Seite 1 von 2

Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 19.11.2016, 23:11
von Lakritze86
Hallo, ich habe mich schon durch ältere Forenbeiträge gewühlt aber bin nicht fündig geworden was mein Problem angeht bzw habe nur die "Üblichen" Ratschläge dazu gefunden.
Meine Tochter ist 4 Monate alt und bis letzte Woche habe ich voll gestillt. Wir hatten immer mal wieder kleinere Stillstreiks über ein paar Tage, bei denen sie jedoch nur nachmittags oder abends mal die Brust verweigert hat. Nun ist es seit über einer Woche so, dass sie die Brust komplett verweigert. Sie stillt gar nicht mehr, nicht mal in der Nacht im Halbschlaf. Zunächst hat sie, sobald ich sie aufs Stillkissen in Seitenlage gelegt habe, angefangen zu weinen obwohl ich sie nicht nicht mal angelegt hatte. Hat sich weggedrückt und den Rücken durchgebogen, dreht den Kopf weg und brüllt herzzerreißend wenn ich sie nicht wieder hoch nehme.

Da sie die Brust überhaupt nicht mehr nahm, hab ich dann abgepumpt und ihr die Milch per Flasche gegeben. Die nahm sie auch gierig. Flasche gab es bisher immer nur mal in Ausnahmefällen, wenn der Papa mal zwei Stunden alleine mit ihr war. Ist nie ein Problem gewesen. Nun hab ich Angst, dass sie die Flasche anfängt zu bevorzugen und die Brust gar nicht mehr will. Hab es mit Becher und Spritze probiert, aber auch da brüllt sie fast bis zum erbrechen, weil es ihr einfach zu langsam geht. Hab es mit Stillhütchen probiert, weil ich dachte, dass ihr die einschießenden Zähne wieder Probleme machen (das hatten wir schon mal und da ging es mit Stillhütchen super). Aber auch da brüllt sie nur die Brust an. Hab versucht sie im dunkeln zu stillen, wenn sie müde ist, andere Positionen, im Schaukelstuhl, im gehen.....sie will die Brust einfach nicht. Seit ein paar Tagen kann ich sie zumindest wieder aufs Stilkissen legen und sie "erzählt" der Brust manchmal was, schlabbert für zwei Sekunden lustlos dran, lässt dann wieder los und zeigt kein Interesse. Wenn ich dann mehr fach versuche sie ihr wieder anzubieten, schreit sie wieder los. Erkältung oder Soor schließe ich aus. Sie wirkt gesund und im Mund ist auch nichts zu sehen. Flasche nimmt sie wie gesagt ohne Probleme und gierig. Ich kann mich an kein unangenehmen Ereignis erinnern, was sie mit dem Stillen verbinden könne. Da ich noch einen 2 1/2 jährigen Sohn habe, muss ich nun jede 2. Mahlzeit durch Pre ersetzen weil ich einfach nicht so viel Zeit und Ruhe zum abpumpen habe wie ich bräuchte. Ich muss mich ja halbwegs um die Kinder kümmern. Meine Tochter macht keinen Unterschied dazwischen ob Mumi oder Pre in der Flasche ist. Meine Stillberaterin ist ratlos. Das einzige, was sie mir noch sagen konnte war: halte durch..... Ich bin mit den Nerven am Ende, weine viel weil ich das Stillen einfach nicht aufgeben möchte und dauerhaft Flasche geben für mich persönlich unvorstellbar ist. Meinen Sohn habe ich 18 Monate gestillt und von ihm kenne ich dieses Verhalten so überhaupt nicht. Wenn nichts mehr ging und er nur noch am brüllen war: Brust ging immer.
Ich hoffe, mir kann hier jemand helfen denn ich weiß wirklich nicht weiter und möchte auch noch nicht aufgeben.Nur dauerhaft kann ich das ständige abpumpen mit zwei kleinen Kindern zu Hause einfach nicht durchhalten. Ich bin für jeden Tip dankbar!

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 19.11.2016, 23:19
von Lakritze86
Ach man, ich wollte eigentlich in meinem Beitrag nur was ergänzen und nun hab ich mir selber geantwortet. :roll: Ich hoffe, einer der Mods kann da löschen. Ich find die Möglichkeit dazu leider gerade nicht :oops:

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 19.11.2016, 23:49
von Hyndla
Herzlich willkommen hier, Lakritze. Bis sich einer der Mods bei dir meldet, könntest du dich ja schon mal in die Thematik "Saugverwirrung" einlesen. Ich drück dir die Daumen, dass ihr bald wieder problemlos stillen könnt, hier bist du jedenfalls in den besten Händen.

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 20.11.2016, 06:45
von Lakritze86
Danke. Ich denke aber nicht, dass das unser Problem ist. Sehr sehr selten bekomme ich sie dazu, dass sie zumindest anfängt zu saugen, allerdings nur für 20-30 Sekunden, um dann plötzlich aufzuhören und anzufangen zu schreien. Sie saugt dann ganz normal an und hat auch keine Probleme die Brust im Mund zu halten oder so. Dachte zunächst, dass es ihr vielleicht zu lange dauert bis die erste Milch kommt. aber auch wenn ich vorher ein wenigraus drücke, damit es schneller fließt, reagiert sie so. oder nimmt in den meisten Fällen die Brust trotzdem gar nicht erst.

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 20.11.2016, 08:28
von Hyndla
An der Flasche trinkt es sich fürs Baby leichter, an der Brust muss es "arbeiten". Deshalb ist es günstig, stillfreundliche Alternativen zu wählen, wenn jemand anders das Baby füttert.
Aber es wird sich sicher bald eine der Stillberaterinnen bei dir melden...

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 20.11.2016, 08:30
von Hyndla
Benutzt ihr einen Schnuller?

