Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Oxymoron
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Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von Oxymoron »

Hallo ihr Lieben, da ich dieses Forum unheimlich schätze, schreibe ich hier ein bisschen meine Gedanken nieder und hoffe, hier ggf. Austausch zu finden. Ich mache mich nämlich gerade ein wenig verrückt...

Mein Kind ist 7 Monate alt und ich stille praktisch noch voll. Mit 5,5 Monaten hat es seinen ersten Löffel Brei probiert, weil es sich den Löffel geschnappt hatte, hatte aber noch den Zungenstoßreflex. Mit 6 Monaten war er weg und dann kam auch das Interesse an Festem. Erst im Wesentlichen nur Banane und auch nur, wenn wir sie gehalten haben (der Kleine hat die Hand geführt), mittlerweile nimmt er sich sein Essen komplett alleine und isst auch andere Dinge. Er mag: Brötcheninneres mit Butter, gedünstete Birne, Erdbeeren, Banane, Avocado, Nudeln, Maiskringel (wie Hirsekringel halt). Gekochte Kartoffel fand er mittelmäßig bis doof, Brokkoli möchte er neulich gar nicht. Er isst selten auch mal Obstbrei, aber nur, wenn er den Löffel führen darf. Und auch dann nicht immer.

Wir geben ihm etwa einmal am Tag was, meist ergibt es sich nicht öfters.

Dummerweise haben wir hier einen unsteten Tagablauf, da mein Mann in Schichten arbeitet und ich somit meist alleine mit dem Kleinen bin. Ich würde normalerweise alleine nicht groß essen, und vor allem nicht wirklich gesund. Und nun ist da ein Kind und ich muss umdenken.

In meinem Umfeld essen die gleichalterigen Babys häufiger, mehr, und mehr nach Plan. Mir macht das manchmal richtig schlechtes Gewissen. Sollte ich 3x am Tag etwas anbieten? Ich bin da auch so furchtbar fantasielos, was ich ihm geben könnte... Und ob ich ihm z.B. mein Brot geben könnte, von dem ich nicht weiß, wie viel Salz verbacken wurde...
Zudem haben wir bisher noch kein Fleisch angeboten, da wir eigentlich nie welches essen. Aber ich habe so Angst, ihm etwas vorzuhalten. Ja, ich habe die Grundinfo Beikosteinführung gelesen, aber ich mache mir dennoch Stress. Obwohl ich die Fakten kenne.

Stress macht mir auch, dass das Kind manchmal würgt und ich mir Sorgen wegen Verschlucken mache. :oops: Und ich bin ja fast immer alleine. Ich würde am liebsten nur was anbieten, wenn der Mann da ist, aber das ist nicht realistisch. Wird man da irgendwann gelassen?

Der größte Punkt: mein Kind isst Minimengen. Er liiiiiiebt Stillen und trinkt so alle 1-3 Stunden nach Bedarf. Unverändert. Aber in 3 Monaten beginnt schon die Kita... :| Ist es realistisch, dass er bis dahin mehr isst? Rein theoretisch? Klar, ihr kennt mein Kind nicht, aber wart ihr vielleicht in derselben Situation? Er wird ja nur langsam eingewöhnt und bis Januar könnte er theoretisch noch daheim betreut werden, aber ich mache mir echt Sorgen, dass das nichts wird. Aber ich kann es mir auch nicht vorstellen, abzustillen. Und Breifüttern, damit das Kind sich schneller auf größere Mengen und Sattwerden einstellt, entspricht nicht ganz meiner SuTigen Philosophie und würde bei meinem Kind auch nicht funktionieren...

Sorry, ein inkohärenter Text... Ich habe zu wenig geschlafen. Falls ihr dazu eigene Erfahrungen oder weitere Gedanken habt, immer gerne... :)
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LuxaRosenburg
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von LuxaRosenburg »

Hey, meine Tochter ist zwei Wochen jünger als Dein Baby und ich wollte nur beruhigend berichten: wir haben ganz genau die gleiche Situation. Manchmal setzen wir sogar Tage aus mit der Beikost, weil ich nicht dazu komme, oder den passenden Zeitpunkt (munter, nicht meckerig, nicht hungrig) verpasse, oder oder oder. Ich versuche, gelassen zu bleiben... Wie lang wird denn die Kita anfangs sein? Mein Töchterlein schafft nämlich, wenn ich nicht in der Nähe bin (und nur dann!) inzwischen locker 4, manchmal 5 Stunden ohne Stillen.

