Langzeitstillender Brustjunkie, bin unsicher
Verfasst: 02.10.2015, 12:14
Hallo ihr Lieben,
ich glaube, ich brauche mal ein bisschen Input von Außenstehenden, bin grade etwas ratlos, bzw weiß nicht so genau, was ich selber will.
Meine Kleine ist jetzt zwei, Stillen klappte von Anfang an prima (vermutlich auch deshalb, weil meine Mama, die früher selbst als Stillberaterin gearbeitet hat, mich bestens beraten und auf die Stillzeit vorbereitet hat); wir haben glaube ich mit sieben oder acht Monaten angefangen, Beikost anzubieten, aber nennenswerte Mengen hat sie erst deutlich später gegessen, so richtig viel eigentlich erst, als sie mit 13 Monaten in die Kita ging. Gestillt hab ich weiterhin nach Bedarf.
Allerdings ging es mir mit der Zeit mehr und mehr auf die Nerven. Naja, dh, nicht das Stillen an sich, sondern das ewig am T-Shirt ziehen und an der Brust rumfummeln - ihr kennt das ja sicher;-)
Deswegen hab ich dann vor ein paar Wochen?Monaten? weiß nicht mehr genau, wann, die Regel eingeführt: Brust gibt's nur noch zum Einschlafen. Hat auch soweit gut funktioniert, dh wir stillen jetzt eben abends zum Einschlafen, und natürlich nachts, wenn sie wach wird. Und am Wochenende zum Mittagsschlaf.
Klappt im Grunde alles ganz gut.
Jetzt das Problem (das vielleicht gar keins ist?): Sie hängt zur Zeit nachts - zumindest gefühlt - permanent an der Brust. Sie schläft dann zwar prima, aber sobald ich versuche, sie abzudocken, wacht sie halt wieder auf und fängt auch ziemlich schnell an zu weinen, wenn sie nicht nochmal an die Brust darf. Manchmal reicht es auch, wenn ich sie einfach nur in den Arm nehme, aber das ist eher die Ausnahme; und bisher war es mir einfach viel lieber, sie dann eben nochmal zu stillen und für uns alle die Nachtruhe damit zu sichern, als die Brust zu verweigern und dafür ein völlig in Tränen aufgelöstes Kind im Bett zu haben, was uns alle drei nicht schlafen lässt...
Ich will mal kurz versuchen, das zeitlich einzuordnen: also, wir waren schon soweit, dass ich echt nur noch sehr wenig gestillt habe, halt zum Einschlafen und dann nachts vielleicht noch ein-, höchstens zweimal. Dass sie nachts so vehement nach der Brust verlangt hat, fing irgendwann im August an, was ich mir damit erklärt hab, dass es recht aufregend für sie war (Kita zu, viel Besuch, viel unterwegs -> viele Eindrücke). Nach den Kitaferien war dann zwar wieder der Tagesablauf regelmäßiger, aber war natürlich auch erstmal aufregend mit den neuen Kindern in der Gruppe, die Betreuungssituation war auch die ersten Wochen nicht ideal, und außerdem hat sie auch wieder einen enormen Entwicklungsschub gemacht. War also auch erstmal verständlich, dass sie sich da nachts viel mehr Nähe geholt hat, aber da hat das dann angefangen, dass ich ins Grübeln gekommen bin. Weil es teilweise echt wieder extrem nervig war, und in der Zeit auch einige Nächste dabei waren, wo ich dann doch nicht schlafen konnte, weil ich mich kein Stück bewegen durfte... naja.
Nach der Eingewöhnung der neuen Kinder wurde das schnell wieder besser, so dass ich dachte, die Phase wäre vorbei - aber jetzt scheint es eben doch wieder loszugehen. Und es nervt mich. Wie gesagt: gar nicht das Stillen an sich, sondern die nächtlichen "Kämpfe" (mit dem Kind um die Brust, oder mit mir selbst, ob ich lieber nachgebe oder Weinen riskiere) - ach, ich weiß auch nicht.
Auf der einen Seite war ich ja jetzt schon öfter an dem Punkt, wo ich dachte, es ist langsam (oder auch schnell^^) an der Zeit, abzustillen. Mein Freund hält sich da im Großen und Ganzen sehr zurück, aber nach besonders anstrengenden Nächten hab ich von ihm auch schon mehrfach gehört, dass ich dann vielleicht doch mal ans Abstillen denken sollte. Worauf ich ihm bisher immer geantwortet hab, dass ich nicht glaube, dass es das so viel besser machen würde, weil die Kleine würde ja erstmal vermutlich trotzdem aufwachen und nach der Brust verlangen und was passiert, wenn sie sie dann nicht kriegt, wissen wir ja...
Ich meine, ich weiß, mein Kind ist groß genug, dass sie auch ohne Stillen auskommen würde, aber irgendwie fühl ich mich noch nicht bereit dazu, abzustillen.
Mein "Minimalziel" war wenigstens 12 Monate zu stillen.
Da an ihrem ersten Geburtstag ein Ende der Stillzeit noch lange nicht in Sicht war, hab ich mir gedacht, dann schaffen wir's auch noch bis zum zweiten.
Und wenn ich gefragt wurde, wie lang ich denn noch stillen will, hab ich immer gesagt: am liebsten, bis sie sich von allein abstillt.
Und so seh ich das im Grunde auch immer noch.
Aber ich frag mich langsam, wann das wohl sein wird. "Stillen bis der Schulbus kommt" ist nun wirklich nicht das, was mir vorschwebt!
Andererseits hab ich auch, als sie noch ganz klein war, immer gesagt, spätestens wenn das Kind anfängt zu laufen und zu reden, vor allem auch mehr und verständlicher zu reden, fänd ich's komisch, immer noch zu stillen.
Und jetzt bin ich genau da: sie ist eine totale Quasselstrippe - und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, sie nicht mehr zu stillen! Bei aller Nerverei: wenn sie abends vor Vergnügen jauchzt und ihrem Papa quasi aus dem Arm hüpft, sobald ich die Brust auspacke, mit Nippel im Mund noch ein bisschen was erzählt oder vor sich hin kichert und dann friedlich in meinem Arm einschläft - ich hab keine Worte dafür, zu beschreiben, wie glücklich und stolz mich das macht.
Ich befürchte, das ist auch ein Punkt, der da mit reinspielt: ja, ich bin stolz darauf, dass ich sie so lange stille, und ich will sie ja auch gern weiterstillen!
Aber ich hab Angst, dass ich den "richtigen" Zeitpunkt für den Absprung verpasse und unsere Stillzeit dann mit genervt sein zu Ende geht.
In der Zeit, als sie so extrem viel gestillt hat nachts, hatte sie ja auch tagsüber wieder vermehrt nach der Brust gefragt, wo ich schon am Überlegen war, ob ich da vielleicht nachgeben sollte. Damit sie vielleicht nachts nicht mehr ganz so viel fragt. Hab ich aber nicht gemacht, weil ich die Befürchtung hatte, dass ich das bereuen würde...
Ach Mensch, ich bin einfach unsicher grade, wie ich unsere Stillbeziehung weiter gestalten möchte.
Wie gesagt, zum Abstillen fühl ich mich noch nicht bereit. Zumal ich ziemlich sicher bin, dass das erstmal hart werden würde: wenn ich zu Hause bin, funktioniert einschlafen nämlich nur an der Brust. Gut, ich könnte natürlich für die Zeit abends verschwinden. Aber ich will nicht wissen, wie die Nächte aussehen würden... Wenn ich neben ihr liege, verlangt sie nunmal nach der Brust und ich bin einfach noch nicht so weit, dass ich ihr wirklich wirklich überzeugend vermitteln könnte, dass die Mama jetzt nicht mehr will... (ein einziges Mal war ich nachts an dem Punkt, dass ich gesagt hab, ich still jetzt nicht - nach zwanzig Minuten untröstlichen und verzweifelten Weinens bin ich eingeknickt...). Und im Grunde hat mein Freund ja auch nichts dagegen, dass er nachts in Ruhe schlafen kann...
Aber ich will auch nicht da landen, dass ich sie weiter stille, nur um des Stillens willen, obwohl ich die meiste Zeit von dem Drumrum angenervt bin.
Ich meine, ich hab jetzt zwei Jahre Traum-Stillbeziehung hinter mir - warum sollte das nicht so weiter gehen können? Und dann auch genauso entspannt irgendwann enden?
So langsam denke ich ja auch darüber nach, wie das dann mit Nummer zwei werden soll: ist noch nicht geplant, vielleicht in einem halben Jahr oder Jahr, aber sooo lange hin ist das ja auch schon nicht mehr. Und "eigentlich" wollte ich nie tandemstillen. Oder Nummer eins WEGEN Nummer zwei abstillen. So langsam rückt das aber ja in den Bereich des Möglichen...
Oh Mann, ich mag mir das nicht kaputtgrübeln (und tu's trotzdem)!
