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sie fragt immer noch...

Verfasst: 13.04.2015, 14:28
von suri
Ich habe eigentlich eher eine Abstill- als eine Stillfrage...

Meine Tochter wird im Juli 2, d.h. aktuell ist sie 21 Monate alt. Ende Januar habe ich sie abgestillt. Recht kurzfristig - aus verschiedenen Gründen ging weiterstillen unter gar keinen Umständen mehr. Ich war so fertig, wie ich mich noch nie in meinem Leben gefühlt habe, u.a. weil sie nachts bis zu 6 mal Stillen wollte und ich aufgrund einer sehr sehr schweren Erkrankung meines Mannes sehr belastet war.

Die Stillfrequenz war bis zu diesem Zeitpunkt morgens im Bett, nachmittags nach der Tagesmutter 1-2x, Flasche von Papa zum Einschlafen oder Einschlafstillen und nachts ... bis zu dauernd...

Sie hat die Flasche auch von mir akzeptiert (kannte sie schon von Papa und Tagesmutter) und hat sich ab der ersten Nacht nur noch 1 mal (gelegentlich max 2mal) gemeldet (d.h. eine Einschlafflasche und dann nur eine Nachtflasche). Sie hat schon protestiert, dass sie nicht an die Brust durfte, aber insgesamt ging es unkomplizierter, als ich befürchtet hatte. Vielleicht hat sie gemerkt, wie ernst es mir war? Keine Ahnung... Erschöpfungsmäßig hat das Abstillen bei mir unheimlich viel gebracht. In der Folgezeit habe ich mich trotz sehr schwerwiegender Stressoren deutlich besser gefühlt und konnte auch mit meiner Tochter wieder viel besser umgehen, von der ich wegen der ständigen Stillerei nachts zwischenzeitlich sehr genervt war. :oops: Sie scheint noch ein Saugbedürfnis zu haben, dafür hat sie sich selbst einen Schnuller organisiert (hat sie in einer Spielkiste gefunden - ich hab dann noch neue gekauft). Zwischendurch holt sie sich inzwischen ihren Schnuller, nuckelt ein paar Minuten und legt ihn dann wieder weg. Nur gelegentlich. Vielleicht an 3 Tagen in der Woche 1-2x am Tag.

Nun ist aber die Schwierigkeit: auch nach 2,5 Monaten kann meine Tochter das Stillen nicht vergessen. Sie kommt immer mal wieder an und fragt "Mama-Milch?", inzwischen sogar "S-tillen?". Sie stillt auch ihre Puppe. "Wiffi (so nennt sie sich) Puppe s-tillt"
Es ist herzzerreißend. Ich bin vielleicht dreimal schwach geworden in den letzten 2,5 Monaten, zuletzt vergangene Woche.
Ich will eigentlich nicht mehr stillen. Aber was mache ich? So ist es irgendwie auch nichts...

Hat jemand eine Idee?

Danke...

Re: sie fragt immer noch...

Verfasst: 13.04.2015, 14:40
von tania
was meinst du mit "eine idee"?

deine tochter moechte gerne stillen und kommuniziert das hinreissend. du wuerdest evtl auch gerne noch stillen, aus verschiedenen gruenden ist es dir aber nicht moeglich. sollte sich letzteres geaendert haben, dann still wieder. ist es dir aber weiterhin nicht moeglich sie zu stillen, dann ist das eben so. ich finde es persoenlich nicht "falsch", wenn du manchmal "nachgibst". das dreimalige stillen in den letzten wochen hat euer vorheriges abstillen ja nicht null und nichtig gemacht, oder?

wenn zwei derart starke beduerfnisse gegeneinander stehen, gilt es starke emotionen auszuhalten. es liest sich als haettest du das bis hierhin sehr gut geschafft und schaffst es auch weiterhin.

ich finde deinen weg - abgestillt zu haben und jetzt auf ihr eindrueckliches nachfragen hin und wieder zu stillen - schluessig und angemessen.

Re: sie fragt immer noch...

Verfasst: 13.04.2015, 17:07
von Seerose
tania hat geschrieben:was meinst du mit "eine idee"?

deine tochter moechte gerne stillen und kommuniziert das hinreissend. du wuerdest evtl auch gerne noch stillen, aus verschiedenen gruenden ist es dir aber nicht moeglich. sollte sich letzteres geaendert haben, dann still wieder. ist es dir aber weiterhin nicht moeglich sie zu stillen, dann ist das eben so. ich finde es persoenlich nicht "falsch", wenn du manchmal "nachgibst". das dreimalige stillen in den letzten wochen hat euer vorheriges abstillen ja nicht null und nichtig gemacht, oder?

wenn zwei derart starke beduerfnisse gegeneinander stehen, gilt es starke emotionen auszuhalten. es liest sich als haettest du das bis hierhin sehr gut geschafft und schaffst es auch weiterhin.

ich finde deinen weg - abgestillt zu haben und jetzt auf ihr eindrueckliches nachfragen hin und wieder zu stillen - schluessig und angemessen.
Hach, genau obige Worte hatte ich auch gerade im Kopf beim Lesen des ersten Postings. :lol:
Also kann ich nur unterschreiben.

