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Fragen zu Vasospasmus

Verfasst: 28.11.2015, 20:59
von Oktober16
Hallo,

ich bin ganz neu in diesem Forum angemeldet, weil ich hier zum ersten Mal etwas über Vasospasmus gelesen habe und dazu einige Fragen habe.

Ich habe einen 6 Wochen alten Sohn und nun seit zwei Wochen immer stärker werdende Schmerzen NACH dem Stillen. Der Schmerz geht bis tief in die Brust hinein und fühlt sich an wie eine Verbrennung. Nach dem Stillen ist die Brustwarzenspitze ganz weiß - so bin ich bei meinen Internetrecherchen erst über das Wort Vasospasmus gestoßen. Mittlerweile kann ich kaum mehr etwas anderes denken, weil der Schmerz ständig da ist. Ibuprofen (400mg) hat heute Nacht nicht geholfen.

Ich bin gerade wirklich ziemlich verzweifelt, weil mir in meinem Umfeld niemand helfen kann. Frauenarzt und Hebamme scheinen das nicht zu kennen. Ich komme mir bald vor wie ein Hypochonder, dabei sind die Schmerzen so real :cry:

Dazu habe ich ständig wunde Brustwarzen. Kaum ist es etwas besser, fängt es wieder von vorne an.

Hier habe ich nun gelesen, dass Magnesium, Calcium und Vitamin B6 helfen kann. Das werde ich mir am Montag gleich besorgen. Gerade sitze ich mit einer Wärmflasche auf der Brust da, aber das hilft leider nicht. Die Brustwarzen schone ich schon von Anfng an mit Zinkhütchen. Ohne halte ich das sowieso nicht aus.

Jetzt meine Fragen:

Habe ich das richtig verstanden, dass dieses "Krankheitsbild" nicht heilbar ist?

Was hat Schokolade damit zu tun? Ich habe in letzter Zeit recht viel Schokolade gegessen...

Könnte ich das auch schon beim letzten Kind gehabt haben? Damals hatte ich furchtbar lange wunde Brustwarzen und niemand konnte sich erklären warum. Ich habe dann sehr lange abgepumpt und bin erst als meine Tochter 4 Monate alt war zum Teilstillen (2x am Tag) gekommen. Allerdings hatte ich da diese Schmerzen IN der Brust nicht.

Das würde bedeuten, dass ich bei einem dritten Kind, mit den selben Problemen rechnen muss, oder?

Ich finde es gerade sehr frustierend, dass ich niemanden kenne, der mein Problem versteht. Die Schmerzen lassen mich mittlerweile ganz oft ans Abstillen denken.

Viele Grüße
September13

Re: Fragen zu Vasospasmus

Verfasst: 29.11.2015, 10:20
von Teazer
Hallo und herzlich willkommen im SuT! :)
Oktober16 hat geschrieben:Ich komme mir bald vor wie ein Hypochonder, dabei sind die Schmerzen so real :cry:
Nein, Du bist definitiv nicht hypochondrisch. Vasospasmen sind sehr schmerzhaft. ((()))
Dazu habe ich ständig wunde Brustwarzen. Kaum ist es etwas besser, fängt es wieder von vorne an.
Heilungsprozesse laufen bei Vasospasmen wegen der schlechten Durchblutung langsamer ab. Wunde Brustwarzen sind jedoch ein Zeichen für falsches Anlegen. Hat Dein Baby den Mund weit offen und viel Brust (mehr als die Brustwarze) im Mund? Sind die Lippen nach außen gestülpt und liegt die Zunge über der Kauleiste? Liegt Ihr Bauch an Bauch?