Sorry, ich weiß, ist sehr lang geworden... danke schonmal an alle, die sich bis zum Ende durchgearbeitet haben!
ich glaube, ich brauche mal ein bisschen Input von Außenstehenden, bin grade etwas ratlos, bzw weiß nicht so genau, was ich selber will.
Meine Kleine ist jetzt zwei, Stillen klappte von Anfang an prima (vermutlich auch deshalb, weil meine Mama, die früher selbst als Stillberaterin gearbeitet hat, mich bestens beraten und auf die Stillzeit vorbereitet hat); wir haben glaube ich mit sieben oder acht Monaten angefangen, Beikost anzubieten, aber nennenswerte Mengen hat sie erst deutlich später gegessen, so richtig viel eigentlich erst, als sie mit 13 Monaten in die Kita ging. Gestillt hab ich weiterhin nach Bedarf.
Allerdings ging es mir mit der Zeit mehr und mehr auf die Nerven. Naja, dh, nicht das Stillen an sich, sondern das ewig am T-Shirt ziehen und an der Brust rumfummeln - ihr kennt das ja sicher;-)
Deswegen hab ich dann vor ein paar Wochen?Monaten? weiß nicht mehr genau, wann, die Regel eingeführt: Brust gibt's nur noch zum Einschlafen. Hat auch soweit gut funktioniert, dh wir stillen jetzt eben abends zum Einschlafen, und natürlich nachts, wenn sie wach wird. Und am Wochenende zum Mittagsschlaf.
Klappt im Grunde alles ganz gut.
Jetzt das Problem (das vielleicht gar keins ist?): Sie hängt zur Zeit nachts - zumindest gefühlt - permanent an der Brust. Sie schläft dann zwar prima, aber sobald ich versuche, sie abzudocken, wacht sie halt wieder auf und fängt auch ziemlich schnell an zu weinen, wenn sie nicht nochmal an die Brust darf. Manchmal reicht es auch, wenn ich sie einfach nur in den Arm nehme, aber das ist eher die Ausnahme; und bisher war es mir einfach viel lieber, sie dann eben nochmal zu stillen und für uns alle die Nachtruhe damit zu sichern, als die Brust zu verweigern und dafür ein völlig in Tränen aufgelöstes Kind im Bett zu haben, was uns alle drei nicht schlafen lässt...
Ich will mal kurz versuchen, das zeitlich einzuordnen: also, wir waren schon soweit, dass ich echt nur noch sehr wenig gestillt habe, halt zum Einschlafen und dann nachts vielleicht noch ein-, höchstens zweimal. Dass sie nachts so vehement nach der Brust verlangt hat, fing irgendwann im August an, was ich mir damit erklärt hab, dass es recht aufregend für sie war (Kita zu, viel Besuch, viel unterwegs -> viele Eindrücke). Nach den Kitaferien war dann zwar wieder der Tagesablauf regelmäßiger, aber war natürlich auch erstmal aufregend mit den neuen Kindern in der Gruppe, die Betreuungssituation war auch die ersten Wochen nicht ideal, und außerdem hat sie auch wieder einen enormen Entwicklungsschub gemacht. War also auch erstmal verständlich, dass sie sich da nachts viel mehr Nähe geholt hat, aber da hat das dann angefangen, dass ich ins Grübeln gekommen bin. Weil es teilweise echt wieder extrem nervig war, und in der Zeit auch einige Nächste dabei waren, wo ich dann doch nicht schlafen konnte, weil ich mich kein Stück bewegen durfte... naja.
Nach der Eingewöhnung der neuen Kinder wurde das schnell wieder besser, so dass ich dachte, die Phase wäre vorbei - aber jetzt scheint es eben doch wieder loszugehen. Und es nervt mich. Wie gesagt: gar nicht das Stillen an sich, sondern die nächtlichen "Kämpfe" (mit dem Kind um die Brust, oder mit mir selbst, ob ich lieber nachgebe oder Weinen riskiere) - ach, ich weiß auch nicht.
Auf der einen Seite war ich ja jetzt schon öfter an dem Punkt, wo ich dachte, es ist langsam (oder auch schnell^^) an der Zeit, abzustillen. Mein Freund hält sich da im Großen und Ganzen sehr zurück, aber nach besonders anstrengenden Nächten hab ich von ihm auch schon mehrfach gehört, dass ich dann vielleicht doch mal ans Abstillen denken sollte. Worauf ich ihm bisher immer geantwortet hab, dass ich nicht glaube, dass es das so viel besser machen würde, weil die Kleine würde ja erstmal vermutlich trotzdem aufwachen und nach der Brust verlangen und was passiert, wenn sie sie dann nicht kriegt, wissen wir ja...
