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Ende des Stillens

Verfasst: 19.02.2016, 07:17
von Mamassdpln2
Liebe Mädels,
ich bin ganz neu hier und hoffe auf Eure Hilfe. Meine Tochter wird nächste Woche 2 und ich habe sie bis jetzt gerne und problemlos gestillt. Die ersten fünf Monate voll, dann nach und nach zur Beikost. Seit etwa einem Jahr nur noch zum Einschlafen mittags und abends sowie 2-4 mal nachts und direkt am Morgen. Seit etwa vier Wochen bleibt sie mittags wach und ich habe nur noch abends gestillt, in der Nacht abgestillt, fast problemlos. Sie schläft seit einigen Nächten durch. Jetzt geht's um das Einschlafstillen. Wir haben weiteren Kinderwunsch und ich bin nach der Fehlgeburten und einer Totgeburt dabei auf Medikamente angewiesen, mit denen ich nicht stillen kann bzw. mag. Alternativen gibt es keine.
Letzten Sonntag habe ich mit einer Stillberaterin gesprochen . Sie riet mir, der Kleinen ein Geschenk zu versprechen, wenn sie lernt, ohne Mimi einzuschlafen. Ich bin dann schnell auf diesen Zug aufgesprungen und hab der Kleinen erzählt, die Geburtstagsfee hätte angerufen und gesagt, sie hätte ein ganz tolles Geschenk für sie. Das wäre aber nur etwas für große Kinder, die nicht mehr an der Brust trinken. Sie bringt es nur, wenn das klappt. Das hat drei Abende gut funktioniert und dann fing die kleine an, zu weinen und zu protestieren. Nicht sehr viel, aber sie ist auch sonst nur selten wütend. Ich hab sie beruhigt und nicht gestillt. Sie ist im Arm eingeschlafen und schläft auch im Familienbett. Ich habe so meine Zweifel an der Geburtstagsfee-Story entwickelt und ärgere mich, so schnell eingestiegen zu sein. Es widerstrebt mir eigentlich, etwas Materielles über ihre Bedürfnisse zu stellen. Aber wie komme ich da raus und stille dennoch ab? Wie habt ihr das bei euren älteren Kindern gemacht? Ach so, das Geschenk ist ein Laufrad.
Bin ziemlich durcheinander deshalb.

Danke und liebe Grüße, Danni

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 19.02.2016, 11:20
von Teazer
Hallo Danni,

wenn die Medikamente unproblematisch wären, würdest Du dann weiterstillen wollen? Wenn ja: Welche Medikamente musst Du nehmen?

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 19.02.2016, 12:38
von Mamassdpln2
Ich würde weiter stillen, wenn ich nicht schwanger werden wollen würde. Ich muss unter anderem Imunglobuline nehmen. Das sind gut kontrollierte Blutpräperate, aber es besteht immer das Restrisiko, dass da Krankheitserreger drin sind, die in die MuMi übergehen würden (zb Creutzfeld-Jakob). Das Risiko kann ich nur für mich tragen, nicht für meine Tochter. Außerdem will ich bei meiner Fehlgeburtsneigung keine Doppelbelastung durch Stillen und Schwangerschaft riskieren. Ich stille wirklich gerne, aber meine gesundheitliche Situation macht auch nur eine Schwangerschaft im nächsten ca halben Jahr möglich. Ich hätte gerne gewartet, bis meine Tochter sich selbst abstillt. Aber jetzt will ich es wenigstens so sanft wie möglich. Ich mach mir wirklich Sorgen, dass sie das gut verpackt. Sie protestiert schon, aber nur vielleicht-2 Minuten. Ich bin für sie da, wir kuscheln, singen und erzählen Geschichten. Es fällt ihr schwer, den letzten Moment vor dem Einschlafen. Arme Maus!

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 20.02.2016, 07:27
von Mamassdpln2
Liebe Teazer, danke für die Nachfrage. Ich hatte auch schon geantwortet , aber es wird nicht angezeigt . Ich würde weiter stillen, wenn ich nicht schwanger werden wollen würde. Ich muss u.a. Immunglobulin nehmen. Das ist ein sehr gut geprüftes Blutpräperat, aber natürlich besteht das Restrisiko , dass es Krankheitserreger enthält, die in die MuMi übergehen können (zB Creutzfeld-Jakob). Das Risiko kann ich für meine Tochter nicht tragen. Außerdem möchte ich wg meines genetisch und krankheitsbedingten hohen Fehlgeburtsrisikos keine Doppelbelastung durch Stillen und Schwangerschaft für meinen Körper eingehen. Hinzu kommt, das gesundheitlich bedingt mein Zeitfenster recht eng ist. Ich bin überglücklich. , dass unsere Tochter kerngesund und fröhlich bei uns ist, wünsche aber ihr und uns noch ein Geschwisterkind. Die Kleine macht das mit dem Einschlafen in meinem Arm und ohne Brust wirklich gut. Aber die letzte Minute vor dem Einschlafen fällt ihr so schwer. Es tut mir auch so leid, ich würde gerne warten, bis sie ganz selbst soweit ist und auch Tandemstillen. Meine Tochter weint wegen des Stillens kaum, max eine Minute und sie schläft auch nicht weinend ein, aber ich habe Angst in ihr etwas zu zerbrechen .Wie kuscheln, lesen und erzählen Geschichten. Aber irgendwann kommt der Moment, in dm sie an die Brust möchte und ich nein sage.

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 20.02.2016, 10:20
von Teazer
Hallo Danni,

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Mamassdpln2 hat geschrieben:Ich muss unter anderem Imunglobuline nehmen. Das sind gut kontrollierte Blutpräperate, aber es besteht immer das Restrisiko, dass da Krankheitserreger drin sind, die in die MuMi übergehen würden (zb Creutzfeld-Jakob).
Es gibt nur sehr wenige Erkrankungen mit denen eine Mutter nicht stillen sollte. Ich bin mir sicher, dass Du Dich mit der Thematik stark auseinander gesetzt hast. Ich möchte Dir dennoch die Kontaktaufnahme mit Embryotox ans Herz legen.
Außerdem will ich bei meiner Fehlgeburtsneigung keine Doppelbelastung durch Stillen und Schwangerschaft riskieren.
Ich möchte Dir definitiv nicht hineinreden. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass das Stillen während der Schwangerschaft die Fehlgeburtsneigung erhöht. Lediglich bei früher Kontraktionsneigung sollte das Stillen eingeschränkt oder beendet werden.
Ich bin für sie da, wir kuscheln, singen und erzählen Geschichten.
Damit tust Du genau das Richtige. Du kannst den Abschiedsschmerz Deiner Tochter nicht verhindern. Aber Du kannst sie Auffangen. Von einem liebevoll begleiteten Abstillen wird Deine Maus keinen Schaden nehmen.

Du hast ihr so viel gegeben. Ungezählte Stunden der Nähe, Nahrung für Leib und Seele, Milliarden von Immunstoffen, die sie bis ins Erwachsenenalter gesund erhalten werden. Beim Abstillen werdet ihr gemeinsam neue Wege finden.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 20.02.2016, 19:44
von Mamassdpln
Liebe Teazer, danke für Deine Aufmunternden Worte. Ich habe eine lange Diagnostik und auch Gespräche mit Embryotox hinter mir. Bei mir bedeutet Kinderwunsch leider abstillen. Meine Maus macht das alles sehr gut. Aber es beschäftigt sie natürlich. Heute hat sie im Tierpark lange einer Sau beim Säugen der Frischlinge zugeschaut und mir dann erklärt, dass das schon große Schweinekinder wären und keine Babys. Ich such echt Tipps, was ich ihr erzählen kann, ums zu erklären, dass sie nicht mehr stillen kann. Es ist so schwer. Gibt es eigentlich ein homöopathisches oder pflanzliches Mittel, das den Milchfluss zum Versiegen bringt? Ich glaube, sie könnte akzeptieren, wenn nichts mehe da wäre. Oder wäre sie dann doch sehr enttäuscht? Pfefferminztee trinke ich und meine Brüste sind nicht geschwollen, sondern gut. Ich habe das letzte Mal vor genau einer Woche gestillt. Wie lange werde ich überhaupt Milch haben? Wie lange wird Mausi wohl brauchen? Hat denn keine hier schon mal abgestillt? Komme mir manchmal vor wie eine Rabenmama...
LG

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 20.02.2016, 20:05
von Teazer
Rabenmütter sind sehr fürsorgliche Mamas auch wenn unsere deutsche Sprache andere Gerüchte streut. ;)

Du hast Deiner Tochter ganz viel gegeben. Ich glaube nicht, dass Du ihr das Abstillen erklären musst. Sie kann Deine Gründe nicht verstehen. Zeig ihr Verständnis für ihre Gefühle, zeig ihr Deine Traurigkeit. Und dann suche mit ihr zusammen neue Rituale. Welche für Euch passen, kann ich nicht sagen. Vertrau darauf, dass Ihr sie gemeinsam finden werdet.

Es gibt kein Mittel, dass bei Weiterstillen die Milch versiegen lässt. Außerdem stillen viele Kinder auch trocken weiter. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 20.02.2016, 21:09
von saiidi
Ich würde ihr trotzdem die Wahrheit sagen. Auch wenn sie es nicht verstehen kann. Sie spürt bestimmt daß du ehrlich zu ihr bist und deine Gründe für dich wichtig sind.

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 20.02.2016, 21:15
von Teazer
Ich persönlich würde nicht das neue Baby als Grund anführen.

Re: Ende des Stillens

Verfasst: 20.02.2016, 21:23
von Mamassdpln
Ich hab auch Sorge, dass das Eifersucht säen könnte... Aber vielleicht kann ich sagen, dass ich Medikamente nehmen muss und ich sie deshalb nicht stillen kann. Aber mir wäre eine Geschichte, die sie versteht lieber. Das mit dem Geschenk klappt ganz gut, gefällt mir aber nicht so. Außerdem hätte ich gerne eine Backup Story. Kann ihr nicht drohen, dass das Laufrad sonst wieder weg muss...