Verzweifelt wegen dauerhaften Brustschmerzen
Verfasst: 10.04.2017, 21:47
Hallo zusammen,
nach drei Hebammen-Beratungen bin ich nun doch etwas verzweifelt und hoffe ihr könnt mir helfen. Es geht um Brustschmerzen. Hier meine Story.
Mein Sohn ist am 24.03 mit 3200 g und 53 cm zur Welt gekommen. Die ersten drei Tage hatte ich keine Milch, ich habe ihn jedoch alle 2-3 Stunden trotzdem angelegt. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass er die Nippel nicht gscheid ansaugen kann.
Der Milcheinschuss ist am 3. Tag Abends gekommen. Bis dahin hat er 200 g abgenommen, also sein Gewicht war auf 3000 g. Das Anlegen hat ab dem ersten Tag brutal geschmerzt. Mir war jedoch auch klar, dass das normal ist am Anfang, daher habe ich es ausgehalten. Die Folge waren blutige Brustwarzen. Zu Hause angekommen und Milcheinschuss überstanden, erklärt mir meine Nachsorge-Hebamme, dass der Kleine nicht gut an meine Nippel kommt, da sein Zungenbändchen zu kurz ist. Bis wir einen Termin beim Kinderchirurgen bekommen haben, sollte ich mit Stillhütchen stillen, damit er wenigstens so lang gefüttert wird. Das stimmte auch, er konnte dank Stillhütchen die Milch gut raussaugen.
Eine Woche nach der Entbindung wurde das Zungenbändchen durchgeschnitten. Sein Gewicht war zu diesem Zeitpunkt auf 3100 g. Er konnte also dank Stillhütchen wieder zunehmen. Danach haben wir es ohne Stillhütchen probiert, was auch hieß, von vorne anfangen. Wieder blutige Nippel, dazu kam noch ein linkseitiger Milchstau mit folgender Brustentzündung und zwei Tagen Fieber mit Schüttelfrost.
Ich habe in der Zeit 2-3 Mal am Tag Ibuprofen 400 genommen, um ihn weiterhin stillen zu können. Er trank sehr gut und ich hatte genug Milch. Zwei Wochen nach der Entbindung hat er sein Geburtsgewicht von 3200 g wieder erreicht.
Soweit so gut, es könnte alles überstanden sein. Mein derzeitiges Problem sind „nur“ noch die Schmerzen. Sie gehen einfach nicht weg. Und von Bekannten/Freundekreis bis zu den Hebammen, alle meinten, nach zwei Wochen sollten Brustschmerzen überstanden sein und die Brust sich an das Stillen gewöhnt haben. Drei voneinander unabhängige Hebammen haben sich meine Anlegetechnik angeschaut und sie als gut beurteilt. Der Kleine nimmt so viel Brust in den Mund wie möglich.
Ich habe drei Arten von Schmerzen:
1.Schmerz: Der Ansaug-Schmerz. Ist bei mir immer noch wie tausend Nadelstiche in der Brustwarze, die erste Minute, an der mein Kleiner am Nippel zieht. Ist das normal? Wie lange hält das an, bzw. geht das überhaupt weg? Gibt es z.B. Frauen, bei denen bleibt dieser anfängliche Schmerz einfach bestehen?
2.Schmerz: Der Nippel-Dauer-Schmerz. Die Brustwarzen sind soweit wieder heil. Auf dem Brustwarzen-Plateau hat sich eine leichte Kruste gebildet von den Blutungen. Aber auch die ist am Abheilen, bzw. sind sie einfach abgehärtet. Jedoch ist der Außenbereich der Brustwarzen, also quasi die Zylinderwand der Warze, bis hin zum ganzen Warzenhof extrem empfindlich auf Berührungen. Jede Berührung schmerzt. Wenn ich einen BH anziehe und die Brustwarzen dadurch in den Warzenhof reingehen, schmerzt es extrem. Der ganze Warzenhof schmerzt und ist empfindlich und das dauerhaft. Ich muss ständig aufpassen, dass ich nirgends hinkomme mit den Brüsten. Ich kann meinen Sohn nicht gescheid im Arm halten, oder lange tragen, das schmerzt einfach zu sehr. Ist das normal? Legt sich diese Art von Schmerz auch irgendwann, so wie eine Art Abhärtung? Kann es sein, dass meine Anlegetechnik doch nicht so gut ist? Wenn der Kleine fertig mit Essen ist, nuckelt er noch eine Weile auf dem Walzenhof rum. Kann das daher stammen?
3.Schmerz: Die ganze Brust tut weh. Nach dem Stillen bemerke ich wie meine Brust anfängt weh zu tun. Es ist ein diffuser Schmerz der von außen nach innen verläuft. Meine Hebamme meinte nach dem Stillen „legen sich die Milchgänge wieder hin“, oder zusammen. Die meisten Frauen spüren dabei gar nichts. Es gibt jedoch Frauen, denen schmerzt dieses Hinlegen und ich sei eine davon. Jedoch ist dieser Schmerz auch dauerhaft. Die Brüste tun den ganzen Tag weh. Daraus schlussfolgere ich, dass nicht nur das Entleeren der Milch, sondern auch der folgende Milcheinschuss weh tut.
