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Stillen reduzieren

Verfasst: 12.12.2015, 20:05
von Traeumi
Hallo ihr Lieben,

ich habe vor ein paar Monaten schonmal tolle Hilfe bekommen http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=195222 und hoffe nun noch einmal darauf.
Mein Baby wird nächste Woche 10 Monate alt. Bei Beikosteinführung (6 Monate) aß er zunächst ganz gut und ab dann sehr wechselhaft. Gemüse geht definitiv vor Getreide oder Obst, mittags isst er meistens gut, alles andere ist hop oder top. Er ist nun in letzter Zeit sehr oft krank gewesen, jedes Mal wieder war Essen dann ein Drama, ging gar nicht. Ich stille dann wieder voll, vorzugsweise nachts und es dauert ewig, bis er wieder eeeetwas besser isst. :roll: Fingerfood klappte anfangs gar nicht, er hat zwar Interesse, aber verschluckte sich wirklich alle 2sek, so dass wir ihm wirklich helfen mussten, damit er nicht erstickt (gefühlt). Inzwischen klappt zumindest Brötchen usw. einigermaßen zum Dran lutschen, an anderem (Nudeln, Gemüse, etc.) hat er wenig Interesse, an Banane/Apfel verschluckt er sich immer noch heftigst. Gefüttert werden gefällt ihm meist auch nicht, alleine essen klappt aber auch noch nicht. (Vielleicht ist noch erwähnenswert, dass er motorisch generell noch nicht so weit ist, er robbt, fängt an sich hochzuziehen, sitzt aber noch nicht alleine)

Nun zum eigentlichen Problem. Ich liebe das Stillen und habe damals sehr darum gekämpft (siehe alter Thread). Wir haben künstliche Sauger komplett gestrichen und wirklich gekämpft. Inzwischen werden jegliche Flaschen und Schnuller verweigert. In meiner Vorstellung dachte ich, ich stille so zwischen 12-20 Monaten irgendwann ab, bzw. am Ende nur noch abends und morgens o.ä. (so kenne ich es von mir Zuhause und meinen Geschwistern). Das heißt: eigentlich will ich gar nicht abstillen. Ich erhoffe mir aber Tipps, wie ich das Stillen doch reduzieren kann (und ich würde inzwischen sogar das komplette Abstillen in Kauf nehmen, wäre das die Nebenwirkung :oops: ) und zwar aus folgenden Beweggründen:
Ich neige eh schon zu Untergewicht und momentan merke ich, wie mir das (voll)stillen immer mehr an die Substanz geht. Gestern hatten wir alle 3 Magen-Darm und jedes Mal stillen war echt eine Qual (dabei hat er natürlich nicht so oft gestillt, weil er eh wenig Hunger hatte). Ich nehme immer mehr ab und fühle mich einfach SO ausgelaugt. Und durch den KiTa-Start werde ich vermutlich öfter mal krank sein und ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll? Gestern war wirklich jedes Anlegen eine solche Überwindung.
Sicherlich spielt unterbewusst auch noch hinein, dass wir uns ein zweites Kind wünschen und ich mit der Stillfrequenz momentan keinen Zyklus habe. Das ist aber zweitrangig.

So - aber wie??? Er nimmt keine Flasche und generell keine künstliche Milch (weder pur, noch im Brei), er trinkt zwar gut aus dem Becher, aber ich glaube nicht, dass er (Mutter)milch nimmt, zumal ich ja durch das Abpumpen keine Reserven gewinne. Essen ist eine Katastrophe. Ich weiß, dass das normal ist und dass das kommt und wie gesagt, mein vorrangiges Ziel ist nicht abstillen, aber ich KANN ihn nicht mehr vollstillen, ich merke einfach, dass ich das körperlich nicht mehr leisten kann (und will, manchmal werde ich regelrecht wütend, wenn er sich wieder komplett weigert zu essen, weil ich weiß, dass ich keine Alternative habe und ihn dann noch mehr stillen muss) und in Nächten, wo er ständig trinken will, auch wirklich teilweise sage, ich will nicht mehr, weil ich echt nicht mehr kann. :(

Bin für jede Idee o.ä. dankbar. Ich weiß, es geht vorbei, aber ich kann einfach gerade nicht mehr und habe auch echt Angst, dass mein Körper das nicht mehr schafft.

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 12.12.2015, 20:17
von februarkind16
Unsere Kinder sind praktisch gleichalt, mein Sohn ist auch 10 Monate alt. Und isst genauso schlecht, nimmt also auch seeehr viel Muttermilch, robbt auch nur und kann auch nicht sitzen ;-).

Auch ich habe durch das Stillen bisher an Gewicht verloren. Da ich vorher aber nur normal und nicht schlank war, ist das ok, jetzt bin ich schlank, aber noch im Normalbereich. Ich habe hier schon mehrfach gelesen, dass das mit dem Essen besser klappt, wenn es wirklich einfach keine Milch mehr gibt. Jetzt weiß dein Kind, da gibt es ja noch was Besseres, deshalb will es das natürlich haben. Wenn das nicht mehr zur Verfügung steht, dann wird es auch was Anderes nehmen. Aber das wird anfangs sicher schwierig und ich könnte das wohl auch nur durchziehen, wenn es mir gaaaanz ernst wäre. Ich glaube, dass man wenn dann radikal abstillen muss, reduzieren bringt da glaube ich nichts. Mein Kleiner spart sich seinen Hunger in solchen Fällen einfach für später auf und trinkt dann umso mehr...
Ansonsten bliebe noch, dass du einfach noch mehr isst, notfalls auch mit hochkalorischen Zusatzprodukten. Aber regelmäßiges, gutes hochkalorisches Essen ist natürlich nicht immer einfach umzusetzen mit Kleinkind :roll:
Was mir noch einfällt: wenn du dich fürs Abstillen entscheidest, müsste er ja eigentlich noch eine andere Flaschenmilch als Ersatz bekommen, oder? Soweit ich weiß, sollen Kinder bis zum 1. Lebensjahr mindestens noch 2 Milchmahlzeiten bekommen. Und da schreibt du ja, die nimmt er nicht :-(.

Das hat dir jetzt wahrscheinlich nicht allzu viel gebracht, aber du bist auf jeden Fall nicht allein mit dem Problem, ich bin einfach nur froh, dass ich vorher ein paar Reserven hatte...

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 13.12.2015, 00:05
von deidamaus
Hallo Traeumi,

deine Situation klingt sehr anstrengend. Die ungewollte Abnahme in der Stillzeit liegt meist daran, dass die Mütter es oft zeitlich nicht schaffen, genug zu essen. Stillen erhöht den Kaloriennedarf, Treppen steigen auch. Nimmt jemand ab, dann wird aber normalerweise nicht empfohlen keine Treppen mehr zu steigen, sondern mehr zu essen. Hier haben sich kalorienreiche Snacks und leicht zuzubereitende Mahlzeiten bewährt, z.B. Nüsse und Trockenobst, Müsli, Butterbrote oder auch mal Kuchen, Schokolade und Co. Außerdem sind regelmäßige Mahlzeiten mit reichlich Fett sinnvoll.
Oft spielt bei der Abnahme auch noch Schlafmangel und Stress eine Rolle.

Abstillen würde dir sicherlich noch mehr Stress und Schlafmangel bzw. noch weniger Zeit zum Essen bringen.

Mein Tipp:
Stelle dir eine Schale mit Nüssen, Schokolade, Trockenobst und eine Flasche Saft neben deinen Lieblingsstillplatz und bei jedem Stillen gibt es einen Snack.
Achte auf ausreichend Schlaf und Erholung und esse regelmäßig. Vollstillen erhöht den Kalorienbedarf im circa 500kcal pro Tag, das ist eine große Portion Müsli oder zwei Käsebrote(oder auch eine Tafel Schokolade) extra. Das dürfte eigentlich an Zusatznahrung täglich zu bewerkstelligen sein.

Hilft dir das weiter?

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 13.12.2015, 10:03
von Carraluma
Ich würde dir auch raten, selber besser zu essen. Das ist mMn weniger stressig und wesentlich leichter zu bewerkstelligen als "das Kind zum Essen zu zwingen". Das ist doch fast unmöglich. Und mit 10 Monaten ist dein Baby ja noch ein Säugling. Mit meinem Kind habe ich nicht die Erfahrung gemacht, dass Essen einfacher wird, wenn man nicht mehr stillt. (Bei uns wurde allerdings erst mit 33 Monaten komplett abgestillt. Aber ab einem Jahr wenig tagsüber gestillt). Es ist mMn einfacher ein gerne stillendes Kind ausgewogen zu ernähren als ein "mäkelig" essendes Kind nur mit Essen.

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 15.12.2015, 10:30
von Traeumi
Danke für die Tipps, deidamaus. Ich versuche (noch) besser zu essen und uns mit seinem Essen weniger Stress zu machen. Er wiegt bestimmt schon 12kg oder so und ich muss eigentlich echt keine Angst haben, dass er vom Fleische fällt. Nun muss ich mich nur noch um mich kümmern. :)

Wenn das allerdings nicht klappen sollte, werde ich das Stillen reduzieren müssen. Eventuell melde ich mich dann nochmal.

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 12.01.2016, 10:27
von Traeumi
Das "Problem" hat sich eigentlich von selbst gegeben - im Weihnachtsurlaub war ich tagsüber viel weg und stille ihn maximal noch 1 x morgens ODER nachmittags, sonst nur abends und nachts, habe direkt wieder zugenommen, fühle mich fit und belastbar. :)

Wollte jetzt keinen neuen Thread aufmachen, aber seit ein paar Tagen trinkt er nachts mehr (sonst 1-2 x, momentan nach der Anfangsphase 4-6h ca. alle Stunde oder alle zwei) und ich weiß nicht genau, warum, aber meine Brustwarzen tun so weh, bzw. einfach der ganze Stillvorgang, ich muss manchmal richtig auf die Zähne beißen, besonders nachts, wenn er dann halb einschläft. :( Es ist nichts offen oder wund, weiß auch nicht, bzw. generell keine farbliche Veränderung zu erkennen. Es tut schon manchmal weh, wenn ich mit dem T-Shirt dran komme etc.
Er kriegt gerade Zähne oben, einer ist schon durch, kann es daran liegen, dass er erstmal lernen muss, damit umzugehen? Oder weil er punktuell mehr stillt, sonst aber gar nicht, muss sich die Brust daran gewöhnen? Dass ich schwanger bin, glaube ich zwar nicht, werde ich aber testen, denn ich habe gelesen, dass es auch daran liegen könnte?

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 12.01.2016, 11:10
von chipmunk
Vielleicht kündigt sich auch dein Eisprung an? Bei mir sind davor immer für ein paar Tage die Brustwarzen empfindlich, besonders nachts...

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 12.01.2016, 11:11
von chipmunk
Und ja, neue Zähne waren bei uns auch immer erst mal etwas ungewohnt/schmerzhaft.

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 12.01.2016, 11:56
von Erdnuss
Ich tippe auch auf Zyklus-Rückkehr, denn so war es bei mir - erst letztens ;) - auch. Das passt genau zum reduzierten Stillen tagsüber.

Re: Stillen reduzieren

Verfasst: 12.01.2016, 12:24
von Traeumi
Ohh - ihr macht mir Hoffnung. (sowohl für den Zyklus, wir hätten gern eine Nr. 2, als auch, dass das nicht so bleibt).

chipmunk, ganz genau, besonders nachts ist es args. Und das ist bei dir dann jeden Monat so? Ohje. :(