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Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 27.08.2015, 21:17
von Nana
Hallo,
Mein Sohn (23 Monate) ist nicht gerade der motorische Überflieger. Er hat erst pünktlich zum 1. Geburtstag das Krabbeln begonnen, konnte mit 16 Monaten frei gehen, hüpfen geht garnicht und auch mit der Feinmotorik hat ers nicht so.
Er kann/will eben zB mit Gabel oder Löffel überhaupt nicht umgehen. Jetzt machen wir es oft so, dass ich etwas mit der Gabel piekse und er nimmt dann die Gabel. Selbst pieksen will er garnicht erst versuchen. Mit dem Löffel funktioniert das so auch einigermaßen. Gaanz selten (zb wenn ich schnell was von der Küche hole) klappts auch ganz alleine mit dem Löffel.
Sobald ich dabei bin, will er am liebsten nur gefüttert werden.
Dazu kommt, dass er nur spezielle Dinge mit den Fingern direkt anfassen will ( (sch)mutzig war eines der ersten Worte [emoji57] ).
Ich habe auch das Gefühl, dass es ihn ganz nervös macht, wenn es daneben auf den Tisch oder die Kleidung etc patzt. Dabei habe ich da immer gelassen reagiert bzw es einfach ignoriert. Er will das sofort weghaben.
Vielleicht hat er auch Angst zu versagen...
Ich war als Kind ähnlich, habe Dinge immer erst gemacht, wenn ich mir sicher war, dass ich sie auch kann. Und schmutzig wollte ich auch nie sein [emoji5]
Hat noch jemand ein Kind, das in dem Alter so überhaupt nicht selbstständig essen will/kann?
Irgendwann schauts ja auch doof aus, wenn das Kind gefüttert wird. [emoji15]
Was habt ihr für Tipps?
Füttern verweigern führt zu einfach-nicht-essen. Er pickt sich dann höchstens noch das raus, was er anfassen will.
Loben wenn es mal klappt, finde ich auch doof. Essen sollte ja garnicht als besondere Leistung oder Fähigkeiten gesehen werden, oder?
Weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Das füttern geht mir aber ehrlichgesagt bald auf den Keks [emoji15]
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Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 27.08.2015, 21:18
von Nana
Ups, mein Kind ist ja schon 25 Monate alt [emoji15] [emoji1]
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Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 28.08.2015, 09:02
von Jia
Tja, das mit dem Besteck ist schwierig, wenn er es nicht probieren will, bevor er es sicher kann. Mini liebt gerade Risotto und Kartoffelbrei, weil das an Gabel oder Löffel klebt und deshalb einfach zu essen ist. Da ist die "Fehlerquote nicht so hoch, würde das helfen?
Zu generell selbständig essen/von Hand essen: Hilft es, wenn du eine Zeitlang gezielt Situationen und Menüs schaffst, bei der alle von Hand essen? So gewöhnt er sich ans Selber-essen und hat noch etwas Zeit, die Feinmotorik zu entwickeln. Picknicks draussen, Gemüsepuffer mit Dip, Wraps, Pizzaschnecken, Gemüsesticks mit Dip etc., das wäre Fingerfood für alle und fühlt sich nicht klebrig o.ä. an.
Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 28.08.2015, 11:43
von Nana
Danke für die Tipps.
Neulich gabs Pizza und das war wirklich doof zu essen. Auf die Idee, Schnecken draus zu machen bin ich leider nicht gekommen!
Kartoffelbrei essen wir zwar irgendwie nie, ist aber auch ein guter Tipp. Verhält sich ja ähnlich wie Apfelmus, da klappts ab und zu selbst mit dem Löffel. (wenn ich nicht dabei sitze)
Ja, ich werde vermehrt versuchen so zu kochen, dass es für ihn einfacher ist, selbst zu essen.
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Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 28.08.2015, 12:02
von Sakura
Was spricht gegen Füttern? Meine Kleine, gleichalt, kann auch nicht gut mit Besteck essen. Sie kann es, aber nicht gut. Oft legt sie während des Essens dann die Gabel weg und isst mit den Fingern.
Hat Dein Kind was zum Hände Abwischen am Tisch? Bei uns liegt immer eine frische Mullwindel auf dem Tisch, mit der sich die Kinder während des Essens bei Bedarf Hände und Mund abwischen können. Das fordern sie auch ein. Ursprünglich haben wir sie erst nach dem Essen gesäubert, aber mittlerweile wollen sie sich auch während des Essens gern mal abwischen (lassen). Küchenrolle geht vermutlich genau so.
Mein Handy leistet sich eine eigene Meinung zur Rechtschreibung...
Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 28.08.2015, 12:26
von Hasenmama
eins der Lieblingsworte meines Sohns ist "bauaaa" (sauber), ich habe beim essen auch immer einen Lappen am Tisch, weil er SEHR reinlich ist...
zum Rest kann ich leider keinen Tipp geben, würde aber vermutlich einfach abwarten und füttern.
gesendet von smartfön mit kreativer groß-, klein- und überhaupt-schreibung.
Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 28.08.2015, 12:32
von amantedealmeria
Mein Sohn ist motorisch eigentlich echt fit, aber essen ist so eine Sache. Er isst nach wie vor am liebsten mit den Fingern, will aber Gabel oder Löffel unbedingt haben. Oft steckt er auch Sachen auf die Gabel und nimmt sie dann wieder runter, um sie mit den Fingern in den Mund zu stecken.
Ich finde füttern in eurem Fall aber auch nicht dramatisch. Ich glaub, ich würde einfach ne kleine Gabel/Löffel immer hinlegen, damit er es sich nehmen kann, wenn er mag und ansonsten halt füttern. Ist doch eh die sauberere Variante

