Bedarfszufütterung - stille ich mich ab?
Verfasst: 24.05.2016, 22:14
Hallo,
nachdem ich heute mit meinem Sohn bei der Hebamme zum Wiegen war, bin ich jetzt wieder sehr entmutigt. J. hat nur 110g seit 4 Wochen zugenommen, da ich in dieser Zeit angefangen habe, „kontrolliert“ die Flasche zu geben. Zuvor hat er stets nach Bedarf bekommen, nachdem ich gestillt hatte, bzw. wenn er zum x-ten Male ohne Pause trinken wollte, (da konnten schon 2 Stunden über einem Setting vergehen). Eines Abends vor ca. 4 Wochen hat er eine gesamte Flaschenmahlzeit, das waren für sein Alter 150ml plus 30ml bekommen, obwohl er zuvor bei mir gestillt hatte und hätte noch mehr trinken wollen - zumindest schrie er extrem, was wir als Hunger deuteten, denn jedesmal mit Flasche beruhigte er sich. Wenn ich das jetzt so schreibe, denke ich, ob er möglicherweise nur zum Einschlafen nuckeln wollte? - Sicherlich hat er an jenem Tag auch schon mal die Flasche bekommen, was ich aber nicht mit Sicherheit sagen kann.
J. ist am errechneten Termin am 15.03. mit einem Gewicht von 2960g und 10 Punkten des Apgar-Tests geboren. Am 18.03. nach Entlassung aus dem Geburtshaus und beim ersten Besuch der Nachsorge-Hebamme hat er 2600g gewogen. In der Nacht zuvor und am Entlassungstag kam er ständig und wollte trinken. Wenn ich ihn ablegen wollte, hat er geschrien. Die Nachsorge-Hebamme hat uns zum Zufüttern geraten, um eine Gewichtszunahme zu erzielen. So haben wir begonnen stillfreundlich mit Spritze zuzufüttern. Irgendwann wurden die Mengen größer und recht bald haben wir die Flasche gegeben, - wenn auch eine mit brustähnlicher Form und Milchfluß - auch da die Milch in der Spritze so schnell erkaltete und es ein großes „Gematsche“ war. Die Flasche hat er immer begierig genommen, auch oft gespuckt, z.T. sich verschluckt und auch Blähungen o.ä. gehabt - zumindest ist er in den letzten zwei Wochen ohne Bedarfs-Zufütterung ruhiger geworden.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich gelesen, die Milchmenge reguliert sich innerhalb von zwei Tagen, wenn man den Säugling aller 2 Stunden anlegt, deswegen habe ich „Dauerstillen“ gemacht. Dauerstillen bedeutet hier, dass mein Sohn nicht von der Brust abzunehmen war, es sei denn ich wollte ihn schreien lassen -dies empfahl uns auch eine befreundete alte Kinderärztin - was mir in der Seele weh tut – niemals wollte und will ich mein Kind schreien lassen!!! Schreien der Babys bedeutet ja immer, Not zu haben! Zudem sagte sie, wir sollten einen 4-Stunden-Rhythmus einführen, ich würde ja Sklave meines Kindes werden, denn wenn er schreie und ich immer gleich käme, würde er später ein kleiner Tyrann, der immer im Mittelpunkt stehen wolle. Natürlich weiß ich, dass Liebe geben kein falsches Verwöhnen ist, trotzdem hat mich das in der aktuellen Situation sehr mitgenommen (als mein Kollege trotz verhaltenstherapeutischer Zusatzausbildung und zwei liebevoll erzogenen Kindern mit 6 und fast drei Jahren, ähnliches sagte, war ich noch mehr verunsichert). Bezüglich seines Gewichts, was bis dato im oberen Normbereich der empfohlenen Gewichtszunahme lag, meinte die alte Ki-ärztin, wir sollten auf seine Gewichtsentwicklung achten, denn erst mit einem halben Jahr sollen die Kinder ihr Geburtsgewicht verdoppelt haben, was er mit diesen Werten ja schon fast erreicht hatte (4130 g vor 4 Wochen).
Nachdem die oben beschriebene Abendmahlzeit mal wieder viel, diesmal aber so extrem üppig ausfiel, habe ich befürchtet, ich stille mich ja ab, wenn diese Entwicklung weiter so geht. So habe ich/ haben wir ihn diesen Abend ca. 1 ½ Stunden schreien lassen, wenn auch in meinem bzw. meines Mannes Arm, bzw. im Maxi-Cosi geschaukelt und beruhigend mit ihm gesprochen. In dieser Nacht hat er dann 8 Stunden am Stück geschlafen – ich wachte öfter auf, und habe nach seinem Atem gehorcht, ob er noch lebt…. Zuvor waren es höchstens 5, allerhöchstens vielleicht einmal auch 6 Stunden am Stück… zumindest hat mir das alles Angst gemacht.
