Seite 1 von 13

Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 13.03.2016, 21:48
von NeeJoo
Hallo an alle,

Ich bin bin neu hier und durch die Webseite "das gewünschteste Wunschkind" auf dieses Forum gestoßen. Ich habe schon einiges über Stillprobleme und Saugverwirrung gelesen, aber so richtig passte nichts auf unsere Situation. Vielleicht habt ihr ja einen hilfreichen Tipp für uns, denn ich bin sehr verzweifelt und kurz vorm Abstillen, weil Joona die Brust ablehnt. Aber ich fange mal von vorne an.

Joona ist jetzt 3 Monate alt. Unsere Stillbeziehung war immer schon eher unruhig. Joona war äußerst unentspannt, sehr zappelig. Er streckte sich häufig durch und zog die Beine an, weswegen wir auf Bauchweh tippten. Abends war es immer am schlimmsten und er fing mit wenigen Tagen abends an die Brust zu verweigern. Er weinte und war sehr schwer zu beruhigen. Meist war es so gegen 22 Uhr wieder gut und er schlief beim Stillen ein. Ich hatte immer den Eindruck, dass das saugen ihm zu anstrengend ist und er so gereizt von der Brust ist, dass er nicht einschlafen kann.
Es wurde ein Zungenbändchen festgestellt, welches durchtrennt wurde. Wir hatten so gehofft, dass es damit besser wird, aber es veränderte sich nichts.

Mit Ca 2 Monaten fing er an, die rechte Brust zu verweigern. Er schrie schon, bevor er überhaupt anfing zu saugen. Nur die Position des Anlegens regte ihn sehr auf. Die linke Seite hat er normal weiter getrunken. . Zwar immer mit etwas Unruhe und zappelei, aber er trank. Auf Grund dessen haben wir eine Osteopathin aufgesucht, die eine Blockade am Schlüsselbein und an der Halswirbelsäule feststellte. Leider hat sich sein Verhalten nicht verändert. Im Gegenteil. Er verweigert mittlerweile auch die linke Seite. Ebenfalls so, dass er gar nicht erst anfängt zu trinken. ZUm Teil Saugt er kurz, dreht sich wieder weg, sucht wieder und fängt an zu saugen. Ich spüre, dass der Milcheinschuss kommt. Den trinkt er und kurz danach fängt er wieder an zu schreien.
Hebi meinte, ich solle nach dem Stillen mal abpumpen und gucken, ob noch Milch da ist. Das abgepumpte, waren so 40 ml, habe ich ihm angeboten und das hat er sehr gierig getrunken. Daraufhin habe ich ihn gewogen und so fiel auf, dass er in den letzten 4 Wochen nur 150 g zugenommen hat, weswegen ich jetzt zufüttern soll.
Er trinkt nach dem Stillen gerne noch 100-150 ml.
Leider bekomme ich die Menge nicht abgepumpt.
Der KiArzt sagte, dass Joona die Zunge nicht weit genug nach vorne bringt, wenn er saugt. Theoretisch könnte er es aber.
Ich habe jetzt schon einiges probiert um ihn wieder an die Brust zu bekommen: stillhütchen (hat gar nicht geklappt) und ein brusternährungsset (die Milch lief in seinen Mund und trotzdem saugte er nicht weiter; das Problem dabei ist auch, dass er nicht lange genug an der Brust trinkt, obwohl Milch fließt bzw gar nicht erst anfängt)

Zur Zeit sieht es so aus, dass er die rechte Seite verweigert und die linke bis kurz nach dem Milcheinschuss trinkt. Manchmal verweigert er aber auch vollständig.

Dazu muss ich noch sagen, dass er ca. ab dem 10 Tag einen Schnuller bekommt. Er hatte imme sehr kurze Stillabstände, sobdass die Hebi meinte ihn so zu versuchen etwas zu ziehen. Meist hat das aber nicht geklappt und ich habe ihn angelegt. Der Schnuller hat ihn aber schon immer sehr beruhigt.

Kennt jemand dieses Verhalten? Könnte es sich um eine Saugverwirrung handeln? Warum fängt er aber dann gar nicht erst an zu saugen und verweigert schon vorher? Und warum nur die rechte Seite? Und zwischendurch trinkt er ja.