Ach so, was ich gebe: alles an Obst und Gemüse was ab- und ausgelutscht werden kann (Tomate, Gurke, Paprika, Erdbeeren, Banane,...). Gelegentlich Brot, Nudeln, Kartoffel.

-- Luxa
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suttine
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von suttine »

Hallo Oxymoron,

S. ist ein bisschen jünger als dein Baby, er wird ab November bei der Tagesmutter sein. Also ähnliche Situation wie bei euch. Erstmal drei Stunden täglich, am spätestens Februar dann sieben Stunden.
Oxymoron hat geschrieben:Wir geben ihm etwa einmal am Tag was, meist ergibt es sich nicht öfters.

Dummerweise haben wir hier einen unsteten Tagablauf, da mein Mann in Schichten arbeitet und ich somit meist alleine mit dem Kleinen bin. Ich würde normalerweise alleine nicht groß essen, und vor allem nicht wirklich gesund. Und nun ist da ein Kind und ich muss umdenken.

In meinem Umfeld essen die gleichalterigen Babys häufiger, mehr, und mehr nach Plan. Mir macht das manchmal richtig schlechtes Gewissen. Sollte ich 3x am Tag etwas anbieten? Ich bin da auch so furchtbar fantasielos, was ich ihm geben könnte... Und ob ich ihm z.B. mein Brot geben könnte, von dem ich nicht weiß, wie viel Salz verbacken wurde...
Zudem haben wir bisher noch kein Fleisch angeboten, da wir eigentlich nie welches essen. Aber ich habe so Angst, ihm etwas vorzuhalten. Ja, ich habe die Grundinfo Beikosteinführung gelesen, aber ich mache mir dennoch Stress. Obwohl ich die Fakten kenne.
Ich habe mal ein Stück deines Postings rausgegriffen, das mir besonders ambivalent vorkommt. Einerseits hast du deine Gewohnheiten, und andererseits deine Vorstellungen, was "man" bei der Beikosteinführung machen "muss". Ich glaube, dieser Widerspruch macht dir gerade das Leben schwer.
Und ich glaube nicht, dass es die eine Wahrheit gibt, was richtig und was falsch ist in Sachen Beikosteinführung - aber vermutlich ginge es dir besser, wenn du deine Wahrheit gefunden hättest.
Wenn du ihm seine Minimahlzeiten und sein Probieren lassen willst, dann wird er vielleicht bis August noch nicht viel essen (oder vielleicht auch doch, wer weiß.) Wie lang ist er denn in der Kita? Wäre Abpumpen eine Option? Kann jemand in der Kita mit BLW was anfangen? Vielleicht gibt es ja Ansätze "quer" zu deiner bisherigen Denkrichtung.

LG suttine (die bezüglich Beikost einiges anders macht, aber ähnliche Gedanken wälzt).
mit S. (12/2015)
rrt
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von rrt »

Hallo

Ich würde versuchen, mir keinen Stress zu machen.
Du sprachst von langsamer Eingewöhnung, also wahrscheinlich nur wenige Stunden am Tag.
Und "brauchen" tust Du das Essen in der Kita erst ab Januar, da ist Dein Kind mehr als ein Jahr alt, oder?
Also ein halbes Jahr noch hin.
Mein Kind macht auch BLW, ist etwas über ein Jahr und mit 10 Monaten war es nicht so schwierig, wenn wir unterwegs waren, gar nicht zu stillen.
Also eine Stimme für "ruhig angehen lassen", Du hast noch Zeit und im 2. Lebenshalbjahr kann sich viel verändern.
Vemala
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von Vemala »