Ich habe zwei weitere Hebammen gefragt. Eine hatte keinen Rat für mich, die andere meinte, dass dieses „Phänomen“ hormonell bedingt sei und man dafür keine Lösung hat. Eventuell Globulis könnten helfen, ich sollte zum Homöopathen.
Was ich auch bemerkt habe: Wenn ich die Brüste danach für ein paar Minuten schüttle, reduziert sich der Schmerz etwas. Wisst ihr was das sein könnte? Was kann man da machen?
Jetzt, 17 Tage nach der Entbindung, hat er ein Gewicht von 3400 g. Ich lege ihn alle 2-3 h am Tag an und in der Nacht mit 4 h Abstand.
Wenn es mir zu viel wird, nehme ich ab und zu Ibuprofen 400. Aber das kann einfach keine Dauerlösung sein. Ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, ein halbes Jahr, ein Jahr mit chronischen Brustschmerzen zu leben. Ich bin verzweifelt, da ich meinem Sohn natürlich das bestmöglichste Futter bieten möchte. Ich weiß nicht, ob sich jemand vorstellen kann, wie weh das tut. Es tut sehr weh, ich hocke jeden Tag mind. einmal heulend vor meinem Stillkissen, weil es so eine Überwindung ist ihn anzulegen.
Entweder bin ich eine extreme Pussy, oder einfach nur sehr schmerzempfindlich, ich weiß es nicht. Manchmal muss ich jedoch sagen, ich fühle mich von meinem Umfeld, von Hebammen, über Familie bis zu Freunden, sehr unter Druck gesetzt. Ich habe das Gefühl, wenn ich nur einen davon erzählen werde, ich hätte wegen den Schmerzen abgestillt, würde ich verurteilt werden, als schwache, inkompetente Mutter, die so paar Schmerzen für ihr Kind nicht aushalten kann. Schmerz ist jedoch subjektiv und eine individuelle Empfindung. Ich spiele mit dem Gedanken des Abstillens und Fläschchen geben, da mein Alltag nur noch aus Schmerz besteht und ich mich überhaupt nicht mehr auf mein Sohn konzentrieren kann und mich über ihn und seine Entwicklung freuen kann.
Ich hoffe jemand kann mir helfen. Hat jemand schon ähnliches erlebt? Gibt es Lösungen? Oder gibt es wenigstens einen Silberstreifen am Horizont, dass man sagen kann, es wird sich alles mit der Zeit legen, jeder braucht nur seine individuelle Zeit dafür?
Danke für euer Feedback und eure Antworten,
Andreea
nach drei Hebammen-Beratungen bin ich nun doch etwas verzweifelt und hoffe ihr könnt mir helfen. Es geht um Brustschmerzen. Hier meine Story.
Mein Sohn ist am 24.03 mit 3200 g und 53 cm zur Welt gekommen. Die ersten drei Tage hatte ich keine Milch, ich habe ihn jedoch alle 2-3 Stunden trotzdem angelegt. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass er die Nippel nicht gscheid ansaugen kann.
Der Milcheinschuss ist am 3. Tag Abends gekommen. Bis dahin hat er 200 g abgenommen, also sein Gewicht war auf 3000 g. Das Anlegen hat ab dem ersten Tag brutal geschmerzt. Mir war jedoch auch klar, dass das normal ist am Anfang, daher habe ich es ausgehalten. Die Folge waren blutige Brustwarzen. Zu Hause angekommen und Milcheinschuss überstanden, erklärt mir meine Nachsorge-Hebamme, dass der Kleine nicht gut an meine Nippel kommt, da sein Zungenbändchen zu kurz ist. Bis wir einen Termin beim Kinderchirurgen bekommen haben, sollte ich mit Stillhütchen stillen, damit er wenigstens so lang gefüttert wird. Das stimmte auch, er konnte dank Stillhütchen die Milch gut raussaugen.
Eine Woche nach der Entbindung wurde das Zungenbändchen durchgeschnitten. Sein Gewicht war zu diesem Zeitpunkt auf 3100 g. Er konnte also dank Stillhütchen wieder zunehmen. Danach haben wir es ohne Stillhütchen probiert, was auch hieß, von vorne anfangen. Wieder blutige Nippel, dazu kam noch ein linkseitiger Milchstau mit folgender Brustentzündung und zwei Tagen Fieber mit Schüttelfrost.
Ich habe in der Zeit 2-3 Mal am Tag Ibuprofen 400 genommen, um ihn weiterhin stillen zu können. Er trank sehr gut und ich hatte genug Milch. Zwei Wochen nach der Entbindung hat er sein Geburtsgewicht von 3200 g wieder erreicht.
Soweit so gut, es könnte alles überstanden sein. Mein derzeitiges Problem sind „nur“ noch die Schmerzen. Sie gehen einfach nicht weg. Und von Bekannten/Freundekreis bis zu den Hebammen, alle meinten, nach zwei Wochen sollten Brustschmerzen überstanden sein und die Brust sich an das Stillen gewöhnt haben. Drei voneinander unabhängige Hebammen haben sich meine Anlegetechnik angeschaut und sie als gut beurteilt. Der Kleine nimmt so viel Brust in den Mund wie möglich.