Über Tipps und Ratschläge würde ich mich sehr freuen, denn ich würde sehr gerne weiter stillen.

Viele Grüße

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 13.03.2016, 22:08
von Mia90
Hallo und willkommen hier. Du bist hier auf jeden Fall richtig gelandet. Ich kann dir leider nicht helfen, wollte aber auch nicht einfach so wieder gehen.
Es ist bestimmt sehr anstrengend für dich und du bist bestimmt sehr besorgt, aber halte noch durch! Es meldet sich sicher ganz bald ein Stillmod bei dir und hilft dir. Bis dahin kannst du ja schonmal die Grundfragen für eine Stillberatung beantworten, dann geht alles etwas schneller. Schicke dir gleich einen Link dazu.
Alles Gute und hoffentlich bald eine unbeschwerte Stillbeziehung wünsche ich dir!

A. mit Zwergnase J. (03/15)

gesendet via Tapatalk

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 13.03.2016, 22:12
von Mia90
Wie funktioniert die Stillberatung im SuT: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... p?t=125451

Linksammlung Stillwissen:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... p?t=124858

A. mit Zwergnase J. (03/15)

gesendet via Tapatalk

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 14.03.2016, 10:04
von NeeJoo
Vielen Dank Mia90 für deine lieben Worte und für den Link.
Ich werde versuchen alle Grundfragen zu beantworten.

Gewicht:
3.12.2015 Geburt: 3550 g/ 53 cm/ 35 cm Kopfumfang
7.12.2015 Hebi: 3600g
18.12. Hebi: 4020g
31.12. Hebi: 4400g
3.02. KiArzt. 5640g
10.03. KiArzt: 5790g

zufüttern:
Ich stille nach wie vor nach Bedarf und es kommt immer drauf an, wie lange und ob Joona überhaupt an der Brust trinkt.
Seine stillabstände betragen so 2,5-3 Stunden.
Danach gebe ich ihm eine Flasche (Calma von Medela) meist trinkt er dann so 80-130 ml. Wobei er mit dieser Flasche auch häufig Probleme hat. Wenn er sich gar nicht beruhigen lässt, dann gebe ich ihm eine Flasche mit normalem Sauger. Die trinkt er dann sehr ruhig weg. Wie oben schon geschrieben habe ich Stillhütchen probiert und mir ein Michbildungsset nachgebastelt. Die Milch floss durch den Schlauch in seinen Mund, aber er blieb trotzdem nicht an der Brust.
Den Schnuller bekommt er seit dem 10. Tag. Danach hatten wir bis auf die abendlichen Probleme eine Probleme beim Stillen. Außer, dass er eben immer sehr unentspannt war, aber ich dachte, es hätte mit Bauchweh zu tun.

Nach dem Stillen pumpe ich direkt ab. Meist bekomme ich so zwischen 20-40 ml zusammen. Sehr frustrierend. Ich bekomme einfach nicht mehr raus. Morgens kommen auch schon mal 80 ml zusammen.
Zur Anregung der Milchproduktion nehme ich aktivierte Bockshornkleesamen, Globulis vom Homöopathin, trinke stilltee und piuletta. Vor dem Pumpen reibe ich milchbildungsöl auf die Brust.

Ich kann es nicht verstehen. Bitte, gebt mir ein paar Ratschläge was ich noch tun könnte.

Viele Grüße

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 14.03.2016, 10:26
von pqr
Hallo

Ich finde 40 ml nach dem Stillen ziemlich gut.
Da sind es bei uns weniger.

Es meldet sich sicher bald ein Stillmod, der Euch weiterhelfen kann.

Euch alles Gute.

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 14.03.2016, 10:51
von Lotti
Hallo neejoo, ich bin kein Profi, hab aber ein gleich alles Baby (geb. 14.12) und ich finde alle zweieinhalb bis drei Stunden Abstand recht lange. Also bei meiner Kleinen kann es nach zweieinhalb Stunden schon passieren, dass sie vor lauter Hunger ganz hektisch wird und das Stillen dann sehr unentspant ist. Hast du mal probiert, eventuell alle eineinhalb Stunden ihm die Brust anzubieten? Hunger hat er ja, wenn er soviel Nachschlag aus der Flasche nimmt.
Alles Gute!

