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Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 10:00
von tryxy
Hallo ihr Lieben,
wie war das bei euch, ward ihr euch mit eurem Partner einig als es ans Thema Beikost ging? Über die Art, das Vorgehen etc.
Hintergrund meiner Frage: Bei uns im Momnt ein ganz heikles Thema. Maus ist 6 Monate und ich möchte gern BLW praktizieren. Einfach weil ich von dem Konzept überzeugt bin. Habe mich im Internet belesen und auch das eine oder andere Buch gekauft. Mein Partner hält das für großen Blödsinn, sein Hauptargument," meine Mutti hat 3 Kinder mit Brei ernährt und die sind auch groß geworden". Ich habe ihn gebeten mal in eins der Bücher reinzulesen. Hat er nicht getan. Ich habe ihm Links aus dem INet rausgezogen, hat er nicht gelesen. Ich habe ihm hier den Faden "Grundinfo in die Beikosteinführung" zum Lesen gegeben. Den hat er gelesen. Mir ist halt wichtig dass er wenigstens sich eine Meinung bildet, damit man vernünftig diskutieren kann. Ich bin bereit KOmpromisse zu schließen, habe ja auch kein Problem damit ab und an mal Brei zu geben.
Aber er will nicht disskutieren.

Im Prinzip werde ich ja hauptsächlich fürs Essen zuständig sein, da in Elternzeit. Aber ich möchte, dass er hinter mir steht und mich unterstützt, und z. B. nicht plötzlich anfängt die Kleine zu füttern. Auch möchte ich nicht dass ein erhobener Zeigefinger und ein" Ich habs dir gesagt" kommt, wenn es mal nicht so klapen sollte.
Neuester "Streitpunkt" gestern Abend. Ich fragt ihn wie er zum Thema Trinkgefäß steht. ich erläuterte ihm dass es mir wichtig wäre keine Trinklernflasche zu nehmen, damit das Stillen weiterhin gut klappt. Tat er ab mit "neumodisches zeug, früher gings auch". Keine Diskussionsgrundlage für mich
Naja lange Rede, kurzer Sinn: Wie war das bei euch und habt ihr Tipps?
lg
Re: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 10:24
von AnnaKatharina
Wir haben eine Paarinterne Regel die besagt:
Wer sich nicht informieren will, macht ohne Gejammer das, was der Informierte entschieden hat!
Aktuelles Beispiel: Unser SpüMa ist kaputt gegangen. Ich hatte keine Lust mich zu informieren, mein Mann schon. Daher hat er den Preisrahmen und die Kriterien festgelegt und auch gekauft. Wenn mir das Teil jetzt nicht gefallen sollte, hab ich Pech gehabt (wird nächste Woche geliefert) und muß die Klappe halten.
Auf dem Niveau von "Hat uns früher auch nicht geschadet" diskutier ich nicht.
Meine Oma ist in einem Haus ohne Heizug und fließend Warmwasser aufgewachsen. Klo in einer Kammer eine Etage tiefer im Treppenhaus. Sie ist erstaunlich gesund für ihr hohes Alter (über 90).
Trotzdem haben wir Zentralheizung und Warmwasser, und ich würde jedem den Vogel zeigen, der mir erzählt, wir sollen doch bitte drauf verzichten, weil "hat der Oma ja auch nicht geschadet"
Grüße,
Anna-Katharina
Re: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 10:30
von zilpzalp
AnnaKatharina hat geschrieben:Wir haben eine Paarinterne Regel die besagt:
Wer sich nicht informieren will, macht ohne Gejammer das, was der Informierte entschieden hat!
So ähnlich handhaben wir das auch. Wir sind uns in vielem einig. Aber wenn nicht, informiert er sich entweder, oder er lässt mich halt machen.
Früher alles besser: mein Opa hat seine drei Söhne mit dem Gürtel aufgezogen, und sie haben es alle überlebt und sind selbst nicht gewalttätig geworden. Sagt das jetzt, dass ich meine Kinder mit dem Gürtel schlagen darf, weil es früher ja auch nicht geschadet hat? Total dummes Argument.
