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Stillen und Alltag
Verfasst: 18.09.2016, 17:15
von Tigerlady85
Hallo,
mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt. Z.Z. hat er sich auf alle 2,5 h tagsüber stillen eingependelt. Nachts so 3-4x.
Mein Mann ist der Meinung ich könnte doch jetzt auch mal mit Flasche anfangen, weil ich zu ihm gemeint habe, er könnte doch am Wochenende im Haushalt mithelfen, der auch mal den Müll runter bringen.
Er meint ich bin ja den ganzen Tag zu Hause. Da habe ich gesagt, ich brauch so zw. 20-40 min für ein Mal stillen, tagsüber schläft er nur im Tuch oder auf mir aufm Sofa, da schaff ich nicht alles. Wenn ich ihn abends ins Bett bringe, so 19:30 Uhr rum, dann gehe ich direkt mit, damit ich auch etwas schlafen kann, weil der Kleine meistens ab 6.00 Uhr wieder wach ist.
Mein Mann meint er muss sich auch dran gewöhnen im Laufstall zu schlafen und nicht immer bei mir. Er hat 1 x bei meinem mann 30 min da geschlafen, danach war er aber total müde, weil er bei mir immer zw. 40-60 min schläft und es nicht schafft alleine einzuschlafen.
auch aus meinem Umfeld heißt es, mach dir nicht so nen Stress gibt ihm die Flasche, dann kannst du mehr machen, z.B. Haushalt....
Das frustiert mich noch mehr, und dann dauert das Stillen nur noch länger.
habe mal ne Zeit lang 1,5 h pro mahlzeit gebraucht, weil alle der meinung waren, ich hätte zu wenig Milch und der Arzt meinte, er könnte mehr zunehmen...mittlerweile nimmt er gut zu, weil ich dank einernetten Hebamme gesehen habe, das es nicht an der Milchmenge, sondern am Gerede von allen liegt, es hat immer total lange mit dem MSR gedauert und auch heute muss ich da aufpassen, dass ich mir ruhe fürs Stillen gönne.
Warum versteht mich keiner?
Es heißt auch, ab 5-6 Monaten kann er doch die Flasche kriegen, da kriegen doch alle Flasche....
und ich bin quasi selbst Schuld, wenn ich nicht mal was für mich machen kann...
Re: Stillen und Alltag
Verfasst: 18.09.2016, 18:09
von skayaa
Oh je Tigerlady, das klingt nach keiner schönen Situation in der du gerade bist
Aber es klingt nach einem ganz normalen Verhalten eines so kleinen Babys. Nur auf oder an Mama schlafen, oft und gerne länger trinken das kenne ich von meinem Zwerg in dem Alter auch. Es ist schade dass dir dein Umfeld suggeriert das wäre falsch. Das ist es nämlich nicht, sondern genau so wie Babys seit der Steinzeit ticken. Sicher ist es nur bei Mama oder Papa, und das trinken gibt Sicherheit und Beruhigung neben der reinen Sättigung.
Was verspricht sich dein Mann von der Flasche? Ich kann mir gar nicht vorstellen wie du dadurch mehr Zeit haben solltest. Tshirt hoch und andocken - schneller kann es ja gar nicht gehen. Kein sterilisieren, anrühren etc.
Der Alltag mit Stillbaby hat sich wahnsinnig vereinfacht bei uns. Ich war direkt "traurig" dass wir mit Beikost angefangen haben, nur stillen war so praktisch. Je spannender die Umgebung wurde, umso kürzer hat er getrunken. Oft nur 2-5 Minuten. Früher haben wir auch lange gestillt, jetzt vermisse ich diese Zeiten manchmal. Kaum hab ich das Buch aufgeschlagen, den Artikel am Handy gefunden ist er schon wieder fertig...
Ich wünsche dir viel Kraft dass du deinen Mann überzeugen kannst.
Re: Stillen und Alltag
Verfasst: 18.09.2016, 18:38
von skayaa
Habe gerade gesehen dass ich seit dem tapatalk Update als skayaa hier unterwegs bin. Eigentlich bin ich Skoxi.
Re: Stillen und Alltag
Verfasst: 18.09.2016, 18:44
von serotonin
Was das Gerede von anderen angeht: da würde ich auf Durchzug schalten. Es ist doch dein Haushalt und nicht ihrer.