Schon in den nächsten drei Monaten kann sich so viel ändern. Dazu kommt, und das ist nicht zu unterschätzen: in der Kita essen viele Kinder gemeinsam. Und schon allein dadurch begeistern sich Kinder in der Kita ganz automatisch fürs Essen [emoji6]
Noch eine Stimme für entspannt abwarten und weiter machen wie bisher. Und wenn es in den ersten Kita-Wochen noch nicht funktioniert, dann stillst Du eben, wenn ihr wieder zu Hause seid [emoji4]
mit dem Mäusekind (05/2013)

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Vemala
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von Vemala »

Und die Liste der Dinge, die er mag, ist doch schon lang! Da kannst Du doch Auswahl anbieten. Oder einfach das, was Du Dir/ Ihr Euch salzarm gekocht hast. Ich glaub, dein Kind stört es auch noch nicht, wenn zweimal am Tag das gleiche aufgetischt wird [emoji6]
mit dem Mäusekind (05/2013)

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Oxymoron
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von Oxymoron »

Ich danke euch für eure Postings! Komme nur aktuell nicht richtig zum Antworten. Mein Kind ist gerade krank und es ist sooo anstrengend...
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SandraKoeln
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von SandraKoeln »

Hallo Oxymoron! Ich will dir Mut machen, dich zu entspannen. Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit eine ähnliche Situation. Mit 7 Monaten ernährte sich meine Kleine auch noch primär von Mumi. Sie aß mal hier und mal dort mit, aber immer nur sehr kleine Mengen. Das änderte sich eigentlich nur wenig, bis sie ein Jahr alt war. Die Mengen wurden etwas mehr und das Essen von ihrer Seite aus aktiver, aber Hauptnahrungsmittel blieb Mumi. Mit 13 Monaten ging ich dann wieder arbeiten, Vollzeit. Mein Mann ist Zuhause. Seitdem isst sie ordentlich mit, aber wenn ich Zuhause bin wird weiter viel gestillt. Also keine Sorge, sobald Mama und die Brust nicht verfügbar sind, werden andere Nahrungsquellen von ganz alleine attraktiver.
Unterwegs mit dem Großen (08/11), der Kleinen (09/14) und den Zwitschis (06/17)
raiyne
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von raiyne »

Mir gehts ungefähr genauso, bis auf dass die Krippe noch etwas hin ist. Ich mach mir auch so viel Stress, auch wegen Nährstoffmangel und und und. Und das Problem, dass man selbst eigentlich nicht wirklich was essen würde oder nix gesundes besteht hier auch. Mein Kompromiss ist, dass er Mittags Brei bekommt - theoretisch, mehr als drei, vier Löffel will er davon nie und die restlichen Mahlzeiten Fingerfood. BLW schließt ja Brei nicht aus, zumindest nach der Grundinfo :D
Tippfehler dank Handy..

Novemberkind 2015 + Mini (02/18)
Oxymoron
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Re: Beikost"sorgen" - BLW, Arbeiten und ein Stilljunkie

Beitrag von Oxymoron »

Danke für jeden einzelnen Post. Ihr habt mir geholfen, die Ambivalenzen in meinem Verhalten zu ergründen, Alternativen für den Fall, dass er bis Herbst echt noch nicht "genug" isst zu suchen... Und es tut gut, mit solchen Gedanken nicht alleine zu sein.

Der aktuelle Stand: seit einer Woche oder so isst der Kleine echt gerne und vor allem mehr. Und virtuoser. Er würgt fast gar nicht mehr, und wenn, dann nur dezent, um Essen nach vorne zu holen und weiter zu kauen. Er entwickelt gerade einen Pinzettengriff und isst auch ganz kleine Krümel auf. Ich habe mich entschieden, selbst mindestens drei Mahlzeiten am Tisch zu mir zu nehmen und gesünder zu essen. Fällt mir erstaunlich leicht. Morgens gibt es Brot, neulich helles Dinkelbrot, ab morgen Roggenvollkorn, für den Kleinen mit Butter oder Obstmus. Und dann eine oder zwei Mahlzeiten, die entweder voll oder zum Teil babytauglich sind. Wenn es zwischendurch Obst gibt, isst er auch davon mit.
Er geht zwar nach wie vor oft an die Brust, aber nuckelt häufiger und trinkt nicht mehr gar so häufig richtig. Bin gespannt, wie sich das weiterhin entwickelt.
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