Bin gerade erschrocken als ich von der sehr schweren Erkrankung Deines Mannes las, Suri. Ich hoffe er ist auf dem Weg der Besserung und wünsche Euch allen alles Gute und ganz besonders ihm natürlich.

Re: sie fragt immer noch...

Verfasst: 13.04.2015, 17:15
von Mijoco
suri hat geschrieben:Ich will eigentlich nicht mehr stillen. Aber was mache ich? So ist es irgendwie auch nichts.
Kannst du das "eigentlich" aus deinem Satz streichen? Dann stille sie nicht mehr! Das ist völlig in Ordnung und du kannst das ohne schlechtes Gewissen tun.
suri hat geschrieben:Sie kommt immer mal wieder an und fragt "Mama-Milch?", inzwischen sogar "S-tillen?". Sie stillt auch ihre Puppe. "Wiffi (so nennt sie sich) Puppe s-tillt"
Es ist herzzerreißend.
Wenn sie ganz süß und herzzerreißend fragt "Gummibärchen?" und mit den Augen klimpert, fällt es dir da auch schwer nein zu sagen? Klar sind Gummibärchen was anderes als das Stillen, aber wenn deine Entscheidung, dass du nicht mehr stillen willst steht, dann kannst du bei ihrem Wunsch zu stillen genau so klar reagieren wie bei Gummibärchen, die gerade nicht dran sind.
Du kannst ja auch für sie ihr Bedürfnis in Worte fassen: "du würdest gerade gerne stillen, das war immer besonder schön, aber ich möchte nicht mehr stillen, sollen wir stattdessen eine Runde kuscheln/ein Buch lesen/oder was auch immer machen?"

Re: sie fragt immer noch...

Verfasst: 13.04.2015, 17:48
von davisalo
Vielleicht gibt es aber auch einen Weg, wie es Euch beiden gut geht - im Sinne der Absprache: abends ja, aber nicht nachts oder sonst tagsüber - oder morgens beim Aufwachkuscheln ... oder mittags nach der Kita - je nach Eurem Tagesablauf.
Irgendwie scheinst Du ja selbst noch nicht so ganz mit dem Stillen abgeschlossen zu haben. Sonst würdest Du ja ein klares Nein sprechen. Und ich finde das auch total legitim, grundsätzlich einzuschränken, weil es einfach nicht mehr geht - und das schien ja auch für Dein Kind zu passen! - aber einem wichtigen Bedarf des Kindes entgegen zu kommen, weil das auch dem, was Du geben kannst, entspricht.
Sei es nun genau so wie momentan, also bei totalem Bedarf alle paar Tage mal, bis irgendwann keine Nachfrage mehr kommt. Oder klar geregelt wie oben beschrieben. Das finde ich individuell: Du kennst Dich und sie und kannst sicher einschätzen, was Dir und ihr am besten tut!

Re: sie fragt immer noch...

Verfasst: 14.04.2015, 09:53
von suri
Manchmal hat man irgendwie einen Knoten im Gehirn. Also ich jedenfalls. Eigentlich ist es ja ganz einfach, aber ich hab komisch festgesteckt.
Ihr habt mir jedenfalls geholfen, meinen Knoten zu lösen. Seit Tagen habe ich ne komische Gedankenspirale wegen dieser Still-Nicht-Still-Frage. :roll: :D
Ich glaub, ich hing fest, weil ich in einer sehr schwierigen Situation aufgrund meiner schwindenden eigenen Ressourcen das Kind so abrupt und eigentlich gegen den Willen abgestillt habe und mir deshalb so einen Kopf gemacht hab.
Ich werde auf keinen Fall wieder mehr stillen, aber ich mach mir auch keinen Kopf, wenn sie in manchen Situationen nochmal ganz dringend nachfragt.
Judica, den Gummibärchenvergleich finde ich gar nicht schlecht, als Vergleich, dass es natürlich immer Momente gibt, in denen man Entscheidungen trifft, die dem Kind nicht passen. Ob das nun Gummibärchen oder Jacke oder was auch immer ist. Ich kann auch nicht immer so ausgiebig kuscheln, wie es gewünscht wird, weil ich z.B. grad drei Kinder gleichzeitig auf mir habe und so....

Wie auch immer... vielen Dank für eure Antworten!