Seitdem J. so oft bei mir trinkt, oder eben nuckelt, spüre ich eine bessere Beziehung / Bindung. Vorher hat sich mein Ärger auf mich selber und die Bevorzugung der Flasche in mir als Gedanken der Ablehnung gegenüber J. formieren wollen, worunter ich sehr gelitten habe, zumal ich mit meiner Mutter seit meiner Kindheit keine gute Beziehung hatte (gefühlte und erlebte Inkompetenz in der Mutterrolle) und ich nicht dasselbe erleben wollte..
Natürlich habe ich seit dem Dauerstillen fast keine anderen Tätigkeiten verrichten können, was z.T. auch zu Spannungen in der Ehe führt.
Ich würde ja zufüttern, weil ich natürlich nicht auf Kosten meines Sohnes Muttermilchernährung durchdrücken will. Meine Bedenken gehen nur dahin, ob ich mich dadurch nicht abstille. Mein Mann ist die Gewichtsentwicklung sehr wichtig. Deswegen wurde nach Bedarf zugefüttert. Selbstverständlich bin ich nicht bereit, für den Preis „Bio“ statt künstlicher Nahrung zuungunsten seiner gesunden Entwicklung zu zahlen.
Ich habe schon einiges im Forum gelesen; heute auch von Brustkompressionen, was ich auch ausprobiert habe, aber es scheinbar nicht funktioniert, bzw. kann ich es nicht genau anwenden, da ich nicht unterscheiden kann, wann er nur nuckelt und wann er saugt ohne zu trinken.
Zu unserem Stillmanagement kann ich nur sagen, dass wir nach Bedarf gestillt haben, das heißt, wen er Anfing zu weinen, gab ich ihm immer die Brust. (Manchmal war es offenbar ein anders Problem, denn er wollte sie nicht). In den letzten Tagen habe ich so etwas wie einen Rhythmus erkennen können, zumindest nachts bis vormittags/mittags, kam er aller 3 bis 2 Stunden. Am Nachmittag bis zum Abend war er kaum von der Brust wegzubewegen.
In den letzten Tagen habe ich meistens 60ml, auch mal 90 ml, nur 1x 120 ml gegeben, bzw. heute bis jetzt 120 ml. Von Freitag oder Samstag bis Montag habe ich nichts zugefüttert. – Kann sich diese Entwicklung bereits negativ auf seine Gehirnentwicklung ausgewirkt haben?
Insgesamt ist er in seinen Wachphasen friedlich, z.T. agil, d.h. er „erzählt“, lacht auch mal. Er scheint trotz allem ausgeglichen gewesen zu sein. Allerdings hat er bei zu wenig (fettreicher Hinter-)Milch grünen Stuhl gehabt. Dann haben ich die „Dosis“ erhöht und er war wieder senfgelb. Pipi scheint er gut auszuscheiden (mal mehr mal etwas weniger nasse Windeln, - aber wieviel Gramm ist unter dem Begriff „nass“ zu verstehen?) . Seit 18:00 Uhr mit dem 2.Mal 60 ml (das erste Mal ca. 15:00 Uhr) sowie immer zuvor stillen schläft er durchgehend, ausgenommen die Zeit, in der er geweint hat und ich Windeln gewechselt habe. Ist diese lange Schlafenszeit normal? Dazu möchte ich sagen, dass wir heute morgen 2 Stunden in einem Raum mit acht, z.T. weinenden Babies und 8 Mütten zu einem Kurs bei der Hebamme waren. Es war sehr unruhig. In dieser Zeit war J. ca. 15 min auf meinem Schoß eingeschlafen, nachdem er kurz geweint hatte und ich ihm dann die Brust gegeben habe. Als er aufwachte und weinte, habe ich Windeln gewechselt, danach war er gefühlt 20 min bis ½ Stunde ganz friedlich in der hinteren Ecke des Raumes, auch mehrere Minuten ohne mich. Vielleicht ist er auch aufgrund dessen erschöpft?