Esst ihr denn zusammen, also sieht er euch Besteck benutzen?
Das war nämlich bei Freunden das Problem, sie haben gefüttert und selbst ganz wann anders gegessen, da war dann die Frage, woher das Kind denn wissen soll, wie Besteck richtig funktioniert. Das hatte sich bei denen einfach so eingeschlichen und keiner hat sich Gedanken drüber gemacht.
von unterwegs gesendet
(mit Wurm, 10/13)
Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 28.08.2015, 13:37
von wewo
Hallo!
Meine Tochter ist bis heute (fast 3) ein Fingerfoodesser. Sie kann mittlerweile mit Gabel und Löffel essen, sie kann auch schon etwas das Messer nutzen. Aber am liebsten isst sie noch immer mit den Fingern. Es geht einfach schneller und außerdem erfühlt sie ihr Essen noch gern (rumatschen mit Kartoffelpüree bspw). Zuhause lass ich sie essen wir sie möchte. Da darf es auch dreckig werden.

Wenn wir unterwegs/zu Besuch sind, isst sie mit Besteck bzw. nur Fingerfood (Pommes/Kekse/Apfel usw) mt den Fingern, aber das auch sauber.
Bei meinem Sohn (fast 1,5) mache ich es so: Er bekommt einen Teller mit wenig drauf sowie Gabel oder Löffel dazu. Lange hab ich ihm den ersten großen Hunger weggefüttert. Er durfte das Essen entdecken und ich hab ihm was in den Mund gesteckt. Wenn der erste Hunger weg ist, aufhören und nur nach aktiver Aufforderung vom Kind nochmal füttern.
Stell dir vor, du hast riesig Kohldampf und musst dann du Suppe mit einer Gabel essen.. Das ist frustrierend.

Wenn der erste Hunger weg ist, haben meine Kids mehr Geduld.
Den Tipp ein Tuch oder Waschlappen bereit liegen zu haben, kann ich nur wiederholen. Gerade der Kleine mag oft die eingematschten Finger schnell wieder sauber haben.
Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 28.08.2015, 13:52
von Nema
Meine beiden Kinder haben beide sehr früh mit Besteck gegessen. Ich wurde immer wieder darauf angesprochen, wie ich das denn hingekriegt hätte - dabei habe ich überhaupt nichts gemacht. Und sobald sie es dann so richtig super konnten, hatten sie eigentlich keine Lust mehr drauf und matschen seitdem mit den Händen herum.
Die Große mit bald 5 Jahren fragt mich regelmässig, ob sie bitte die Nudeln mit den Fingern essen darf. Ich sage ihr dann, dass es für mich okay ist wenn die Nudeln ohne Soße sind und wir allein zu Hause. Der Kleine lässt sich jetzt liebend gerne füttern, geht schneller und ist weniger mühsam als alleine essen. Ich füttere gar nicht gerne aber er besteht darauf.
Was ich sagen will: Auch wenn Dein Sohn es super könnte, wäre es keine Garantie darauf, dass er es macht. Ich würde ihn einfach gemütlich in seinem Tempo lernen lassen und ihn in der Zwischenzeit füttern, bzw. mit Händen essen lassen.
Manchmal denke ich auch, die Kinder essen wie die Ferkel und werden nie Tischmanieren lernen. Neulich war meine Tochter mit Freunden essen und die haben mir gesagt, sie hätte sooo sauber gegessen. Nach jedem Happen den Mund mit der Serviette betupft - also scheinbar geht es, wenn es drauf ankommt.
Re: Lernen, mit Besteck zu essen
Verfasst: 28.08.2015, 23:26
von Vasilissa
Ich finde die Ratschläge hier schon alle sehr gut
Mir fällt noch was zum "Loben" ein: wenn es für ihn motorisch eben schwierig ist, ist es eben doch eine besondere Leistung, wenn er diese Art des Essens gut hinbekommt, oder nicht? Ich verstehe einiges an der "Lob-Kritik", bin aber der Meinung, dass da oft sehr weit gegangen wird. Erbst gemeintes Lob tut Kindern immer gut. Und wenn sie Dinge schaffen, die ihnen schwer fallen, hat das meiner Meinung nach durchaus auch Lob verdient.
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