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 14.03.2016, 12:06
von Lösche Benutzer 21522
Hallo und herzlich Willkommen neejoo,

Es meldet sich bestimmt bald ein StillMod bei dir um dich zu begleiten.

Ich bin nur Laie. Ich schreibe dir einmal kurz meine Gedanken zusammen.
Die Stillabstände finde ich auch recht lange. Zur Milchbildung solltest du 10-12x in 24h anlegen. Hast du es mit einer anderen Stillposition versucht? Mein Kind bevorzugt das Stillen im Liegen und hat sich ganz lange nicht im Sitzen stillen lassen.

Den Schnuller würde ich, an deiner Stelle, versuchen zu reduzieren oder ganz wegzulassen. Dein Kind muss erst lernen korrekt zu trinken und da stört der Schnuller nur. Zufüttern wäre mit einem weichen Becher eventuell auch stillfreundlicher.

Alles gute für euch!

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 14.03.2016, 12:12
von deidamaus
Hallo NeeJoo,

herzlich Willkommen hier im SuT. Wir schauen jetzt gemeinsam, wie wir dir und deinem Baby wieder zu einer glücklichen Stillbeziehung verhelfen können.

NeeJoo hat geschrieben:
Gewicht:
3.12.2015 Geburt: 3550 g/ 53 cm/ 35 cm Kopfumfang
7.12.2015 Hebi: 3600g
18.12. Hebi: 4020g
31.12. Hebi: 4400g
3.02. KiArzt. 5640g
10.03. KiArzt: 5790g
Die Zunahme lag in den ersten beiden Lebensmonaten mit durchschnittlich 250g die Woche im Normalbereich von durchschnittlich 170-330 g pro Woche laut WHO, d.h. deine Milchbildung konnte sich gut etablieren. Das sind gute Voraussetzungen, dass du nicht dauerhaft Pre zufüttern musst. Die Entscheidung, dein Baby in der aktuellen Situation zuzufüttern, ist auf Grund der Gewichtswerte auf jeden Fall richtig. Im dritten und vierten Lebensmonat liegt die durchschnittliche wöchentliche Zunahme bei 110-330 g laut WHO.

Damit ich dich auf deinem Weg gut begleiten kann, ist es wichtig, dass du dir eine geeichte, auf 10 g genaue Babywaage besorgst. Die kannst du z.B. in der Apotheke ausleihen. Mit dieser wiegst du einemal am Tag unter gleichen Bedingungen. Wie das geht, steht in der Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle.

Zusätzlich dazu ergänzt du bitte jeden Tag die obige Gewichtsliste um das aktuelle Gewicht, die Anzahl der Stillmahlzeiten pro Tag, die insgesamt zugefütterte Menge an Pre und Muttermilch, die abgepumpte Menge an Muttermilch und die Anzahl der Stuhl- und Pipiwindeln. Dabei sind Stuhlwindeln solche mit Stuhlgang (mit oder ohne Pipi) und Pipiwindeln solche, die spürbar voll Urin sind.

Kannst du noch aufschreiben, wieviel du in den letzten Tagen INSGESAMT pro Tag zugefüttert hast?
Danach gebe ich ihm eine Flasche (Calma von Medela) meist trinkt er dann so 80-130 ml. Wobei er mit dieser Flasche auch häufig Probleme hat. Wenn er sich gar nicht beruhigen lässt, dann gebe ich ihm eine Flasche mit normalem Sauger. Die trinkt er dann sehr ruhig weg. Wie oben schon geschrieben habe ich Stillhütchen probiert und mir ein Michbildungsset nachgebastelt. Die Milch floss durch den Schlauch in seinen Mund, aber er blieb trotzdem nicht an der Brust.
Den Schnuller bekommt er seit dem 10. Tag. Danach hatten wir bis auf die abendlichen Probleme eine Probleme beim Stillen. Außer, dass er eben immer sehr unentspannt war, aber ich dachte, es hätte mit Bauchweh zu tun.
Die Gabe des Schnullers kann in der Tat massive Stillprobleme verursachen. Einerseits kann das Baby eine Saugverwirrung entwickeln und andererseits seinen Hunger "überschnullern", d.h. dein Baby beruhigt sich am Schnuller, obwohl es eigentlich (noch) Hunger hätte. D.h. um wieder zurück zum Stillen zu finden, ist es ganz wichtig, den Beruhigungssauger - wenn irgendwie möglich - ganz weg zu lassen.

