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Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 22.02.2016, 19:37
von Holunderbeere
Liebe Mamis und Papis,

ich habe gerade gesehen, daß auch ein passender Artikel dazu grade diskutiert wird ("Muttermilch ist furchtbar out"). Trotzdem nochmal allgemein der Vorschlag, Gründe gegen das Stillen zu sammeln. Klar gibt es jede Menge Probleme, die auftreten können, aber die gibt es doch beim Nicht(voll)stillen auch, oder?

In einem weiteren Thema könnte man sich dann mal drüber unterhalten, was wir (noch) dafür tun könn(t)en, daß mehr gestillt wird. Allein darauf zu verweisen, man müsse sich eben informieren, Hilfe holen und so weiter, scheint mir zu kurz gegriffen, denn bei anderen Themen wie Impfen, Vorsorgeuntersuchungen, Schulbesuch mischt sich jedenfalls der Staat viel mehr ein. Und es gibt eben auch immer wieder gutgemeinte, aber nicht so gute Ratschläge, die erst mal ein Gegengewicht brauchen, damit man durchhält.

Also mal ganz naiv gefragt:
- immer planen müssen
- immer einkaufen
- immer was dabeihaben
- Sachen putzen
- Milch temperieren
- aufpassen, daß man nicht zu viel füttert
... mit dem Standpunkt der Bequemlichkeit, die sonst so vieles erklärt (Kinder vorm Fernseher parken, mit Eis vom Spielplatz locken und so weiter), lassen sich so niedrige Stillraten doch kaum erklären?

Liebe Grüße :-)

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 22.02.2016, 20:35
von mayra
Ich kapier ehrlich gesagt grad nicht, was du willst. Das was du da aufgelistet hast, sind doch Gründe gegen Flaschenmilch?? Oder?

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 23.02.2016, 14:37
von Lösche Benutzer 20900
Ich verstehs auch nicht ganz ;)

Aber Gründe gegen stillen wären für mich:

- beide Elternteile können Flasche geben
- in den nächten kann man sich abwechseln
- keine Rückenschmerzen weil man ein dauernuckelndes baby hat
- kein "abstilldrama"
- Flexibilität

Vielleicht fällt mir noch etwas ein...

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 23.02.2016, 14:48
von Elena
Ich habe es auch erst nicht kapiert, aber ich glaube, die meint es so: Sie möchte verstehen, warum die Stillraten so niedrig sind. Sie meint, dass all die von ihr aufgezählten Punkte doch eigentlich aus Gründen der Bequemlichkeit dafür sprechen müssten, zu stillen statt Flasche zu geben.

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 23.02.2016, 14:49
von Elena
Elena hat geschrieben:Ich habe es auch erst nicht kapiert, aber ich glaube, die meint es so: Sie möchte verstehen, warum die Stillraten so niedrig sind. Sie meint, dass all die von ihr aufgezählten Punkte doch eigentlich aus Gründen der Bequemlichkeit dafür sprechen müssten, zu stillen statt Flasche zu geben.
"SIE meint es so" sollte dort stehen. :oops:

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 27.02.2016, 06:13
von mamandy
Ich habe bisher noch niemanden kennen gelernt, der gar nicht versucht hätte zu stillen. Kann aber ein paar gründe fur fruhes abstillen nennen:
- Zu wenig qualifizierte unterstützung: "ich konnte nicht stillen" "ich hatte keine Milch/nicht genug Milch" "bei mir ja das einfach nicht geklappt"
- Miese ärztliche Beratung: Die FA meiner Schwester ja ihr bei einem Milchstau zu sofortigen Abstillen geraten
- Angst vor Verwöhnen
- Angst nicht in den beruf zurück zu finden
- Der Gedanke das Stillen und Frendbetreuung (oder auch Bekanntbetreuung ;) ) sich ausschließen
- Es fur selbstverständlich halten! "wie du stillst noch, ist er nicht schon ein halbes Jahr alt?"
- Zahnentwicklung: Zahnarzt sagte klipp und klar zu mir, dass die Milchzahne faulen, wen ich nach dem ersten Geburtstag noch stille

Ich denke dieser Faulheitsaspekt spielt bei den wenigsten eine Rolle. Die meisten Eltern wollen doch nur das beste fur ihr Kind und viele gehen davon aus, dass das frühes Abstillen ist.

