Einige Fragen vor zweitem Kaiserschnitt
Verfasst: 24.08.2016, 04:31
Die Geburt meines ersten Kindes war ein geplanter Kaiserschnitt nach Gestose-Symptomatik bei mir. Die ersten Tage im Krankenhaus waren aus stilltechnischer Sicht furchtbar, und da nun beim zweiten Kind am Montag erneut ein Kaiserschnitt geplant ist, möchte ich es dieses Mal besser vorbereitet sein.
Zunächst meine Erlebnisse beim ersten Kind:
Aufgrund von massiven Wassereinlagerungen und grenzwertigem Blutdruck bei mir kam mein erstes Kind per geplanten Kaiserschnitt auf die Welt. Das Bonding wäre durchaus noch verbesserungswürdig gewesen (Ich bekam ein fertig gewaschenes und angezogenes Baby auf die Brust.), aber immerhin wurde noch im Kreissaal jede Seite einmal angelegt.
Zurück auf Station habe ich nur dann gestillt, wenn ich Hungerzeichen wahrgenommen habe und jeweils nur eine Seite (also viel zu selten). Allerdings war mein Baby auch sehr schläfrig und mir wurde gesagt, dass das Baby den Bauch voller Fruchtwasser hätte und ihm vermutlich übel wäre. In der ersten Nacht konnte ich mich vor Schmerzen kaum bewegen und hätte Hilfe beim Anlegen benötigt. Diese bekam ich allerdings kaum, sondern nur den Kommentar, dass man mit meinen Brustwarzen eh nicht stillen könnte und ich Stillhütchen bräuchte.
Dies alles führte dazu, dass ich die ersten 24 Stunden sehr selten gestillt habe. Danach war mein Kind wacher, hat deutlicher gezeigt, dass es stillen möchte, und ich fühlte mich auf dem richtigen Weg, auch wenn es beim Stillen schnell eingeschlafen ist und schlecht/nicht wachzuhalten war.
Allerdings hatte es beim Wiegen am zweiten Tag schon fast 10 Prozent abgenommen, und die Schwestern waren höchst alarmiert (Der Kinderarzt sah es bei der U2 später am Tag deutlich gelassener, allerdings war es da schon zu spät.) Ich musste Abpumpen (Es kamen natürlich nur ein paar Milliliter raus.), und ich wurde massiv gedrängt zuzufüttern (Eine Schwester drohte sogar damit, dass man mir sonst mein Kind wegnehmen müsste.). Meine Sorge vor einer Saugverwirrung wurde abgetan und eine stillfreundliche Zufüttermethode als nicht praktikabel bezeichnet. Wieder wurde mir gesagt, dass ich Stillhütchen bräuchte, weil mein Kind die Brustwarze nicht zu fassen bekäme. Das schlimme war, dass jede Schwester was anderes gesagt hat, und jede ihren ganz eigenen Tipp parat hatte.
Ich habe dann angefangen alle drei Stunden zu stillen und anschließend noch abzupumpen. Zugefüttert wurde das Abgepumpte und auch Pre, allerdings ohne eine bestimmte Mengenvorgabe zu haben. Zugefüttert wurde per Fläschchen, und es hat genau 24 Stunden gedauert, bis mein Kind nicht mehr an die Brust wollte. Soviel zum Thema Saugverwirrung.
Ich habe dann auf eigene Faust versucht, mein Baby mit Stillhütchen an die Brust zu bekommen, was zum Glück klappte. So konnte ich immerhin weiterstillen. Entlassen wurde ich dann am vierten Tag nach dem Kaiserschnitt. An diesem Tag hatte ich auch den Milcheinschuss (Meiner Meinung nach - würde ich den Schwestern Glauben schenken, dann würde ich heute noch darauf warten.).
Nach der Entlassung habe ich nicht mehr gepumpt und nicht mehr zugefüttert. Mein Baby hat immer ordentlich zugenommen und wurde sechs Monate voll gestillt. (Und 10 Monate nahezu voll, weil es wenig Interesse an Beikost hatte. Und heute habe ich ein Ü2-Still- bzw. Nuckelkind.) Und trotzdem hat diese Zeit im Krankenhaus dazu geführt, dass ich ständig Angst hatte, ich hätte nicht genügend Milch für mein Baby. Zu Hause habe ich auch zunächst mit Stillhütchen gestillt. Mit 5 Wochen hat mir mein Baby eindeutig gezeigt, dass es lieber die blanke Brust hätte. Allerdings habe ich ihm die Hütchen weitere 3 Wochen lang immer wieder aufgedrängt, weil ich Angst hatte, es würde an der blanken Brust zu wenig bekommen.
Und jetzt vor dem zweiten Kaiserschnitt habe ich Angst, dass sich die Geschichte wiederholt. Zumal ich dieses Mal im Krankenhaus wesentlich weniger Unterstützung haben werde, weil sich mein Partner ja um das große Geschwisterkind kümmern muss.
Um dieses Mal aber besser vorbereitet zu sein, habe ich ein paar Fragen:
1) Ich weiß, dass ich möglichst schnell auf die optimale Stillfrequenz von 8 – 12x täglich kommen sollte. Was mache ich aber, wenn das Baby die ersten 24 Stunden doch zu müde/schlapp sein sollte? Soll ich dann schon mal mit Pumpen anfangen?
2) Wenn das Baby die Brustwarze im Mund behält und das Vakuum halten kann, kann es dann dennoch nötig sein Stillhütchen zu verwenden?
3) Mein erstes Kind zeigte nach zwei Tagen bereits eine starke Gewichtsabnahme. Könnten da meine Wassereinlagerungen und Infusionen vor dem Kaiserschnitt eine Rolle gespielt haben? Auch in dieser Schwangerschaft habe ich wieder massiv Wasser eingelagert. Sind die 10 % Abnahme unter diesem Gesichtspunkt anders zu beurteilen oder stellen sie dennoch eine klare Zufütterindikation dar?
4) Falls ich denn Pre zufüttern sollte: Welche Menge macht denn da pro Tag bzw. pro Mahlzeit Sinn? Bei meinem ersten Kind fand ich es so planlos. Ich habe gestillt, Abgepumptes zugefüttert und dann noch Pre gefüttert. Ich hatte dabei aber keine Mengenvorgaben.
5) Zufüttern möchte ich dieses Mal auf jeden Fall stillfreundlich. Welche Möglichkeiten habe ich denn da im Krankenhaus? Ich kann ja z.B. schlecht den Medela Softcup mitbringen, weil es ja steril sein muss.
6) Mir wurde gesagt, dass ich mein Baby beim Stillen nicht am Kopf streicheln sollte, weil es ansonsten das Streicheln mit der Nahrungsaufnahme assoziieren würde. Das ist Quatsch, oder?
Hm, der Text ist ziemlich lang geworden. Es war sicher auch ein Stück weit therapeutisches Schreiben. Ich hoffe, dass ihr mir meine Fragen beantworten könnt, damit ich ein Stück beruhigter am Montag ins Krankenhaus fahren kann.
Zunächst meine Erlebnisse beim ersten Kind:
Aufgrund von massiven Wassereinlagerungen und grenzwertigem Blutdruck bei mir kam mein erstes Kind per geplanten Kaiserschnitt auf die Welt. Das Bonding wäre durchaus noch verbesserungswürdig gewesen (Ich bekam ein fertig gewaschenes und angezogenes Baby auf die Brust.), aber immerhin wurde noch im Kreissaal jede Seite einmal angelegt.
Zurück auf Station habe ich nur dann gestillt, wenn ich Hungerzeichen wahrgenommen habe und jeweils nur eine Seite (also viel zu selten). Allerdings war mein Baby auch sehr schläfrig und mir wurde gesagt, dass das Baby den Bauch voller Fruchtwasser hätte und ihm vermutlich übel wäre. In der ersten Nacht konnte ich mich vor Schmerzen kaum bewegen und hätte Hilfe beim Anlegen benötigt. Diese bekam ich allerdings kaum, sondern nur den Kommentar, dass man mit meinen Brustwarzen eh nicht stillen könnte und ich Stillhütchen bräuchte.
Dies alles führte dazu, dass ich die ersten 24 Stunden sehr selten gestillt habe. Danach war mein Kind wacher, hat deutlicher gezeigt, dass es stillen möchte, und ich fühlte mich auf dem richtigen Weg, auch wenn es beim Stillen schnell eingeschlafen ist und schlecht/nicht wachzuhalten war.
Allerdings hatte es beim Wiegen am zweiten Tag schon fast 10 Prozent abgenommen, und die Schwestern waren höchst alarmiert (Der Kinderarzt sah es bei der U2 später am Tag deutlich gelassener, allerdings war es da schon zu spät.) Ich musste Abpumpen (Es kamen natürlich nur ein paar Milliliter raus.), und ich wurde massiv gedrängt zuzufüttern (Eine Schwester drohte sogar damit, dass man mir sonst mein Kind wegnehmen müsste.). Meine Sorge vor einer Saugverwirrung wurde abgetan und eine stillfreundliche Zufüttermethode als nicht praktikabel bezeichnet. Wieder wurde mir gesagt, dass ich Stillhütchen bräuchte, weil mein Kind die Brustwarze nicht zu fassen bekäme. Das schlimme war, dass jede Schwester was anderes gesagt hat, und jede ihren ganz eigenen Tipp parat hatte.