Alle Flaschensauger (auch der Calma erfordern vom Baby ein anderes Saugverhalten als an der Brust, d.h. sie können eine Saugverwirrung auslösen (was bei euch der Fall ist). Durch das Zufüttern mit der Flasche verlernt dein Baby immer mehr die Korrekte Technik für das Stillen an der Brust, so dass es neben dem Weglassen des Schnullers, sehr wichtig ist, dein Baby stillfreundlich zuzufüttern. Du hast dir ja schon selber eine Zufütterhilfe gebastelt (ich nehme an, dass du eine dünne Magensonde und eine Spritze benutzt, mit der du an der Brust zufütterst, richtig?). Das ist sehr gut! Alternativ kannst du deinem Baby die Milch auch mit einem Becher oder Löffel geben.
Nach dem Stillen pumpe ich direkt ab. Meist bekomme ich so zwischen 20-40 ml zusammen. Sehr frustrierend. Ich bekomme einfach nicht mehr raus. Morgens kommen auch schon mal 80 ml zusammen.
Die Mengen sind doch garnicht so schlecht :D Die abgepumpte Menge an Muttermilch sagt nichts darüber aus, wieviel Milch ein gut saugendes Baby aus der Brust trinken kann. Um deine Milchbildung durch das Abpumpen anzukurbeln, ist es sinnvoll mit einem Doppelpumpset abzupumpen, da dies die Milchbildung am besten anregt. Sinnvollerweise solltest du möglichst so häufig abpumpen, wie dein Baby normalerweise stillen würde, d.h. 8-12 mal in 24 h. Besser häufiger und kurz als seltener und länger.
Zur Anregung der Milchproduktion nehme ich aktivierte Bockshornkleesamen, Globulis vom Homöopathin, trinke stilltee und piuletta. Vor dem Pumpen reibe ich milchbildungsöl auf die Brust.

Gut sind die Bockshornkleesamen. Hat sich dein Körpergeruch durch die Einnahme verändert? Wieviel nimmst du davon pro Tag
Joona ist jetzt 3 Monate alt. Unsere Stillbeziehung war immer schon eher unruhig. Joona war äußerst unentspannt, sehr zappelig. Er streckte sich häufig durch und zog die Beine an, weswegen wir auf Bauchweh tippten. Abends war es immer am schlimmsten und er fing mit wenigen Tagen abends an die Brust zu verweigern. Er weinte und war sehr schwer zu beruhigen. Meist war es so gegen 22 Uhr wieder gut und er schlief beim Stillen ein. Ich hatte immer den Eindruck, dass das saugen ihm zu anstrengend ist und er so gereizt von der Brust ist, dass er nicht einschlafen kann.
Es wurde ein Zungenbändchen festgestellt, welches durchtrennt wurde. Wir hatten so gehofft, dass es damit besser wird, aber es veränderte sich nichts.
Die Unruhe an der Brust kann sehr viele Ursachen haben. Z.B. auch zu viel Milch, d.h. das Baby möchte noch etwas nuckeln (non-nutritive saugen) und es kommt noch Milch. Oder es ist (gerade abends) überreizt vom Tag und übermüdet. Die Brust "reizt" dein Baby nicht, sie beruhigt es höchstens, wenn es diese annimmt.
Mit Ca 2 Monaten fing er an, die rechte Brust zu verweigern. Er schrie schon, bevor er überhaupt anfing zu saugen. Nur die Position des Anlegens regte ihn sehr auf. Die linke Seite hat er normal weiter getrunken. . Zwar immer mit etwas Unruhe und zappelei, aber er trank. Auf Grund dessen haben wir eine Osteopathin aufgesucht, die eine Blockade am Schlüsselbein und an der Halswirbelsäule feststellte. Leider hat sich sein Verhalten nicht verändert. Im Gegenteil. Er verweigert mittlerweile auch die linke Seite. Ebenfalls so, dass er gar nicht erst anfängt zu trinken.
Dies kann viele Ursachen haben. Das die Blockaden schon mal behoben wurden, ist sehr gut. Hast du immer in der gleichen Position gestillt?
ZUm Teil Saugt er kurz, dreht sich wieder weg, sucht wieder und fängt an zu saugen. Ich spüre, dass der Milcheinschuss kommt. Den trinkt er und kurz danach fängt er wieder an zu schreien.
Wir versuchen jetzt gemeinsam, dein Baby wieder an die Brust zu bekommen und die Ursache für sein Verhalen herauszufinden und hoffentlich zu beseitigen.
Hebi meinte, ich solle nach dem Stillen mal abpumpen und gucken, ob noch Milch da ist. Das abgepumpte, waren so 40 ml, habe ich ihm angeboten und das hat er sehr gierig getrunken. Daraufhin habe ich ihn gewogen und so fiel auf, dass er in den letzten 4 Wochen nur 150 g zugenommen hat, weswegen ich jetzt zufüttern soll.
Er trinkt nach dem Stillen gerne noch 100-150 ml.
100-150 ml sind eine sehr große Menge für ein Stillkind.
Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:

jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122
Würde dein Baby pro Mahlzeit 100-150 ml trinken, dann bräuchte es nur circa 5-8 Stilmahlzeite pro Tag. Dies ist für ein Vollstillbaby sehr wenig. Die meisten Stillkinder trinken 8-12 mal in 24 h.
Der KiArzt sagte, dass Joona die Zunge nicht weit genug nach vorne bringt, wenn er saugt. Theoretisch könnte er es aber.
Dies deutet auf eine Saugverwirrung auf Grund der Schnuller und Flaschengabe hin.
Ich habe jetzt schon einiges probiert um ihn wieder an die Brust zu bekommen: stillhütchen (hat gar nicht geklappt) und ein brusternährungsset (die Milch lief in seinen Mund und trotzdem saugte er nicht weiter; das Problem dabei ist auch, dass er nicht lange genug an der Brust trinkt, obwohl Milch fließt bzw gar nicht erst anfängt)
Dein Baby weiß im Moment nicht mehr, wie es richtig an der Brust trinken kann. Dies kann er aber wieder lernen.
Dazu muss ich noch sagen, dass er ca. ab dem 10 Tag einen Schnuller bekommt. Er hatte imme sehr kurze Stillabstände, sobdass die Hebi meinte ihn so zu versuchen etwas zu ziehen. Meist hat das aber nicht geklappt und ich habe ihn angelegt. Der Schnuller hat ihn aber schon immer sehr beruhigt.
Normale Vollstillkinder stillen 8-12 mal, eher 10-12 mal in 24 h, d.h. tagsüber alle 2 h, nachts alle 3 h. Viele Babys auch noch deutlich häufiger. Das "Ziehen" eines Babys mit Hilfe eines Schnullers, führt oft dazu, dass die Mutter zu wenig Milch bildet und das Baby nicht genug zunimmt. Mit der Folge, dass zugefüttert werden muss.
Kennt jemand dieses Verhalten? Könnte es sich um eine Saugverwirrung handeln? Warum fängt er aber dann gar nicht erst an zu saugen und verweigert schon vorher? Und warum nur die rechte Seite? Und zwischendurch trinkt er ja.
Das Verhalten klingt sehr nach einer Saugverwirrung. Wie klappt es denn nachts? Stillt dein Baby da besser?

Wenn du meine noch offenen Fragen beantwortet hast, kann ich dir sagen, wie wir weiter vorgehen.

Hilft dir das weiter?

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 14.03.2016, 21:31
von NeeJoo
Hallo deidamaus,

Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich hatte fast befürchtet, dass es tatsächlich eine saugverwirrung ist. Ich dachte nur, dass das Einsetzen des Schnullers und jetzt die Problematik recht weit auseinander liegen und die Hebammen, die ich bisher um Rat gebeten habe, haben den Schnuller als Grund ausgeschlossen.

Schwer zu sagen, wieviel ich tatsächlich zugefüttert habe. Angelegt habe ich ihn meist nach 2,5 Stunden und anschließend eine Flasche gegeben. Ich hatte immer den Eindruck, dass er nach 2 Stunden noch mehr Radau machte als nach 2,5.
Ingesamt habe ich ca. 650 ml in pro 24 Stunden zugefüttert. Davon waren ca.
250 ml abgepumpte Milch. In der Nacht habe ich nicht abgepumpt. Meist hat er da noch kurz beide Seiten getrunken, sodass ich erst am Morgen wieder abgepumpt habe. Letzte Nacht hat er aber direkt die Brust abgelehnt. Nur am frühen Morgen trank er kurz.

Eine Waage aus der Apo habe ich bereits. Eben hatte er ein Gewicht von 5820 g. Also hat er zu letzter Woche Donnerstag noch nicht viel zu genommen.

Ich habe auch schon vom KiArzt eine Pumpe verschrieben bekommen, sodass ich beide Seiten gleichzeitig abpumpen kann.
Mir ist nicht aufgefallen, dass sich mein Körpergeruch nach der Einnahme des Bockshornpräparats verändert hätte.

Den Schnuller versuche ich wegzulassen, aber es graut mir sehr davor. Joona lässt sich unglaublich schwer beruhigen. Ich pucke ihn und trage ihn herum, aber richtig zur Ruhe kommt er erst mit dem Schnuller. Gibt es eine Alternative saugmethode? Sollte ich versuchen ihm die Brust beim Tragen anzubieten? Das er versuchen kann sich daran zu beruhigen?
Wie lange wird es erfahrungsgemäß dauern bis er das trinken an der Brust wieder erlernt hat?

Du schreibst 100-150 ml ist eine große Menge für ein Stillkind. Sollte ich ihm weniger geben?

Genau, ich habe mir eine ernährungssonde aus der Apotheke geholt. Diese in einen Becher reingehangen und an der Brust mit einem Stück Pflaster befestigt. Ich habe die Milch angesaugt, so dass Joona direkt merkte, dass Milch fließt. Aber leider blieb er trotzdem nicht an der Brust sondern drehte den Kopf weg und weinte. er versuchte gar nicht erst zu saugen und je mehr er weinte, desto zweckloser wird es.

Ich habe viele Positionen ausprobiert. Die letzte, die noch einigermaßen klappte, jetzt leider auch nicht mehr, war: er auf dem Rücken und ich im fierfüsslerstand über ihm.

Wie soll ich jetzt am besten Vorgehen? Zuerst die Brust anbieten? Oder erst etwas aus einem Becher füttern?

Ich danke dir sehr für deine Hilfe.

Und herzlichen Dank auch für die anderen Ratschläge von herbstmami, lottiberlin und pqr.

Re: Massive Stillprobleme. HILFE!

Verfasst: 14.03.2016, 21:36
von deidamaus

Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich hatte fast befürchtet, dass es tatsächlich eine saugverwirrung ist. Ich dachte nur, dass das Einsetzen des Schnullers und jetzt die Problematik recht weit auseinander liegen und die Hebammen, die ich bisher um Rat gebeten habe, haben den Schnuller als Grund ausgeschlossen.
Schnuller und Flaschen können eine Weile keine Probleme machen und dann irgendwann zu Schwierigkeiten führen. 5 Wochen problemlos Schnuller verwendet heißt nicht, dass jetzt nie wieder Probleme auftreten können.
Ingesamt habe ich ca. 650 ml in pro 24 Stunden zugefüttert. Davon waren ca.
250 ml abgepumpte Milch.

Okay, dann habe ich eine Anhaltsgröße. Füge doch dann jeden Tag die neuen Daten zur Gewichtsliste dazu.
In der Nacht habe ich nicht abgepumpt. Meist hat er da noch kurz beide Seiten getrunken, sodass ich erst am Morgen wieder abgepumpt habe. Letzte Nacht hat er aber direkt die Brust abgelehnt. Nur am frühen Morgen trank er kurz.
Okay, dass klingt danach, als ob wir ganz von vorne mit einer Rückgewöhnung an die Brust beginnen müssen.
Eine Waage aus der Apo habe ich bereits. Eben hatte er ein Gewicht von 5820 g. Also hat er zu letzter Woche Donnerstag noch nicht viel zu genommen.
Zwei Gewichtswerte von zwei unterschiedlichen Waagen unter unterschiedlichen Bedingungen erhalten, sind nicht gut vergleichbar.

