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Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 09.01.2015, 08:34
von MamaSel
Hallo!
Wie schon mein Betreff verrät, kämpfe ich mit Stillproblemen. Meine Tochter (1. Kind) kam Ende November gesund und (leider) per Kaiserschnitt auf die Welt. Dass ich stillen möchte, stand für mich immer schon fest. Allerdings war mir nicht bewusst, welche Herausforderung eine scheinbar so natürliche Sache werden darstellen kann! Jetzt so im Nachhinein betrachtet habe ich mich während der Schwangerschaft auch viel zu wenig mit dem Thema Stillen auseinandergesetzt.

Ich bin hier, um noch einen -vielleicht- letzten Versuch zu starten, das Ruder doch noch umzukehren, mit weniger Zufüttern auszukommen, meine Milchmenge zu steigern und aus der Zufütter-Abwärtsspirale auszubrechen..falls es nicht eh schon zu spät ist...

Kurz zu unserer Geschichte:
Meine Tochter ist nun 6 Wochen alt. Nach der Geburt waren wir eine ganze Woche im Krankenhaus, wo bereits mit dem Zufüttern begonnen wurde, da sie an meiner Brust nicht satt zu werden schien. Der Milcheinschuss kam am 3. Tag. Beim Anlegen hat sie gut angedockt, hat dann aber immer sehr langsam getrunken und ist dabei meistens eingeschlafen. Da sie stetig an Gewicht verloren hat, habe ich dann auch schon selbst beim Krankenhauspersonal nach einer Flasche gefragt - einfach aus Angst, mein Kind mit meiner Milch nicht satt machen zu können. Wegen ihrer Gewichtsabnahme hat man mir im KH auch Druck gemacht - ständig wurden "Trinkwiegekontrollen" (wiegen vor und nach dem stillen) gemacht. Dass sie aufgrund eines verkürzten Zungenbändchens nicht gut saugen konnte, hat eine Krankenschwester zufällig am 4. Tag festgestellt, welches am 6. Tag dann auch durchtrennt wurde. Bei der Entlassung wurde mir nahe gelegt noch zu bleiben, da die Gewichtsabnahme beobachtet werden solle, was ich abgelehnt habe. Ich wollte einfach endlich nach Hause. Zur Gewichtsabnahme: meine Nachsorgehebamme war über das Vorgehen des KH ziemlich überrascht, da meine Tochter nicht einmal die 10% Marke überschritten hatte. Sie kam mit 3700 Gramm auf die Welt und wurde mit 3420 Gramm entlassen.
Was mir aber blieb und sich stark in mir verankerte war: mein Kind NIMMT AB, ich kann es NICHT sattstillen und ich MUSS zufüttern.
Dass meine Milch höchstwahrscheinlich ausgereicht hätte (jetzt nicht mehr, da ich ja schon so viel zufüttere) wird mir erst jetzt klar.

Die jetzige Situation:
Ich füttere-wie gesagt-von Beginn an zu. Jetzt reicht meine Milchmenge auch nicht mehr und das Zufüttern ist tatsächlich notwendig. Bis gestern musste ich ihr noch nicht bei jeder Stillmahlzeit PRE Nahrung geben. Vor allem in der Früh hatte ich immer genug Milch, stillte sie gegen 6.00 und sie war für die nächsten 2h zufrieden. In der Nacht wurde die Brust immer prallvoll, weil sie sich in der Nacht meistens nicht meldet (letzte Stillmahlzeit + PRE-Gabe um ca. Mitternacht). Heute Nacht allerdings ist das erstmals nicht passiert und ich konnte sie heute morgen erstmals nicht sattstillen, was mich eigentlich auch dazu bewogen hat, mich hier zu melden. Irgendwie ließ das meine Alarmglocken läuten...das morgendliche Stillen hat bisher immer gut geklappt und nun nicht einmal das! :( Meine Milch wird immer weniger-ich befinde mich knietief in der Zufütter-Abwärtsspirale, was mich sehr traurig macht.

Hinzu kommt, dass sie meine Brust nicht mehr immer annehmen will. Sie nimmt sie gerne dann, wenn sie prall/voll ist, verweigert sie nun aber immer öfter, selbst wenn noch gut Milch drin wäre.

