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Hilfe beim Stillen

Verfasst: 04.04.2015, 15:17
von rubybuby
Hallo liebe Stillberaterinnen und Stillende.

Mein Problem ist das mein mittlerweile 9 Wochen alte Sohn nicht vom Stillhütchen zu entwöhnen ist. Zudem kneift er sehr stark beim stillen und scheinbar dürfte ich einen Vasospasmus (lila-blaue Brustwarzen nach dem Stillen) haben. Meine Brustwarzen heilen nicht mehr ab, mittlerweile werden sie wieder schlechter und die Rissen tiefer.
Dadurch ist das Stillen momentan eher ein graus.

Mein Sohn kam nach sec. Sectio mit 3920 g auf die Welt. Aufgrund der Narkose war ich leider erst 2h nach der Entbindung bei ihm, da hatte die Kinderschwester ihn mittels Fingerfeeder schon gefüttert. Danach die ersten Anlegeversuche. Ab dem 2. Tag war das Stillen nur mehr ein Kampf. Mein Sohn schrie durchgehend an der Brust. Die Stillberaterin vor Ort gab mir das Stillhütchen. Besser wurde es dadurch nicht. Auch der Milcheinschuss ließ auf sich warten. Als er unter die 10% mit dem Gewicht fiel wurde ich zum zufüttern gedrängt. Zeitgleich begann ich mit dem abpumpen um die Produktion anzuregen.

Zuhause habe ich dann abgepumpt und Flasche gegeben. Dazwischen versuche ihn an die Brust zu bringen, alle Erfolglos.
Mein Mann brachte mir irgendwann die Stillhütchen von MAM mit. Seitdem trinkt er an der Brust. Scheinbar war das Stillhütchen vom KH einfach zu klein.

Das Problem ist das er dabei den Mund nicht sehr weit öffnen muss da das Hütchen relativ starr ist und er zusätzlich noch kneift. Er stülpt seine Lippe schön, die Zunge liegt über der Zahnleiste, aber er presst das Kiefer massiv zusammen. Ohne Hütchen dockt er zwar an, aber auch sehr schnell wieder ab da mein Milchfluss sehr ausgeprägt ist, das Brust anbieten mittels Sandwich endet damit das ich ihn mit Milch voll spritzen. Dementsprechend frustriert ist er ohne Hütchen und weint nach 2-3 mal Andocken. Und nach diesen kurzen Versuchen ist meine Brustwarze regelrecht "flach gepresst". Also nehme ich doch wieder das Hütchen :(.

Mittlerweile bekommt er keinen Schnuller mehr, jedoch 1x die Woche abgepumpt Mumi mittels Calma-Sauger.

Die Gewichtszunahme ist bei ihm sehr gut bis dato, ebenfalls hat er genug nasse Windel und ausreichend Stuhlgang. Aber das teilweise Schmerzhafte Stillen frustriert mich. Wie bekomme ich meinen Sohn dazu nicht mehr zu kneifen? Und wie kriege ich das Hütchen weg?
Danke schon im voraus.
LG Ruby

Re: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 04.04.2015, 15:53
von MamaMonster
Hallo rubybuby, das klingt ja anstrengend. Ich lass dir mal nen Drücker da ((())). Zu deinen Stillproblemen kann ich nichts sagen, aberbdie Stillmods melden sich sicher bei dir.

Zum Kneifen: mein Kleiner macht das auch, wenn ich ihn lasse (so klein hat er noch öfters gekratzt). Deshalb halte ich, wenn er wach ist, die ganze Zeit seine Hand. Die untere Hand ist nicht so ein Problem, da ist ja Kleidung, er zieht daran oder am Stillkissen, die obere halte ich. Wenn er rumfuchteln will, gehe ich mit meiner Hand mit, dass er nicht "gefesselt" ist, aber ich halte die Hand sanft. Inzwischen fordert er sie auch ein, er schläft nicht ein, wenn ich seine Hand nicht halte. Wenn er fit war, hat tagsüber auch manchmal eine Stillkette geholfen, aber oft war er dadurch stark abgelenkt. Vielleicht hilft ja etwas davon bei dir...

Re: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 04.04.2015, 23:32
von Teazer
Hallo Ruby,

herzlich willkommen im Forum. :)
rubybuby hat geschrieben:Hallo liebe Stillberaterinnen und Stillende.

Mein Problem ist das mein mittlerweile 9 Wochen alte Sohn nicht vom Stillhütchen zu entwöhnen ist. Zudem kneift er sehr stark beim stillen und scheinbar dürfte ich einen Vasospasmus (lila-blaue Brustwarzen nach dem Stillen) haben. Meine Brustwarzen heilen nicht mehr ab, mittlerweile werden sie wieder schlechter und die Rissen tiefer.
Dadurch ist das Stillen momentan eher ein graus.
Das glaub ich Dir. ((())). Kennst Du die LINKSAMMLUNG STILLWISSEN? Dort findest Du mehrere Threads zu Tipps bei wunden Brustwarzen. Auch zu Vasospasmen findest Du dort Hilfe.

Bei Vasospasmen werden die Brustwarzen nicht ordentlich durchblutet, daher dauert die Heilung leider länger. Etwas Geduld musst Du also haben, aber bei guter Pflege und parallelen Maßnahmen gegen den Vasospasmus gehören Deine wunden Brustwarzen hoffentlich bald der Vergangenheit an.
Mein Sohn kam nach sec. Sectio mit 3920 g auf die Welt. Aufgrund der Narkose war ich leider erst 2h nach der Entbindung bei ihm, da hatte die Kinderschwester ihn mittels Fingerfeeder schon gefüttert. Danach die ersten Anlegeversuche. Ab dem 2. Tag war das Stillen nur mehr ein Kampf. Mein Sohn schrie durchgehend an der Brust. Die Stillberaterin vor Ort gab mir das Stillhütchen. Besser wurde es dadurch nicht. Auch der Milcheinschuss ließ auf sich warten. Als er unter die 10% mit dem Gewicht fiel wurde ich zum zufüttern gedrängt. Zeitgleich begann ich mit dem abpumpen um die Produktion anzuregen.

Zuhause habe ich dann abgepumpt und Flasche gegeben. Dazwischen versuche ihn an die Brust zu bringen, alle Erfolglos.
Mein Mann brachte mir irgendwann die Stillhütchen von MAM mit. Seitdem trinkt er an der Brust. Scheinbar war das Stillhütchen vom KH einfach zu klein.
Das war ein richtig doofer Stillstart. Toll, dass Du so gekämpft hast!
Ohne Hütchen dockt er zwar an, aber auch sehr schnell wieder ab da mein Milchfluss sehr ausgeprägt ist, das Brust anbieten mittels Sandwich endet damit das ich ihn mit Milch voll spritzen. Dementsprechend frustriert ist er ohne Hütchen und weint nach 2-3 mal Andocken. Und nach diesen kurzen Versuchen ist meine Brustwarze regelrecht "flach gepresst". Also nehme ich doch wieder das Hütchen :(.
Dein Kleiner kneift, weil er mit Deinem starken Milchspendereflex (MSR) überfordert ist. Aber auch da gibt es glücklicherweise Abhilfe. Im Link oben gibt es einen Thread namens "Unruhe an der Brust".
Mittlerweile bekommt er keinen Schnuller mehr, jedoch 1x die Woche abgepumpt Mumi mittels Calma-Sauger.
Der Calma ist nicht besser als jeder andere Sauger. Ich würde Dir eine stillfreundliche Fütterform wie das Bechern empfehlen. Da sind Nebenwirkungen durch Saugverwirrung ausgeschlossen. :)
Die Gewichtszunahme ist bei ihm sehr gut bis dato, ebenfalls hat er genug nasse Windel und ausreichend Stuhlgang.
Super.
Aber das teilweise Schmerzhafte Stillen frustriert mich.
Das verstehe ich total.
Und wie kriege ich das Hütchen weg?
Auch dazu findest Du Links in der Sammlung. :)

Die Kombination Vasospasmus und starker MSR habe ich auch. Von daher kann ich Dir Mut machen. Mit den verlinkten Tipps wird es besser. Und ich begleite Dich gerne auf Deinem Weg zum schmerz- und stillhütchenfreien Stillen. :)

Re: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 05.04.2015, 11:41
von rubybuby
Danke MamaMonster für den Drücker :D

Liebe Teazer.

Erstmal danke für die Antwort.

Dann werde ich nach Möglichkeit die Calma-Sauger weg lassen. Fürchte nur das meine Babysitter da nicht ganz mitspielen werden.

Habe eben mit dem Hütchen das Bergaufstillen probiert, tatsächlich hat er ruhiger getrunken und auch den Mund weiter geöffnet. Hab dann das Hütchen weg gezogen, leider scheint ihm da der Gaumenreiz zu fehlen. Da er leider zur ungeduldigen Sorte gehört, kann ich da nur zwei- oder dreimal das Andocken üben, bis er sich in Rage schreit. Das ist leider unabhängig von seinem Hunger. Auch das Handling mit ihm auf mir und Brust verformen ist nicht so einfach, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister :D
Die Hoppe-Reiter Stellung funktioniert gar nicht, schlichtweg zu instabil.

