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Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 18.09.2015, 11:25
von Julimädchen
Hallo & guten Morgen,
unsere Nächte sind so ätzend zur Zeit. Immer wenn es zwei, drei Nächte ein bisschen besser war, dann kommt wieder ein Rückschritt. Manchmal denke ich, meine Kleine wird nie durchschlafen...
Ich habe sie schon vor einer ganzen Weile nachts abgestillt. Sie wird aber weiterhin beim Ins-Bett-Gehen einschlafgestillt (auch mittags). Die erste Zeit (meist ca. drei Stunden) schläft sie in ihrem Bett. Wenn sie dann wach wird, holen wir sie in unser Bett, wo sie - bis vor ein paar Tagen - recht problemlos auch ohne Stillen wieder ein- und weiterschlief. Wenn sie morgens schon recht früh (zwischen 5.00 h und 6.30 h) munter ist, darf sie nochmal an die Milchbar, und dann war uns oft noch ein wenig Schlaf gegönnt.
Momentan sieht es aber nachts so aus: Das Einschlafen (meist gegen 19.30 h / 20.00 h) klappt recht problemlos, der Wechsel in unser Bett auch. Doch dann, gegen 2.00 h nachts, geht das Geheule los. Sie weint, sie wirft sich durchs Bett, rumort, wühlt - und lässt sich auch nicht durch uns trösten. Wollen wir sie streicheln (und/oder ein wenig halten, damit sie zur Ruhe kommt), werden unsere Hände weggestoßen. Ich habe es auch schon mit Stillen versucht; da trinkt sie, schläft aber nicht dabei ein. So sitzt sie dann auf der Matratze, weint bitterlich, ist sichtlich müde, aber sie kommt einfach nicht zur Ruhe. Das geht dann locker 'ne Stunde so - und das geht echt an die Substanz.
Die letzte Nacht war wirklich die Härte. Das Spektakel fing um 2.00 h an. Alles Trösten, Ablenken, Zureden, Schimpfen

war völlig wirkungslos. Um 5.00 h hat mein Mann sie dann ins Auto verfrachtet, wo sie dann endlich, endlich eingeschlafen ist.
Die Zähne als Ursache können wir eigentlich ausschließen. Hatte sie Probleme beim Zahnen, dann war das bis dato immer sehr deutlich zu erkennen, weil sie dann wirklich ununterbrochen die Hände im Mund hatte. Das ist aktuell nicht der Fall.
Tagsüber ist sie eigentlich ganz normal. Fröhlich, spielt, interessiert sich für alles Mögliche, übt neuerdings fleißig mit dem Lauflernwagen... Schmusiger und anhänglicher als sonst ist sie schon, aber sie hat so viel zu tun mit Laufen und Stehen, da ist das nicht verwunderlich, dass sie zwischendurch mal ein bisschen Nähe (und Mama-Milch) tanken möchte.
Sie ist jetzt gute 14 Monate alt. Hatten/haben eure Kinder auch nachts solche Phasen? Was habt ihr dagegen gemacht? Hat noch einer 'ne Idee, was der Grund sein könnte?
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 20.09.2015, 13:15
von lilie86
Hallo Julimädchen!
Erstmal möchte ich dir einen Drücker da lassen, wenn du magst. ()
Kommt die Kleine von selbst zu euch in der Nacht? Oder holst du sie zu euch ins Bett?
Ist sie munter wenn sie zu euch kommt? Oder macht sie das im Halbschlaf?
Und von 2-5 Uhr munter, puhhh das ist ja echt lang [emoji53]
Lilie mit Buben (8/12 und 5/14)
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 22.09.2015, 10:30
von Lösche Benutzer 20611
Huhu Julimädchen,
auch meine Tochter ist nun gut 14 Monate alt und ich musste fast aufseufzen, als ich Deinen Post las- ich kenne diese Szenarien, und vor allem diese Entwicklung, soooooo gut!
Gerade ist wirklich wieder besser, aber vorher war es 2-3 Monate plötzlich ganz schlimm. Wir kannten dieses untröstliche Schreien des Nachts vorher nicht so wirklich und waren echt besorgt. Ich glaube mittlerweile, dass es eine Phase ist, in der einfach so so viel passiert und die Mäuse fordert. Je nach Temperament, Schlafneigung und Sensibilität reagieren einige dann extrem, vor allem zu der Zeit, wo man eigentlich zur Ruhe kommt. Wir saßen teilweise Kinderlieder-youtube-Videos guckend oder Duplo-bauend nachts um 3 im Wohnzuimmer, weil es im Schlafzimemr einfach nicht ehr ging...
