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Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 18:34
von Lösche Benutzer 22078
Hallo zusammen,

ich hab zwar noch ein paar Wochen, bis meine Kleine zur Welt kommt, aber lese hier schon fleissig mit.
Dabei bin ich jetzt schon mehrfach über das Thema Saugverwirrung gestolpert, und die Empfehlung, auf Flaschen grundsätzlich zu verzichten und - sofern denn nicht gestillt werden kann - auf Becher oder Löffel zurück zu greifen.

Da ich aber nach 4 Monaten wieder anfange zu arbeiten und die Kleine dann in die Krippe geht, ich aber andererseits wenn möglich auf Formula verzichten und dafür möglich lange Muttermilch füttern möchte, werde ich um das Abpumpen und die Flaschenfütterung während meiner Arbeitstage nicht drumherum kommen. Irgendwie muss die Kleine in der Krippe ja was zu trinken bekommen.
Ich habe im Kolleginnen- und Bekanntenkreis viele Mütter, die auch zu Hause an der Brust gestillt haben und ansonsten für die Krippe oder Dienstreisen tagsüber abgepumpt und die Kinder dann mit Flasche gefüttert haben.
Saugverirrung in dem Sinne, dass die Kinder nicht mehr an die Brust wollten, hatte keine. Eine Kollegin hatte nur das Problem, dass ihre Tochter zeitweise keine Flasche akzeptiert hat und daher in der Krippe gar nicht getrunken hat. Das hat zum Glück nur knapp einen Monat gedauert und jetzt trinkt sie wieder aus Brust und Flasche.

Meine Frage jetzt:
Kommt die Saugverwirrung wirklich so oft vor? Gibt es so viele Kinder, die sich zB ab Krippenbesuch weigern, an der Brust zu trinken und nur noch die Flasche nehmen? Ich kenne das Phänomen halt nur aus dem Forum hier und verunsichert.
Bisher kenne ich halt nur die Empfehlung, rechtzeitig vor Krippenbeginn schonmal ab und zu Papa mit Flasche füttern zu lassen, so dass das Kind beides kennenlernt und dass man eventuell verschiedene Sauger testen muss, bis man einen hat, den das Kind akzeptiert.

Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 18:53
von Fortresca
Hallo Strandeule,

erstmal: mach dich nicht verrückt, sondern freu dich auf dein persöliches Wunder :D

Sonst denke ich, ist nicht die Frage, wie oft Saugverwirrung auftritt, sondern nur, ob. Es istt ja auch egal, wie häufig eine seltee Krankheit ist, wenn man sie hat. Wichtig ist: Mit Becher oder Löffel und anderem kann man was dagegen tun.

Aber hier werden sicher noch Experten was dazu sagen.

Ich kann nur sagen wie es bei uns ist: Die Nebelhexe trinkt problemlos aus Brust und 2 verschiedenen Saugern. Meine Hebi meinte am Anfang, Stillen sei selten ein Problem, wenn die Minis es einmal kapiert haben. Ob das stimmt, würde ich aber nicht beschwören.

Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 19:22
von ixcacienfuegos
Strandeule hat geschrieben: Da ich aber nach 4 Monaten wieder anfange zu arbeiten und die Kleine dann in die Krippe geht, ich aber andererseits wenn möglich auf Formula verzichten und dafür möglich lange Muttermilch füttern möchte, werde ich um das Abpumpen und die Flaschenfütterung während meiner Arbeitstage nicht drumherum kommen. Irgendwie muss die Kleine in der Krippe ja was zu trinken bekommen.
Und Wwarum sollte das Kind in der Krippe nicht mit dem Becher gefüttert werden können? Es ist doch im Endeffekt egal, ob man dem Kind eine Flasche oder einen Becher hinhält.
Strandeule hat geschrieben:
Ich habe im Kolleginnen- und Bekanntenkreis viele Mütter, die auch zu Hause an der Brust gestillt haben und ansonsten für die Krippe oder Dienstreisen tagsüber abgepumpt und die Kinder dann mit Flasche gefüttert haben.
Das mag ja sein, hilft dir nur nix, wenn es bei deinem Kind anders ist.
Meine Stillberaterin hat damals gesagt, eine Saugverwirrung tritt bei ca. 30-40% aller Kinder auf.

Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 19:27
von Siduri
Ich kann dir nur mal sagen, wie es bei uns war.

Mein Großer war aus diversen Gründen die ersten drei Monate zwiemilchernährt, phasenweise ausschließlich mit Fläschchen. Er ging dann aber völlig problemlos an die Brust. Bis er 5 Monate alt war, bekam er ca alle zwei Tage abends ein Fläschchen mit abgepumpter Mumi (immer dann, wenn Papa ihn ins Bett brachte). Auch da ging er immer gerne an die Brust. ABER mit ca 5 Mo begann er, schlecht zu saugen. Es tat mir weh, wenn er trank. Also strich ich die Fläschen rigoros und stillte ihn eben an den Papa-Abenden vor dem Schlafengehen im Wohnzimmer. Und nach wenigen Tagen war es wieder gut. Zwei Monate später wieder das gleiche. Zuerst dachte ich, dass ich falsch gelegen war, dass die schlechte Saugtechnik doch nichts mit dem Fläschchen zu tun hatte. Doch dann fiel mir auf, dass er die Zeit davor viiiiieeeeel geschnullert hatte. Schnuller weg (war übrigens absolut kein Problem) und ein paar Tage später wieder perfekt gesaugt. Und danach nie wieder Probleme. Ich wollte ihm den Schnuller nach zwei Wochen wieder geben, da wollte er ihn nicht mehr.

Saugverwirrung heißt nicht immer gleich Brustverweigerung. Aber hätte ich nicht gewusst, dass es sie gibt, hätte ich vielleicht mit 5 Mo abgestillt, weil es mir zu weh tat und wäre nicht auf die Idee gekommen, das Fläschchen dafür verantwortlich zu machen.

Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 19:29
von Traeumi
Also rein aus meinen eigenen Erfahrungen würde Ich so halb/halb überschlagen. Viele, die sich vorzeitig abgestillt haben durch Flaschenfütterung (also keine Brust mehr nahmen) oder andersherum die Flasche nicht mehr nahmen nach einer Zeit (meins z.B.). Dachte vorher auch, alles easy, weil ich viele Beispiele kannte, wo es überhaupt kein Problem war, aber gut, mein Kind hat sich eindeutig für die Brust entschieden. Bin gespannt, ob es dazu überhaupt offizielle Zahlen gibt?

Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 19:50
von pqr
Hallo

Ich bin nur Laie und lass Dir meine persönlichen Beobachtungen da.
In meinem Umfeld trat es besonders häufig bei Kindern auf, die jünger als 6-8 Wochen waren.
Es gab aber auch einige Fälle, wo die Kinder zwischen 3 und 8 Monaten alt waren.( es gab auch Kinder, die wechseln konnten)
Dann gab es noch Fälle, wo von der Mutter interpretiert wurde, sie habe nicht genug Milch, deshalb tränke das Kind nicht mehr an der Brust, bei denen eine Saugverwirrung vorgelegen haben könnte.
Vielleicht gibt die Krippe ja auch Becher oder Softcup.

Euch alles Gute

Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 19:51
von julia1982
Ich kenne zwei Kinder im Alter meines Sohnes, die aufgrund von Flaschenfütterung im Alter von fünf bzw elf Monaten die Brust von jetzt auf gleich ablehnten. Eine Rückführung ist nicht gelungen, leider. Bei uns in der Krippe wurde völlig problemlos mit dem m*dela softcup gefüttert, warum sollte da eine Flasche nötig sein?


