Abruptes Stillende herbeiführen - Tipps?
Verfasst: 01.09.2015, 09:03
Mein Sohn ist jetzt 2,5 Jahre alt und das Stillen fällt mir innerlich zunehmend schwer.
Meine Tochter habe ich 2 Jahre und 9 Monate gestillt. Als ich mit dem Kleinen schwanger war, habe ich begonnen langsam abzustillen, die Stillmomente eingeschränkt (noch 4mal täglich, noch 3mal...) und irgendwann habe ich ihr gesagt, dass die "Bubi" jetzt langsam nicht mehr stillen mag und wir haben ein letztes Stillen vereinbart und dass es ein Abschiedsgeschenk geben darf. Meine Tochter hat sich einen Fahrradhelm gewünscht. Sie hat in den Tagen darauf immer mal wieder nach "Bubi" gefragt, ich habe ihr gesagt, dass es doch ein Abschiedsgschenk gab und wir haben uns in den Arm genommen und waren beide ein bisschen traurig, dass die Stillzeit vorbei war. Die Traurigkeit konnten wir aber gut auffangen und dann war es vorbei.
Mein Sohn ist von seinem Naturell her sehr anders. Meine Tochter hat das stückweise Abstillen mit Traurigkeit aufgenommen und hat sich trösten lassen. Mein Sohn wird sauer und aggressiv, wenn er traurig ist. Ich habe ihn im April mit knapp über 2 Jahren nachts abgestillt und das war echt ein Nervenkrieg bestimmt 2 Wochen lang. Er hat geschrien, getobt, ist nachts aufgestanden, wütend durch die Wohnung getobt und hat sich nur sehr schwer trösten und beruhigen lassen. Aber ich mochte einfach nicht mehr. 2 Jahre nachts im 2-Stunden-Takt stillen... ich hatte das Gefühl, dass ich viel gegeben habe und wollte einfach meine Nachtruhe zurück.
Nun bin ich wieder schwanger und habe in den letzten Wohen versucht, das Stillen zu reduzieren. Weiter stillen ist für mich keine Option. Ich will nicht irgendwann tandemstillen, weil ich vermute, dass das nicht klappen wird mit einem sehr eifersüchtigen Großkind und es ist auch keine Option für mich, meine Kinder noch zu stillen, wenn sie mit 3 in den Kindergarten kommen.
Zudem merke ich, dass die Schwangerschaft körperlich sehr anstrengend ist. Ich muss mich täglich (mehrmals) übergeben und mein Kreislauf ist oft im Eimer. Ich bin mit meinen Kräften am Ende und habe die Stillmomente auf mal täglich reduziert.
Letzte Woche hatte mein Sohn eine schwere Magen Darm Grippe. Es war sehr dramatisch, weil er zum Schluss jegliches Trinken in Kleinstmengen verweigert hat. Wir hatten die Überweisung fürs Krankenhaus hier liegen und wollten gerade ins Kkh fahren, als eine befreundete Kinderkrankenschwester und Stillberaterin vorbeikam, um ihn nochmal anzuschauen. Ihre Einschätzung war: die Lage ist ernst, aber noch nicht dramatisch. Sie fragte dann, ob ich nicht noch stille, und ob er meine Milch nehmen würde. Ich habe dann begonnen wieder mehr zu stillen, weil ich uns das Krankenhaus ersparen wollte und weil ich Angst um ihn hatte. Ich habe dann rund um die Uhr und auch nachts wieder gestillt und nach zwei sehr zermürbenden Tagen mit viel stillen, in denen ich mich echt matschig gefühlt habe, waren wir über den Berg.
Nun fragt mein Sohn natürlich wieder öfter nach dem Stillen. Für mich waren diese zwei Viel-still-Tage aber wirklich zum abgewöhnen. Ich habe mich oft sehr gequält, wollte ihn nicht mehr stillen, habe mich aber verpflichtet gefühlt, habe gegen meinen eigenen Widerstand gehandelt.