Zur Trinklernflasche: Er soll mal begründen, warum er glaubt, dass die Trinklernflasche entwicklungstechnisch gesehen älter ist als ein Glas (also das Glas als neumodischer Quatsch gilt). Oder sind dir Geschichten aus dem alten Rom bekannt, wo die Leute aus Trinklernbechern getrunken haben, weil das Glas noch nicht erfunden war?
Re: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 10:48
von nido56
Ich wuerde sagen, wenn Du hauptsaechlich fuers Essen zustaendig sein wirst, und er kein fundierteres Argument als "Mutti hat das auch so gemacht" vorbringen kann, dann mach einfach. Wahrscheinlich findet er das ganze jetzt erstmal sehr obskur, weil es fuer ihn so nach modernem Oekokram klingt und zu sehr theoriebeladen ist. Wenn er dann mal sieht, dass es im Grunde nur darum geht, dass das Kind selber isst was und wieviel es will, dann vergisst er vielleicht sogar, dass das je ein komisches, neumodisches Konzept ist, das er eigentlich doof findet.
Ich persoenlich habe allerdings auch kein Problem damit, verschiedene Konzepte zu mischen, und faende es nicht schlimm, wenn der Papa dann alle Jubeljahre mal das Kind fuettert. Wir haben Brei und Fingerfood gemischt und hauptsaechlich gefuettert, weil es fuer unsere Lebensumstaende einfach besser passte. Mir war nur immer wichtig, dass dem Kind das Essen nicht aufgezwungen wird. Also Fuettern nie im liegen, auf keinen Fall Haende festhalten, kein Essen "mit Gewalt" in den Mund stopfen und sofort aufhoeren, wenn das Kind nicht mehr will.
Bei den Trikbechern wuerde ich mir nicht reinreden lassen, denn schliesslich bist DU diejenige, die nachher gebissen wird, wenn das Kind sich eine falsche Technik angewoehnt. Natuerlich ging es frueher anders, aber in unserer Kindheit hat auch kaum jemand laenger als 3-4 Monate gestillt. Ausserdem sehe ich da auch einfach sein Problem nicht. Ganz abgesehen davon, dass der Pirat als stillkind z.B. mit den Trinklernflaschen gar nichts anzufangen wusste. Das einzige, was bei uns ausser normalen Bechern gut funktionierte, waren so klassische Schnabeltassen, mit hartem Schnabel und ohne Auslaufschutz, und fuer unterwegs Fahrradflaschen. Also nichts mit weichem Sauger.
Re: AW: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 13:37
von danat
Wer sich informiert entscheidet! So machen wir das auch. Beim Baby setze ich mir wichtige Dinge durch - va wenn das Stillen tangiert wird.
Ich an deiner Stelle würde glaube ich weniger mit ihm diskutieren, mehr handeln. Trinklernflasche gar nicht zur Diskussion stellen. Sondern "schau mal wie toll Baby schon aus dem Becher trinken übt."
Re: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 14:04
von dowa
Mein Mann und ich waren recht faul. Darum stille ich noch und Sohnemann hat eigentlich nie was anderes als wir bekommen. So hat er morgens Frischkornbrei, den ich mit ihm teile und tagsüber feste Sachen. Es kommen gerade am Anfang keine nennenswerten Mengen an.
Mein Mann wurde von seiner Familie oft gefragt, ob ihn das nicht störe, dass ich ihm das Kind wegnähme und durch die Stillbeziehung die Vater-Sohn-Beziehung einschränke. Er wusste darauf nicht wirklich zu antworten. Aber er stand immer hinter dem Stillen, auch wenn ich es nicht mehr öffentlich tun soll. (Sprich nicht in seiner Familie)
Bei uns ist es so, dass mein Mann für das Abendessen zuständig ist. Da hat er dann auch Sohnemann und ich quatsche nicht rein.
