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Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 01.10.2015, 20:47
von Nana
Hallo,
Ich mal wieder!
Wie fange ich an, ich hoffe es wird nicht zu lang...

Mein Sohn (26Monate) hat noch nie besonders gut geschlafen. Einschlafen war immer mit relativ viel Aufwand verbunden, er wacht noch immer mehrmals pro Nacht kurz auf (will wasser trinken, kurz jammern damit ich ihn wieder hinlege, will zugedeckt werden oder eben wieder abgedeckt werden... ihr wisst schon...). Manchmal gibts auch längere "wach" bzw halbschlafphasen von ca 2 Stunden in denen er dann seeehr unruhig ist und keiner schlafen kann.
Bis kurz vorm zweiten Geburtstag wurde er abends gestillt, ist aber erst danach beim Kuscheln eingeschlafen. Dann gings eine zeitlang recht friedlich nur mit Kuscheln. Gedauert hat das immer ca 45 Minuten.

Jetzt aber läuft das Schlafengehen so ab: seit einigen Wochen wehrt er sich total dagegen, ins Bett zu gehen, turnt dort wild herum, wirft sein Kuscheltier durch die Gegend, macht sehr laute und sehr nervige Geräusche [emoji15] und das Schlimmste: er haut und tritt nach mir.
Wenn ich mich wegdrehe, kommt er mir nach, tritt weiter oder klettert wild auf mir herum. Alles was ich sage, wird natürlich komplett ignoriert bzw durch sein Gekreische einfach nicht wahrgenommen. Wenn ich seine Füße festhalte, lacht er ganz irre und irgendwann schwenkts in Verzweiflung um [emoji22]
Irgendwann bin ich selbst total genervt, schreie ihn an und weiß mir nicht anders zu helfen, als anzudrohen, dass ich rausgehe, wenn er mich tritt (finde ich eigentlich total bescheuert, er soll sich doch allein im Bett auch wohlfühlen!). Die Drohung nützt nur selten, also gehe ich dann raus und er läuft mir hinterher. Dann ist er wirklich verzweifelt, sagt "Mama lieb!" "Entschuldigung"... [emoji22] und zieht mich wieder ins Bett. Ich erkläre nochmal, dass er mich nicht hauen/treten/liegenbleiben muss und er sagt "ja" und dann kommt das Seltsame: dann legt er sich hin, bleibt liegen und schläft recht zügig ein [emoji15]

Mir kommt vor, als wäre das alles schon so vorprogrammiert, als müsste das alles so oder so ähnlich passieren, damit er einschlafen kann. Als müsste es jedesmal so eskalieren, dass er weint, ich rumschreie und komplett entnervt rausgehe, er panisch hinterherrennt und dann entspannt sich erst alles. Dann ist eine gewisse Spannung weg und er kann ruhig liegenbleiben.

Ich habe schon Versuche gestartet, das zu durchbrechen:
Bisher haben wir vorm Schlafengehen am Sofa noch Bücher gelesen. Jetzt habe ich das ins Bett verlegt und wollte ihn sozusagen einschlafvorlesen. Hat nicht geklappt. Irgendwann beginnt er wieder zu wilden.
Später ins Bett bringt auch nichts, außer es ist wirklich wirklich spät, aber ich muss ja auch arbeiten und 21 uhr ist denke ich eh spät genug.
Mittagsschlaf auf eine Stunde zu verkürzen (machen wir seit einigen Tagen), hat bisher nichts merkbar verändert.
Mittagsschlaf streichen kann ich mir nicht vorstellen. Er braucht ihn noch.

Das ist für mich derzeit wirklich belastend... irgendwie überschattet diese Einschlafsituation den ganzen Tag [emoji17]

Ich schicke jetzt mal ab, vielleicht hat ja jemand eine Idee für uns.





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Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 01.10.2015, 21:52
von PinkLady123
Liebe Nana,

Oh je, das liest sich sooo anstrengend. Ich lasse dir mal einen Drücker da, denn seit ein paar Wochen läuft es bei uns ähnlich. (())

Das einschlafen bei uns an sich läuft in aller Regel harmonisch und dauert ca 20 Minuten - bei uns ist das einschlafritual das, was gelegentlich eskaliert. Ohne für mich ersichtlichen Grund kippt die Stimmung und er schreit, tritt, haut und beißt. Und wenn ich nach hunderten Erklärungen weiter angeschrien und gebissen werde, bringe ich ihn ins Bett, gebe einen Kuss und gehe raus. Mit dem gleichen Ergebnis wie bei euch - Sohn läuft hinter mir her, weint, sagt "Mami mit betti" und "Mami lieb". Ich erkläre dann auch nochmal, dass ich nicht will, dass er mir weh tut und lege mich zu ihm. Ich hatte bisher gedacht, bei uns liegts an den ganzen Veränderungen, die in den letzten Wochen über ihn kamen (mein Mutterschutz, Urlaub, krippeneingewöhnung, baldige Ankunft der kleinen Schwester...), aber wenn es bei euch ähnlich ist, ist es vielleicht eine Phase...?

Also, du siehst, Tipps hab ich leider nicht.

Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 01.10.2015, 22:06
von Nana
Hallo!

Danke für deine Antwort [emoji3]
Auch wenns keine Tipps gibt, tut es gut, zu lesen, dass es andern auch so geht. Natürlich wunsche ich euch auch, dass es bald besser wird! Vorallem mit kleinem baby dazu, kann man solche Abende ja garnicht gebrauchen. Auf die Idee zu beißen ist mein Sohn bisher nicht gekommen.

Bzgl. Veränderungen: ich hatte im Juli und August Sommerferien, seit Anfang September arbeite ich wieder. Allerdings nur zwei mal pro Woche bis ca 15 Uhr. Er war zwar immer sehr auf mich bezogen, wenn ich aber mal nicht dabei bin, klappts mit Oma bzw Papa jetzt schon sehr gut. Sogar das Verabschieden morgens vorms Arbeiten klappt problemlos. Aber vom Zeitpunkt her könnte das schon passen, dass diese Abende etwa mit dem Arbeitsbeginn losgingen. Er ist insofern wohl recht sensibel...

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Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 01.10.2015, 22:25
von Hyndla
Vielleicht könnt ihr vorm Einschlafen noch ne Runde im Bett toben oder so. Er scheint ja noch Spannungen abbauen zu müssen, bevor er zur Ruhe kommen kann. Ich weiß nicht, einfach verschiedene Sachen ausprobieren, würde ich. Meine Große hatte auch mal eine Phase, wo sie nur ins Kissen schluchzend eingeschlafen ist. Das tat mir im Herzen weh, aber für sie musste es so sein. Und schwupp wars auch wieder vorbei und wurde von was anderem abgelöst. Zum Glück ändern sich die Schlafsituationen ja noch häufig... Starke Nerven!

Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 01.10.2015, 22:32
von Nana
Ja, der Tipp klingt toll, genauso machen wir das auch! Wir toben mehrmals am Tag im Bett herum, weils der einzige mögliche Ort dafür in der Wohnung ist.
Mein Freund hat ja genau das Toben im Bett schon dafür verantwortlich gemacht, dass er abends, wenns ums Schlafen geht, nochmal so aufdreht. Weil er das ja mit dem Bett verbindet. Ich mag das aber nicht glauben.



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Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 02.10.2015, 13:09
von Sakura
Hi Nana, magst du mal versuchen, den Mittagsschlaf noch mehr zu kürzen? Ich würde mit einer halben Stunde anfangen. Das 1 bis 2 Wochen lang. Und dann evtl. noch weniger. Mittagsschlaf war und ist hier ein wichtiger (der wichtigste) Hebel, was Müdigkeit am Abend betrifft. Ich lasse meine Kinder aktuell 10 Minuten schlafen. Damit habe ich nachmittags gut gelaunte Kinder, die sich mittags kurz ausgeruht haben und abends trotzdem zeitig schlafen.

Das andere scheint bei Euch der Spannungsabbau zu sein. Habt ihr die Möglichkeit, nach dem Essen noch mal richtig Dampf abzulassen? Spielplatz, Laufrad, rennen, Fußball...? Oder drinnen richtig richtig fett durchkitzeln. Und dann, wenn er ausgepowert ist, ruhiger das Abendritual starten.


Mein Handy leistet sich eine eigene Meinung zur Rechtschreibung...

Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 02.10.2015, 15:49
von Luzia
Ich hatte auch lange Zeit ein Kind, das nicht schlafen wollte. Man könnte ja irgendwas Interessantes verpassen.