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Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 20:14
von Brianna
Mein großer hat von jetzt auf gleich die Flasche verweigert, obwohl er Flasche vor Brust kannte. Meine kleine musste ich unfreiwillig noch im Krankenhaus mit Flasche füttern. Sie trinkt zum Glück noch an der Brust. Sie wird keine Flasche mehr bekommen. Mir ist das Risiko zu groß. Ich würde versuchen Säuferin zu füttern und ab Beikostreife versuchen, in der Krippe so viel Zeit wie möglich mit Beikost zu überbrücken.

Gruß Brianna

Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 20:20
von arachnia
Ich kenne es auch zu beiden Seiten hin. In einer (im Nachinein betrachtet) besonders schlimmen Phase musste ich dem Kind manchmal erst den Schnuller wegnehmen und die Brust "untermogeln". Auf der anderen Seite nahm sie nach ca 4 Monaten keine Flasche mehr an, den Schnuller hat sie mit ca 8 Monaten verweigert.

Im Bekanntenkreis könnte ich mind. 10 saugverwirrte Kinder unter 2 Jahren aufzählen, bei den meisten ist es aufs Abstillen hinausgelaufen.

Beim nächsten Kind werde ich persönlich auf künstliche Sauger verzichten. Ob wir nochmal so glimpflich davon kommen weiß ich nämlich nicht...man steckt halt nicht drin ob und wann eine Saugverwirrung auftritt :/

Re: Kommt Saugverwirrung so oft vor?

Verfasst: 05.03.2016, 20:21
von Lösche Benutzer 22078
ixcacienfuegos hat geschrieben:Meine Stillberaterin hat damals gesagt, eine Saugverwirrung tritt bei ca. 30-40% aller Kinder auf.
Holla, wenn das stimmt, ist das schon mal eine nicht ganz so unrealistische Sorge, dass es Probleme geben könnte.
pqr hat geschrieben:In meinem Umfeld trat es besonders häufig bei Kindern auf, die jünger als 6-8 Wochen waren.

Es gab aber auch einige Fälle, wo die Kinder zwischen 3 und 8 Monaten alt waren.( es gab auch Kinder, die wechseln konnten)
...
Vielleicht gibt die Krippe ja auch Becher oder Softcup.
julia1982 hat geschrieben:Bei uns in der Krippe wurde völlig problemlos mit dem m*dela softcup gefüttert, warum sollte da eine Flasche nötig sein?
Das mit jüngeren Kindern habe ich auch mitbekommen. Darum hiess es ganz oft in den Empfehlungen, die ich gelesen habe, das man möglichst erst ab der 8.-10. Woche mit dem Abpumpen und Flasche geben anfangen sollte, damit die Kinder erstmal die Brust kennenlernen. Ich hatte nur bisher immer gedacht, dass es danach gar keine Probleme mehr gäbe, aber inzwischen sehe ich, dass es leider wohl nicht immer so einfach ist.

Bezüglich Krippe und Softcup muss ich wohl dann, wenn es kurz vor Beginn nochmal um alle Details geht, nachfragen. Die Krippenleiterin hatte mir beim Anmelden damals nur gesagt, ich müsse 2-3 Fläschchen und Sauger in der Krippe hinterlegen und dann regelmässig Muttermilch oder Formula mitbringen. Andererseits haben sie ja auch schon zugesagt, mit Stoffwindeln zu wickeln, vielleicht machen sie bei Becher oder Softcup auch mit.

Blöde Frage, aber kann man denn mit dem Sofacup ein Kind ganztägig bei 3 Tagen die Woche füttern? Die Kleine wird 11-12 Stunden pro Tag in der Krippe sein und nicht so wie in Deutschland oft üblich nur wenige Stunden. Ich habe auch keine Ahnung, wie lange die Kleine in der Krippe Milch bekommt bzw. ab wann mit Beikost und anderen Getränken als Milch angefangen wird, aber irgendwann wird sie ja pro Mahlzeit mehr brauchen als die 50 ml, die zB in den Medial Softcup passen. Die Idee war eigentlich, die ersten 6 Monate voll mit MuMi abzudecken und dann zu schauen, wie es weitergeht.