Stillschwierigkeiten mit spätem Frühchen
Verfasst: 07.07.2016, 15:55
Hallo,
ich hoffe, dass ich vielleicht hier ein paar Tipps und Unterstützung bekommen kann, wie wir doch noch zum Vollstillen kommen können. Ich habe mich schon durch viele Threads durchgelesen, aber bin mittlerweile nur noch verwirrter als vorher, mir scheint, als hätte ich all meine Intuition was jetzt richtig oder falsch wäre, verloren.
Ein bisschen was zu uns und unserem Stillstart und -verlauf:
Liva ist unsere Nummer 4 und wurde bei 34+0 mit 2235 g nach frühzeitigem Blasensprung spontan geboren. Wir waren im Krankenhaus von Anfang an auf einem Zimmer und ich konnte sie bei mir haben so oft es eben ging. Ab dem 2. Tag durfte sie kurzzeitig ohne CPAP sein, und ab da habe ich sie auch immer angelegt, wenn sie sondiert wurde. Ich habe kurz nach der Geburt angefangen abzupumpen und ab dem 4. Tag hat sie ausschliesslich meine Milch in die Sonde bekommen. Bis heute ist sie ein sehr schläfriges Baby, und es ist und war eine riesige Herausforderung sie an beim Stillen wach zu halten. Die ersten Tage hatte sie manchmal noch beim Andocken Probleme und von Anfang an hat sie meine linke Brust vorgezogen.
Ab Tag 15 haben wir dann vor jeder Sondenmahlzeit Stillproben gemacht und sie hat den Rest ihrer Ration dann per Sonde bekommen. Erst als sie 2-3 Wochen alt war, konnte sie eine nennenswerte Menge an der Brust trinken, eine Stillmahlzeit dauerte da zwischen einer und anderthalb Stunden, in denen ich alle Tricks aus eurer "tipps-für-schläfrige-babys-liste" ausprobiert habe. Bei 37+6 wurden wir entlassen, nachdem sie ein einziges Mal ohne Sondenzuschuss zugenommen hatte.
Am ersten Tag zu Hause ging alles super, sie trank ohne Ende, alle Windeln übergelaufen - und dann hat sie aufgehört. Wecken wurde immer schwieriger und als wir 3 Tage später zur Gewichtskontrolle im KH waren, sah die Gewichtszunahme nicht sehr gut aus. Ich sollte zufüttern, nach jedem Stillen min. 30 ml. Zuerst hiess es mit Becher, dann doch lieber Flasche, damit die Stillmahlzeiten nicht allzu lange dauerten. Den Rest des Tages und die folgende Nacht hab ich sie dann einfach nicht mehr wach bekommen, sie nuckelte nur wenig, pieselte mir zu wenig und ich gab ihr dann in einer leichten Panikattacke ganz klar mehr als die 30ml nach jedem Stillversuch, alle 3-4 Stunden. Flasche hat sie auch genommen, verschluckt sich aber heftigst und hat viel Luft im Bauch.
Ich ging am Tag darauf nochmal zur Kontrolle und da hiess es dann, dass wir wohl einfach zu früh entlassen wurden - leider - und sie ganz klar mehr braucht, als was sie an der Brust trinken kann. Ich sollte sie spätestens alle 4 Stunden wecken, eine halbe Stunde versuchen sie zu stillen, und danach Flasche anbieten, damit sie nicht zu viele Kräfte aufs Stillen verwendet und vorm nächsten Stillen/Flasche geben genug schlafen kann. Es gelingt mir nicht, sie in dieser halben Stunden nach Wecken wach genug zu bekommen und sie trinkt danach zwischen 50 und 70 ml aus der Flasche. Sie dockt an, saugt/nuckelt zwei, dreimal und schläft dann wieder ein. Manchmal gelingt es ihr den MSR auszulösen, aber sie trinkt dann trotzdem nicht weiter. Ich muss sie schon richtig "ärgern" damit sie mal 2, 3 Minuten am Stück trinkt (zB baden, Nase saugen - alles Sachen, die mit schreiendem Baby nicht schön sind). Bei der Flasche wacht sie dann auf - als ob sie sich echt konzentrieren muss, damit sie sich nicht verschluckt. Ich muss zugeben, dass sie nach dem Flasche geben jetzt öfter mal wach ist und die Chance, dass sie NACH der Flasche noch mal an der Brust trinkt grösser sind als direkt nach dem Wecken. Nur habe ich jetzt leider ich auch noch das Gefühl, dass sie immer öfter nicht richtig andockt und falsch nuckelt und ich mache mir Gedanken, ob sie jetzt auch noch saugverwirrt ist.
Ich bin so traurig über diese Entwicklung. Das sie stillen kann/konnte bin ich mir ganz sicher, aber wie wir da (wieder) hinkommen, ist mir gerade ein echtes Rätsel. Flasche fühlt sich so verkehrt an, aber ich weiss nicht in wie weit mein Wunsch nach Vollstillen ein eher egoistischer Wunsch ist. Alles was wir gerade machen, scheint mir verkehrt, die Flasche die falsche Lösung, 4 Stunden viel zu lang, - aber vielleicht gelten bei Frühchen doch andere Regeln? Ich seh vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Ich hatte mir noch vor unserer Entlassung ein BES bestellt (für den Fall der Fälle) und komme damit überhaupt nicht klar. Der Schlauch liegt ständig falsch im Mund und da sie eben nur 2, 3 Mal saugt, kommt da auch nix raus.
Ich bräuchte so sehr einen "Plan" was ich jetzt am besten mache, denn dass ich zufüttern muss, ist mir klar, aber ich hoffe einfach immer noch irgendwo, dass das Stillen noch möglich ist.
EDIT: ich sehe gerade, dass ich ganz andere Daten hätte schreiben sollen, auch wenn das echt lang wird, schreibe ich das noch dazu:
Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Abgepumpte Milch per Flasche 6-7 Mal täglich 50-75 ml
Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Alle 4 Stunden wecken, 30 Minuten Weck- und Stillversuche, danach Flasche. Oft schläft sie dann gleich weiter, manchmal ist sie noch bis maximal 30 Minuten wach. Sie hat bestimmt 10 Mal am tag Stuhlgang, meist hat sie dann auch gepieselt.
Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Flasche und Schnuller
Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir wohnen in DK und wir bekommen regelmässig (zur Zeit noch engmaschiger etwa 1 Mal die Woche) Besuch von einer Krankenschwester, die nach der allgemeinen Entwicklung und Gewicht schaut.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Frühchen geboren 34+0. Ich nehme 125mikrogramm Euthyrox täglich wg. Schilddrüsen OP.
Ich habe noch keine Waage, ich habe mir schon die Finger blutig gegoogelt. Ich hoffe, dass ich bis zum Wochenende eine gekauft bekommen. Hier aber die Daten von den letzten Wochen:
Geburt 3.6. : 2235g
....
24.6. 2655 g (KH) / 70ml gestillt, 315ml per Sonde
26.6. 2750g (KH) / 215 ml gestillt, 205 per Sonde
28.6. 2790 g (KH) / nur gestillt
29.6. 2755 g (KH) / nur gestillt
30.6. 2805 g (KH) / nur gestillt (Entlassungstag)
3.7. 2850 g (KH) /bis dahin nur gestillt
4.7. 2910 g (KH) / bis dahin 6 mal gestillt, ca. 150 ml MuMi per Flasche
7.7. 3015 g(KH) / bis dahin 6 mal tgl. gestillt, cirka 350ml Mumi per Flasche
Ich hoffe, man kann sich durch mein Schreibsel durchkämpfen, es erscheint auch mir recht lang und verwirrt, aber genauso fühlt es sich auch an. Ich bin für jeden Input dankbar.
Liebe Grüsse aus DK
Sarah
ich hoffe, dass ich vielleicht hier ein paar Tipps und Unterstützung bekommen kann, wie wir doch noch zum Vollstillen kommen können. Ich habe mich schon durch viele Threads durchgelesen, aber bin mittlerweile nur noch verwirrter als vorher, mir scheint, als hätte ich all meine Intuition was jetzt richtig oder falsch wäre, verloren.
Ein bisschen was zu uns und unserem Stillstart und -verlauf:
Liva ist unsere Nummer 4 und wurde bei 34+0 mit 2235 g nach frühzeitigem Blasensprung spontan geboren. Wir waren im Krankenhaus von Anfang an auf einem Zimmer und ich konnte sie bei mir haben so oft es eben ging. Ab dem 2. Tag durfte sie kurzzeitig ohne CPAP sein, und ab da habe ich sie auch immer angelegt, wenn sie sondiert wurde. Ich habe kurz nach der Geburt angefangen abzupumpen und ab dem 4. Tag hat sie ausschliesslich meine Milch in die Sonde bekommen. Bis heute ist sie ein sehr schläfriges Baby, und es ist und war eine riesige Herausforderung sie an beim Stillen wach zu halten. Die ersten Tage hatte sie manchmal noch beim Andocken Probleme und von Anfang an hat sie meine linke Brust vorgezogen.
Ab Tag 15 haben wir dann vor jeder Sondenmahlzeit Stillproben gemacht und sie hat den Rest ihrer Ration dann per Sonde bekommen. Erst als sie 2-3 Wochen alt war, konnte sie eine nennenswerte Menge an der Brust trinken, eine Stillmahlzeit dauerte da zwischen einer und anderthalb Stunden, in denen ich alle Tricks aus eurer "tipps-für-schläfrige-babys-liste" ausprobiert habe. Bei 37+6 wurden wir entlassen, nachdem sie ein einziges Mal ohne Sondenzuschuss zugenommen hatte.
Am ersten Tag zu Hause ging alles super, sie trank ohne Ende, alle Windeln übergelaufen - und dann hat sie aufgehört. Wecken wurde immer schwieriger und als wir 3 Tage später zur Gewichtskontrolle im KH waren, sah die Gewichtszunahme nicht sehr gut aus. Ich sollte zufüttern, nach jedem Stillen min. 30 ml. Zuerst hiess es mit Becher, dann doch lieber Flasche, damit die Stillmahlzeiten nicht allzu lange dauerten. Den Rest des Tages und die folgende Nacht hab ich sie dann einfach nicht mehr wach bekommen, sie nuckelte nur wenig, pieselte mir zu wenig und ich gab ihr dann in einer leichten Panikattacke ganz klar mehr als die 30ml nach jedem Stillversuch, alle 3-4 Stunden. Flasche hat sie auch genommen, verschluckt sich aber heftigst und hat viel Luft im Bauch.
Ich ging am Tag darauf nochmal zur Kontrolle und da hiess es dann, dass wir wohl einfach zu früh entlassen wurden - leider - und sie ganz klar mehr braucht, als was sie an der Brust trinken kann. Ich sollte sie spätestens alle 4 Stunden wecken, eine halbe Stunde versuchen sie zu stillen, und danach Flasche anbieten, damit sie nicht zu viele Kräfte aufs Stillen verwendet und vorm nächsten Stillen/Flasche geben genug schlafen kann. Es gelingt mir nicht, sie in dieser halben Stunden nach Wecken wach genug zu bekommen und sie trinkt danach zwischen 50 und 70 ml aus der Flasche. Sie dockt an, saugt/nuckelt zwei, dreimal und schläft dann wieder ein. Manchmal gelingt es ihr den MSR auszulösen, aber sie trinkt dann trotzdem nicht weiter. Ich muss sie schon richtig "ärgern" damit sie mal 2, 3 Minuten am Stück trinkt (zB baden, Nase saugen - alles Sachen, die mit schreiendem Baby nicht schön sind). Bei der Flasche wacht sie dann auf - als ob sie sich echt konzentrieren muss, damit sie sich nicht verschluckt. Ich muss zugeben, dass sie nach dem Flasche geben jetzt öfter mal wach ist und die Chance, dass sie NACH der Flasche noch mal an der Brust trinkt grösser sind als direkt nach dem Wecken. Nur habe ich jetzt leider ich auch noch das Gefühl, dass sie immer öfter nicht richtig andockt und falsch nuckelt und ich mache mir Gedanken, ob sie jetzt auch noch saugverwirrt ist.
Ich bin so traurig über diese Entwicklung. Das sie stillen kann/konnte bin ich mir ganz sicher, aber wie wir da (wieder) hinkommen, ist mir gerade ein echtes Rätsel. Flasche fühlt sich so verkehrt an, aber ich weiss nicht in wie weit mein Wunsch nach Vollstillen ein eher egoistischer Wunsch ist. Alles was wir gerade machen, scheint mir verkehrt, die Flasche die falsche Lösung, 4 Stunden viel zu lang, - aber vielleicht gelten bei Frühchen doch andere Regeln? Ich seh vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Ich hatte mir noch vor unserer Entlassung ein BES bestellt (für den Fall der Fälle) und komme damit überhaupt nicht klar. Der Schlauch liegt ständig falsch im Mund und da sie eben nur 2, 3 Mal saugt, kommt da auch nix raus.
Ich bräuchte so sehr einen "Plan" was ich jetzt am besten mache, denn dass ich zufüttern muss, ist mir klar, aber ich hoffe einfach immer noch irgendwo, dass das Stillen noch möglich ist.
EDIT: ich sehe gerade, dass ich ganz andere Daten hätte schreiben sollen, auch wenn das echt lang wird, schreibe ich das noch dazu:
Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Abgepumpte Milch per Flasche 6-7 Mal täglich 50-75 ml
Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Alle 4 Stunden wecken, 30 Minuten Weck- und Stillversuche, danach Flasche. Oft schläft sie dann gleich weiter, manchmal ist sie noch bis maximal 30 Minuten wach. Sie hat bestimmt 10 Mal am tag Stuhlgang, meist hat sie dann auch gepieselt.
Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Flasche und Schnuller
Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir wohnen in DK und wir bekommen regelmässig (zur Zeit noch engmaschiger etwa 1 Mal die Woche) Besuch von einer Krankenschwester, die nach der allgemeinen Entwicklung und Gewicht schaut.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Frühchen geboren 34+0. Ich nehme 125mikrogramm Euthyrox täglich wg. Schilddrüsen OP.
Ich habe noch keine Waage, ich habe mir schon die Finger blutig gegoogelt. Ich hoffe, dass ich bis zum Wochenende eine gekauft bekommen. Hier aber die Daten von den letzten Wochen:
Geburt 3.6. : 2235g
....
24.6. 2655 g (KH) / 70ml gestillt, 315ml per Sonde
26.6. 2750g (KH) / 215 ml gestillt, 205 per Sonde
28.6. 2790 g (KH) / nur gestillt
29.6. 2755 g (KH) / nur gestillt
30.6. 2805 g (KH) / nur gestillt (Entlassungstag)
3.7. 2850 g (KH) /bis dahin nur gestillt
4.7. 2910 g (KH) / bis dahin 6 mal gestillt, ca. 150 ml MuMi per Flasche
7.7. 3015 g(KH) / bis dahin 6 mal tgl. gestillt, cirka 350ml Mumi per Flasche
Ich hoffe, man kann sich durch mein Schreibsel durchkämpfen, es erscheint auch mir recht lang und verwirrt, aber genauso fühlt es sich auch an. Ich bin für jeden Input dankbar.
Liebe Grüsse aus DK
Sarah