tagen gar nichts mehr. An die Brust wollte er nach den ersten paar Flaschen auch nicht mehr. Tja, und da war es vorbei mit Stillen.
Kind 2: Geburt spontan bei 40+0 am Sonntag, 10.10.10 mit 3290gr. Kind gesund und seeehr fordernd. Ich wusste zu dem Zeitpunkt schon mehr als beim 1. Kind und habe ihn einfach an der Brust gelassen. Nach sechs Stunden Dauersaugen am 2. Tag musste ich zwar erstmal heulen, aber da war ich in guter Gesellschaft. Dieses Kind hat nur geschrien. Am Mittwoch, 13.10. sind wir mit 3320gr (!!) entlassen worden (an dem Tag war auch wieder der Milcheinschuss und nach seiner ersten „anständigen“ Mahlzeit hat er fünf Stunden geschlafen!). Er hat viel gebrüllt, ich habe viel geweint, mein Mann und ich haben uns seeeehr viel gestritten. Ich habe Kind 1 schrecklich vermisst und konnte Kind 2 nicht annehmen. Ich fand ihn einfach nur schrecklich und nervig und habe mich natürlich schlecht gefühlt wegen dieser Gedanken. Meinem Mann ging es leider genauso, der war mir überhaupt keine Hilfe. Den ganzen Tag hing er an meiner Brust, ich habe ständig die Seite gewechselt, er ließ sich nicht ablegen. Am 18.10. hatte er 3550gr, am 20. und 26.10. 3700gr. Am 28.10. haben wir angefangen zuzufüttern, obwohl die Hebamme meinte, wir könnten noch warten. Ich habe es aber nicht mehr ausgehalten. Er hat so viel geschrien und ich hatte schon einige Stunden lang keinen MSR mehr gespürt und ich habe nur noch geheult. Das Zufüttern mit Flasche war wieder der Anfang vom Ende. Im Nachhinein weiß ich, dass ich eine schwere Wochenbettdepression hatte, die auch erst fast zwei Jahre später besser wurde (mit Medikamenten). Außerdem weiß ich heute, dass Kind 2 eben einfach so ist, wie er als Baby auch schon war. Bis er 4,5 Jahre alt war hat er bis zu 20-30 x pro Tag geheult, er ist sehr quirlig, viel in Bewegung und verbraucht Unmengen an Energie, ohne dabei viel zu essen – deshalb ist er auch jetzt an der Grenze zum Untergewicht.
Ich habe beide Kinder viel im Tuch getragen und beide haben bei mir im Bett / auf mir geschlafen. Kind 2 würde am liebsten immer noch auf mir wohnen mit seinen fast 7 Jahren
Beide hatten direkt eine gute Technik an der Brust und wir konnten von Anfang an im Liegen stillen.
Der vET von Kind 3 ist der 9.Mai. Ich denke, dass die Voraussetzungen diesmal gut sind. Ich weiß um das normale (Still-)Verhalten eines Neugeborenen. Ich habe eine tolle Hebamme, die mich schon in der Schwangerschaft begleitet und die gerade erst selbst lange ihr Kind gestillt hat. Sollte das Zufüttern nötig sein, habe ich ein BES (Inkl Elternbroschüre, die ich gelesen habe) und HA-Milch hier. Mittlerweile haben auch alle meine Freundinnen Kinder, die sie fast alle gestillt haben. Mein Mann wird zum ersten Mal Elternzeit nehmen, wir verstehen uns schon seit Monaten streitfrei supergut und er hat mittlerweile auch einen tollen Draht zu den beiden Großen. Er weiß, wie wichtig mir das Stillen ist. Psychisch fühle ich mich absolut stabil und belastbar. Mein Umfeld weiß von den Depressionen und ich habe alle gebeten, mit auf mich zu achten.
Ich frage mich nun, ob ich mir direkt schon vor der Geburt eine Waage anschaffen soll. Oder ob ich erstmal auf die Begleitung der Hebamme vertrauen soll und dann bei Bedarf eine Waage besorge??
