Seite 1 von 1

... beim Zweiten wird alles anders, dachte ich.

Verfasst: 13.04.2016, 13:43
von blubberin
Ich bin gar nicht sicher, ob ich aktuell eine Stillberatung brauche und möchte, aber ich habe immer wieder Tiefphasen in denen ich Rat und Zuspruch brauche, daher schreibe ich es doch mal auf.

Mein Große kam nach unproblematischer Schwangerschaft, spontan und unproblematisch zur Welt. Anfangs Schwierigkeiten mit der richtigen Technik und zu wenig Hilfe wie bei vielen, wurde ich mit blutigen Brustwarzen entlassen, mit Hilfe meiner Nachsorgehebamme heilten sie ab und stillen wurde einfacher. Als er sechs Wochen alt war kamen wieder Schmerzen aber anders diesmal, wir versuchten einiges, waren ratlos. Ich nahm zwei Wochen später E-Mail-Kontakt zur LLL auf, nach Arbeit an meiner Anlegetechnik und Erlernen des asymmetrischen Anlegens und trainieren der richtigen Saugtechnik beim Kind (bekam mit fünf Wochen einen Schnuller, da er nur bei Hunger an die Brust zu bekommen war, sonst nur Gebrüll) und extreme Reduzierung des Schnullers (ganz davon los kamen wir nicht, konnten aber die Nutzung auf wenige Minuten am Tag runterfahren, was extrem anstrengend war), ließen die Schmerzen nur geringfühig nach und je nach Tagesform wurden sie schlimmer und ich saß heulend auf dem Sofa und hatte Angst an zu legen ... die Stillberaterin warf dann Vasospasmen als Möglichkeit in den Raum, die Beschreibung passte, sie riet mir wieder Mg zu nehmen (das ich teilweise auch ohne Schwangerschaft schon brauchte), dazu Schmerzmittel, wenn es zu schlimm wird, es wurde dann nach ein paar Wochen besser, aber nie ein angenehmes Gefühl zu stillen. Nach jedem Schub fiel er in die falsche Technik zurück und wir mussten wieder zwei bis drei Tage trainieren ... Beikost ab sechs Monate (mit Stillen nach den Mahlzeiten), ab und zu mal ein Fläschchen MuMi, wenn ich weg musste, auch so ab sechs Monate ... nach dem ersten Geburtstag mit einem größeren Schub, mochte ich nicht mehr, ich habe entschieden ab zu stillen, ich habe ihm die Brust nicht mehr aktiv angeboten, nur wenn er es explizit einforderte gestillt und so schlich es sich aus, bis wir mit vierzehneinhalb Monaten zum letzten Mal stillten.