Ich habe drei Arten von Schmerzen:
1.Schmerz: Der Ansaug-Schmerz. Ist bei mir immer noch wie tausend Nadelstiche in der Brustwarze, die erste Minute, an der mein Kleiner am Nippel zieht. Ist das normal? Wie lange hält das an, bzw. geht das überhaupt weg? Gibt es z.B. Frauen, bei denen bleibt dieser anfängliche Schmerz einfach bestehen?
2.Schmerz: Der Nippel-Dauer-Schmerz. Die Brustwarzen sind soweit wieder heil. Auf dem Brustwarzen-Plateau hat sich eine leichte Kruste gebildet von den Blutungen. Aber auch die ist am Abheilen, bzw. sind sie einfach abgehärtet. Jedoch ist der Außenbereich der Brustwarzen, also quasi die Zylinderwand der Warze, bis hin zum ganzen Warzenhof extrem empfindlich auf Berührungen. Jede Berührung schmerzt. Wenn ich einen BH anziehe und die Brustwarzen dadurch in den Warzenhof reingehen, schmerzt es extrem. Der ganze Warzenhof schmerzt und ist empfindlich und das dauerhaft. Ich muss ständig aufpassen, dass ich nirgends hinkomme mit den Brüsten. Ich kann meinen Sohn nicht gescheid im Arm halten, oder lange tragen, das schmerzt einfach zu sehr. Ist das normal? Legt sich diese Art von Schmerz auch irgendwann, so wie eine Art Abhärtung? Kann es sein, dass meine Anlegetechnik doch nicht so gut ist? Wenn der Kleine fertig mit Essen ist, nuckelt er noch eine Weile auf dem Walzenhof rum. Kann das daher stammen?
3.Schmerz: Die ganze Brust tut weh. Nach dem Stillen bemerke ich wie meine Brust anfängt weh zu tun. Es ist ein diffuser Schmerz der von außen nach innen verläuft. Meine Hebamme meinte nach dem Stillen „legen sich die Milchgänge wieder hin“, oder zusammen. Die meisten Frauen spüren dabei gar nichts. Es gibt jedoch Frauen, denen schmerzt dieses Hinlegen und ich sei eine davon. Jedoch ist dieser Schmerz auch dauerhaft. Die Brüste tun den ganzen Tag weh. Daraus schlussfolgere ich, dass nicht nur das Entleeren der Milch, sondern auch der folgende Milcheinschuss weh tut.
Ich habe zwei weitere Hebammen gefragt. Eine hatte keinen Rat für mich, die andere meinte, dass dieses „Phänomen“ hormonell bedingt sei und man dafür keine Lösung hat. Eventuell Globulis könnten helfen, ich sollte zum Homöopathen.
Was ich auch bemerkt habe: Wenn ich die Brüste danach für ein paar Minuten schüttle, reduziert sich der Schmerz etwas. Wisst ihr was das sein könnte? Was kann man da machen?
Jetzt, 17 Tage nach der Entbindung, hat er ein Gewicht von 3400 g. Ich lege ihn alle 2-3 h am Tag an und in der Nacht mit 4 h Abstand.
Wenn es mir zu viel wird, nehme ich ab und zu Ibuprofen 400. Aber das kann einfach keine Dauerlösung sein. Ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, ein halbes Jahr, ein Jahr mit chronischen Brustschmerzen zu leben. Ich bin verzweifelt, da ich meinem Sohn natürlich das bestmöglichste Futter bieten möchte. Ich weiß nicht, ob sich jemand vorstellen kann, wie weh das tut. Es tut sehr weh, ich hocke jeden Tag mind. einmal heulend vor meinem Stillkissen, weil es so eine Überwindung ist ihn anzulegen.
Entweder bin ich eine extreme Pussy, oder einfach nur sehr schmerzempfindlich, ich weiß es nicht. Manchmal muss ich jedoch sagen, ich fühle mich von meinem Umfeld, von Hebammen, über Familie bis zu Freunden, sehr unter Druck gesetzt. Ich habe das Gefühl, wenn ich nur einen davon erzählen werde, ich hätte wegen den Schmerzen abgestillt, würde ich verurteilt werden, als schwache, inkompetente Mutter, die so paar Schmerzen für ihr Kind nicht aushalten kann. Schmerz ist jedoch subjektiv und eine individuelle Empfindung. Ich spiele mit dem Gedanken des Abstillens und Fläschchen geben, da mein Alltag nur noch aus Schmerz besteht und ich mich überhaupt nicht mehr auf mein Sohn konzentrieren kann und mich über ihn und seine Entwicklung freuen kann.
Ich hoffe jemand kann mir helfen. Hat jemand schon ähnliches erlebt? Gibt es Lösungen? Oder gibt es wenigstens einen Silberstreifen am Horizont, dass man sagen kann, es wird sich alles mit der Zeit legen, jeder braucht nur seine individuelle Zeit dafür?
Danke für euer Feedback und eure Antworten,
Andreea