Die tollen Erfolgsgeschichten hier im Forum haben mir schon viel Mut gemacht und ich bin begeistert von Eurer Arbeit und dem Engagement sowohl der Mods als auch der Mamas!
Ich weiß, neues Kind, neues Glück. Und alles wird anders... Aber sprechen meine bisherigen „Stillerfolge“ überhaupt dafür, dass es klappen kann? Oder kann ich mir das gleich abschminken? Vollstillen wäre mein Traum, über längere Zeit Pumpen mein Albtraum, eine dauerhafte Zufütterung mit BES wäre für mich ok, solange es nicht bei jeder Mahlzeit sein muss. Ich weiß, keine von Euch ist ein Orakel... Vielleicht möchte ich einfach nur ein bißchen Mut-mach-Zuspruch?
ich lese seit einigen Wochen intensiv hier mit, da die Geburt meines dritten Kindes kurz bevor steht und es mit dem Stillen bei den beiden anderen nicht geklappt hat. Darüber bin ich bis heute sehr traurig und ich wünsche mir von Herzen, dass mein Baby und ich diese „letzte Chance“ nutzen und eine glückliche Stillbeziehung führen können / werden.
Erstmal zu mir: Ich bin 36, habe bis auf Depressionen (dazu gleich mehr) keinerlei Vorerkrankungen, ich bin schlank und die Schwangerschaft verlief bisher ebenso unauffällig wie die anderen beiden. Ich habe allerdings seit 2006 Brustimplantate. Diese wurden über die Brustfalte unter den Muskel eingesetzt, Drüsengewebe wurde dabei nicht verletzt. Leider ist die untere Hälfte der Brüste taub. Ansonsten habe ich keine Probleme (Kapselfibrose o.ä.). Meine Brüste waren vorher seeehr klein, kein A-Cup.
Der Vollständigkeit halber fasse ich zusammen, wie es bei den großen Jungs damals lief und woran es rückblickend meiner Meinung nach gelegen haben könnten:
Kind 1: Geburt spontan bei 40+2 am Sonntag, 15.02.2009 mit 3685gr. Kind gesund, keine Gelbsucht, nicht zu schläfrig o.ä. Ich habe ihn auf Anraten der Hebamme alle 2-3 Stunden angelegt, habe ihn aber von Anfang auch hingehalten wenn dieser Zeitraum noch nicht vorbei war. Am Mittwoch darauf hatte ich den Milcheinschuss, den ich als ziemlich heftig empfunden habe. Ich habe ihn weiterhin nur alle 2-3h angelegt, und ihm in der 2. Woche auch einen Schnuller gegeben (den er übrigens NIE genommen hat) – mit dem Segen der Hebamme, da er ja gut zunahm. Am 23.02. dann U2, da hatte er beim KiA 3665gr, also Tag 8 mit ungefähr Geburtsgewicht. Am 02.03. hatte er dann nur 3700gr (Hebamme) und am 05.03. nur noch 3550gr (Hebamme). Daraufhin Stillprobe (0ml, was mich tierisch gestresst hat) und alle 3h anlegen, pumpen, Flasche füttern. Beim Pumpen kamen nur wenige ml, nach drei Tagen gar nichts mehr. An die Brust wollte er nach den ersten paar Flaschen auch nicht mehr. Tja, und da war es vorbei mit Stillen.