Eine ganze Weile bin ich abends mit ins Kinderbett, Licht aus, Tür zu, den Rest der Wohnung uninteressant machen, d.h. Papa ging spazieren, anstatt im Wohnzimmer zu sein, und dann hat das Einschlafen rasch und gut funktioniert.
An manchen Abenden, wo Papa länger unterwegs war, habe ich mich mit den Kindern schlafen gelegt. Ich vermute, dass ich meistens diejenige war, die als erste eingeschlafen ist und die Kinder nur mitgenommen wurden, weil's ihnen zu langweilig war. :wink: Das geht aber natürlich nur dann, wenn ich abends nichts mehr zu tun habe oder mir zutraue, nach dem Aufwachen notfalls noch sehr spät etwas zu tun.
Dann gab's eine Phase, wo nur auf Papas Bauch oder neben Papa auf dem Sofa eingeschlafen wurde. Das war sehr angenehm für mich. 8)
Nach ca. 3-3,5 Jahren klappte dann das Einschlafen mit Geschwisterkind und leiser CD im Kinderzimmer. Ich hatte allerdings phasenweise befürchtet, dass dieses Kind nie alleine und problemlos einschlafen wird. Habt Geduld!

Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 03.10.2015, 19:08
von CarpeDiem
Bei Annika (21 morgen) war abends auch Rammi dammi abgesagt. Hat hier alles hoch gehen lassen. Mittagsschlaf wurde gestrichen. Nur noch wenn sie unterwegs mal im Auto für 30 Min etwa einschläft. Seitdem ist es ne Sache von unter 5 Min und ich kann sogar sie und Friederike (3,5 Monate) zusammen ins Bett bringen. Anfangs hat sie mit der Umstellung etwas gekämpft. Aber so ist es für alle viel besser

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Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 05.10.2015, 21:27
von Nana
Danke für die weiteren Antworten!

Den Mittagsschlaf weiter zu verkürzen wäre der nächste Plan gewesen. Was mich dabei stört, ist das laaange Einschlafen. Wir haben ja teilweise mittags auch solche Schreckensszenarien. Nicht ganz so extrem ausgeprägt wie abends aber doch, und es dauert eben auch noch so lang. Und wenn dann der Mittagsschlaf selbst kürzer dauert als das Einschläfern, dann stimmt ja was nicht.
Mittags später hinlegen ist auch schwierig, weil wir um 15 uhr meist wieder Termine bei Freunden, Familienbesuche etc haben und ich das gerne beibehalten würde. Erfahrungsgemäß führt ein späterer Mittagsschlaf auch noch zu einem späteren Abendschlaf, egal wie lange mittags geschlafen wurde.

Darum wollte ich heute erstmals das Experiment "KEIN Mittagsschlaf" versuchen.
Tja, es hat tagsüber recht gut geklappt, weil er morgens erst gegen 8 aufgestanden ist (an einem 6uhr-Tag würde das vielleicht noch nicht klappen). Am späten Nachmittag waren wir noch Kinderturnen. Ich dachte also, er fällt abends wie ein Stein ins bett, wenn er nicht schon am Heimweg im kiwa einschläft.
Naja, um 19 uhr sind wir ins bett, es war wieder das gleiche Drama, wenn nicht noch heftiger, aber kürzer. Vielleicht war er heute schon ZU müde [emoji17]
Es hat 25 Minuten gedauert, bis er geschlafen hat, was für uns ja total schnell ist. Aber er hat davon 15(!) Minuten lang schrill gekreischt, erst sitzend, dann neben mir liegend. Bis er still war und eingeschlafen ist. [emoji22] wenn man ihn dann anspricht, anfasst oder sonstwie versucht zu trösten oder zu beruhigen, wird das Kreischen nur noch schriller und er schlägt um sich. Zwischendurch hat er auch wieder getreten, aber ich blieb ruhig und er hat schnell wieder damit aufgehört.

Es tut mir so weh, wenn er so schreien muss und ich nichts dagegen tun kann [emoji22]
Das erinnert mich so sehr an seine schreibabyzeit und ich fühle mich so hilflos...
Als er endlich ruhig war, habe ich noch gesagt, dass ich ihn lieb habe. Ich hoffe, er hat es gehört.

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Re: Katastrophale Schlafenlegsituation

Verfasst: 05.10.2015, 21:57
von Teelicht
Ich weiß natürlich nicht, wie es bei euch ist, aber ich habe die dumme Gewohnheit mich auf Routinen zu versteifen,vielleicht besonders, wenn nichts mehr funktioniert. Deswegen würde ich sagen: Mach alles anders, geht z.B. noch mal aus dem Schlafzimmer heraus, wenn das Kind nicht da sein möchte.
Vielleicht ist das Kind ja in der Umstellphase von Mittagsschlaf zu keinen Mittagsschlaf.