Stillfrust
Verfasst: 19.06.2015, 06:39
Hallo,
Nach einigen kummervollen Nächten wende ich mich nun nochmal an das Forum, um einfach mal ein paar Dinge loszuwerden und vielleicht aber auch den ein oder anderen hilfreichen Tipp zu bekommen.
Ich bin total frustriert und genervt vom Stillen. Seit ein paar Tagen nervt es mich so sehr, dass ich mir sehnlichst den Zeitpunkt wünsche, abstillen zu können. Aber erstmal kurz ein paar Fakten.
Mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt und sehr kräftig (zur Geburt 4620g, jetzt 7800g). Ich stille voll, das hat auch jederzeit geklappt. Ich habe einen starken Milchspendereflex und es kam schon zu dem ein oder anderen (fiebrigen) Milchstau. Ich stille nach Bedarf, versuche aber für mein eigenes Wohlbefinden möglichst 2h-Abstände einzuhalten (ich weiß, dass ich dann nicht genau nach Bedarf stille, mir ist es aber wichtig, zwischendurch "Luft zu holen")
Eigentlich klappt das Stillen prima. Seit etwa 2 Wochen ist es aber so, dass mein Sohn tagsüber konsequent alle 2h an die Brust möchte und dort auch konsequent für eine halbe Stunde bleibt. Für viele andere Frauen mag das kein Problem, vielleicht sogar schön sein, mich nervt es tierisch. Mir graut es schon, wenn ich auf die Uhr gucke, dass ich gleich wieder "ran muss". Das Ziehen und Ziepen, was meist nach etwa einer Viertelstunde in der Brust auftritt, empfinde ich als sehr unangenehm und noch dazu kommt, dass er seit längerem sehr unruhig an der Brust ist (die Tipps zur Unruhe an der Brust habe ich schon gelesen). Wenn es am Anfang des Stillens auftritt, vermute ich, dass es von dem starken Milchspendereflex kommt, dann drücke ich noch bisschen Milch raus oder warte ab bis die Milch nicht mehr spritzt, das hilft schon ein bisschen. Jetzt tritt es aber seit einiger Zeit so nach etwa 10-15min Stillen auf. Er strampelt dann wild mit den Beinen oder haut auf die Brust. Meine Hebamme vermutete, dass die Milch dann vielleicht alle ist und er wütend darüber ist, was ich mir allerdings nicht so recht vorstellen kann, da ja wenige Minuten zuvor noch die MIlch herausgespritzt ist.. ??
Soviel zu den offensichtlichen, körperlichen Problemen. Hinzu kommt, und vermutlich ist es das größte Problem, dass mich das Stillen zunehmend seelisch belastet. In meiner Vergangenheit habe ich (vermutlich) Missbrauchserfahrungen gemacht, die auch zum Teil von mir therapeutisch aufgearbeitet wurden, aber eben noch nicht ganz verarbeitet sind, wodurch es im Alltag immer mal wieder zu Problemen kommt. Eines dieser Probleme ist das Stillen leider geworden. Es macht mich total wütend und aggressiv, vor allem wenn mein Sohn dann selber auch noch zappelt und tritt und boxt. Ich habe inzwischen schon versucht mich abzulenken (Lesen hilft, Fernsehen nicht). Wenn es schlimm wird, nehme ich irgendwas in die Hand, was ich drücken kann. VOr allem Nachts empfinde ich es als besonders schlimm. Dann fließen oft bei mir die Tränen. (Und das obwohl er nachts wirklich gut schläft und mir oft 5-6h Pause gönnt)
Im Moment weiß ich nicht so recht weiter und sehne mich dem 5. Monat entgegen, wo es ja theoretisch möglich ist abzustillen. Gerade hier im FOrum traue ich es mich kaum zu schreiben, weil sich so viele Frauen das Stillen wünschen und es nicht klappt, aber ich glaube, dass es mir sehr gut tun würde recht zeitnah abzustillen oder zumindest 1-2 Mahlzeiten mit Brei zu ersetzen, um mir etwas mehr Luft zu verschaffen. Mit Prenahrung und Flasche möchte ich ungern noch anfangen, weil ich es ja schon so weit geschafft habe. Wie funktioniert das denn generell mit dem Abstillen? Geht das Problemlos im 5. Monat? Wäre es auch möglich relativ schnell die Abend- oder Nachtmahlzeit zu ersetzen, da diese mich mit am meisten belastet?
Ich weiß, dass Stillen für das Kind das Beste ist, deshalb bitte keine erhobenen Zeigefinger bezüglich des Abstillwunsches. Mir fällt das wirklich nicht leicht, das schlechte Gewissen schwingt mit und ich bin trotzdem froh, es überhaupt bis hierhin geschafft zu haben. Gleichzeitig glaube ich, dass die negativen Gefühle, die mich beim Stillen beschleichen sich auch auf mein Kind übertragen (er vielleicht auch deshalb rumzappelt?) und ich deshalb glaube, dass ein (teilweises) Abstillen für uns langsam die bessere Entscheidung sein könnte.
Ich hoffe auf ein paar motivierende Worte und vielleicht auch noch den ein oder anderen hilfreichen Tipp. Danke!