Kind 2: Geburt spontan bei 40+0 am Sonntag, 10.10.10 mit 3290gr. Kind gesund und seeehr fordernd. Ich wusste zu dem Zeitpunkt schon mehr als beim 1. Kind und habe ihn einfach an der Brust gelassen. Nach sechs Stunden Dauersaugen am 2. Tag musste ich zwar erstmal heulen, aber da war ich in guter Gesellschaft. Dieses Kind hat nur geschrien. Am Mittwoch, 13.10. sind wir mit 3320gr (!!) entlassen worden (an dem Tag war auch wieder der Milcheinschuss und nach seiner ersten „anständigen“ Mahlzeit hat er fünf Stunden geschlafen!). Er hat viel gebrüllt, ich habe viel geweint, mein Mann und ich haben uns seeeehr viel gestritten. Ich habe Kind 1 schrecklich vermisst und konnte Kind 2 nicht annehmen. Ich fand ihn einfach nur schrecklich und nervig und habe mich natürlich schlecht gefühlt wegen dieser Gedanken. Meinem Mann ging es leider genauso, der war mir überhaupt keine Hilfe. Den ganzen Tag hing er an meiner Brust, ich habe ständig die Seite gewechselt, er ließ sich nicht ablegen. Am 18.10. hatte er 3550gr, am 20. und 26.10. 3700gr. Am 28.10. haben wir angefangen zuzufüttern, obwohl die Hebamme meinte, wir könnten noch warten. Ich habe es aber nicht mehr ausgehalten. Er hat so viel geschrien und ich hatte schon einige Stunden lang keinen MSR mehr gespürt und ich habe nur noch geheult. Das Zufüttern mit Flasche war wieder der Anfang vom Ende. Im Nachhinein weiß ich, dass ich eine schwere Wochenbettdepression hatte, die auch erst fast zwei Jahre später besser wurde (mit Medikamenten). Außerdem weiß ich heute, dass Kind 2 eben einfach so ist, wie er als Baby auch schon war. Bis er 4,5 Jahre alt war hat er bis zu 20-30 x pro Tag geheult, er ist sehr quirlig, viel in Bewegung und verbraucht Unmengen an Energie, ohne dabei viel zu essen – deshalb ist er auch jetzt an der Grenze zum Untergewicht.
Ich habe beide Kinder viel im Tuch getragen und beide haben bei mir im Bett / auf mir geschlafen. Kind 2 würde am liebsten immer noch auf mir wohnen mit seinen fast 7 Jahren
Der vET von Kind 3 ist der 9.Mai. Ich denke, dass die Voraussetzungen diesmal gut sind. Ich weiß um das normale (Still-)Verhalten eines Neugeborenen. Ich habe eine tolle Hebamme, die mich schon in der Schwangerschaft begleitet und die gerade erst selbst lange ihr Kind gestillt hat. Sollte das Zufüttern nötig sein, habe ich ein BES (Inkl Elternbroschüre, die ich gelesen habe) und HA-Milch hier. Mittlerweile haben auch alle meine Freundinnen Kinder, die sie fast alle gestillt haben. Mein Mann wird zum ersten Mal Elternzeit nehmen, wir verstehen uns schon seit Monaten streitfrei supergut und er hat mittlerweile auch einen tollen Draht zu den beiden Großen. Er weiß, wie wichtig mir das Stillen ist. Psychisch fühle ich mich absolut stabil und belastbar. Mein Umfeld weiß von den Depressionen und ich habe alle gebeten, mit auf mich zu achten.
Ich frage mich nun, ob ich mir direkt schon vor der Geburt eine Waage anschaffen soll. Oder ob ich erstmal auf die Begleitung der Hebamme vertrauen soll und dann bei Bedarf eine Waage besorge??
Die tollen Erfolgsgeschichten hier im Forum haben mir schon viel Mut gemacht und ich bin begeistert von Eurer Arbeit und dem Engagement sowohl der Mods als auch der Mamas!
Ich weiß, neues Kind, neues Glück. Und alles wird anders... Aber sprechen meine bisherigen „Stillerfolge“ überhaupt dafür, dass es klappen kann? Oder kann ich mir das gleich abschminken? Vollstillen wäre mein Traum, über längere Zeit Pumpen mein Albtraum, eine dauerhafte Zufütterung mit BES wäre für mich ok, solange es nicht bei jeder Mahlzeit sein muss. Ich weiß, keine von Euch ist ein Orakel... Vielleicht möchte ich einfach nur ein bißchen Mut-mach-Zuspruch?