Hier die entsprechend ergänzte Liste:

3.12.2015 Geburt: 3550 g
7.12.2015 Hebi: 3600g
18.12. Hebi: 4020g
31.12. Hebi: 4400g
3.02. KiArzt. 5640g
10.03. KiArzt: 5790g
13.03. 400 ml Pre, 250 ml Mumi
14.03. 5820g eigene Waage
Ich habe auch schon vom KiArzt eine Pumpe verschrieben bekommen, sodass ich beide Seiten gleichzeitig abpumpen kann.
Perfekt.
Mir ist nicht aufgefallen, dass sich mein Körpergeruch nach der Einnahme des Bockshornpräparats verändert hätte.
In welcher Dosierung nimmst du ihn denn?
Den Schnuller versuche ich wegzulassen, aber es graut mir sehr davor. Joona lässt sich unglaublich schwer beruhigen. Ich pucke ihn und trage ihn herum, aber richtig zur Ruhe kommt er erst mit dem Schnuller. Gibt es eine Alternative saugmethode? Sollte ich versuchen ihm die Brust beim Tragen anzubieten?
Das kannst du gerne machen :D

Da dein Baby aber anscheind garnicht mehr an die Brust geht, starten wir ein Rückführungsprogramm von der Flasche zur Brust (siehe weiter unten), so dass du jetzt nicht gleich (komplett) auf den Schnuller verzichten musst. Da dein Baby aber in letzter Zeit wenig zugenommen hat, solltest du den Einsatz stark reduzieren, so dass dein Baby beim Saugen immer eine Nahrungsquelle (Flasche oder Brust) zur Verfügung hast.
Wie lange wird es erfahrungsgemäß dauern bis er das trinken an der Brust wieder erlernt hat?
Wenige Tage bis einige Wochen. Das kommt ganz darauf an, da jedes Kind anders ist.
Du schreibst 100-150 ml ist eine große Menge für ein Stillkind. Sollte ich ihm weniger geben?
Verteile die Zufüttermenge lieber auf kleinere aber häufigere Mahlzeiten, d.h. biete eher 70 ml bis maximal 100 ml an, dafür mindestens 8-10 mal am Tag.
Genau, ich habe mir eine ernährungssonde aus der Apotheke geholt. Diese in einen Becher reingehangen und an der Brust mit einem Stück Pflaster befestigt. Ich habe die Milch angesaugt, so dass Joona direkt merkte, dass Milch fließt. Aber leider blieb er trotzdem nicht an der Brust sondern drehte den Kopf weg und weinte. er versuchte gar nicht erst zu saugen und je mehr er weinte, desto zweckloser wird es.
Wenn dein Baby anfängt zu weinen, ist es nicht mehr in der Lage sich auf etwas Neues einzustellen. Besser zum stillfreundlichen Zufüttern und bei der Rückgewöhnung zur Brust unerlässlich ist das Brusternäherungsset (BES). Erste Schritte mit dem BES. Das BES kannst du in der Apotheke oder online (z.B. über Amazon) erwerben. Ganz wichtig ist es, dir die Elterninfo zum BES zu besorgen.

Dann sieht die Rückführung an die Brust so aus:
1) Verwendung verschiedener Flaschensauger, damit das Baby sich an unterschiedliche Mundgefühle gewöhnt.
2) Flasche geben in Stillposition, damit dein Baby diese Postion mit dem Trinken verknüpft (gerne auch mit nacktem Oberkörper).
3) Verwendung eines Flaschensaugers als Stillhütchen und dabei Zufüttern übers Brusternährungsset (BES).
4) Umstieg auf Hütchen plus BES.
5) Abgewöhnen von Hütchen und BES.

Das heißt für dich, dass du zunächst deinem Baby verschiedene Flaschensauger schmackhaft machen musst und um ihm dann die Milch in Stillposition zu geben. Klappt dies gut wird für kurze Zeit mit Hilfe des BES mit dem Flaschensauger an der Brust zugefüttert. Danach erfolgt der Umstieg auf Stillhütchen, so dass dann dein Baby schon richtig an der Brust trinkt.
Wie soll ich jetzt am besten Vorgehen? Zuerst die Brust anbieten? Oder erst etwas aus einem Becher füttern?
Nachdem dein Baby anscheind garnicht mehr an die Brust geht (auch nachts), sollten wir ganz von vorne anfangen (siehe 5-Punkte-Plan oben), d.h. erstmal verschiedene Sauger einführen und Flasche in Stillposition geben. Natürlich kannst du trotzdem zwischendurch die Brust anbieten.

Hast du verschiedene Sauger da?

Wie klingt das für dich?

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung