Seite 1 von 1

LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 01.06.2015, 18:02
von aapira
Hallo liebe SuT-Mamas,

ich bin meist stiller Mitleser - dank irgendwie "24h Baby" und kaum Zeit allein, aber heute muss ich doch mal wieder aktiv werden, weil ich stark verunsichert bin.

Mein Kleiner ist jetzt 1 Jahr und nach allem, was wir hinter uns haben, Osteo, Kiss etc. bleibt es immer noch "schwer" mit dem Kleinen. Ich hatte schon vor geraumer Zeit angefangen zu akzeptieren, dass das so ist, dass mein Kleiner halt so ist, einen schweren Start hat und es irgendwann "normal" wird. Ich leide lediglich darunter, dass er so sehr an mir klebt, dass ich mich nicht mal rausschleichen kann, wenn er gut schläft. Hierfür suche ich weiter nach Lösungen.

Vor 2 Monaten haben wir uns eine Homöopathin gesucht, einfach noch mal was probieren. Ich glaub, es hat auch geholfen ein wenig... er schläft jetzt tagsüber viel besser (zwar mit mir, aber vorher ist er immer nach 30 Minuten aufgewacht). Jeeeeeeeedenfalls habe ich mich jetzt noch mal mit der Homöopathin unterhalten, um weitere Maßnahmen zu überlegen. Und dann kam sie mir mit dem "Vorurteil" um die Ecke, dass sie glaubt, er wacht nur so häufig nachts auf und akzeptiert tagsüber auch niemanden anders als mich (zum Schlafen und manchmal auch so), weil er mit dem Stillen die Bindung an mich zu sehr verstärkt hat, unsere Probleme sozusagen hausgemacht sind. Also mit anderen Worten, wenn ich ihn jetzt nicht langsam abstille, dann wird das auf keinen Fall besser. Ich glaube, dass er mich einfach braucht, z.B. weil ihm das Zahnen extrem zu schaffen macht. Ich wollte eigentlich nicht abstillen vor dem 2. LJ, es sei denn, er braucht mich nicht mehr oder ich werde schwanger. :lol:

Irgendwie weigere ich mich das zu akzeptieren, was sie sagt, und würde gerne mal von euch wissen, was ihr davon haltet. Ist das Stillen Schuld? Wird es nicht besser, ehe ich abstille?

Ich freue mich auf viele Meinungen... danke.

LG
aapira

Re: LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 01.06.2015, 18:17
von Morgaine47
Meine Erfahrung: Mein Mittlerer hat lange und viel gestillt. Mit 1 Jahr noch sehr viel - fast voll. Nachts bis 38 Monate. Wenn ich daheim war, ging einschlafen nur mit mir. Tagsüber eigentlich nur beim Stillen, tragen oder Auto fahren geschlafen zu Hause (bzw. unterwegs). In die Krippe kam er mit 12,5 Monaten. Er hat sich innerhalb kürzester Zeit problemlos eingewöhnt. Wechsel in den KiGa der Großen mit 18,5 Monaten - noch schnellere Eingewöhnung. In der Krippe auf dem Arm einer Erzieherin eingeschlafen, dann ins Bett gelegt. Im KiGa teiwleise problemlos so auf dem Sofa in der Elternecke eingeschlafen (im Schlafraum nicht so gut). Alles ohne schreien. Wenn ich nicht da war an Papa gekuschelt eingeschlafen. Mittlerweile (4 3/4) kann er auch beim Papa einschlafen wenn ich da bin. Ich würde in zumindest was Fremdbetreuung etc. angeht als absolut problemlos einstufen. Er löst sich problemlos von mir. "Trotz" Stillen, tragen und Familienbett. Abgestillt wurde er mit 39 Monaten wegen Problemen in der Folge-Sws.

Mein Glaube: Wenn Du jetzt abstilst wo er es noch sehr braucht wird er eher noch klammriger als er so schon ist.

Re: LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 03.06.2015, 08:19
von DolphinFFM
Ich unterschreibe bei Morgaine.
Du schreibst ja selbst, dass die Homöopathin mit einem Vorurteil kam. Ich hab das auch schon gehört über mich und meine Tochter. Ich habe dann zurückgedacht und überlegt ob es irgendeinen Zeitpunkt gab bei dem sie das Stillen rückblickend betrachtet weniger brauchte und wir es aber nicht aufgegeben haben. Nur dann hätte ich irgendetwas hausgemacht, weil ich ihre Signale nicht korrekt gedeutet habe. Ich konnte und kann das für mich mit nein beantworten.
Sie geht übrigens seit einigen Monaten problemlos und fröhlich in die Kita und schläft dort. Zu Hause nur in meinem Arm, in der Trage und beim Stillen. Seit sie so 14 Monate alt ist, ist auch der Papa immer angesagter und manchmal bin ich dann tatsächlich abgeschrieben. Schlafen ist aber weiterhin nur bei mir.

Ich verstehe gut, dass es dich belastet. Aber ich glaube nicht das Stillen die Ursache für die Anhänglichkeit ist und somit wäre auch abstillen keine Lösung.
Meine ist zum Beispiel sehr vorsichtig und sicherheitsbedürftig. Da liegt m.M.n. der Grund für ihre Anhänglichkeit. Würde ich abstillen, würde ich ihr eine große Quelle der Sicherheit nehmen..