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 20.11.2016, 10:43
von Lakritze86
Schnuller benutzen wir, hauptsächlich zum schlafen. Wenn sie wach ist, hat sie ihn sehr selten.
Ich weiß, dass die Flasche nicht so toll ist fürs Stillen. Aber was soll ich machen? Wir haben vorher Becher, Spritze und Löffel versucht und sie nimmt es nicht und ist zu ungeduldig dabei und schreit vor Hunger.

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 22.11.2016, 19:42
von Atsitsa
Hallo liebe Lakritze,

zunächst einmal Entschuldigung, dass ich mich jetzt erst bei Dir melde und herzlich Willkommen bei uns. Wie sieht es denn mittlerweile aus?

Hast Du diesen Thread zum Thema Stillstreik schon gelesen? Findest Du Dich da wieder? Der Streik kann verschiedene Ursachen haben - Schnuller bzw. Flasche können dazu gehören, das muss aber nicht sein. Hast Du schon versucht, ihr die Milch mit einem Becher oder Glas zu geben?

Wichtig ist, dass Du die Brust nach wie vor leerst - das hast Du ja mit dem Pumpen schon genau richtig gemacht. Ein Stillstreik lässt sich fast immer überwinden - ich begleite Dich hier gerne dabei.

Liebe Grüße
Atsitsa (ModTeam Stillbegleitung)

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 22.11.2016, 20:17
von Lakritze86
Ich danke dir für deine Antwort:)

In dem Beitrag finde ich mich nicht so wirklich wieder. Bei uns gab es kein Vorkommnis, an dem ich festmachen könnte, dass es daran liegt. Sie hat nie gebissen oder sowas. Ein paar Tage bevor der große Stillstreik los ging, war das trinken schon mal etwas schwieriger. Sie wollte erst nicht andocken, hat dann kurz getrunken, losgelassen, gebrüllt, wieder angedockt....Dann war für zwei Tage ruhe und dann auf einmal die komplette Brustverweigerung, sowohl tagsüber als auch nachts. Wir hatten schon öfter Tage, an denen sie stundenweise nicht stillen wollte. Aber das gab sich dann immer wieder.
Heute hatten wir einen halbwegs Erfolgreichen Tag. Ich hab sie mir heute morgen mit nacktem Oberkörper ins Fräulein Hübsch gesteckt, bin umher gelaufen und habe sie mit Stillhütchen anlegen können. Die Hütchen haben wir noch aus dem Anfang der Stillzeit, weil es in den ersten 2 Wochen ohne für mich einfach zu schmerzhaft war auf Grund wunder Brustwarzen. Da es zunächst heute nur Geschrei gab an der nackten Brust, dachte ich, ich versuche es mit den Hütchen. Lieber mit Hütchen stillen als gar nicht. Ich habe auch das Gefühl, dass sie sich auch einfach zu sehr an das Gefühl des Flaschensaugers um Mund gewöhnt hat. Und dass es ihr aus der Brust zu langsam fließt. Meine Milchmenge ist natürlich auch nicht mehr so wie vor 2 Wochen, weil ich einfach mit zwei Kindern nicht so viel Zeit zum abpumpen, habe wie ich bräuchte um die Milchmenge konstant aufrecht zu erhalten.
Mit Löffel, Becher und Spritze klappt es so gar nicht. Sie ist zu ungeduldig, fängt nach 5 Minuten an zu brüllen und hört auch nicht mehr auf weil es ihr zu langsam geht. In meiner Verzweiflung hab ich gestern den Soft Cup von Medela besorgt, aber auch da schreit sie nach kurzer Zeit.
Sie hat dann den ganzen Tag mit Hütchen gestillt. Ohne war nichts zu machen. Aber im Moment bin ich sehr froh darüber, dass sie die Brust überhaupt wieder nimmt. Auch wenn das anlegen jedes mal noch mit Theater verbunden ist und ich während des Stillens vor und zurück schaukeln oder seitlich schaukeln muss. Sonst weint sie los. Aber all das ist für mich grad das kleinere übel. Hauptsache weg von der Flasche!
Ich hoffe, dass wir die Nacht so überstehen können und der Tag morgen so weiter geht und ich zumindest nicht in meiner Not die Flasche gebe. Ich frag mich manchmal, ob es nicht auch funktionieren würde, sie quasi so lange hungern zu lassen, also keine Flasche zu geben, bis sie die Brust nehmen würde.Aber ich kann das einfach nicht. Sie brüllt dann so herzrereissen, dass sie sich fast übergibt vor schreien. Länger als 8 stunden hab ich beim letzten Versuch nicht ausgehalten. Ich will mein Kind ja auch nicht quälen.

Re: Stillstreik und nichts hilft.

Verfasst: 23.11.2016, 21:08
von Mondenkind
Hallo Lakritze, Atsitsa ist krank, daher melde ich mich. Super, dass sie mit Hut an die Brust geht. Das ist in der Tat viel besser als nicht stillen.

Ich möchte mich dem Rat der Stillberaterin anschließen und empfehlen, dran zu bleiben und durch zu halten. Ein Stillstreik geht in der Tat meist vorbei. Wichtig ist der Verzicht auf die Flasche und den Schnuller, möglichst. Das mit der Tragehilfe hast du toll hingekriegt. Schläft sie nachts bei dir? Ich würde weiter versuchen, sie nachts im Halbschlaf anzulegen.

Schmerzen sind sicher ausgeschlossen? Zahnt sie?
Hyndla hat geschrieben:An der Flasche trinkt es sich fürs Baby leichter, an der Brust muss es "arbeiten". ...
Das stimmt so nicht. An der Brust ist es nicht schwerer. Die Techniken sind schlicht unterschiedlich.

Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung