Auch beim zweiten Kind nur Schmerzen beim Stillen
Verfasst: 17.12.2015, 13:53
Hallo,
erst vor Kurzem bin ich auf eure tolle Seite gestoßen und staune über die fachkundige Beratung hier!
Ich habe schon zwei Einzelfragen zu meinem Problem eingestellt und wurde darauf hingewiesen, dass ich ja mal ausführlich berichten könnte, so dass hier besser beraten werden kann. Das mache ich jetzt:
2013 wurde meine Tochter geboren. Auch bei ihr hatte ihr massive Stillprobleme, die bereits im Kreißsaal anfingen, denn da hatte ich nach den ersten Anlegeversuchen schon überall Hämatome. Die Brustwarzen waren innerhalb kürzester Zeit blutig.
Die Kurzfassung:
Die Brustwarzen heilten nicht. Alle Hilfsmittel (Wollfett, MultiMam-Kompressen, Luft,...) halfen nicht. Meine Tochter hatte inzwischen schwarzen Stuhlgang, weil sie Blut schluckte. Hebamme, Frauenärztin und eine Stillberaterin des IBCLC vor Ort konnten den Anlegefehler nicht finden.
Ich bekam eine elektrische Milchpumpe, weil ich die Schmerzen nicht mehr ertragen habe.
2 Monate habe ich abgepumpt, um mir das Stillen später offen zu halten, wenn alles verheilt war. Ernähren konnte ich meine Tochter damit nicht. Pro Pumpssitzung kam ich nur auf etwa 15 ml, sie bekam also Pre in der Flasche (von alternativen Füttermethoden hatte ich damals noch nie etwas gehört.)
Ich glaube im vierten Monat konnte ich meine Tochter 2x am Tag stillen, ohne erneut wund zu werden. Mehr haben wir danach nie gestillt.
Im Oktober diesen Jahres kam mein Sohn auf die Welt. (Jetzt 8 Wochen alt.)
Schon in der Schwangerschaft waren die Brustwarzen extrem emfindlich, z.B. ein Handtuch nach dem Duschen war sehr unangenehm.
Lange habe ich mir überlegt, was ich schon im Kreißsaal anders machen könnte und habe mich dann für folgendes entschieden: Ich legte meinen Sohn sehr häufig an, ließ ihn aber nie sehr lange trinken. Sobald ich es unangenehm fand, dockte ich ihn ab und gab ihm noch etwas Pre im Fläschchen (würde ich heute wohl mit dem Becher machen.) Außerdem benutzte ich Zinnhütchen um die Brustwarzen zu schonen. So kam es auch zu einem ordentlichen Milcheinschuss. Nach drei Tagen habe ich das Zufüttern gelassen und ausschließlich gestillt. (ich stille auch immer nur eine Seite pro Mahlzeit)
3 Wochen lang haben wir problemlos gestillt. Nur das Andocken war recht schmerzhaft. Ich war so glücklich, dass es diesmal anders lief.
In der vierten Woche bekam ich auf einmal fürchterlich wunde Brustwarzen und wirklich schlimme Schmerzen beim Stillen und auch danach. Meine Hebamme vermutete eine Soor-Infektion. Meine Frauenärztin verschrieb mir (ohne Abstrich) ein Medikament für mich und meinen Sohn. Erst am zweiten Tag nach Behandlungsanfang bekam ich einen weißen Belag auf der Brustwarze, vorher war nichts zu sehen. Mein Sohn zeigte gar keine Symptome. Ich bekam eine Milchpumpe und pumpte einige Tage ab und fütterte per Flasche.
Nach einer Woche waren die Brustwarzen verheilt und die Schmerzen beim Stillen deutlich besser. Insgesamt habe ich die Salbe 16 Tage verwendet. Bei meinem Sohn nur 7 Tage, dann hatten wir die U3 und die Kinderärztin sah in den Mund und meinte, wir könnten aufhören. (Würde ich heute auch nicht mehr machen!)
Die Schmerzen in der Brust blieben aber und waren vorallem zwischen dem Stillen da. Beim googlen stieß ich auf den Begriff Vasospasmus und sah Bilder. Genau so weiß sahen meine Brustwarzen nach dem Stillen aus, oder wenn ich den BH auszog! Für mich war fast klar, dass ich Vasospasmen habe. Die beschriebenen Symptome passten einfach. Eine Beraterin der LaLecheLiga mit der ich per Mail Kontakt aufgenommen hatte, vermutete das auch.
Ich begann hochdosiert Magnesium Verla und Calzium zu nehmen (Was überhaupt keine Veränderung gebracht hat - nehme ich aber bis heute.) und achtete darauf, mich warm zu halten.
Die Schmerzen wurden immer stärker (wie innere Verbrennungen) und ich hatte immer wieder wunde Brustwarzen, was das Stillen wirklich unerträglich machte und ich tageweise immer wieder abpumpen musste. Nachts konnte ich ohne Schmerzmittel nicht schlafen. Die Dame der laLecheLiga vermutete auch, dass wir einen Anlegefehler haben und bat mich, mit einer Stillberaterin vor Ort Kontakt aufzunehmen. Das gibt es hier leider nicht, aber ich fand in der weiteren Umgebung eine Beraterin des IBCLC und nahm ersteinmal per eMail Kontakt auf.
Diese Stillberaterin bestätigte den Verdacht zu den Vasospasmen, meinte aber dass es auch zusätzlich eine Soorinfektion der Milchgänge sein könnte. Bestätigt wurde ihr Verdacht, als ich ihr erzählte, dass ich an diesem Tag eine weiße Stelle im Mund meines Sohnes gefunden hatte, die sich nicht abwischen ließ. Sie empfahl mir, mir Fluconazol verschreiben zu lassen.
Das habe ich gemacht. Angefangen habe ich mit 1x 400mg und nun täglich 1x 200mg für die nächsten zwei Wochen. (+ Salbe für die Brustwarzen und Tinktur für das Baby)
Begonnen habe ich am Montag Abend. Gestern (Mittwoch) waren die Schmerzen fast weg. Heute (Donnerstag) sind sie wieder da, aber nicht ganz so heftig. Bisher habe ich keine Schmerzmittel mehr gebraucht. (Das betrifft die Schmerzen IN der Brust, die NACH dem Stillen auftreten.)
Das andere sind die Schmerzen WÄHREND dem Stillen in den Brustwarzen:
Meine Brustwarzen sind immer wieder wund und auch sonst extrem empfindlich. Es gibt Tage, an denen wir schmerzfrei stillen und Tage, wo ich ihn vorzeitig abdocke, weil ich es nicht mehr aushalte. Einen Anlegefehler konnte ich bisher einfach nicht ausmachen. Ich hab hier sämtliche Tipps eigentlich durch und ich habe wirklich viel dazu gelesen.
Immer wieder versuche ich, die Zinnhütchen wegzulassen (sie tragen einfach doof auf und sind wohl bei Vasospasmen wegen der Durchblutung eher kontraproduktiv). Mit Stilleinlagen (oder nur BH) sind die Brustwarzen innerhalb kürzester Zeit wund. Seideneinlagen habe ich wegen der Soorinfektion nicht genommen.
So, ich hoffe, ich habe nun alles wichtige aufgeschrieben...
Was ich mache, wenn das Fluconazol nicht hilft, weiß ich wirklich nicht...
Liebe Grüße!
erst vor Kurzem bin ich auf eure tolle Seite gestoßen und staune über die fachkundige Beratung hier!
Ich habe schon zwei Einzelfragen zu meinem Problem eingestellt und wurde darauf hingewiesen, dass ich ja mal ausführlich berichten könnte, so dass hier besser beraten werden kann. Das mache ich jetzt:
2013 wurde meine Tochter geboren. Auch bei ihr hatte ihr massive Stillprobleme, die bereits im Kreißsaal anfingen, denn da hatte ich nach den ersten Anlegeversuchen schon überall Hämatome. Die Brustwarzen waren innerhalb kürzester Zeit blutig.
Die Kurzfassung:
Die Brustwarzen heilten nicht. Alle Hilfsmittel (Wollfett, MultiMam-Kompressen, Luft,...) halfen nicht. Meine Tochter hatte inzwischen schwarzen Stuhlgang, weil sie Blut schluckte. Hebamme, Frauenärztin und eine Stillberaterin des IBCLC vor Ort konnten den Anlegefehler nicht finden.
Ich bekam eine elektrische Milchpumpe, weil ich die Schmerzen nicht mehr ertragen habe.
2 Monate habe ich abgepumpt, um mir das Stillen später offen zu halten, wenn alles verheilt war. Ernähren konnte ich meine Tochter damit nicht. Pro Pumpssitzung kam ich nur auf etwa 15 ml, sie bekam also Pre in der Flasche (von alternativen Füttermethoden hatte ich damals noch nie etwas gehört.)
Ich glaube im vierten Monat konnte ich meine Tochter 2x am Tag stillen, ohne erneut wund zu werden. Mehr haben wir danach nie gestillt.
Im Oktober diesen Jahres kam mein Sohn auf die Welt. (Jetzt 8 Wochen alt.)
Schon in der Schwangerschaft waren die Brustwarzen extrem emfindlich, z.B. ein Handtuch nach dem Duschen war sehr unangenehm.
Lange habe ich mir überlegt, was ich schon im Kreißsaal anders machen könnte und habe mich dann für folgendes entschieden: Ich legte meinen Sohn sehr häufig an, ließ ihn aber nie sehr lange trinken. Sobald ich es unangenehm fand, dockte ich ihn ab und gab ihm noch etwas Pre im Fläschchen (würde ich heute wohl mit dem Becher machen.) Außerdem benutzte ich Zinnhütchen um die Brustwarzen zu schonen. So kam es auch zu einem ordentlichen Milcheinschuss. Nach drei Tagen habe ich das Zufüttern gelassen und ausschließlich gestillt. (ich stille auch immer nur eine Seite pro Mahlzeit)
3 Wochen lang haben wir problemlos gestillt. Nur das Andocken war recht schmerzhaft. Ich war so glücklich, dass es diesmal anders lief.
In der vierten Woche bekam ich auf einmal fürchterlich wunde Brustwarzen und wirklich schlimme Schmerzen beim Stillen und auch danach. Meine Hebamme vermutete eine Soor-Infektion. Meine Frauenärztin verschrieb mir (ohne Abstrich) ein Medikament für mich und meinen Sohn. Erst am zweiten Tag nach Behandlungsanfang bekam ich einen weißen Belag auf der Brustwarze, vorher war nichts zu sehen. Mein Sohn zeigte gar keine Symptome. Ich bekam eine Milchpumpe und pumpte einige Tage ab und fütterte per Flasche.
Nach einer Woche waren die Brustwarzen verheilt und die Schmerzen beim Stillen deutlich besser. Insgesamt habe ich die Salbe 16 Tage verwendet. Bei meinem Sohn nur 7 Tage, dann hatten wir die U3 und die Kinderärztin sah in den Mund und meinte, wir könnten aufhören. (Würde ich heute auch nicht mehr machen!)
Die Schmerzen in der Brust blieben aber und waren vorallem zwischen dem Stillen da. Beim googlen stieß ich auf den Begriff Vasospasmus und sah Bilder. Genau so weiß sahen meine Brustwarzen nach dem Stillen aus, oder wenn ich den BH auszog! Für mich war fast klar, dass ich Vasospasmen habe. Die beschriebenen Symptome passten einfach. Eine Beraterin der LaLecheLiga mit der ich per Mail Kontakt aufgenommen hatte, vermutete das auch.
Ich begann hochdosiert Magnesium Verla und Calzium zu nehmen (Was überhaupt keine Veränderung gebracht hat - nehme ich aber bis heute.) und achtete darauf, mich warm zu halten.
Die Schmerzen wurden immer stärker (wie innere Verbrennungen) und ich hatte immer wieder wunde Brustwarzen, was das Stillen wirklich unerträglich machte und ich tageweise immer wieder abpumpen musste. Nachts konnte ich ohne Schmerzmittel nicht schlafen. Die Dame der laLecheLiga vermutete auch, dass wir einen Anlegefehler haben und bat mich, mit einer Stillberaterin vor Ort Kontakt aufzunehmen. Das gibt es hier leider nicht, aber ich fand in der weiteren Umgebung eine Beraterin des IBCLC und nahm ersteinmal per eMail Kontakt auf.
Diese Stillberaterin bestätigte den Verdacht zu den Vasospasmen, meinte aber dass es auch zusätzlich eine Soorinfektion der Milchgänge sein könnte. Bestätigt wurde ihr Verdacht, als ich ihr erzählte, dass ich an diesem Tag eine weiße Stelle im Mund meines Sohnes gefunden hatte, die sich nicht abwischen ließ. Sie empfahl mir, mir Fluconazol verschreiben zu lassen.
Das habe ich gemacht. Angefangen habe ich mit 1x 400mg und nun täglich 1x 200mg für die nächsten zwei Wochen. (+ Salbe für die Brustwarzen und Tinktur für das Baby)
Begonnen habe ich am Montag Abend. Gestern (Mittwoch) waren die Schmerzen fast weg. Heute (Donnerstag) sind sie wieder da, aber nicht ganz so heftig. Bisher habe ich keine Schmerzmittel mehr gebraucht. (Das betrifft die Schmerzen IN der Brust, die NACH dem Stillen auftreten.)
Das andere sind die Schmerzen WÄHREND dem Stillen in den Brustwarzen:
Meine Brustwarzen sind immer wieder wund und auch sonst extrem empfindlich. Es gibt Tage, an denen wir schmerzfrei stillen und Tage, wo ich ihn vorzeitig abdocke, weil ich es nicht mehr aushalte. Einen Anlegefehler konnte ich bisher einfach nicht ausmachen. Ich hab hier sämtliche Tipps eigentlich durch und ich habe wirklich viel dazu gelesen.
Immer wieder versuche ich, die Zinnhütchen wegzulassen (sie tragen einfach doof auf und sind wohl bei Vasospasmen wegen der Durchblutung eher kontraproduktiv). Mit Stilleinlagen (oder nur BH) sind die Brustwarzen innerhalb kürzester Zeit wund. Seideneinlagen habe ich wegen der Soorinfektion nicht genommen.
So, ich hoffe, ich habe nun alles wichtige aufgeschrieben...
Was ich mache, wenn das Fluconazol nicht hilft, weiß ich wirklich nicht...
Liebe Grüße!