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Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 10:45
von Seifenblasenfrau
Hallo,

Meine Maus ist nun 1,5 Jahre alt und stillt noch viel und gerne. Ich hingegen mag das im Moment überhaupt nicht! Deshalb spiele ich mit dem Gedanken, abzustillen. Eigentlich wollte ich mindestens zwei Jahre stillen, deshalb kann ich mich einfach nicht entscheiden.

Folgendes: Immer wenn S zahnt, hat sie eine furchtbare Technik. Sie kaut auf der Brust herum und ich habe wunde und blutige Brustwarzen. Wenn der Zahn da ist, hört es schlagartig auf und das Stillen macht mir wieder Spaß. Nun kommt seit zwei Monaten ein Zahn nach dem anderen und ich habe Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen. Es wird nicht besser und ich muss jedes Mal die Zähne zusammenkneifen und teilweise mit den Tränen kämpfen. Wenn ich sie abdocke, weint sie herzzerreißend. Wenn ich aus Reflex Aua rufe oder Luft zwischen den Zähnen einsauge, weint sie auch sehr traurig. Also ihre Absicht ist es natürlich nicht, mich zu ärgern. Die nächsten fünf Zähne stehen schon in den Startlöchern, ich glaube, so bald wird es nicht aufhören mit dem schmerzhaften Stillen.

Nachts schläft sie meistens quasi durch. Selten mal wacht sie auf, trotz Familienbett. Im Moment öfter, aber muss dann nicht unbedingt stillen.

Momentan stillen wir für die Einschlafbegleitung. Das macht mich aber regelrecht aggressiv. Sie turnt mit der Brust im Mund wild herum, zerrt daran, reibt ihre Zähne daran. Aua!!! Und dann zieht und kneift sie auch gerne mit den Fingern. Nichtsdestotrotz schläft sie erst nach ein bis zwei Stunden ein, eine Qual. Bei meinem Mann dauert es höchstens zehn Minuten, bis sie schläft.

Das sind eigentlich meine Gründe, die es mir unmöglich machen, weiter zu stillen. Dabei würde ich ihr diese Geborgenheit und exklusive Kuscheleinheiten gerne noch lange ermöglichen. Ich bin hin und hergerissen. Vielleicht hat jemand da einen Gedanken zu oder einen Erfahrungsbericht?

Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 11:37
von Vivilotta
Ich habe meine Tochter mit 17 Monaten abgestillt. Die Technik wurde so ab 12 Monaten bisschen schludrig, die Zähne haben gerieben, es war zwar nie so schlimm wie bei dir, aber angenehm war es auch nicht mehr. Ich wollte auch irgendwie nicht mehr stillen, obwohl ich auch ursprünglich vorhatte, sie länger zu stillen.
Immer öfter musste ich sie nach 5 Minuten abdocken, sie heulte dann ganz schlimm und merkte ja so auch meine Genervtheit. Ich habe dann beschlossen, dass ein liebevoll begleitetes Abstillen besser für unsere Beziehung ist, als ihr komplett widerwillig die Brust zu geben. Zu dem Zeitpunkt hatte ich nur noch 3 mal gestillt, morgens, mittags und abends, allerdings nur, weil ich da schon deutlich reduziert hatte. Sie hätte gerne nachts noch stündlich gestillt und tagsüber bestimmt auch 4-5 Mal.

Ich hab ihr dann eher im Affekt gesagt, dass die Brust jetzt leer ist. Sie hat das irgendwie gleich verstanden, und hat gar nicht mehr nach ihrem Bu gefragt. Ich musste die ersten Tage mit dem Bondolino raus zum Einschlafen, da hat sie schon geweint, aber alles noch in einem Rahmen, den ich akzeptabel fand. Wäre sie schrecklich verzweifelt gewesen, hätte ich weitergestillt. Ihr Weinen beim zu frühen Abdocken war aber deutlich stärker.

Sie war danach weder weinerlich er oder anhänglicher. Es war eher so, dass sie dann anfing den Papa endlich zum Schlafen zu akzeptieren. Ich war auch entspannter, mir hat das Abstillen auch emotional gut getan. Kuscheln tun wir seitdem fast mehr, für mich auch angenehmer als mit reibenden Zähnen. [emoji6]

Für uns war es der richtige Zeitpunkt.

mit Fini (02/2015)

Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 11:54
von Lösche Benutzer 20900
Nur kurz zu den kuscheleinheiten: ich kuschel seit dem abstillen mehr und lieber mit pippi, also da bin auch ich mit vollem herz dabei, das war beim stillen nicht so. :)

Lässt sie sich gut ablenken?

Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 20:51
von RonjaR
Ich spiele auch schon länger mit dem Gedanken, den jetzt 19 monatigen pieps abzustillen. Ich lese daher interessiert mit.
Wir stillen auch etwa noch 3 mal am Tag. Morgens, nachmittags wenn ich ihn von der Tagesmutter abhole und abends, wobei er noch nie zwingend Milch zum einschlafen brauchte und auch bei Papa oder bei mir beim Buch lesen einschläft. Nachts stillt er in jüngster Zeit von selbst so gut wie gar nicht mehr, obwohl wir jetzt lange Stress mit langen wachphasen hatten. Er greift lieber zu deftigeren nachtmahlzeiten.

Mir ist das stillen im Moment auch oft richtig unangenehm. Miese Technik gepaart mit dem Eindruck, dass es mit stillen selbst wirklich nicht mehr viel zu tun hat.
Also mir tut es nicht weg, sondern wird mir richtig unangenehm. Und das ist ja auch kein guter Zustand für eine Beziehung zueinander.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass er sich selbst abstillt und ich es ihm nicht nehmen muss. Aber daran ist im Moment echt nicht zu denken. Ich hatte den Wunsch zuletzt während der Eingewöhnung bei der Tagesmutter, dann der Eingewöhnung der anderen Kinder zurück gestellt.. jetzt könnte ich? !