Ich kann aus meiner Sicht nur sagen, dass es mir manchmal echt schwer gefallen ist, gegen ärztlichen Rat weiter zu stillen. Erstes Kind, Unsicherheit, keine Erfahrungswerte in Familie und Bekanntschaft, na und wenn die Kinderärztin sagt: Sie sollten jetzt abstillen ist das für viele gar keine Option das fur falsch zu halten. Da muss man schon ganz schon gefestigt sein. Ich hab mich auch niht getraut zu widrsprechen, dann aber doch weitergestillt [FACE SAVOURING DELICIOUS FOOD] das schreiende kind hatte einfach gewonnen.

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 27.02.2016, 06:33
von Peppa
Es gibt wirklich viele Frauen, die primär nicht stillen wollen, weil sie es "eklig/komisch/sexuell überlagert" finden. Eine kenne ich persönlich(nicht befreundet, nur über Umwege bekannt, sie hat direkt nach Geburt die Abstilltablette bekommen auf Wunsch und gegen die vielen Versuche der Hebamme und KraSchwestern, es doch wenigstens mal zu versuchen (so kamen wir zu dem Thema, die Empfang das als " Stillterror". Und wenn ihr mal ein bisschen Kommentare auf FB lest zum Thema... da ist das durchaus nicht selten. Und Sachen wie "auch mal der Mann kann füttern" oder " auch mal Alkohol trinken" werden sehr oft genannt...ob das nun der wirkliche Grund ist.. Ich weiß nicht. (ich meine damit den Grund bei Frauen, die schon vor der Geburt nicht stillen wollen. Das sind nicht sooo wenige).

LG Peppa+ Wutz (06/13)+ Löwe in progress (08/16)

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 27.02.2016, 07:21
von Zööö
"Das ist einfach nicht so mein Ding" kann ich zwar absolut nicht nachvollziehen, aber eine ehrliche Antwort, die man akzeptieren muss!

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 27.02.2016, 07:33
von Peppa
Akzeptieren ist ja keine Frage... die Frage ist eher, warum man das schon so sieht, bevor das Kind auf der Welt ist. Da spielen ja eben die haben gesellschaftlichen Vorurteile rein (unflexibel, sexualisierte Sicht der weiblichen Brust, Verstecken -sollen beim Stillen etc.) Da finde ich schade...denn dann pflanzt dich das ja immer weiter fort. Und ich finde es halt schwierig, das Stillen zu beurteilen, bevor das Kind da ist... Elternsein /Mutterschaft ist einfach eines der Dinge, die sich vorher ganz ganz anders anfühlen als hinterher (war bei mir ja auch so).

LG Peppa+ Wutz (06/13)+ Löwe in progress (08/16)

Re: Gründe gegen das Stillen

Verfasst: 27.02.2016, 07:41
von Peppa
Und ich finde es gut, dass heute in den allermeisten Geburtskliniken das Stillen/ der Stillversuch als Norm betrachtet wird und schon ein (sanfter) Druck herrscht, wenn man es von vornherein kategorisch ausschließt... Auch wenn das die betroffenen Mamas nervt... Aber es war lange so, dass man sich für das Stillen (nach Bedarf sowieso) rechtfertigen musste. Ich sehe es also nicht als "Stillterror" sondern als positives Zeichen der Zeit. Es nützt wahrscheinlich nichts bei denen, die eh nicht stillen wollen.. aber es schafft zumindest eine neue " Normalität " (oder den Versuch zumindest).
Wenn eine Mama z. B. partout nicht aufs Rauchen während Schwangerschaft /Babyzeit versuchen möchte, wird ja auch klar gemacht, dass dies nicht in Interesse des Kindes ist. Aber akzeptieren muss man es doch.

LG Peppa+ Wutz (06/13)+ Löwe in progress (08/16)