Ich habe dann angefangen alle drei Stunden zu stillen und anschließend noch abzupumpen. Zugefüttert wurde das Abgepumpte und auch Pre, allerdings ohne eine bestimmte Mengenvorgabe zu haben. Zugefüttert wurde per Fläschchen, und es hat genau 24 Stunden gedauert, bis mein Kind nicht mehr an die Brust wollte. Soviel zum Thema Saugverwirrung.
Ich habe dann auf eigene Faust versucht, mein Baby mit Stillhütchen an die Brust zu bekommen, was zum Glück klappte. So konnte ich immerhin weiterstillen. Entlassen wurde ich dann am vierten Tag nach dem Kaiserschnitt. An diesem Tag hatte ich auch den Milcheinschuss (Meiner Meinung nach - würde ich den Schwestern Glauben schenken, dann würde ich heute noch darauf warten.).
Nach der Entlassung habe ich nicht mehr gepumpt und nicht mehr zugefüttert. Mein Baby hat immer ordentlich zugenommen und wurde sechs Monate voll gestillt. (Und 10 Monate nahezu voll, weil es wenig Interesse an Beikost hatte. Und heute habe ich ein Ü2-Still- bzw. Nuckelkind.) Und trotzdem hat diese Zeit im Krankenhaus dazu geführt, dass ich ständig Angst hatte, ich hätte nicht genügend Milch für mein Baby. Zu Hause habe ich auch zunächst mit Stillhütchen gestillt. Mit 5 Wochen hat mir mein Baby eindeutig gezeigt, dass es lieber die blanke Brust hätte. Allerdings habe ich ihm die Hütchen weitere 3 Wochen lang immer wieder aufgedrängt, weil ich Angst hatte, es würde an der blanken Brust zu wenig bekommen.
Und jetzt vor dem zweiten Kaiserschnitt habe ich Angst, dass sich die Geschichte wiederholt. Zumal ich dieses Mal im Krankenhaus wesentlich weniger Unterstützung haben werde, weil sich mein Partner ja um das große Geschwisterkind kümmern muss.
Um dieses Mal aber besser vorbereitet zu sein, habe ich ein paar Fragen:
1) Ich weiß, dass ich möglichst schnell auf die optimale Stillfrequenz von 8 – 12x täglich kommen sollte. Was mache ich aber, wenn das Baby die ersten 24 Stunden doch zu müde/schlapp sein sollte? Soll ich dann schon mal mit Pumpen anfangen?
2) Wenn das Baby die Brustwarze im Mund behält und das Vakuum halten kann, kann es dann dennoch nötig sein Stillhütchen zu verwenden?
3) Mein erstes Kind zeigte nach zwei Tagen bereits eine starke Gewichtsabnahme. Könnten da meine Wassereinlagerungen und Infusionen vor dem Kaiserschnitt eine Rolle gespielt haben? Auch in dieser Schwangerschaft habe ich wieder massiv Wasser eingelagert. Sind die 10 % Abnahme unter diesem Gesichtspunkt anders zu beurteilen oder stellen sie dennoch eine klare Zufütterindikation dar?
4) Falls ich denn Pre zufüttern sollte: Welche Menge macht denn da pro Tag bzw. pro Mahlzeit Sinn? Bei meinem ersten Kind fand ich es so planlos. Ich habe gestillt, Abgepumptes zugefüttert und dann noch Pre gefüttert. Ich hatte dabei aber keine Mengenvorgaben.
5) Zufüttern möchte ich dieses Mal auf jeden Fall stillfreundlich. Welche Möglichkeiten habe ich denn da im Krankenhaus? Ich kann ja z.B. schlecht den Medela Softcup mitbringen, weil es ja steril sein muss.
6) Mir wurde gesagt, dass ich mein Baby beim Stillen nicht am Kopf streicheln sollte, weil es ansonsten das Streicheln mit der Nahrungsaufnahme assoziieren würde. Das ist Quatsch, oder?
Hm, der Text ist ziemlich lang geworden. Es war sicher auch ein Stück weit therapeutisches Schreiben. Ich hoffe, dass ihr mir meine Fragen beantworten könnt, damit ich ein Stück beruhigter am Montag ins Krankenhaus fahren kann.