Hier ein paar Daten:
15.03. 2940g (Geburt)
18.03. 2600g (ab hier Waage Hebamme)
22.03. 2840g
26.03. 2960g
01.04. 3060g
05.04. 3160g
08.04. 3310g
13.04. 3500 g
19.04. 3800g
25.04. 4130g
24.05. 4240g
Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät, um doch noch voll stillen zu können, zumindest aber mit kontrollierter und geringer Zufütterungsmenge. Danke für alle Hilfe.
nachdem ich heute mit meinem Sohn bei der Hebamme zum Wiegen war, bin ich jetzt wieder sehr entmutigt. J. hat nur 110g seit 4 Wochen zugenommen, da ich in dieser Zeit angefangen habe, „kontrolliert“ die Flasche zu geben. Zuvor hat er stets nach Bedarf bekommen, nachdem ich gestillt hatte, bzw. wenn er zum x-ten Male ohne Pause trinken wollte, (da konnten schon 2 Stunden über einem Setting vergehen). Eines Abends vor ca. 4 Wochen hat er eine gesamte Flaschenmahlzeit, das waren für sein Alter 150ml plus 30ml bekommen, obwohl er zuvor bei mir gestillt hatte und hätte noch mehr trinken wollen - zumindest schrie er extrem, was wir als Hunger deuteten, denn jedesmal mit Flasche beruhigte er sich. Wenn ich das jetzt so schreibe, denke ich, ob er möglicherweise nur zum Einschlafen nuckeln wollte? - Sicherlich hat er an jenem Tag auch schon mal die Flasche bekommen, was ich aber nicht mit Sicherheit sagen kann.
J. ist am errechneten Termin am 15.03. mit einem Gewicht von 2960g und 10 Punkten des Apgar-Tests geboren. Am 18.03. nach Entlassung aus dem Geburtshaus und beim ersten Besuch der Nachsorge-Hebamme hat er 2600g gewogen. In der Nacht zuvor und am Entlassungstag kam er ständig und wollte trinken. Wenn ich ihn ablegen wollte, hat er geschrien. Die Nachsorge-Hebamme hat uns zum Zufüttern geraten, um eine Gewichtszunahme zu erzielen. So haben wir begonnen stillfreundlich mit Spritze zuzufüttern. Irgendwann wurden die Mengen größer und recht bald haben wir die Flasche gegeben, - wenn auch eine mit brustähnlicher Form und Milchfluß - auch da die Milch in der Spritze so schnell erkaltete und es ein großes „Gematsche“ war. Die Flasche hat er immer begierig genommen, auch oft gespuckt, z.T. sich verschluckt und auch Blähungen o.ä. gehabt - zumindest ist er in den letzten zwei Wochen ohne Bedarfs-Zufütterung ruhiger geworden.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich gelesen, die Milchmenge reguliert sich innerhalb von zwei Tagen, wenn man den Säugling aller 2 Stunden anlegt, deswegen habe ich „Dauerstillen“ gemacht. Dauerstillen bedeutet hier, dass mein Sohn nicht von der Brust abzunehmen war, es sei denn ich wollte ihn schreien lassen -dies empfahl uns auch eine befreundete alte Kinderärztin - was mir in der Seele weh tut – niemals wollte und will ich mein Kind schreien lassen!!! Schreien der Babys bedeutet ja immer, Not zu haben! Zudem sagte sie, wir sollten einen 4-Stunden-Rhythmus einführen, ich würde ja Sklave meines Kindes werden, denn wenn er schreie und ich immer gleich käme, würde er später ein kleiner Tyrann, der immer im Mittelpunkt stehen wolle. Natürlich weiß ich, dass Liebe geben kein falsches Verwöhnen ist, trotzdem hat mich das in der aktuellen Situation sehr mitgenommen (als mein Kollege trotz verhaltenstherapeutischer Zusatzausbildung und zwei liebevoll erzogenen Kindern mit 6 und fast drei Jahren, ähnliches sagte, war ich noch mehr verunsichert). Bezüglich seines Gewichts, was bis dato im oberen Normbereich der empfohlenen Gewichtszunahme lag, meinte die alte Ki-ärztin, wir sollten auf seine Gewichtsentwicklung achten, denn erst mit einem halben Jahr sollen die Kinder ihr Geburtsgewicht verdoppelt haben, was er mit diesen Werten ja schon fast erreicht hatte (4130 g vor 4 Wochen).
Nachdem die oben beschriebene Abendmahlzeit mal wieder viel, diesmal aber so extrem üppig ausfiel, habe ich befürchtet, ich stille mich ja ab, wenn diese Entwicklung weiter so geht. So habe ich/ haben wir ihn diesen Abend ca. 1 ½ Stunden schreien lassen, wenn auch in meinem bzw. meines Mannes Arm, bzw. im Maxi-Cosi geschaukelt und beruhigend mit ihm gesprochen. In dieser Nacht hat er dann 8 Stunden am Stück geschlafen – ich wachte öfter auf, und habe nach seinem Atem gehorcht, ob er noch lebt…. Zuvor waren es höchstens 5, allerhöchstens vielleicht einmal auch 6 Stunden am Stück… zumindest hat mir das alles Angst gemacht.