Es ist seit der Zeit, als wir begonnen haben zu reduzieren im April, immer wieder so, dass mein Sohn einfach kein "Nein" akzeptiert. Er brüllt und haut, wenn ich ihm ruhig sage, dass ich gerade nicht stillen will. Er schreit mich dann an "Blöde Mama", wenn ich sage, dass die nächste Stillpause erst nach dem Mittag (zB) sein wird.
Im Moment gibt es nur noch Streit um´s Stillen, weil er Nachts neben mir liegt und zig Mal wach wird und laut "Bubi Bubi" brüllt, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich nachts nicht mehr stillen möchte. Ich möchte Nachts aber schlafen. Tagsüber genauso. Er verweigert Mahlzeiten und fordert dann "Bubi" oder er sagt, dass er Bauchweh habe und Bubi da hilft (vermutlich weil er in der Krankheitszeit nochmal stillen dufte).
Ich verstehe ihn! Wirklich! Ich weiß, dass das ein RIESEN Verlust für ihn ist und dass er auch nur deshalb so aggressiv reagiert, weil er traurig ist, dass wir nicht, wie es früher war, einfach immer stillen, wenn er mochte. Aber ich fühle mich genötigt, "erpresst", weil ich weiß, dass er ausrastet und aggressiv wird, wenn er nicht "Bubi" bekommt. Ich versuche ihn in solchen Momenten zu trösten, aber das will er nicht. Er haut dann und schreit mich an - er will halt stillen. Für mich ist das Erlebnis stillen ÜBERHAUPT NICHT MEHR schön, sondern nur noch eine lästige Pflicht 3mal am Tag. Es fühlt sich nicht mehr gut an, zumal mir auch die BW dabei schmerzen.
Nun denke ich, dass es vielleicht einfach nicht funktioniert mit der "Reduzieren-Taktik" und ich erwäge, einfach abrupt aufzuhören. Zu sagen "Ich mag nicht mehr. Lass uns ein letztes Mal schön zum Abschied stillen und dann sagen wir der Bubi Tschüß"
Das ist alles lang geworden. Danke an die, die sich durch den ganzen Text gequält haben. Könnt ihr mich verstehen? Gibt es jemanden, der einfach abrupt von heute auf morgen mit dem Stillen aufgehört hat? Habt ihr Tipps? Ideen? Erfahrungsberichte?
Danke schonmal!
Meine Tochter habe ich 2 Jahre und 9 Monate gestillt. Als ich mit dem Kleinen schwanger war, habe ich begonnen langsam abzustillen, die Stillmomente eingeschränkt (noch 4mal täglich, noch 3mal...) und irgendwann habe ich ihr gesagt, dass die "Bubi" jetzt langsam nicht mehr stillen mag und wir haben ein letztes Stillen vereinbart und dass es ein Abschiedsgeschenk geben darf. Meine Tochter hat sich einen Fahrradhelm gewünscht. Sie hat in den Tagen darauf immer mal wieder nach "Bubi" gefragt, ich habe ihr gesagt, dass es doch ein Abschiedsgschenk gab und wir haben uns in den Arm genommen und waren beide ein bisschen traurig, dass die Stillzeit vorbei war. Die Traurigkeit konnten wir aber gut auffangen und dann war es vorbei.
Mein Sohn ist von seinem Naturell her sehr anders. Meine Tochter hat das stückweise Abstillen mit Traurigkeit aufgenommen und hat sich trösten lassen. Mein Sohn wird sauer und aggressiv, wenn er traurig ist. Ich habe ihn im April mit knapp über 2 Jahren nachts abgestillt und das war echt ein Nervenkrieg bestimmt 2 Wochen lang. Er hat geschrien, getobt, ist nachts aufgestanden, wütend durch die Wohnung getobt und hat sich nur sehr schwer trösten und beruhigen lassen. Aber ich mochte einfach nicht mehr. 2 Jahre nachts im 2-Stunden-Takt stillen... ich hatte das Gefühl, dass ich viel gegeben habe und wollte einfach meine Nachtruhe zurück.
Nun bin ich wieder schwanger und habe in den letzten Wohen versucht, das Stillen zu reduzieren. Weiter stillen ist für mich keine Option. Ich will nicht irgendwann tandemstillen, weil ich vermute, dass das nicht klappen wird mit einem sehr eifersüchtigen Großkind und es ist auch keine Option für mich, meine Kinder noch zu stillen, wenn sie mit 3 in den Kindergarten kommen.