Als endlich die Geburt unseres zweiten Kindes nahte, schaute ich mir nochmal die asymmetrische Anlegetechnik an und war guter Dinge, dass mir mein Wissen und ein KH mit einem sehr guten Ruf helfen würden, dass es weniger problematisch startet. Wieder wurden die Brustwarzen wund, wieder hatte ich mit der Menge an Milch (Einschuss wieder in der dritten Nacht, vor der U2), den großen prallen Brüsten zu kämpfen, nur diesmal war das Baby von Anfang an Stillprofi und hatte einen ziemlichen Zug drauf. Ich habe mich während des dreitägigen Aufenthalts im KH dreimal mit der Stillberaterin getroffen, sie fand meine Anlegetechnik sehr gut, sie machte mir Hoffnung, dass diese fiese Empfindlichkeit bald vorbei ist und die Warzen sich gewöhnen. Sie hatte in sofern recht, dass die BW kaum kaputt waren, es tut nur weh, so war ich wieder zögerlich beim Anlegen, erwischte nicht immer den optimalen Moment, ansaugen lassen, abdocken, anlegen, Zögern ... ich machte mir Stress, die Kleine hatte dann oft keine Lust länger zu trinken, sie trank fünf bis zehn Minuten und wollte dann nicht mehr, hat aber nicht geweint. Wir wurden mit 100g weniger als Geburtsgewicht entlassen, sie nahm gut zu, machte einen guten Eindruck, stillte zu dem Zeitpunkt wie auch schon beim Kolostrum etwa jede Stunde, beide Seiten.
Diesmal mit einer stillerfahreneren Nachsorgehebamme, die auf meinen Wunsch immer wieder das Anlegen durchging und geübt hat, sehr geduldig, nach drei Wochen wurde es besser, aber die BWs waren immer noch empfindlich, ich dachte immer wieder, ich würde nicht tief genug anlegen, hatte ich es geschafft ihr den kompletten (nicht kleinen) Hof in den Mund zu geben, ließ sie los, und nahm weniger in den Mund, es war ihr zuviel. Sie gedieh weiter gut, ich kam langsam mit dem unangenehmen Gefühl klar, versuchte weiter das Anlegen zu optimieren. Dann fingen mit acht Wochen wieder die Vasospasmen an, ich suchte wie abgesprochen, wieder den Kontakt zur Stillberaterin aus dem Krankenhaus, sie gab mir einige Hinweise, es ging besser, Mg reichte um klar zu kommen. Dann hatte ich vor zwei Wochen eine ziemlich fiese Erkältung, mit Schüttelfrost, Fieber und Kopfschmerzen (habe ich sonst nie so extrem), als sie abklang, waren die Vasospasmen brutal, ich versuchte ihr wieder möglichst viel Brust in den Mund zu stopfen, korrigierte hier und dort, es wurde immer schlimmer, das Magnesium reichte nicht mehr. Ich hatte die Information vom IBC (http://www.nbci.ca/index.php?option=com ... &Itemid=17) gelesen, hier im Forum und versucht mit den aufgeführten Nahrungsergängzungsmitteln zu arbeiten ... wir mir gestern auffiel habe ich aber eine wesentlich geringere Dosis genommen als vorgeschlagen ... gestern habe ich dann auch aufgegeben und wieder ein Schmerzmittel genommen, das gerade noch wirkt (anfangs die Schmerzen nur gedämpft, aktuell fast weg), damit ich von meinem Kontrollwahn wieder runter komme und mehr entspanne, gleichzeitig habe ich nun die Dosierung erhöht, habe aber die Befürchtung, dass es zuviel ist, was dort steht.
Ich habe mir in den letzten Tagen viele von euren Stillfotos angesehen und habe festgestellt, dass die Menge an Brust, wie sie sie im Mund hat, wenn sie nach meiner Stopfattacke was raus rutschen lässt, anscheinend gut ist, habe ich versucht mehr Kontrolle an sie ab zu geben und es fühlt sich besser an.

Fütterung außer mit Brust (und MuMi mit Finger und Spritze während der Blutabnahme bei der U2) kennt sie nicht, allerdings, da sie wie ihr Bruder das reine Beruhigungssaugen, besonders, wenn sie tagsüber müde ist, an der Brust nahezu nicht zulässt, hat sie einen Schnuller (inzwischen den Soothie von Avent), etwa seit sie vier Wochen alt ist. Den bekommt sie, wenn wir Auto fahren und sie anfängt zu schreien, wenn ich sie durch tragen und kuscheln nicht beruhigt bekomme und sie mindestens zehn Minuten lang versucht habe immer wieder an die Brust zu bekommen und sie hysterisch schreit ... dann gebe ich nach, in letzter Zeit habe ich es öfter geschafft, dass sie nach dem Hungerstillen noch zufrieden genuckelt hat, ohne die Brust sofort raus zu schieben. Nur wenn es zu sehr weh tut, docke ich sie ab, dann geht sie auch nicht wieder ran. Ihre Technik scheint trotz gelegentlichem Schnullern gut, Unterlippe raus geklappt, Zunge schön um die Brustwarze drum rum, Nase meistens frei oder leicht an die Brust angelehnt, Kinn weit nach unten (es ist schwierig zu sehen, da meine Brust viel verdeckt, ich gehe sehr nach Gefühl, die Zunge legt sie aber auch immer schön um den Finger, wenn ich ihr den zum Testen mal in den Mund schiebe). Dockt zwar bis zum MSR, besonders wenn sie aufgeregt ist, immer wieder ab, löst ihn aber doch recht zügig aus (ist auch recht heftig noch) und trinkt dann gut, sobald es nicht mehr ganz so dolle schießt, trinkt sie weiter gut mit tiefem Schlucken, also alles was ich von stillkinder.de als positives Zeichen kenne.
Es tat am meisten weh, wo ihr Unterkiefer gearbeitet hat also neben dem Warzenhof, unabhängig von der Stillposition, es ist dieses typische Krampfgefühl, nach dem Stillen und wenn die Brust kalt wird, habe ich eine weiße Brustwarzenspitze (rechts stärker als links). Und natürlich dieses fiese kalte brennen, dass mich nachts für bis zu eine Stunde wach hält, nach dem Stillen. Ich versuche inzwischen zu massieren, pflege mit Lanolin und packe die Brust möglichst schnell wieder warm ein (was freue ich mich auf den Sommer).
Sie trinkt tagsüber im Normalfall ca. alle zwei Stunden, meistens eine Seite, bisher stillt sie so zwischen fünf und zehn Minuten, selten mal bis 15 Minuten, am späten Nachmittag eher mit einstündigen Abständen, morgens dafür im Tuch auch mal drei bis vier Stundenabstand. Nachts haben wir zwischen vier und fünf Stunden, dann stillen, dann drei bis vier Stunden bis sie wieder Hunger meldet. Sie hat ca. sechs nasse Windeln am Tag und zwischen fünf Mal am Tag bis zu alle zwei Tage Stuhlgang. Und wie gesagt, sie wächst gut (geboren mit 3680g auf 51cm hatte sie mit elf Wochen 5610g auf 61cm).