Aber jetzt mit einer abendlichen Vollmilch (habe abgestillt, da schwangerschaftsbedingt auch wirklich ga rnichts mehr floss) sind die Nächte echt besser. Toi, toi, toi...
Eine Mutmach-Umarmung!
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 26.09.2015, 12:59
von Julimädchen
Endlich komme ich dazu, hier etwas zu antworten. Und es ist kein Stück besser geworden, eher schlimmer... Ich weiß nicht, wie das noch weitergehen soll. Dieses Geschrei jede Nacht, der für Stunden unterbrochene Schlaf, das bringt uns wirklich an die Grenze des Erträglichen.
Wenn wir nur die Ursache wüssten, den Grund, warum die Kleine nachts nicht zur Ruhe kommt - dann könnte man wenigstens etwas tun. Diese Hilflosigkeit ist echt schlimm. Und ich habe das Gefühl, eigentlich
will sie schlafen, aber irgendetwas hindert sie daran. Und dann steigert sie sich so richtig rein ins Heulen. Und dagegen hilft kein Kuscheln, kein Trösten, kein Stillen.
Letzte Nacht bin ich um 4 Uhr mit ihr aufgestanden, und im Wohnzimmer hat sie sich dann mit ihrem Duplo beschäftigt und damit, die TV-Zeitschrift zu schreddern. Bis sie dann wieder an dem Punkt war, wo sie richtig müde wurde und geheult hat. Um 5.30 h sind wir also zurück ins Bett, und da klappte es zum Glück, sie in den Schlaf zu stillen. Bis 8.30 h hat sie dann heute morgen gepennt.
So kann das nicht weitergehen, denn dann zieht mein Mann irgendwann aus. Er ist jobmäßig gerade stark gefordert, und der extrem gestörte Nachtschlaf ist einfach nicht erholsam.
Ich erwarte ja gar nicht, dass sie durchschläft. Und dass sie in unserem Bett (weiter)schläft, daran haben wir uns auch gewöhnt. Aber diese Schreiphasen, die machen uns fertig.
Und nun zeichnet sich auch noch ein neues Problem ab, denn der Mittagsschlaf klappt seit neuestem auch nicht mehr so wie zuvor. Bislang wurde sie recht zuverlässig gegen 11 Uhr vormittags müde und hat dann meist um die zwei Stunden geschlafen. Nun klappt es hier mit dem Einschlafen nicht mehr. Sie wird zwar schläfrig beim Stillen, aber sobald ich sie in ihr Bett legen will, reißt sie die Augen auf und fängt an zu weinen. Die letzten Tage habe ich sie dann ins Auto gepackt, da sie dabei zum Glück eigentlich immer einschläft. Aber das ist ja auch keine Dauerlösung. Heute habe ich sie richtig, richtig lange nuckeln lassen - da klappte es dann, sie ins Bett zu legen.
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 27.10.2015, 13:11
von Julimädchen
Kleines Update: Die langen nächtlichen Wachphasen sind (vorerst) überstanden. Meine Kleine wacht zwar weiterhin regelmäßig auf nachts und weint, aber sie lässt sich beruhigen und schläft dann weiter (in unserem Bett).
Wir haben nun Kontakt aufgenommen zu einer Heilpraktikerin aufgenommen, die auf Schreibabys und unruhige Schläfer spezialisiert ist. Ich hoffe sehr, dass die Behandlung erfolgreich wird...
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 28.10.2015, 10:51
von Lösche Benutzer 20611
Huhu Julimädchen,
wie schön, das von dir zu lesen! Bin sehr gespannt, was die Heilpraktikerin unternehmen wird. Als es bei uns so so schlimm war, hatte ich mich diesbezüglich auch informiert. Die Heilpraktiker wären voll auf Impfausleitung gegangen, ist das bei euch auch so, wenn ich fragen darf? Ist ja ein heißes Thema.
Ich kann dir nur weiter Mut machen und sagen, dass mein Juli-Mädchen

auch lange richtig schlecht geschlafen hat und ich echt verzweifelt war. und plötzlich, plopp, von heut auf morgen und dann schlussendlich mit dem Abstillen (was ich aber nicht deswegen getan habe und auch nicht hätte) schläft sie durch! Manchmal wacht sie weinend auf, dann nehme ich sie in den Arm, das war´s. (SIe schläft im Kinderbett, das wir als Babybay an unser Bett gestellt haben, manchmal auch zwischen uns, will das selbst aber immer weniger und krabbelt in ihr Bett).