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Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 20:57
von Seifenblasenfrau
Danke für eure Erfahrungsberichte. Einerseits will ich ihr das von Herzen noch gönnen, aber wenn sie merkt, dass ich nicht glücklich damit bin, ist es für uns beide nicht schön. Mein Mann findet es gut, dass wir über ein Jahr durchgezogen haben und wir wollen es gemeinsam angehen, wenn er Frühschicht hat. Dann fällt schon mal das Mittagsstillen und Einschlafstillen weg, weil er sie beide Male ins Bett bringt. Was ich tue, wenn sie nachts aufwacht, muss ich noch sehen.

Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 20:59
von Lösche Benutzer 19296
Seifenblasenfrau hat geschrieben: Momentan stillen wir für die Einschlafbegleitung. Das macht mich aber regelrecht aggressiv. Sie turnt mit der Brust im Mund wild herum, zerrt daran, reibt ihre Zähne daran. Aua!!! Und dann zieht und kneift sie auch gerne mit den Fingern. Nichtsdestotrotz schläft sie erst nach ein bis zwei Stunden ein, eine Qual. Bei meinem Mann dauert es höchstens zehn Minuten, bis sie schläft
Hier ganz genauso! da habe ich angefangen sie nicht mehr im FB zu stillen, sondern im Wohnzimmer und danach den Papa Einschlafbegleitung machen zu lassen.

Ich habe vor gut einer Woche abgestillt und es war erstaunlicherweise für meine Tochter kein großes Problem. Nachdem hier auch nach dem Stillen kurze Zeit später häufig noch Wasser getrunken wurde, habe ich mich gefragt wieviel Sie tatsächlich noch trinkt oder ob es eher das nuckeln ist was sie braucht. Mit dem Abstillen - hier von einem auf den anderen Tag- habe ich allerdings den Schnuller angeboten. Den nimmt sie jetzt auch, vorher wurde er abgelehnt, und ich habe das Gefühl, das das für uns eine gute Lösung war: sie kann nuckeln und sich beruhigen.

Ich hatte auch kurz ein schlechtes Gewissen: Aber letztlich soll es ja auch für beide Seiten gut passen und ich musste für mich feststellen, das ich nach vier Jahren Schwanger, Stillen oder beides zusammen, mal wieder meinen Körper für mich brauche. Von daher war mein schlechtes Gewissen schnell verschwunden, nur der Wehmut, das dieses innige Beisammensein nicht mehr in dieser Form stattfinden wird.

Ist jetzt doch ein wenig länger geworden als gedacht, hoffe das hilft dir weiter :wink:

Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 21:08
von Seifenblasenfrau
Ja, alle eure Beiträge helfen mir weiter! Danke.

Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 22:24
von soda
Bei uns mußte aufgrund von für mich nervtötenden Turnereien zunächst das Einschlafstillen abgeschafft werden und einige Monate später das nächtliche Stillen, weil ich so nicht mehr schlafen wollte (Dauernuckeln) und ihre Zähne dadurch auch nicht gefährden wollte.
Tagsüber, insbesondere auch morgens früh um fünf oder so, war ich immer heilfroh, dass wir noch gestillt haben. So konnte ich das Wuselkind wenigstens noch eine Weile im Bett halten.

Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 23.01.2017, 22:47
von Vivilotta
Ich hatte auch ein schlechtes Gewissen davor, ihr war es noch dazu auch noch sehr wichtig, und ich hätte ihr gerne ermöglicht, dass sie sich selbst abstillt, aber ich war teilweise auch regelrecht innerlich aggressiv beim Stillen. So wollte ich das auch nicht mehr. Hab hier glaub ich auch einen Faden zu dem Thema eröffnet, weil man das ja selten liest.
Und obwohl meine Tochter teilweise sogar noch lieber gestillt als gegessen hat, ging es dann tatsächlich relativ gut. Sie hat aber trotzdem nie einen Schnuller genommen oder eine Nuckelflasche. Sie hat einfach mehr mit mir gekuschelt, was ich total schön fand.
Es liest sich so, als ob deine Tochter ja schon ganz gut ohne Stillen auskommt, Seifenblasenfrau. Man kann es ja einfach mal probieren, und wenn das Kind einem deutlich signalisiert, dass es das Stillen noch braucht, probiert man es ein paar Wochen später wieder.

Ich finde 1,5 ein gutes Alter, wenn man nicht das Kind entscheiden lassen will. Mit 1,5 verstehen sie einfach deutlich mehr als mit 1, man kann es ein wenig erklären. Und ich habe oft gelesen, dass es über 2 nicht einfach ist, abzustillen, vielleicht weil die Kinder sich länger erinnern können? Oder durchsetzungsfähiger sind? Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass das Abstillen bei meiner Tochter mit knapp 2 jetzt anders ablaufen würde.




mit Fini (02/2015)

Re: Abstillen mit 1,5?

Verfasst: 24.01.2017, 00:22
von Myeskathry
Ich habe den Großen mit knapp 1,5 abgestillt, die Kleine mit knapp 2,5.
1,5 war einfacher. Ja, sie erinnern sich weniger lange daran. Dein Leid musste ich so zum Glück nicht erleben. Deshalb kann ich dir auch nicht zu oder abraten zum Abstillen.
Definitiv werden die meisten Kinder durchs Abstillen kuschliger und man findet Ersatzrituale. Zum ins Bett gehen wollen bei mir z.B. beide immer gern noch einen Becher Wasser und von Mama exklusiv gekrault werden. Aber Papa ist eben seither auch aktiver mit eingebunden.