"zu viel gestillt" bei 11 monatigem Kind
Verfasst: 10.03.2015, 11:49
Hallo in die Runde,
ich komme gerade von der U6 bei unserer Kinderärztin und bin ein wenig... empört vielleicht. Ich schildere vielleicht erst kurz unsere Situation:
Unser Sohn, 11 Monate, ist recht gross und kräftig (das war er nicht von Anfang an, aber so seit ca. dem 5. Monat), inzwischen 77cm und 11,8kg. Bis zum 7. Monat haben wir voll gestillt, dann vorsichtig mit Beikost angefangen, die er liebt.
Ich arbeite in Teilzeit (in der Schweiz, wo es ja kein Elternzeitkonzept gibt, also alternativlos; mein Freund ist in Elternzeit, da er in Deutschland angestellt ist), sodass ich ein paarmal in der Woche zwischen 9 und 16 Uhr ausser Haus bin. In der Zeit bekommt der kleine Mann eine Mittagsmahlzeit, die abwechselnd oder kombiniert aus Fingerfood und Löffelkost besteht. Er mag bislang alles, was wir ihm anbieten und hat Spass am haptischen Kennenlernen des Essens, nimmt aber auch gern etwas vom Löffel. Bevor ich gehe (so zwischen 7:30 und 8:30) wird er gestillt, dann wieder, wenn ich nach Hause komme (meist so gegen 16:30). Gegen 18 Uhr bekommt er einen "halben" Abendbrei (Getreideflocken mit 90ml MuMi), dann stille ich ihn wieder zum Einschlafen. Zwischendurch gibt es keine geplante Mahlzeit mehr für ihn, aber natürlich sitzt er auch morgens mit uns am Tisch, isst mal ein Stück Banane, trinkt ein paar Schlucke grünen Smoothie (darauf steht er total), probiert Pfannkuchen oder ne Ecke Brot mit Mandelmus. Entsprechend weniger stillt er natürlich inzwischen morgens. Nachts ist es ganz unterschiedlich: Mal will er gar nichts, manchmal wacht er aber auf und trinkt ein wenig. Das ist allerdings niemals eine ernst zu nehmende Menge, eben nur zum wieder Einschlafen.
Nun sagt unsere Kinderärztin, das sei "zu viel Stillen", weil er zu viele Kalorien dabei aufnehme (sie hat allerdings nicht gefragt, was oder wie viel er am Tag so isst...), höchstens zweimal am Tag sei ok, er hätte ja ein Kilo "Übergewicht".
Mal abgesehen davon, dass mich dieser Ausdruck im Bezug auf ein Baby, das nicht mal ein Jahr alt ist und keinerlei Fertignahrung erhält, wirklich aufregt, überlege ich aber nun, wie ich mit diesem Hinweis umgehen soll.
Es kann sicher nicht die Rede davon sein, dass ich nicht "loslassen" kann mit dem Stillen. Im Gegenteil: Für mich wäre es praktisch, meine Arbeitszeiten flexibler handhaben zu können, morgens früher zu gehen oder nachmittags später nach Hause zu kommen, abgesehen davon, dass es langsam auch ein wenig an die Substanz und auf Kosten meiner Konzentrationsfähigkeit geht, weiterhin umfangreich zu stillen (darauf schiebe ich es zumindest). Ich habe aber ein bisschen Sorge, den Plan für den kleinen Wicht muttermilchfrei(er) und ausgewogen zu gestalten: Er und ich leben vegan. Er mag zwar Hülsenfrüchte, aber ich bin doch eher zurückhaltend, ihn schon mit sämtlichen Sojaprodukten (-milch, -joghurt, Tofu) zu konfrontieren und ständig darüber nachzudenken, ob er genug Proteine, Fette, alle essentiellen Aminosäuren etc. zu sich genommen hat. Ich will ihn auch eigentlich weniger "füttern" und mehr ans selber Essen heranführen, aber gerade dann habe ich natürlich weniger Einfluss darauf, welche Nährstoffkombinationen er zu sich nimmt. Stillen ist dagegen so einfach.
Daher meine Fragen:
Gibt es hier andere Leute, die mit ihrem Baby vegan leben?
Was ist von dem Urteil unserer Kinderärztin zu halten?
Wie oft "darf" denn ein Kind gestillt werden und wie verhält es sich dann mit der Beikostmenge?
Wie reguliert sich die Ausgewogenheit bei (z.B.) BLW, wenn man nur noch wenig stillt?