Vielleicht kann und mag dein Mann für einzelne Nächte auch auswandern und durchschlafen? Das haben wir in der "heißen" Zeit auch getan, bzw wenn ich gar nicht mehr konnte andersherum.
Hast du tagsüber mal bemerkt, was sie vielleicht beschäftigt/ ängstigt/ frustriert, dass das nachts abgebaut werden muss?
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 28.10.2015, 11:18
von Sweetpea
Hallo, meine Kleine wird am Wochenende 17 Monate und wir stecken gerade auch mal wieder in "dieser" Phase. Letzte Nacht ging es fast 4 Stunden so. Jetzt macht sie Mittagsschlaf und ich lieg auch im Bett. Zum Glück kann ich es mir heute leisten eine Pause zu machen.
Fliederblüte, ich überlege gerade, seit wann es hier wieder so ist, denn sie bekam letzte Woche erst die Auffrischung der 6fach Impfung. Kann, muss aber nicht damit zusammenhängen.
Lil'B (11/12) & Minnie (5/14)
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 29.10.2015, 23:22
von Julimädchen
fliederblüte hat geschrieben:Die Heilpraktiker wären voll auf Impfausleitung gegangen, ist das bei euch auch so, wenn ich fragen darf? Ist ja ein heißes Thema.
Nein. Sie geht davon aus, dass meine Kleine eine Art "Trauma" durch die Geburt (Kristellern) davongetragen hat und das Einfluss genommen hat auf unsere Bindung. Und das spüren wir alle dann nachts... Mit der Hilfe von Körper(psycho)therapie wird sie nun an diesem "Trauma" arbeiten; außerdem werden wir zu Hause einiges beim Zu-Bett-Bringen verändern. Und wie bei anderen "alternativen" Behandlungen auch, kann es zunächst zu seiner Verschlechterung kommen. *schluck*
fliederblüte hat geschrieben:Vielleicht kann und mag dein Mann für einzelne Nächte auch auswandern und durchschlafen? Das haben wir in der "heißen" Zeit auch getan, bzw wenn ich gar nicht mehr konnte andersherum.
Hast du tagsüber mal bemerkt, was sie vielleicht beschäftigt/ ängstigt/ frustriert, dass das nachts abgebaut werden muss?
Momentan sind die Nächte etwas entspannter. Sie wird zwar wach und weint, aber diese langen Wachphasen sind zum Glück (erstmal?) vorbei. Als es ganz schlimm war, hat mein Mann auch mal auf dem Sofa gepennt.
Sie lernt gerade laufen; das wäre schon eine Erklärung, warum sie aktuell schlecht schläft. Aber sie ist halt seit mittlerweile knapp 16 Monaten eine Schlecht-Schläferin. Und es kann für sie auch nicht gut sein, nachts so häufig aufzuwachen. Sie weint dann ja auch und ist teilweise richtig verzweifelt.
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 01.01.2016, 20:37
von Mamimami
Hallo,
mich würde interessieren, ob es nun besser geworden ist?
Wir haben hier auch so eine kleine Aufwacherin, die immer weint wenn sie wach wird. Mit Stillen schläft sie dann aber auch gleich weiter. Aber wenn sie aufwacht, setzt sie sich immer erstmal hin und weint - ich frage mich langsam auch, was da dahinter steckt?
Re: Nächtliche Schreistunde(n)
Verfasst: 17.01.2016, 12:32
von Julimädchen
Also, zeitweise war es besser. Da wurde sie zwischen 23 h und 2 h wach, wir holten sie in unser Bett, und dort schlief sie dann meist ohne (spürbare) Unterbrechung weitergeschlafen bis ca. 6 h / 6.30 h. Wäre es so geblieben, damit hätten wir prima leben können. Wir hatten schon das Gefühl, dass dabei die Behandlung durch die Schlaftherapeutin ausschlaggebend war.
Nur leider ist es nicht dabei geblieben. Es gab (bedingt durch Krankheit und Weihnachtszeit) eine recht lange Pause bei der Behandlung. Und prompt hatten wir wieder richtig blöde Nächte. Mit rastlosem Durchs-Bett-Wälzen, zahlreichen Wachphasen und teilweise war an ein Rausschleichen nach dem Schlafengehen nicht zu denken.
Nun hatten wir diese Woche wieder einen Termin bei der Schlaftherapeutin; nächste Woche ist direkt der nächste. Ich hoffe, dass wir dann demnächst wieder ruhigere Nächte haben.
Ende August kommt ein Geschwisterchen - es wäre schön, wenn uns bis dahin erstmal mehr Nachtruhe vergönnt ist.