Ich dachte auch nicht das der MSR ihm mit dem Hütchen noch stresst. Gibt es noch weitere Methoden das spritzen zu verhindern? Austreichen hab ich probiert, es wird nicht weniger. Ebenso habe ich das Blockstillen schon ausprobiert. Aber nachdem er irgendwann an der "leeren" Brust unruhig wurde bin ich wieder zu einer Brust pro Mahlzeit zurück gegangen. Aber zumindest hat es meine Milch reguliert und es ist nicht mehr zu viel Milch.

Die Brustwarzen behandle ich momentan 2x am Tag mit Octenisept und nach jedem Stillen mit Lanolin. Hoffe sie werden bald besser. Brust- Donuts werde ich mir wohl zur Entlastung auch basteln.

Hast du vielleicht noch Tipps die ich umsetzen könnte?

Danke nochmal für die Antwort.
Schönen Ostersonntag wünsch ich.

Re: AW: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 05.04.2015, 14:20
von Teazer
rubybuby hat geschrieben:Dann werde ich nach Möglichkeit die Calma-Sauger weg lassen. Fürchte nur das meine Babysitter da nicht ganz mitspielen werden.
Wie lange bist Du weg? Ich würde ja sagen: mein Baby, meine Regeln. Aber das musst Du natürlich selbst entscheiden.
Habe eben mit dem Hütchen das Bergaufstillen probiert, tatsächlich hat er ruhiger getrunken und auch den Mund weiter geöffnet.
Super. :D
Hab dann das Hütchen weg gezogen, leider scheint ihm da der Gaumenreiz zu fehlen. Da er leider zur ungeduldigen Sorte gehört, kann ich da nur zwei- oder dreimal das Andocken üben, bis er sich in Rage schreit.
Ja, das Hütchen stimuliert den Saugreflex für den beim Stillen "pur" das Baby selbst aktiv werden muss. Das ist ein Lernprozess, aber er wird es bald verstehen. Wichtig ist, bei den allerersten Hungerzeichen anzulegen, damit die Geduld einen Moment länger hält.

Wie läuft es denn ab, wenn Du direkt ohne Hütchen stillst?
Das ist leider unabhängig von seinem Hunger. Auch das Handling mit ihm auf mir und Brust verformen ist nicht so einfach, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister :D
Genau.
Die Hoppe-Reiter Stellung funktioniert gar nicht, schlichtweg zu instabil.
Hast Du ein Stillkissen? Wenn Du es in seinen Rücken und um Euch legst, gibt das Stabilität und Du hast zwei Hände zum Halten.
Ich dachte auch nicht das der MSR ihm mit dem Hütchen noch stresst. Gibt es noch weitere Methoden das spritzen zu verhindern? Austreichen hab ich probiert, es wird nicht weniger. Ebenso habe ich das Blockstillen schon ausprobiert. Aber nachdem er irgendwann an der "leeren" Brust unruhig wurde bin ich wieder zu einer Brust pro Mahlzeit zurück gegangen. Aber zumindest hat es meine Milch reguliert und es ist nicht mehr zu viel Milch.
Beim Blockstillen kann es zu langsamer fließender Milch kommen. Das mögen die Babys genauso wenig wie spritzende.

Alle Methoden gegen den starken MSR brauchen etwas Zeit. Das ist einfach so. Aber die Zeit spielt auch für Euch, denn mit zunehmendem Alter und Mundgröße wird Dein Sohn immer besser damit zurecht kommen.

Wenn bei mir es hin und wieder noch mal heftig spritzt, lässt mein Baby es einfach locker aus dem Mund laufen.
Die Brustwarzen behandle ich momentan 2x am Tag mit Octenisept und nach jedem Stillen mit Lanolin. Hoffe sie werden bald besser. Brust- Donuts werde ich mir wohl zur Entlastung auch basteln.
Sind die Brustwarzen offen? Octenisept sollte nur bei Wunden angewendet finden.
Schönen Ostersonntag wünsch ich.
Wünsche ich Dir auch. :)

Re: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 05.04.2015, 20:26
von rubybuby
Normalerweise bin ich um die 4h weg. Werde das mit meinem Mann jetzt mal üben und wenn es gut etabliert ist die zwei weiteren Babysitter mit an Board holen.

Generell lege ich ihn schon eher früh an, auch mit Hütchen, da er bei Hunger SEHR gestresst ist und ich das vermeiden will.
Nur an der Brust läuft es so ab das er manchmal andockt und ein bis zwei Minuten trinkt, loslässt, sucht wieder andockt und meist dann gleich die Brust wieder loslässt und dann anfängt zu weinen bis ich das Hütchen drauf gebe. Manchmal schleckt er nur an der Brust, als ob er nicht wüsste wofür sie da ist, auch da ist er bald gestresst und dann gebe ich ihm wieder das Hütchen. Nicht so einfach mit dem jungen Mann :(

Ein Stillkissen habe ich, werde es damit nochmal probieren. Hoffe dass die Brust formen damit leichter fällt.

