Natürliches Saugbedürfnis nur bis 6 Monate?
Verfasst: 07.02.2015, 07:59
Liebe Forumsteilnehmerinnen! Ich lebe in der Schweiz und war gestern bei unserer Kinderärztin. Da ich eine Frage zum Thema Kariesprophylaxe hatte, habe ich erwähnt, dass ich unseren Sohn (16 Monate) noch stille, auch nachts. Nach ihren Erläuterungen zu Karies meinte sie etwas kritisch, wie lange ich denn überhaupt noch stillen wolle. Daraufhin sagte ich, solange wir beide wollen. Sie meinte, laut neuesten Studien hätte der Mensch nur bis zum Alter von 6 Monaten ein natürliches Saugbedürfnis, alles danach sei Gewöhnung. Auf meine Nachfrage, welche Nachteile das längere Stillen hätte, meinte sie, es wären soziale Aspekte. Stillen eines 3-jährigen Kindes sei fragwürdig, denn hier sei es die Mutter, die das Stillen will/anbietet. Auf meinen Hinweis zur WHO-Empfehlung meinte sie, hier sei die gesamte Weltbevölkerung gemeint, also ein 1-jähriges Kind in einer armen Region Afrikas sollte besser gestillt werden, als eine Reissuppe zu bekommen, aber für uns in der Schweiz gelte dies ja nicht.
Ich bin etwas schockiert. Vor allem die Sache mit dem Saugbedürfnis macht mich stutzig. (Die beiden anderen Aspekte sind für mich keine neuen Argumente gegen das längere Stillen, wenn ich sie auch nicht logisch nachvollziehen kann.) Ich bin durch die Meinung der Ärztin nicht verunsichert und überlege deshalb nicht, etwas anders zu machen. Aber mich interessiert , wie die Meinung zustande kommt. Ich habe in der Literatur zum Stillen immer gelesen, dass das natürliche Abstillalter über einem Jahr liegt und dass sich kaum ein Kind, das neben der Brust keinen Saugersatz hat, vor einem Jahr abstillt. Daher ging ich davon aus, dass es ein natürliches Bedürfnis ist. Auch wenn ich an den Immunschutz denke, der ja länger als 6 Monate durch das Stillen vorhanden ist, macht dies evolutionsbiologisch keinen Sinn.
Hat das jemand von Euch schon einmal gehört? Hat jemand Links zum Thema, eventuell auch zu Forschung? Und eine Frage an länger als 6 Monate stillende Mütter: Hattet Ihr das Gefühl, das Stillen wäre Gewöhnung – oder eben doch ein natürliches Bedürfnis? Wie erkennt man überhaupt den Unterschied? Ich habe diese Frage gestern im Schweizer geborgensein-Forum gepostet und dort den Hinweis erhalten, hier in diesem Forum finden sich viele Expertinnen, die auch Fachwissen teilen. Seit meinem Arztbesuch denke ich nun ständig hin und her und versuche, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Euch darüber austauschen mögt!
Ich bin etwas schockiert. Vor allem die Sache mit dem Saugbedürfnis macht mich stutzig. (Die beiden anderen Aspekte sind für mich keine neuen Argumente gegen das längere Stillen, wenn ich sie auch nicht logisch nachvollziehen kann.) Ich bin durch die Meinung der Ärztin nicht verunsichert und überlege deshalb nicht, etwas anders zu machen. Aber mich interessiert , wie die Meinung zustande kommt. Ich habe in der Literatur zum Stillen immer gelesen, dass das natürliche Abstillalter über einem Jahr liegt und dass sich kaum ein Kind, das neben der Brust keinen Saugersatz hat, vor einem Jahr abstillt. Daher ging ich davon aus, dass es ein natürliches Bedürfnis ist. Auch wenn ich an den Immunschutz denke, der ja länger als 6 Monate durch das Stillen vorhanden ist, macht dies evolutionsbiologisch keinen Sinn.
Hat das jemand von Euch schon einmal gehört? Hat jemand Links zum Thema, eventuell auch zu Forschung? Und eine Frage an länger als 6 Monate stillende Mütter: Hattet Ihr das Gefühl, das Stillen wäre Gewöhnung – oder eben doch ein natürliches Bedürfnis? Wie erkennt man überhaupt den Unterschied? Ich habe diese Frage gestern im Schweizer geborgensein-Forum gepostet und dort den Hinweis erhalten, hier in diesem Forum finden sich viele Expertinnen, die auch Fachwissen teilen. Seit meinem Arztbesuch denke ich nun ständig hin und her und versuche, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Euch darüber austauschen mögt!