Zudem merke ich, dass die Schwangerschaft körperlich sehr anstrengend ist. Ich muss mich täglich (mehrmals) übergeben und mein Kreislauf ist oft im Eimer. Ich bin mit meinen Kräften am Ende und habe die Stillmomente auf mal täglich reduziert.
Letzte Woche hatte mein Sohn eine schwere Magen Darm Grippe. Es war sehr dramatisch, weil er zum Schluss jegliches Trinken in Kleinstmengen verweigert hat. Wir hatten die Überweisung fürs Krankenhaus hier liegen und wollten gerade ins Kkh fahren, als eine befreundete Kinderkrankenschwester und Stillberaterin vorbeikam, um ihn nochmal anzuschauen. Ihre Einschätzung war: die Lage ist ernst, aber noch nicht dramatisch. Sie fragte dann, ob ich nicht noch stille, und ob er meine Milch nehmen würde. Ich habe dann begonnen wieder mehr zu stillen, weil ich uns das Krankenhaus ersparen wollte und weil ich Angst um ihn hatte. Ich habe dann rund um die Uhr und auch nachts wieder gestillt und nach zwei sehr zermürbenden Tagen mit viel stillen, in denen ich mich echt matschig gefühlt habe, waren wir über den Berg.
Nun fragt mein Sohn natürlich wieder öfter nach dem Stillen. Für mich waren diese zwei Viel-still-Tage aber wirklich zum abgewöhnen. Ich habe mich oft sehr gequält, wollte ihn nicht mehr stillen, habe mich aber verpflichtet gefühlt, habe gegen meinen eigenen Widerstand gehandelt.
Es ist seit der Zeit, als wir begonnen haben zu reduzieren im April, immer wieder so, dass mein Sohn einfach kein "Nein" akzeptiert. Er brüllt und haut, wenn ich ihm ruhig sage, dass ich gerade nicht stillen will. Er schreit mich dann an "Blöde Mama", wenn ich sage, dass die nächste Stillpause erst nach dem Mittag (zB) sein wird.
Im Moment gibt es nur noch Streit um´s Stillen, weil er Nachts neben mir liegt und zig Mal wach wird und laut "Bubi Bubi" brüllt, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich nachts nicht mehr stillen möchte. Ich möchte Nachts aber schlafen. Tagsüber genauso. Er verweigert Mahlzeiten und fordert dann "Bubi" oder er sagt, dass er Bauchweh habe und Bubi da hilft (vermutlich weil er in der Krankheitszeit nochmal stillen dufte).
Ich verstehe ihn! Wirklich! Ich weiß, dass das ein RIESEN Verlust für ihn ist und dass er auch nur deshalb so aggressiv reagiert, weil er traurig ist, dass wir nicht, wie es früher war, einfach immer stillen, wenn er mochte. Aber ich fühle mich genötigt, "erpresst", weil ich weiß, dass er ausrastet und aggressiv wird, wenn er nicht "Bubi" bekommt. Ich versuche ihn in solchen Momenten zu trösten, aber das will er nicht. Er haut dann und schreit mich an - er will halt stillen. Für mich ist das Erlebnis stillen ÜBERHAUPT NICHT MEHR schön, sondern nur noch eine lästige Pflicht 3mal am Tag. Es fühlt sich nicht mehr gut an, zumal mir auch die BW dabei schmerzen.
Nun denke ich, dass es vielleicht einfach nicht funktioniert mit der "Reduzieren-Taktik" und ich erwäge, einfach abrupt aufzuhören. Zu sagen "Ich mag nicht mehr. Lass uns ein letztes Mal schön zum Abschied stillen und dann sagen wir der Bubi Tschüß"
Das ist alles lang geworden. Danke an die, die sich durch den ganzen Text gequält haben. Könnt ihr mich verstehen? Gibt es jemanden, der einfach abrupt von heute auf morgen mit dem Stillen aufgehört hat? Habt ihr Tipps? Ideen? Erfahrungsberichte?
Danke schonmal!