Ich meine, ich weiß, mein Kind ist groß genug, dass sie auch ohne Stillen auskommen würde, aber irgendwie fühl ich mich noch nicht bereit dazu, abzustillen.
Mein "Minimalziel" war wenigstens 12 Monate zu stillen.
Da an ihrem ersten Geburtstag ein Ende der Stillzeit noch lange nicht in Sicht war, hab ich mir gedacht, dann schaffen wir's auch noch bis zum zweiten.
Und wenn ich gefragt wurde, wie lang ich denn noch stillen will, hab ich immer gesagt: am liebsten, bis sie sich von allein abstillt.
Und so seh ich das im Grunde auch immer noch.
Aber ich frag mich langsam, wann das wohl sein wird. "Stillen bis der Schulbus kommt" ist nun wirklich nicht das, was mir vorschwebt!
Andererseits hab ich auch, als sie noch ganz klein war, immer gesagt, spätestens wenn das Kind anfängt zu laufen und zu reden, vor allem auch mehr und verständlicher zu reden, fänd ich's komisch, immer noch zu stillen.
Und jetzt bin ich genau da: sie ist eine totale Quasselstrippe - und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, sie nicht mehr zu stillen! Bei aller Nerverei: wenn sie abends vor Vergnügen jauchzt und ihrem Papa quasi aus dem Arm hüpft, sobald ich die Brust auspacke, mit Nippel im Mund noch ein bisschen was erzählt oder vor sich hin kichert und dann friedlich in meinem Arm einschläft - ich hab keine Worte dafür, zu beschreiben, wie glücklich und stolz mich das macht.
Ich befürchte, das ist auch ein Punkt, der da mit reinspielt: ja, ich bin stolz darauf, dass ich sie so lange stille, und ich will sie ja auch gern weiterstillen!
Aber ich hab Angst, dass ich den "richtigen" Zeitpunkt für den Absprung verpasse und unsere Stillzeit dann mit genervt sein zu Ende geht.
In der Zeit, als sie so extrem viel gestillt hat nachts, hatte sie ja auch tagsüber wieder vermehrt nach der Brust gefragt, wo ich schon am Überlegen war, ob ich da vielleicht nachgeben sollte. Damit sie vielleicht nachts nicht mehr ganz so viel fragt. Hab ich aber nicht gemacht, weil ich die Befürchtung hatte, dass ich das bereuen würde...
Ach Mensch, ich bin einfach unsicher grade, wie ich unsere Stillbeziehung weiter gestalten möchte.
Wie gesagt, zum Abstillen fühl ich mich noch nicht bereit. Zumal ich ziemlich sicher bin, dass das erstmal hart werden würde: wenn ich zu Hause bin, funktioniert einschlafen nämlich nur an der Brust. Gut, ich könnte natürlich für die Zeit abends verschwinden. Aber ich will nicht wissen, wie die Nächte aussehen würden... Wenn ich neben ihr liege, verlangt sie nunmal nach der Brust und ich bin einfach noch nicht so weit, dass ich ihr wirklich wirklich überzeugend vermitteln könnte, dass die Mama jetzt nicht mehr will... (ein einziges Mal war ich nachts an dem Punkt, dass ich gesagt hab, ich still jetzt nicht - nach zwanzig Minuten untröstlichen und verzweifelten Weinens bin ich eingeknickt...). Und im Grunde hat mein Freund ja auch nichts dagegen, dass er nachts in Ruhe schlafen kann...
Aber ich will auch nicht da landen, dass ich sie weiter stille, nur um des Stillens willen, obwohl ich die meiste Zeit von dem Drumrum angenervt bin.
Ich meine, ich hab jetzt zwei Jahre Traum-Stillbeziehung hinter mir - warum sollte das nicht so weiter gehen können? Und dann auch genauso entspannt irgendwann enden?
So langsam denke ich ja auch darüber nach, wie das dann mit Nummer zwei werden soll: ist noch nicht geplant, vielleicht in einem halben Jahr oder Jahr, aber sooo lange hin ist das ja auch schon nicht mehr. Und "eigentlich" wollte ich nie tandemstillen. Oder Nummer eins WEGEN Nummer zwei abstillen. So langsam rückt das aber ja in den Bereich des Möglichen...
Oh Mann, ich mag mir das nicht kaputtgrübeln (und tu's trotzdem)!
Sorry, ich weiß, ist sehr lang geworden... danke schonmal an alle, die sich bis zum Ende durchgearbeitet haben!