Was deinen Mann angeht: es ist doch deine Brust und nicht seine. Wenn DU und dein Kind mit dem Stillen glücklich sind, warum sollte man das torpedieren? Flasche hat teurer, umständlicher zuzubereiten, blöder mitzunehmen, schlechter fürs Kind (was nicht heißt dass es schlecht ist! Aber Stillen bietet Vorteile, die Pulvermilch nicht hat).
Für mich klingt das ein bisschen so, als hätte er Probleme, die veränderte Situation mit Baby zu akzeptieren - das ist am Anfang auch nicht einfach! - und würde erwarten, dass es ein bisschen so weiter geht wie bisher. Aber ihr habt jetzt einen kleinen Menschen zuhause, dessen Versorgung eure Aufgabe ist. Das mögen andere Menschen anders sehen, aber für mich ist das meine derzeitige Hauptaufgabe, dass es meinen Kindern gut geht. Haushalt kommt erst weit, weit später.
Babys sind darauf programmiert, in Sicherheit zu schlafen. Die wissen nicht, dass in unsere Häuser keine wilden Tiere kommen... Woher auch? Falls dein Mann bereit ist, was zu lesen:
http://www.gewuenschtestes-wunschkind.d ... f.html?m=1 das dort empfohlene Buch ist auch super.
Wenn euer Baby etwas älter ist, wird es auch einfacher und du bekommst mehr geschafft. Aber es ist ja nicht nur dein Haushalt, sondern euer gemeinsamer. Ohne Hilfe von meinem Mann (bzw. leistet er im Moment die meiste Arbeit und sonst teilen wir etwa 50/50 auf) wäre es hier noch chaotischer als es sowieso schon ist...
Re: Stillen und Alltag
Verfasst: 18.09.2016, 18:45
von Serafin
Mein Mann ist seit ich als das Baby zwei Monate alt war, mal total krank war, voller Ehrfurcht, was ich mit Baby alles schaffe. Das war sehr heilsam für ihn. Und er hat aber voll hinter dem Stillen nd nicht schreien lassen gestanden.
Gib ihm am Wochenende doch mal das Baby und er soll es in den Laufstall schlafen legen. Einzige Bedingung, das Baby wird nicht schreien gelassen.
Und dein Job ist Baby, seiner ist Geld verdienen. Der Haushalt gehört euch beiden!
Re: Stillen und Alltag
Verfasst: 18.09.2016, 20:19
von Lösche Benutzer 21950
Hm, für mich klingt das nach "wie, Frau will das ich im Haushalt schaffe!? Geht gar nicht, ich suche eignen Grund, warum sie schuld ist, dass sie das nicht selbst kann!". Ich will deinen Mann nicht schlecht machen, aber meiner war auch kurz an dem Punkt, wo er meinte, mit Flasche wäre alles einfacher, bis ich ihm damit kam, dass er dann gerne die Nachtschichten dauerhaft übernehmen darf und die Wochenenden - da war er ganz schnell geheilt von dem Wunsch nach der Flasche und hat gerne gelegentlich im Haushalt angefangen zu helfen!
Fühl dich gedrückt und nicht unterkriegen lassen!! DU bist die Mutter und DU entscheidest, was das beste für euch ist!
Mit Großkind 11/07
Mit Zwergenkind 12/15
Re: Stillen und Alltag
Verfasst: 18.09.2016, 22:44
von SandraKoeln
1. Erkläre ihm, dass stillen die beste und gesündeste Ernährung mindestens im gesamten ersten Lebensjahr ist (ab 6 Monaten + Beikost). Gib ihm die Ernährungsempfehlungen der WHO und der deutschen Kinderärzte zu lesen.
2. Erkläre ihm, dass Flasche füttern auf den ersten Blick einfacher scheint, aber eigentlich mehr Arbeit bedeutet. Die Nahrung muß gekauft und angerührt werden. Die Flaschen gekauft, gespült und desinfiziert. Nachts darf er dann ran. Da ist Stillen nämlich viiiiiel einfacher. Die Mehrarbeit, die er dir auferlegt, soll er wenigstens zum Teil übernehmen.
3. Rechne ihm vor, wieviel Geld Säuglingsnahrung für mindestens ein Jahr kostet.
4. Lass ihn das Kind tragen, um mehr Zeit für dich zu haben. Dabei kann er direkt auch den Müll weg bringen

Und du einen Kaffee trinken gehen. Er kann dann ja auch mal probieren, ob das Kind im Laufstall bleibt.
Du siehst, mein Verständnis für deinen Mann hält sich in Grenzen. Klar, auch sein Leben ändert sich. Das ist schwer, logisch. Aber eben für euch beide. Es ist auch sein Kind.