Stillmahlzeiten:
Einen richtig schönen Rhythmus haben wir nicht. Aber gesamt kommen wir auf ca. 8 Mahlzeiten, wobei ich nach fast jeder zufüttern muss. Besonders viel PRE trinkt sie am Abend. Am Nachmittag reicht manchmal das Stillen. In der Früh reichte es bisher auch, scheint sich nun aber auch geändert zu haben.

Zufüttermenge:
Bevor ich mit der Flasche zufüttere, versuche ich sie immer zu stillen (was nicht immer klappt) und gebe ihr dann Aptamil PRE. Ich versuche immer, zunächst etwas weniger anzubieten und gebe ihr dann noch mehr, wenn sie noch schreit oder ich den Eindruck habe, dass sie hungrig ist. Im Schnitt sind es so um die 450ml am Tag.
Zu Beginn, also in den ersten 3-4 Wochen, habe ich auch noch sehr oft MuMi abgepumpt, mache das in der Zwischenzeit aber immer seltener.

Ausscheidung:
Pipiwindeln hat sie um die 7-8, Stuhl jeden 2.Tag

Besonderheiten Mama/Kind:
Ich habe eine leichte Schilddrüsenunterfunktion und nehme täglich 25Mikrogramm L-Tyroxin, wobei meine Werte bei der Nachuntersuchung neu erhoben werden müssen. Mein Eisenwert war bei der Entlassung niedrig, weshalb mir Eisentabletten verschrieben wurden, die ich aber nicht regelmäßig einnehme.
Meine Tochter hatte bis Tag 6 ein verkürztes Zungenbändchen.

Künstliche Sauger:
Flasche, Schnuller, manchmal Stillhütchen

Sonstiges:
Ich habe mir ein Brusternährungsset bestellt - sozusagen als letzten Rettungsanker, um meine Milchmenge noch zu steigern und eventuell von der Flasche wegzukommen.
Gestern habe ich es zum ersten Mal getestet und es hat auch funktioniert, ist in der Handhabung halt seeehr aufwendig und mit diesen dünnen Schläuchen und einem wild herumfuchtelnden, aufgeregten Baby eine Nervenprobe. Was mich stutzig macht: kann meine erstmalige Anwendung des BES gestern Abend mit der nicht mehr prallen Brust heute Nacht in irgendeiner Verbindung stehen..? Oder ist das einfach nur Zufall...

Ich möchte einfach meine Milchmenge steigern und noch nicht abstillen! Da sie aber immer öfter die Brust verweigert und sich nach ein paar Zügen schreiend abwendet (obwohl Milch drin wäre- das sehe ich am Stillhütchen oder an ein paar Tropfen, die aus ihren Mundwinkeln kommen), wird die Milchmenge immer weniger und weniger, bis dann irgendwann mal gar nichts mehr da ist...und so habe ich mir das alles nicht gewünscht :(((

Ich würde mich sehr, sehr über Rat und Unterstützung freuen!
Lieben Gruß und Danke!

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 09.01.2015, 08:54
von Mondenkind
Hallo und herzlich willkommen um SuT! Hier bist Du mit Deinem Anliegen richtig, ich bin mir sicher, dass wir das Ruder noch rumreißen können!

Bitte schau mal in diesen Thread, ich brauch noch ein paar Infos: Wie funktioniert Stillberatung im SuT?. Vor allem brauche ich alle Gewichte Deines Kindes, die Du hast und ich brauche die genaue derzeitige Zufüttermenge.
MamaSel hat geschrieben:Was mir aber blieb und sich stark in mir verankerte war: mein Kind NIMMT AB, ich kann es NICHT sattstillen und ich MUSS zufüttern.
Das ist leider das, was nach Zufüttern, sei es nötig oder unnötig gewesen, bei der Mutter zurückbleibt. Ich kann Deine Verunsicherung vollkommen nachvollziehen.
MamaSel hat geschrieben:Meine Milch wird immer weniger-ich befinde mich knietief in der Zufütter-Abwärtsspirale, was mich sehr traurig macht.
Aber den ersten Schritt hast du getan, Du hast es bemerkt und an uns gewandt- damit ist ganz viel geschafft, denn ab JETZT werden wir alles tun, um die Spirale wieder in die andere Richtung zu schicken!
MamaSel hat geschrieben:Einen richtig schönen Rhythmus haben wir nicht.
Braucht Ihr auch nicht!
MamaSel hat geschrieben:Ich habe mir ein Brusternährungsset bestellt - sozusagen als letzten Rettungsanker, um meine Milchmenge noch zu steigern und eventuell von der Flasche wegzukommen.
Super, das werden wir brauchen. Dazu bitte unbedingt noch diese Info besorgen: http://www.elterninfo-online.de/shop/el ... gsset.html. Ohne die gehts nicht.
MamaSel hat geschrieben:ist in der Handhabung halt seeehr aufwendig
Nein! Mit der richtigen Anleitung und der Broschüre ist das ne super Sache und vor allem sparst Du Dir die ganze Flaschenfütterei, die das Trinkverhalten Deines Kindes negativ beeinflusst. Deswegen unbedingt dem Teil eine 2. Chance geben, bitte. Hier findest Du dazu schon mal was zu lesen: Erste Schritte mit dem BES