Werde das Blockstillen wohl auch nicht nochmal machen. Dann bleibt mir nichts anderes als zu warten das er besser mit dem Milchfluss zurecht kommt.

Die Risse sind sehr tief, sie wirken leicht entzündet. Habe auch das Gefühl das es durch das Octenisept besser wird. Außerdem fürchte ich durch die Daueroffenen Brustwarzen eine Infektion. Sollte ich es besser lassen?

Sorry keine Ahnung wie das mit dem zitieren funktioniert.

LG und schönen Abend

Re: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 05.04.2015, 23:49
von Siduri
Zum Hoppe-Reiter-Stillen: Das hat bei uns auch nicht so richtig funktioniert, Stillkissen hin oder her (womit ich dir aber keinesfalls den Mut nehmen möchte, weiter zu üben, ist ja nicht jede so ungeschickt, wie ich :roll: ). Was bei uns aber geklappt hat, war, wenn ich ihn im Sitzen im Sling gestillt habe. Habe dabei über dem Rücken gut straff gzogen, aber die Kopfkante bewusst locker gelassen und seinen Kopf mit der Hand gestützt, sodass er ihn zurückziehen konnte, wenn er dem Milchstrahl entkommen wollte :wink: Dabei konnte ich mich dann auch hinsetzen. Der Sling musste halt regelmäßig in die Waschmaschine ...

Und bzgl. Stillhütchen, die hat der Große dann, als ich schon akzeptiert hatte, dass es eben nur mit geht, plötzlich für überflüssig erklärt, also nicht die Hoffnung aufgeben!

Ich wünsche euch alles Gute auf eurem weiteren Weg!

Re: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 06.04.2015, 08:41
von Teazer
rubybuby hat geschrieben:Die Risse sind sehr tief, sie wirken leicht entzündet. Habe auch das Gefühl das es durch das Octenisept besser wird. Außerdem fürchte ich durch die Daueroffenen Brustwarzen eine Infektion. Sollte ich es besser lassen?
Bei offenen Wunden macht es Sinn. Achte aber auf die Angaben in der Packungsbeilage. Alternativ könntest Du auch eine Wund- und Heilsalbe nehmen, die Du auf die Bw und in die Risse schmierst (Reste vor dem Stillen abwischen).

Wichtig ist, dass die Wunden immer feucht gehalten werden. Wenn es eintrocknet, reißt die Wunde beim Stillen noch heftiger auf.

Hast Du Dir die Tipps zur Abgewöhnung des Stillhütchens angeschaut? Was würdest Du denn gerne ausprobieren? Eine Umgewöhnung braucht immer Geduld, aber Ihr werdet das sicher schaffen.

Re: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 06.04.2015, 12:10
von rubybuby
Hi, ich hab es vorher schon mit dem Abschneiden vom Hütchen probiert, das mag er gar nicht und hab ich dann auch als nicht sinnvoll erachtet wegen dem kneifen. Da hätt er ja doch nur die Brustwarze im Mund aber nicht den Vorhof. Ich könnte es aber nochmal im liegen versuchen.

Derzeit Versuch ich einfach immer wieder das Stillhütchen unter dem Stillen wegzugeben. Das toleriert er links gar nicht, da kommt die Brustwarze auch nicht so gut raus wie rechts. Rechts nimmt er sie kurz an, lässt sie gleich wieder los, versuch es mit dem Bergaufstillen, da hapert es aber noch am Handling, ihn festhalten, Kopf stützen und Brust formen, da fehlt mir einfach eine Hand. Manchmal wenn er schon sehr aufgebracht ist probiert ich es noch am Hüpfball da er sich bei Bewegung beruhigt und das in Schubphasen gut funktioniert hat. Heute vormittags wars aber ein Reinfall.

Gibt es eine Technik mit dem Tragetuch zum Stillen? Da hätte ich dann bequem beide Hände frei um die Brust zu formen und ihn zu stützen. Er wäre aufrecht und vielleicht beweist er da mehr Geduld?

Es ist furchtbar frustran, wenn er sich dann in Rage geschrien hat hilft nichts mehr außer solange hüpfen bis er schläft.

Kann leider auch erst am Abend wieder mit ihm üben, da das bei einem Familienfest nicht funktioniert.

Lg Ruby

Re: Hilfe beim Stillen

Verfasst: 06.04.2015, 12:12
von rubybuby
Anja werde es dann mal mit Bepanthen probieren...