Seitdem J. so oft bei mir trinkt, oder eben nuckelt, spüre ich eine bessere Beziehung / Bindung. Vorher hat sich mein Ärger auf mich selber und die Bevorzugung der Flasche in mir als Gedanken der Ablehnung gegenüber J. formieren wollen, worunter ich sehr gelitten habe, zumal ich mit meiner Mutter seit meiner Kindheit keine gute Beziehung hatte (gefühlte und erlebte Inkompetenz in der Mutterrolle) und ich nicht dasselbe erleben wollte..
Natürlich habe ich seit dem Dauerstillen fast keine anderen Tätigkeiten verrichten können, was z.T. auch zu Spannungen in der Ehe führt.
Ich würde ja zufüttern, weil ich natürlich nicht auf Kosten meines Sohnes Muttermilchernährung durchdrücken will. Meine Bedenken gehen nur dahin, ob ich mich dadurch nicht abstille. Mein Mann ist die Gewichtsentwicklung sehr wichtig. Deswegen wurde nach Bedarf zugefüttert. Selbstverständlich bin ich nicht bereit, für den Preis „Bio“ statt künstlicher Nahrung zuungunsten seiner gesunden Entwicklung zu zahlen.
Ich habe schon einiges im Forum gelesen; heute auch von Brustkompressionen, was ich auch ausprobiert habe, aber es scheinbar nicht funktioniert, bzw. kann ich es nicht genau anwenden, da ich nicht unterscheiden kann, wann er nur nuckelt und wann er saugt ohne zu trinken.
Zu unserem Stillmanagement kann ich nur sagen, dass wir nach Bedarf gestillt haben, das heißt, wen er Anfing zu weinen, gab ich ihm immer die Brust. (Manchmal war es offenbar ein anders Problem, denn er wollte sie nicht). In den letzten Tagen habe ich so etwas wie einen Rhythmus erkennen können, zumindest nachts bis vormittags/mittags, kam er aller 3 bis 2 Stunden. Am Nachmittag bis zum Abend war er kaum von der Brust wegzubewegen.
In den letzten Tagen habe ich meistens 60ml, auch mal 90 ml, nur 1x 120 ml gegeben, bzw. heute bis jetzt 120 ml. Von Freitag oder Samstag bis Montag habe ich nichts zugefüttert. – Kann sich diese Entwicklung bereits negativ auf seine Gehirnentwicklung ausgewirkt haben?
Insgesamt ist er in seinen Wachphasen friedlich, z.T. agil, d.h. er „erzählt“, lacht auch mal. Er scheint trotz allem ausgeglichen gewesen zu sein. Allerdings hat er bei zu wenig (fettreicher Hinter-)Milch grünen Stuhl gehabt. Dann haben ich die „Dosis“ erhöht und er war wieder senfgelb. Pipi scheint er gut auszuscheiden (mal mehr mal etwas weniger nasse Windeln, - aber wieviel Gramm ist unter dem Begriff „nass“ zu verstehen?) . Seit 18:00 Uhr mit dem 2.Mal 60 ml (das erste Mal ca. 15:00 Uhr) sowie immer zuvor stillen schläft er durchgehend, ausgenommen die Zeit, in der er geweint hat und ich Windeln gewechselt habe. Ist diese lange Schlafenszeit normal? Dazu möchte ich sagen, dass wir heute morgen 2 Stunden in einem Raum mit acht, z.T. weinenden Babies und 8 Mütten zu einem Kurs bei der Hebamme waren. Es war sehr unruhig. In dieser Zeit war J. ca. 15 min auf meinem Schoß eingeschlafen, nachdem er kurz geweint hatte und ich ihm dann die Brust gegeben habe. Als er aufwachte und weinte, habe ich Windeln gewechselt, danach war er gefühlt 20 min bis ½ Stunde ganz friedlich in der hinteren Ecke des Raumes, auch mehrere Minuten ohne mich. Vielleicht ist er auch aufgrund dessen erschöpft?
Hier ein paar Daten:
15.03. 2940g (Geburt)
18.03. 2600g (ab hier Waage Hebamme)
22.03. 2840g
26.03. 2960g
01.04. 3060g
05.04. 3160g
08.04. 3310g
13.04. 3500 g
19.04. 3800g
25.04. 4130g
24.05. 4240g
Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät, um doch noch voll stillen zu können, zumindest aber mit kontrollierter und geringer Zufütterungsmenge. Danke für alle Hilfe.