Achte auf eine gute Stilltechnik. So entstehen keine neuen Irritationen und mit dem verschwindenden Vasospasmus werden auch die wunden Brustwarzen der Vergangenheit angehören.
Hier habe ich nun gelesen, dass Magnesium, Calcium und Vitamin B6 helfen kann. Das werde ich mir am Montag gleich besorgen.
Den meisten Frauen hilft bereits Magnesium. Du musst nicht alles auf einmal nehmen. B6 funktioniert nur in speziellen Dosen in Kombination mit anderen Vitaminen. Versuch erst mal das Magnesium. Die anderen Sachen kannst Du immer noch hinzufügen, sollte es nicht ausreichen. Und als letztes Mittel kann man sich auch Nifedipin verschreiben lassen. Das ist bei den allermeisten Frauen mit Vasospasmus aber nicht nötig.
Gerade sitze ich mit einer Wärmflasche auf der Brust da, aber das hilft leider nicht.
Direkte Wärme hilft oft nicht so gut. Wichtig ist vorsorglich die Füße und Rücken/Nacken warm zu halten, sich nach dem Stillen schnell anzuziehen und Stilleinlagen aus Wolle zu benutzen.
Die Brustwarzen schone ich schon von Anfng an mit Zinkhütchen. Ohne halte ich das sowieso nicht aus.
Die Zinnhütchen können einen Kältereiz auslösen, da sie länger zum Aufwärmen benötigen. Nimm lieber warmes Lanolin. Das pflegt und schützt.
Habe ich das richtig verstanden, dass dieses "Krankheitsbild" nicht heilbar ist?
Vasospasmen können verschiedene Hintergründe haben. Manche Frauen, die während der Schwangerschaft Magnesium einnehmen, reagieren auf das schnelle Absetzen nach der Geburt mit Vasospasmen. Andere haben generell eine Veranlagung dazu. Rauchen ist auch ein möglicher Auslöser. Bist Du regelmäßig bzw. gelegentlich Zigarettenrauch ausgesetzt?

I.d.R kann man die hilfreichen Mittel mit der Zeit ausschleichen und ist dann weitestgehend beschwerdefrei.
Was hat Schokolade damit zu tun? Ich habe in letzter Zeit recht viel Schokolade gegessen...
Manche Frauen reagieren darauf, andere nicht. Das ist sehr individuell. Da hilft nur weglassen und gucken, ob es einen Unterschied macht.
Könnte ich das auch schon beim letzten Kind gehabt haben? Damals hatte ich furchtbar lange wunde Brustwarzen und niemand konnte sich erklären warum. Ich habe dann sehr lange abgepumpt und bin erst als meine Tochter 4 Monate alt war zum Teilstillen (2x am Tag) gekommen. Allerdings hatte ich da diese Schmerzen IN der Brust nicht.
Toll, was Du geleistet hast! Vasospasmen können verschieden stark auftreten, manchmal sind sie auch schmerzfrei, verschlechtern aber dennoch die Durchblutung. Vielleicht hattest Du aber auch keine Vasospasmen. Das lässt sich jetzt nicht mehr mit Sicherheit sagen.
Das würde bedeuten, dass ich bei einem dritten Kind, mit den selben Problemen rechnen muss, oder?
Die Möglichkeit besteht. Der Vorteil ist, dass Du dann schon die für Dich passende Therapie kennst und bei den ersten Anzeichen gegensteuern kannst. Es wird dann also nicht mehr so schlimm wie jetzt.
Ich finde es gerade sehr frustierend, dass ich niemanden kenne, der mein Problem versteht. Die Schmerzen lassen mich mittlerweile ganz oft ans Abstillen denken.
Ich kann Deine Gedanken gut verstehen. Aber bald wirst Du schmerzfrei und entspannt stillen können. :)


Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)

Re: Fragen zu Vasospasmus

Verfasst: 29.11.2015, 16:20
von Oktober16
Tausend Dank für deine Antwort!!

Es tut so gut zu wissen, dass es Leute gibt, die diese Problematik kennen und sie nicht abtun.
Du bist sehr optimistisch, dass die Beschwerden besser werden könnten, das wäre so schön!

Ich hätte noch weitere Fragen:

Magnesium nehme ich nun seit Freitag 4x am Tag 80mg also insgesamt 320mg pro Tag.
Bis jetzt spüre ich keine Besserung. Sollte ich die Dosis weiter erhöhen oder noch ein weiteres Mittel z.B. Calcium dazunehmen oder ist der Zeitraum einfach noch zu kurz?

(Magnesium hatte ich übrigens schon sehr früh in der Schwangerschaft abgesetzt. Zigarettenrauch bin ich gr nie ausgesetzt.)

Das mit dem Wundsein liegt bestimmt an einer falschen Anlegetechnik. Ich weiß auch ziemlich genau, was ds Problem ist: Mein kleiner macht den Mund nicht weit genug auf. Ganz schlimm ist es, nachdem er eine Woche lang die Flasche bekommen hatte, weil ich es vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten habe und abgepumpt habe.
Ich versuche immer zuerst seine Unterlippe zu berühren, aber er spitzt fast immer die Lippen und saugt die Brustwarze ein und dann ist sie nicht tierf genug im Mund. Brustwarze zusammendrücken wie ein Sandwich klappt auch nicht, zumindest kommt da die Brustwarze auch nicht weiter hinten im Mund zu liegen. Am besten funktionert es, wenn er schon schreit, aber das ist ja keine Dauerlösung. Hättest du Tipps? Alle anderen Lagerungs- und Haltungsregeln stimmen eigentlich, das habe ich mehrfach überprüft.

Die Zinnhütchen trage ich wegen der wunden Brustwarzen (+ Lanolin). Ich hatte mehrfach versucht, auf Stilleinlagen umzusteigen, davon hatte ich aber noch wundere Brustwarzen. Aber ich hatte es bisher nur mit Einmaleinlagen probiert.

Warum sind Vasospasmen so unbekannt? Kennt man das noch nicht so lange oder haben das so wenige Frauen?
ich weiß noch gar nicht, ob ich mich traue meiner frauenärztin oder meine Hebamme davon zu erzählen. Ob die mir glauben, dass es ad wirklich gibt?

Viele Grüße
Oktober

Re: Fragen zu Vasospasmus

Verfasst: 30.11.2015, 21:27
von königsmadl
Gleich vorweg:Ich bin kein Experte, wollte dir aber trotzdem von meinen Erfahrungen erzählen. Und dir ganz viel Kraft wünschen ((()))
Habe auch in der ersten Zeit nach dem Stillen sehr weiße, "harte" BW gehabt.
Habe mir dann aus den dicken Stilleinlagen vom d*m Donuts gebastelt und erst darauf eine W/S-Einlage. War dann schön warm und das Ziehen war weniger.
Vielleicht hilft dir das ja weiter. Hier im Forum gibt es ne super Anleitung für diese Donuts. Deswegen bin ich damals auch hier bei SuT gelandet ;-)
Leider kann ich dir die Anleitung nicht verlinken, bin gerade am (schmerzfreien) Einschlafstillen.
Hier wird dir garantiert geholfen!


Königsmadl mit L.M (05.2015) von unterwegs

Re: Fragen zu Vasospasmus

Verfasst: 30.11.2015, 22:57
von Teazer
Oktober16 hat geschrieben:Es tut so gut zu wissen, dass es Leute gibt, die diese Problematik kennen und sie nicht abtun.
Du bist sehr optimistisch, dass die Beschwerden besser werden könnten, das wäre so schön!
Die Vasospasmen sind definitiv in den Griff zu kriegen. Manchmal dauert es etwas, aber am Ende steht das schmerzfreie Stillen. :)
Magnesium nehme ich nun seit Freitag 4x am Tag 80mg also insgesamt 320mg pro Tag.
Bis jetzt spüre ich keine Besserung. Sollte ich die Dosis weiter erhöhen oder noch ein weiteres Mittel z.B. Calcium dazunehmen oder ist der Zeitraum einfach noch zu kurz?
Die Dosis ist wahrscheinlich noch zu gering. Erhöhe schrittweise bis die Schmerzen verschwinden oder das Mg zu Durchfall führt (letzteres kann auch durch Süßstoffe im Präparat kommen). Es dauert grundsätzlich einige Tage bis das Mg anschlägt.
Das mit dem Wundsein liegt bestimmt an einer falschen Anlegetechnik. Ich weiß auch ziemlich genau, was ds Problem ist: Mein kleiner macht den Mund nicht weit genug auf. Ganz schlimm ist es, nachdem er eine Woche lang die Flasche bekommen hatte, weil ich es vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten habe und abgepumpt habe.
Oje, dann hat(te) er eine Saugverwirrung. Da sollte man alle künstlichen Sauger weglassen und bei Bedarf Milch bechern oder löffeln.

Für Euch könnte die asymmetrischen Anlegetechnik hilfreich sein oder das intuitive Stillen. Beides verbessert vermutlich das Andocken. Probier es aus und berichte, wenn Du magst.
Warum sind Vasospasmen so unbekannt? Kennt man das noch nicht so lange oder haben das so wenige Frauen?
Unter Stillfachleuten ist das Phänomen durchaus bekannt. Nur besuchen viele Ärzte und Hebammen Fortbildungen in anderen Bereichen als dem Stillen
ich weiß noch gar nicht, ob ich mich traue meiner frauenärztin oder meine Hebamme davon zu erzählen. Ob die mir glauben, dass es ad wirklich gibt?
Da gibt es durchaus medizinische Literatur zu.

königsmadl hat geschrieben:Hier im Forum gibt es ne super Anleitung für diese Donuts. Deswegen bin ich damals auch hier bei SuT gelandet ;-)
Leider kann ich dir die Anleitung nicht verlinken, bin gerade am (schmerzfreien) Einschlafstillen.
Hier geht's zum Wiener Brust-Doughnut. :)


Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)