07/13
Re: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 14:28
von tryxy
Hallo und vielen Dank für die bisherigen Antworten!
Wer sich nicht informieren will, macht ohne Gejammer das, was der Informierte entschieden hat!
sehr gut! Im Prinzip handhabe ich das auch schon so, wenns um Autodinge geht etc. Da beschwert er sich manchmal dass ich ja auch mal was entscheiden könnte :-/
Er ist ja eh kein Typ für Diskussionen, aber hier gehts halt um unsere Tochter und da seh ich das irgendwie enger. Er meint ich übertreibe es ( z.B. als das 3. Buch zum Thema per Post kam

). Ich versuche nun unauffällig die Bücher immer mal wo liegen zu lassen in der Hoffnung er schaut doch mal rein. Er lässt sich da auch leicht beeinflussen von seiner Mutti, sein Vati hat sich schon vehement dagegen ausgesprochen und gemeint bei ihnen am Tisch gibts "sowas" nicht. Tja, da können wir halt leider nicht mehr zum Essen kommen

Auch bei meinen Eltern rechne ich mit hochgezogenen Augenbrauen, aber mit mehr Verständnis.
Ich wuerde sagen, wenn Du hauptsaechlich fuers Essen zustaendig sein wirst, und er kein fundierteres Argument als "Mutti hat das auch so gemacht" vorbringen kann, dann mach einfach.
ja das ist mein plan. Allerdings hoffe ich dass er auch irgendwann wenn er kocht selber daran denkt, z.b. nicht so viel salz reinzumachen. Will ihn dann ja nicht immer "bevormunden".ich hoffe wirklich sehr dass er mit der zeit sieht was das für eine tolle sache ist.
Sondern "schau mal wie toll Baby schon aus dem Becher trinken übt."
... sage ich dann wenn das Wasser übern Tisch läuft
Wer sich informiert entscheidet!
er meint halt man solle nicht alles glauben was im Inet, in büchern steht, sondern kann das ja so machen wie es früher gemacht wurde :-/ Das übliche Argument. Ich befürchte das wird noch oft kommen, ob es nun die erziehung ist, oder das schlafen, etc.
Vielleicht sollte ich offiziell die Regel
Wer sich informiert entscheidet!
einführen,mit einer deutlichen Ansage?
lg!
Re: AW: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 14:42
von danat
Ich werfe mal provokativ als Theorie in den Raum: Ihm ist das doch alles gar nicht So wichtig und er ist schlicht zu faul sich zu informieren.
Du gestaltet doch hauptsächlich den Alltag mit Baby - also kannst Du da selbstbewusst (!) Standards einführen. Du musst ihn nicht um Zustimmung bitten - Du hast auch 50 % "Entscheidungshoheit".
Früher war mir auch wichtig, dass mein Mann hinter all diesen kleinen und grossen AlltagsEntscheidungen steht, aber ihm war dad gar nicht wirklich wichtig.
Ich habe mich auch manchmal ganz gern auf die Kinderärztin berufen, die das So empfohlen hat.
Re: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 14:58
von dowa
Ja, ja, für so was sind sie gut, die Götter in weiß.
07/13
Re: Uneinigkeit bei der Beikost
Verfasst: 06.02.2015, 15:04
von FrauMahlzahn
Bei praktischen Dingen gilt bei uns die Regel: Wer da ist entscheidet. Ist der Papa mit Kind allein kann er Brei füttern, bist Du es gibt es eben Fingerfood.
Lediglich die grundsätzliche Linie ist bei uns abgestimmt: Nicht stündlich Schokolade, auch Obst und Gemüse, nichts gesundheitlich Schädliches wie Honig im ersten Lebensjahr, nicht zwangsfüttern u.s.w.
Aber ob es möhren aus dem Glas, Brötchen beim Bäcker, Quetschmus oder Frikadellen gibt. Was solls.