Danke im Voraus für eure Meinungen!
ich komme gerade von der U6 bei unserer Kinderärztin und bin ein wenig... empört vielleicht. Ich schildere vielleicht erst kurz unsere Situation:
Unser Sohn, 11 Monate, ist recht gross und kräftig (das war er nicht von Anfang an, aber so seit ca. dem 5. Monat), inzwischen 77cm und 11,8kg. Bis zum 7. Monat haben wir voll gestillt, dann vorsichtig mit Beikost angefangen, die er liebt.
Ich arbeite in Teilzeit (in der Schweiz, wo es ja kein Elternzeitkonzept gibt, also alternativlos; mein Freund ist in Elternzeit, da er in Deutschland angestellt ist), sodass ich ein paarmal in der Woche zwischen 9 und 16 Uhr ausser Haus bin. In der Zeit bekommt der kleine Mann eine Mittagsmahlzeit, die abwechselnd oder kombiniert aus Fingerfood und Löffelkost besteht. Er mag bislang alles, was wir ihm anbieten und hat Spass am haptischen Kennenlernen des Essens, nimmt aber auch gern etwas vom Löffel. Bevor ich gehe (so zwischen 7:30 und 8:30) wird er gestillt, dann wieder, wenn ich nach Hause komme (meist so gegen 16:30). Gegen 18 Uhr bekommt er einen "halben" Abendbrei (Getreideflocken mit 90ml MuMi), dann stille ich ihn wieder zum Einschlafen. Zwischendurch gibt es keine geplante Mahlzeit mehr für ihn, aber natürlich sitzt er auch morgens mit uns am Tisch, isst mal ein Stück Banane, trinkt ein paar Schlucke grünen Smoothie (darauf steht er total), probiert Pfannkuchen oder ne Ecke Brot mit Mandelmus. Entsprechend weniger stillt er natürlich inzwischen morgens. Nachts ist es ganz unterschiedlich: Mal will er gar nichts, manchmal wacht er aber auf und trinkt ein wenig. Das ist allerdings niemals eine ernst zu nehmende Menge, eben nur zum wieder Einschlafen.
Nun sagt unsere Kinderärztin, das sei "zu viel Stillen", weil er zu viele Kalorien dabei aufnehme (sie hat allerdings nicht gefragt, was oder wie viel er am Tag so isst...), höchstens zweimal am Tag sei ok, er hätte ja ein Kilo "Übergewicht".
Mal abgesehen davon, dass mich dieser Ausdruck im Bezug auf ein Baby, das nicht mal ein Jahr alt ist und keinerlei Fertignahrung erhält, wirklich aufregt, überlege ich aber nun, wie ich mit diesem Hinweis umgehen soll.
Es kann sicher nicht die Rede davon sein, dass ich nicht "loslassen" kann mit dem Stillen. Im Gegenteil: Für mich wäre es praktisch, meine Arbeitszeiten flexibler handhaben zu können, morgens früher zu gehen oder nachmittags später nach Hause zu kommen, abgesehen davon, dass es langsam auch ein wenig an die Substanz und auf Kosten meiner Konzentrationsfähigkeit geht, weiterhin umfangreich zu stillen (darauf schiebe ich es zumindest). Ich habe aber ein bisschen Sorge, den Plan für den kleinen Wicht muttermilchfrei(er) und ausgewogen zu gestalten: Er und ich leben vegan. Er mag zwar Hülsenfrüchte, aber ich bin doch eher zurückhaltend, ihn schon mit sämtlichen Sojaprodukten (-milch, -joghurt, Tofu) zu konfrontieren und ständig darüber nachzudenken, ob er genug Proteine, Fette, alle essentiellen Aminosäuren etc. zu sich genommen hat. Ich will ihn auch eigentlich weniger "füttern" und mehr ans selber Essen heranführen, aber gerade dann habe ich natürlich weniger Einfluss darauf, welche Nährstoffkombinationen er zu sich nimmt. Stillen ist dagegen so einfach.
Daher meine Fragen:
Gibt es hier andere Leute, die mit ihrem Baby vegan leben?
Was ist von dem Urteil unserer Kinderärztin zu halten?
Wie oft "darf" denn ein Kind gestillt werden und wie verhält es sich dann mit der Beikostmenge?
Wie reguliert sich die Ausgewogenheit bei (z.B.) BLW, wenn man nur noch wenig stillt?
Danke im Voraus für eure Meinungen!