Vielleicht hat ja noch jemand Infos, Vorschläge oder einfach ein paar aufbauende Worte ... ich hoffe mal, wenn ich die Nahrungsergänzungsmittel ein paar Tage in der richtigen Dosierung genommen habe, wird es besser, sonst würde ich sehen, dass ich mir Nifedipin verschreiben lasse.

Re: ... beim Zweiten wird alles anders, dachte ich.

Verfasst: 13.04.2016, 14:04
von blubberin
Man ist das lang geworden -.-

Was ich vergessen habe, die Kleine ist jetzt 13 Wochen alt.
Ich bin seit 2005 in der Rheumadiagnostik, 2014 hat sich dann gezeigt, dass es wirklich Morbus Bechterew ist, wie anfangs vermutet. Allerdings ohne Dauermedikation, bei mir äußerte es sich bisher mit ca. jährlich einmal eine massive vordere Uveitis (gut behandelbar, weil sehr schmerzhaft), ein Jahr lang hatte ich eine Entzündung in der echten Schulter, die ließ sich nicht wirklich behandeln und verschwand so plötzlich wie sie aufgetaucht war, genauso mit den typischen Bechterew Rückenschmerzen die mich vom Frühling 2014 bis Frühling 2015 in den frühen Morgenstunden aus dem Bett holten.
Dazu steht seit 2014 der Verdacht auf Morbus Meniere im Raum (wenn ich Stress habe und zu wenig schlafe, bekomme ich einen Schub und mir wird schwindelig, wird mit hohen Gaben Cortison behandelt, dann ist es nach wenigen Tagen weg, ohne diese Behandlung habe ich zwei Wochen was davon; die leichtere Form, der "Warnschuß" ist, dass mein Ohr "zugeht" und ich Geräusche gedämpft und doppelt wahr nehme).

Re: ... beim Zweiten wird alles anders, dachte ich.

Verfasst: 16.04.2016, 17:18
von pqr
Hallo

Hat sich Deine Lage etwas geklärt/verbessert?

Re: ... beim Zweiten wird alles anders, dachte ich.

Verfasst: 02.05.2016, 22:02
von blubberin
Hmmm, geklärt? Weiß nicht so recht. Ich bin jetzt wieder sehr hinterher mit der Pflege (Lanolin) meine BW sind immer mal wieder gereizt, aber seit zwei Wochen überwiegen die guten Tage, in denen das erste Ansaugen bis zum MSR sehr unangenehm bis leicht schmerzhaft ist danach aber schön. Heute war wieder ein schlechter Tag, bei dem sich die BWs durchgehend gereizt angefühlt haben und ich sie nicht länger als fünfzehn Minuten an der Brust lassen konnte und mehrfach neu angedockt habe, ohne Verbesserung.

Gesendet von meinem SM-A310F mit Tapatalk

Re: ... beim Zweiten wird alles anders, dachte ich.

Verfasst: 02.05.2016, 22:04
von blubberin
Entschuldige, deine Antwort war mir irgendwie unter gegangen.

Re: ... beim Zweiten wird alles anders, dachte ich.

Verfasst: 03.05.2016, 20:01
von blubberin
Ich habe heute bemerkt, dass ich seit drei Tagen deutlich weniger B6 genommen habe (anderes Präparat) als sonst und es fühlt sich jetzt wieder an wie am Anfang der Behandlung, zum Wände hoch gehen. Ich hoffe es dauert nicht so lange bis es wieder wirkt.