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Tagsüber abstillen
Verfasst: 21.12.2015, 17:58
von lara281
Hallo liebe Forumsmitglieder und Stillmods,
Nach längerer relativ problemloser Zeit melde ich mich mal wieder mit einer Frage: ich muß ab Mitte Januar wieder arbeiten und möchte daher tagsüber nicht mehr stillen. Mein Sohn ist dann 1 Jahr alt. Nachts kann er meinetwegen weiterhin so oft an die Brust, wie er möchte.
Zur Zeit stillen wir Mittags, Abends zum Einschlafen, in der Nacht bis zum Morgen ca. 7.00 Uhr mehrmals. Das heißt, die Mittags-Stillmahlzeit soll wegfallen. Mein Kind ißt 3x Brei und Fingerfood. Nur mit dem Wassertrinken klappt es nicht so gut. Er spielt mehr mit den Trinkgefäßen herum, als dass er relevante Mengen schluckt.
Theoretisch weiß ich, wie ich es angehen muß. Die Stillmahlzeit weglassen und ggf. ein wenig ausstreichen oder abpumpen.
Trotzdem bin ich noch unsicher, ob das so funktionieren kann. Bildet die Brust nicht tagsüber trotzdem Milch, wenn nachts so häufig gesaugt wird? Oder verringert sich die nächtliche Milchmenge, wenn tagsüber eine lange Pause von ca. 12 Stunden entsteht?
Für Tipps und Erfahrungen wäre ich sehr dankbar!
Ich wünsche Euch schon mal stressfreie Tage vor Weihnachten
Michaela[*]
Re: Tagsüber abstillen
Verfasst: 21.12.2015, 18:27
von Morgaine47
Nur mal eine Frage: Warum willst Du tagsüber abstillen? Du könntest doch auch wenn Du da bist tagsüber Stillen undwenn nicht, dann halt nicht.
Meine Brüste haben keine Probleme damit tagsüber nicht und nur nachts geleert zu werden. Oder mit spontaner mehr oder weniger Nachfrage. Bei der Großen habe ich ab 8 Monaten wieder 2 mal die Woche ganztags gearbeitet und weiter nach Bedarf gestillt. Mit 10 Monaten hat sie ein paar Tage Krankheitsbedingt voll gestillt, danach hatte ich auf Arbeit 2 Tage platzende Brüste, seit dem produzieren sie quasi nur noch bei Bedarf und Steigerungen oder Reduzierungen werden problemlos mitgemacht.
Re: Tagsüber abstillen
Verfasst: 21.12.2015, 19:27
von lara281
Morgaine47 hat geschrieben:Nur mal eine Frage: Warum willst Du tagsüber abstillen? Du könntest doch auch wenn Du da bist tagsüber Stillen undwenn nicht, dann halt nicht.
Ist das möglich? Wenn ja würde ich es gern so machen. Ich arbeite nur 3 Tage in der Woche. Da sind wir aber ca. 12 Stunden getrennt. Ich befürchte, dass ich dann bei der Arbeit Probleme bekomme. Ich möchte keine Milchpumpe dorthin mitnehmen müssen.
Heute habe ich probehalber die Mittagsstillzeit auf 17 Uhr verschoben. Die Pause betrug somit 9 Stunden. Die Brüste waren am Ende hart, aber noch nicht schmerzhaft.
Mich würde interessieren, ob der Körper irgendwie erkennt, welche Zeit gerade ist und die Milchproduktion entsprechend reguliert? Es gibt ja auch andere circadiane Rhythmen wie z.B. Hormonausschüttung (Cortisol, Wachstumshormon...) oder Körpertemperatur.
Re: Tagsüber abstillen
Verfasst: 21.12.2015, 19:41
von josie81
Ich arbeite auch drei Tage die Woche und bin da ebenfalls 12 Stunden von meiner Tochter getrennt. Sie hat damals als ich angefangen habe sogar wesentlich mehr gestillt als dein Sohn [emoji6] Anfangs waren die Brüste abends beim Heimfahren schon sehr hart, manchmal auch schmerzhaft. Ich hab einmal probiert in der Arbeit was auszustreichen, aber klappte überhaupt nicht. Nach einiger Zeit haben sich dann die Brüste aber von selber dran gewöhnt.
Probiers einfach aus! Wegen der einen Stillmahlzeit würde ich tagsüber auch nicht abstillen.
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Re: Tagsüber abstillen
Verfasst: 21.12.2015, 21:53
von soda
Ich habe kurz nach dem 1. Geburtstag angefangen, zu arbeiten und auch regelmäßig 24- 36-stündige Trennungen durch die Arbeit gehabt. In den ersten langen Trennungen habe ich die Pumpe gebraucht, bald aber nicht mehr.
Die normalen Arbeitstage habe ich fast nicht gespürt. An den freien Tagen lief alles wie immer.
Mach' dir keinen Stress, das reguliert sich ganz von selbst und du musst nichts vorbereiten. Falls du die Pumpe zur Sicherheit einpackst, hast du ja eine Notlösung. Benutzen musst du sie ja nicht zwingend. Vielleicht spürst du nach zwei Wochen schon keinen Unterschied mehr.
Aktuell ist bei uns zwischen 6x täglich und 1x in zwei Tagen stillen alles drin. Je nachdem, ob wir zusammen sind und ob wir Zeit haben oder ob's was interessantes anderes zu tun gibt
Der Brust ist des egal.
Re: Tagsüber abstillen
Verfasst: 22.12.2015, 10:01
von lara281
@tinababy @josie81
Vielen Dank für Eure beruhigenden Ratschläge und Erfahrungen. Dann kann ich mir den Stress mit dem tagsüber Abstillen sparen. Damit kann ich gut leben, denn eigentlich weiß ich, dass der Kleine das Stillen noch braucht. Ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich ihm da etwas wegnehmen würde.
An den Arbeitstagen ist der Kleine bei Oma. Er wird hoffentlich selbst wissen, dass es bei Ihr kein Stillen gibt. Ich hoffe, er kommt zum Mittagsschläfchen trotzdem zu Ruhe.
Was haben Eure Kinder als Ersatz zur Beruhigung bekommen? Und habt Ihr irgendwie gemerkt, dass sich die Trennungen an den Arbeitstagen auf die Milchmenge auswirkten?
Re: Tagsüber abstillen
Verfasst: 22.12.2015, 12:14
von Morgaine47
Mein Mann hat die Große in der Regel in den Schlaf gewiegt. Auf meine Milchmenge hatte das keine Auswirkungen.
Und ich bin froh dass ich nachgefragt habe. Ich hatte erst die Befürchtung, dass Du Dich vielleicht von der Frage angegriffen fühlst.
Kurz vom Handy
Re: Tagsüber abstillen
Verfasst: 22.12.2015, 12:24
von FuFu
Ich habe lange Vollzeit gearbeitet und am Wochenende nach Bedarf auch tagsüber gestillt. Montags hatte ich nachmittags dann zwar nen Atombusen, aber die Brust war erstaunlich wandelbar. Zumal bei einem älteren Kind. Zu Vollstillzeiten oder zu Beginn der Beikost wäre das nicht einfach so gegangen. 
Auf meine Milchmenge hat es sich nicht spürbar ausgewirkt. Du produziert natürlich weniger, wenn du weniger stillst. Und es gibt glaube ich auch große Unterschiede, wie häufig eine Frau stillen muss, damit die Milchbildung nicht zurückgeht. Aber da sprechen wir dann von nur einmal am Tag oder so, was bei manchen nicht reicht. Bei mir hätte wahrscheinlich einmal pro Woche gereicht [emoji6]
Und wenn ich nicht da war, hat es mit Papa und auch in der Krippe später völlig problemlos geklappt! Nur wenn ich da war, musste natürlich ich ran und zum einschlafen stillen. [emoji4]
Ich glaube auch Nicht-Stillbabys müssen sich ein bisschen umgewöhnen, aber solange es sich um eine Bezugsperson handelt, findet sich alles andere.
☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
Re: Tagsüber abstillen
Verfasst: 22.12.2015, 23:48
von soda
Schnulli hatten wir nie und sie hat sich bis heute kein Übergangsobjekt/Ersatz für die Brust gesucht. Alle Kuscheltiere oder Gummispielsachen sind für 1-2 Tage längstens interessant. Sehr selten will sie mal eins mit ins Bett nehmen und vor einem Jahr hat sie überhaupt kein Interesse am Kuscheln mit Gegenständen gehabt.
Auch wenn ich da bin, wird schon lange nicht mehr prompt trostgestillt. Ich habe, als sie das Laufen anfing und ständig hinfiel, immer erst mal mit Streicheln, Kuscheln, Hochnehmen zu trösten versucht und sie hat das sehr gut angenommen, verlangte praktisch nie etwas anderes zum trösten. Es gibt/gab einzelne extreme Situationen (z. B. eine sehr schmerzhafte Verletzung vor paar Monaten, wo ich dachte, sie wird vor Weinen ohnmächtig; Krankheit mit Fieber), wo man sich nicht mit anderen Trösterchen aufhalten muß. Aber so im normalen Alltag braucht sie keine Brust zur Beruhigung. Einzig unsere Wiedersehen nach der Arbeit und das Aufwachen morgens müssen nuckelnd zelebriert werden. Da besteht sie drauf.
Sie lässt sich von Oma, Papa und Erzieherin absolut zuverlässig trösten. Das ging immer gut. Schlafen mit Oma und Erzieherin auch super, dem Papa fehlt die Geduld, wobei er es eigentlich auch gut kann.
Nur Mut.