Ich würde vorschlagen, Du gibst mir noch die Gewichte und die Zufüttermengen etc und dann machen wir nachher einen Plan, wie es jetzt weitergeht, ok?

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 09.01.2015, 09:18
von endru
Ich lass dir mal ne dicke Umarmung da, wenn du möchtest ((((MamaSel)))
Und ich bin mir ganz sicher, dass ihr zwei das mit der Hilfe des SuT zum vollstillen schafft!!!

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 09.01.2015, 11:06
von ixcacienfuegos
Hast du einen guten SD-Arzt? Mein Nuklearmediziner (zu dem ich übrigens 200km fahre, weil sich hier niemand auskennt) meinte zu mir, 25µg können eigentlich nur ausreichen, wenn man ein Kind ist oder unter 50 Kilo wiegt... Außerdem meinte er, in der Stillzeit sollten die Werte wie in der Schwangerschaft unbedingt alle 4-6 Wochen kontrolliert werden, weil der Bedarf stark schwanken kann.
Ansonsten bist du hier in guten Händen, ihr schafft das schon.

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 09.01.2015, 18:04
von Zwenija
Hallo MamaSel,
gut, dass du dir gleich Rat und Hilfe holst, wenn du das Gefühl hast, dass was schief läuft, was du so gar nicht möchtest. Ich war in der gleichen Situation und habe leider viel zu spät entschieden, dass sich etwas ändern muss. Deshalb kann ich dich nur ermutigen: Gib nicht auf und bleib dran!! Bestimmt gehst du dann bald deinen eigenen richtigen Weg.
:daumenhoch:

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 09.01.2015, 20:09
von MoinMoin
Ich möchte dir auch Mut machen. Ich habe auch zu gefüttert und habe es wieder zurück zum Vollstillen geschafft. Mit der Hilfe hier wirst du das ganz sicher auch schaffen. :) Kommt eure Hebamme denn noch?

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 10.01.2015, 09:16
von MamaSel
Ich habe es gestern nicht mehr zum PC geschafft und sehe jetzt alle Antworten. Viele lieben Dank für all eure Rückmeldungen! Das macht Mut.
@endru, zwenija, moin moin: Danke:)!!
@ixcacienfuegos: habe keinen eigenen SD-Arzt, den TSH-Wert hat meine Gyn erhoben. Er ist bzw. war auch im Normbereich. Die 25 Mikrogramm sollten ihn nur "schöner" machen. Sie meinte auch, 25 Mikrogramm wäre eine homöopathische Dosis, die bei mir aber ausreichen sollte...mal schauen, was meine nächste Blutuntersuchung ergibt. Vielleicht sollte ich eh zu einem Spezialisten, der sich wirklich auskennt...

@mondenkind: danke für die Rückmeldung und die Links, werde mir heute die Broschüre holen.
Kurz zum gestrigen Tag. Ich habe versucht ein bisschen Buch zu führen über unsere Still- und Zufütterzeiten. Wir -also Töchterchen und ich- waren gestern erstmals bei der Kinderärztin (1. Mutterkind-Pass-Untersuchung). Die Ärztin ist keine strikte Schulmedizinerin und hat sich auch gleich nach dem Stillen erkundigt. Sie will hier auch unterstützend mithelfen, die Zufüttermenge zu reduzieren.

Zum gestrigen Tag (9.1.):
5.30: stillen (gefühlt zu wenig Milch)
7.00: BES 50ml
9.30: 90ml PRE --> habe ich vor dem Arzttermin gegeben, da wir zum ersten Mal richtig allein in der Stadt unterwegs waren und ich vermeiden wollte, dass sie irgendwo vor Hunger zu schreien beginnt. Aus Zeitgründen (alles mal zusammenpacken etc.) war es leider nicht mehr möglich vorher zu stillen, obwohl es vl. sogar gegangen wäre
12.00: 100ml PRE --> wir waren gerade dabei die Ordination zu verlassen, da fing sie an fürchterlich zu schreien; zunächst dachte ich, es sei Aufregung, aber es war Hunger; meine Brust fühlte sich richtig prall an und ich versuchte sie noch im Wartezimmer zu stillen, aber keine Chance! :( Sie hat wie am Spieß gebrüllt und Stillhütchen, die ich manchmal auch zur "Überlistung" verwende hatte ich keine dabei. Zu Hause hätte ich vl. noch länger herumprobiert, aber im Warteraum mit den anderen Frauen konnte ich dem "Druck" nicht mehr standhalten. Tja, das ist auch so eine Sache: das Stillen wenn jemand zusieht/zuhört...kennt das noch jemand?
dann ist sie eingeschlafen und die Brust wurde immer voller, bis ich es um 15 nicht mehr aushalten konnte und sie halbschlafend anlegte
15.00: stillen (klappte gut)
17.00: stillen (klappte auch ok)
ab 19:00 Durcheinander; ich stillte sie immer wieder kurz; sie verweigerte die Brust auch immer wieder, doch dann bin ich mit ihr im Arm im Zimmer herum gegangen und sie hat die Brust plötzlich angenommen (neuer Trick?! ;) )
ab 19.00-23.00 habe ich aber auch noch insgesamt 180ml PRE gegeben und 40ml MuMi, dann noch einmal kurz gestillt und sie ist eingeschlafen

FAZIT: 6x stillen, 1x BES, 420 ml PRE, 40ml MuMi, 6x Pipi, 1x Stuhl

Gewichtsdaten:
Geburtsgewicht: 3700 Gramm
Entlassungsgewicht: 3420 Gramm
1. Hebammenbesuch (5.12.2015) 3560 Gramm
2. Hebammenbesuch (6.12.2015) 3600 Gramm
3. Hebammenbesuch (22.12.2014) 4540 Gramm
1. Artzbesuch (9.1.2015) 5420 Gramm

mehr Gewichtsdaten habe ich nicht
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LG und Danke!

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 10.01.2015, 09:28
von MamaSel
ixcacienfuegos hat geschrieben:Hast du einen guten SD-Arzt? Mein Nuklearmediziner (zu dem ich übrigens 200km fahre, weil sich hier niemand auskennt) meinte zu mir, 25µg können eigentlich nur ausreichen, wenn man ein Kind ist oder unter 50 Kilo wiegt... Außerdem meinte er, in der Stillzeit sollten die Werte wie in der Schwangerschaft unbedingt alle 4-6 Wochen kontrolliert werden, weil der Bedarf stark schwanken kann.
Ansonsten bist du hier in guten Händen, ihr schafft das schon.
hm, ich habe vor der Schwangerschaft 49/50kg gewogen und wiege jetzt ca 55kg. Vl. brauche ich bei meiner leichten Unterfunktionsstörung eh nicht mehr als die 25 Mikrogramm. Bin jedenfalls gespannt, was bei der nächsten Untersuchung rauskommt

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 10.01.2015, 10:59
von ixcacienfuegos
Wie ist denn dein TSH-Wert? Alleine ist der leider auch nicht aussagekräftig.

Re: Holpriger Stillstart, Zufüttern, Ablehnung der Brust

Verfasst: 10.01.2015, 11:18
von MamaSel
Werte Untersuchung 10.4.: TSH 3,12 / fT4 1,17 / fT3 2,74
Werte Untersuchung 25.9.: (nach Einnahme des L Tyroxin 25): TSH 1,2 / fT3 2,41 / fT4 1,04