Liebe Grüße
Giggles
Nach einigen kummervollen Nächten wende ich mich nun nochmal an das Forum, um einfach mal ein paar Dinge loszuwerden und vielleicht aber auch den ein oder anderen hilfreichen Tipp zu bekommen.
Ich bin total frustriert und genervt vom Stillen. Seit ein paar Tagen nervt es mich so sehr, dass ich mir sehnlichst den Zeitpunkt wünsche, abstillen zu können. Aber erstmal kurz ein paar Fakten.
Mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt und sehr kräftig (zur Geburt 4620g, jetzt 7800g). Ich stille voll, das hat auch jederzeit geklappt. Ich habe einen starken Milchspendereflex und es kam schon zu dem ein oder anderen (fiebrigen) Milchstau. Ich stille nach Bedarf, versuche aber für mein eigenes Wohlbefinden möglichst 2h-Abstände einzuhalten (ich weiß, dass ich dann nicht genau nach Bedarf stille, mir ist es aber wichtig, zwischendurch "Luft zu holen")
Eigentlich klappt das Stillen prima. Seit etwa 2 Wochen ist es aber so, dass mein Sohn tagsüber konsequent alle 2h an die Brust möchte und dort auch konsequent für eine halbe Stunde bleibt. Für viele andere Frauen mag das kein Problem, vielleicht sogar schön sein, mich nervt es tierisch. Mir graut es schon, wenn ich auf die Uhr gucke, dass ich gleich wieder "ran muss". Das Ziehen und Ziepen, was meist nach etwa einer Viertelstunde in der Brust auftritt, empfinde ich als sehr unangenehm und noch dazu kommt, dass er seit längerem sehr unruhig an der Brust ist (die Tipps zur Unruhe an der Brust habe ich schon gelesen). Wenn es am Anfang des Stillens auftritt, vermute ich, dass es von dem starken Milchspendereflex kommt, dann drücke ich noch bisschen Milch raus oder warte ab bis die Milch nicht mehr spritzt, das hilft schon ein bisschen. Jetzt tritt es aber seit einiger Zeit so nach etwa 10-15min Stillen auf. Er strampelt dann wild mit den Beinen oder haut auf die Brust. Meine Hebamme vermutete, dass die Milch dann vielleicht alle ist und er wütend darüber ist, was ich mir allerdings nicht so recht vorstellen kann, da ja wenige Minuten zuvor noch die MIlch herausgespritzt ist.. ??
Soviel zu den offensichtlichen, körperlichen Problemen. Hinzu kommt, und vermutlich ist es das größte Problem, dass mich das Stillen zunehmend seelisch belastet. In meiner Vergangenheit habe ich (vermutlich) Missbrauchserfahrungen gemacht, die auch zum Teil von mir therapeutisch aufgearbeitet wurden, aber eben noch nicht ganz verarbeitet sind, wodurch es im Alltag immer mal wieder zu Problemen kommt. Eines dieser Probleme ist das Stillen leider geworden. Es macht mich total wütend und aggressiv, vor allem wenn mein Sohn dann selber auch noch zappelt und tritt und boxt. Ich habe inzwischen schon versucht mich abzulenken (Lesen hilft, Fernsehen nicht). Wenn es schlimm wird, nehme ich irgendwas in die Hand, was ich drücken kann. VOr allem Nachts empfinde ich es als besonders schlimm. Dann fließen oft bei mir die Tränen. (Und das obwohl er nachts wirklich gut schläft und mir oft 5-6h Pause gönnt)
Im Moment weiß ich nicht so recht weiter und sehne mich dem 5. Monat entgegen, wo es ja theoretisch möglich ist abzustillen. Gerade hier im FOrum traue ich es mich kaum zu schreiben, weil sich so viele Frauen das Stillen wünschen und es nicht klappt, aber ich glaube, dass es mir sehr gut tun würde recht zeitnah abzustillen oder zumindest 1-2 Mahlzeiten mit Brei zu ersetzen, um mir etwas mehr Luft zu verschaffen. Mit Prenahrung und Flasche möchte ich ungern noch anfangen, weil ich es ja schon so weit geschafft habe. Wie funktioniert das denn generell mit dem Abstillen? Geht das Problemlos im 5. Monat? Wäre es auch möglich relativ schnell die Abend- oder Nachtmahlzeit zu ersetzen, da diese mich mit am meisten belastet?
Ich weiß, dass Stillen für das Kind das Beste ist, deshalb bitte keine erhobenen Zeigefinger bezüglich des Abstillwunsches. Mir fällt das wirklich nicht leicht, das schlechte Gewissen schwingt mit und ich bin trotzdem froh, es überhaupt bis hierhin geschafft zu haben. Gleichzeitig glaube ich, dass die negativen Gefühle, die mich beim Stillen beschleichen sich auch auf mein Kind übertragen (er vielleicht auch deshalb rumzappelt?) und ich deshalb glaube, dass ein (teilweises) Abstillen für uns langsam die bessere Entscheidung sein könnte.
Ich hoffe auf ein paar motivierende Worte und vielleicht auch noch den ein oder anderen hilfreichen Tipp. Danke!
Liebe Grüße
Giggles