Re: LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 03.06.2015, 09:23
von Jia
Mini ist auch 1 Jahr alt und reduziert momentan von sich aus das Stillen deutlich. Seit der heftigen Erkältung vor zwei Wochen hat sie sich das Einschlafstillen abgewöhnt, und seit sie mehr isst, will sie tagsüber kaum mehr an die Brust. Trotzdem ist sie gerade so anhänglich wie im letzten Vierteljahr nicht mehr. Gerade abends kann ich keinen Schritt machen ohne Kind am Hosenbein/auf dem Arm/im Tuch. Gleichzeitig hat sie immer noch viel Energie, was dann manhcmal etwas mühsam ist. Und obwohl Einschlafstillen nicht mehr geht, schläft sie nur ein, wenn ich neben ihr im Bett liege, der Papa ist da chancenlos.

Eine Freundin, die nur 5 Monate gestillt hat, hat trotzdem ein "Klebe-Kind". Es gibt eben einfach anhängliche Kinder, die viel Körperkontakt brauchen und eine starke Mama-Bindung haben. Möglich bzw. wahrscheinlich, dass das Stillen ein Faktor ist, der bei der Ausbildung dieser Mama-Bindung mitspielt, aber nach meinen Erfahrungen ist der Umkehrschluss "abstillen=weniger anhängliches Kind" falsch.

Re: LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 03.06.2015, 09:28
von FrauMahlzahn
Selbst wenn die Statistik sagen sollte, lange viel gestillte Kinder hängen mehr an der Mama. Ist doch die Frage hängen sie mehr an Mama, weil sie gestillt werden oder stillen sie lange viel, weil sie so viel Mama brauchen.

Ganz ehrlich, der richtige Abstillzeitpunkt ist dann gekommen, wenn Dich das Gekreische weniger nervt als das Stillen. (Oder natürlich dein Kind nicht mehr mag)

Re: LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 03.06.2015, 21:11
von aapira
:daumenhoch: Ich danke euch für eure Antworten. Da bin ich doch irgendwie beruhigt. Wollte ich vor der Geburt gar nicht so lang stillen, war ich doch sehr schnell von der Idee angetan, länger zu stillen. ... ich kann mich damit anfreunden, dass unsere Familin akzeptieren müssen, dass ich dem Kleinen das "geben" möchte. Aber ich fand die gute Frau eigentlich ganz gut und war entsprechend erschüttert über ihre Kommentare. Aber ich glaube von ihr und der Homöopathie werde ich mich auch verabschieden. Ich und mein Busen schaffen den Rest auch allein. :mrgreen:

Re: LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 03.06.2015, 22:11
von Lösche Benutzer 5914
Mein Sohn ist nachts auch ständig wach geworden und wollte stillen. Ich habe dann nachts abgestillt und nach ca. 2 Wochen ohne stillen nachts hat er durchgeschlafen.

Ich fand ihn mit etwas über 2 Jahren alt genug, das zu verstehen, dass ich auch wieder etwas mehr Schlaf brauche und ihm die "Bubi" nur tagsüber geben kann. Er konnte mir rückmelden, wie er sich fühlt, hat oft gesagt "Ich bin so traurig wegen Bubi" und ich konnte ihn trösten und ihm helfen, mit dem Verlust zurecht zu kommen. Eher nachts abzustillen hätte ich mir nicht vorstellen können, ich fand ihn zu klein, das richtig zu verstehen und habe mich bewusst entschieden das häufige Wachwerden in Kauf zu nehmen, bis ich das Gefühl habe, er ist alt genug. Es hat mich natürlich auch vorher manchmal genervt, aber hey... das sind 2 Jahre meines Lebens. Oder mittlerweile 2x2 Jahre. Wozu die Eile? :wink:

Re: LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 03.06.2015, 22:45
von Kinsale
Eine Freundin von mir hat das bei Kind 2 versucht, weil ihr das bei Kind 1 immer vorgeworfen wurde.
Sie hat dann nachts x mal Flasche gefüttert- die nahm das Baby dann auch nur von ihr. Dass die Kinder mit dem Abstillen besser schlafen, klappt nicht immer.

Re: LZS und nächtliches Aufwachen

Verfasst: 03.06.2015, 22:51
von Nusserl
Meine Grosse habe ich nur 9 Monate gestillt und sie hat mit 5 Jahren wirklich durch geschlafen. Davor brauchte die immer jemanden zum Kuscheln.
Die Mittlere habe ich 25 Monate gestillt. Sie hat mit 1,5 Jahren durchgeschlafen (nachts abgestillt nach Gordon). Sie ist ein extrem selbstständiges Kind. Sie will immer im eigenen Bett schlafen und kuscheln ist zum Einschlagen voll out.
Mal sehen wie das bei der Kleinen wird.

Also lass dich nicht verunsichern. Es ist doch gut, dass du eine enge Bindung zu deinem Kind hast.
Dein Sohn ist einfach von der anspruchsvollen Sorte. Das ist hart, ich spreche aus Erfahrung. Aber es wird besser. Irgendwann wirst du wieder durch schlafen und dein Sohn stundenlang mit anderen Kindern spielen.