Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?
Verfasst: 28.12.2014, 23:11
Als mein Kind ca. 1,5 Jahre alt war, war ich bei einer Mu-Ki-Kur, und wollte mich nicht von meinem Kind trennen. Das Kind hatte bis dahin keinerlei Fremdbetreuungserfahrung. Man sollte dort das Kind praktisch am 1., spätestens aber am 2. Tag in einer altershomogenen Gruppe lassen. Auch bitte nicht lange mit dableiben, sondern schnell raus, Augen zu und durch.
Ich habe mir das ein paarmal angeschaut in dieser Kita, aber es war einfach furchtbar für mich. Die Hälfte der Kinder weinte IMMER, z.T. laut, ein Kind saß immer völlig apathisch in der Ece und wurde nicht beachtet. Die anderen Kinder wurden turbo-entertaint - u.a. mit Snacks, bei denen die Hand der Erzieherin die Hand des Kindes mit Druck zum Mund führte, oder mit relativ lauter Musik, damit sie bloß nicht auf "Gedanken" kommen. Soweit ich das bei kurzen Besuchen in der KiTa (guten Willen zeigen) beurteilen konnte, hatte sich die Situation nach einer Woche nicht geändert. Von Eingewöhnung konnte da keine Rede sein!
Vielen Müttern ist es sehr schwer gefallen, ihre Kinder dort abzugeben, aber sonst haben es dann alle sehr schnell doch gemacht. Von Seiten der Kurleitung wurde natürlich großer Druck ausgeübt. Ohne die Trennung vom Kind könnte ich ja gar nicht von den "Angeboten" profitieren (selbstverständlich durfte ein Kind NICHT mit im Fitnessraum oder bei einer 1:1 Physio-Behandlung anwesend sein). Ich sollte es mir doch zum Ziel machen, das Kind wenigstens für eine halbe Stunde mal dazulassen, um "Zeit für mich" zu haben und abzuschalten. Abschalten? Wenn man das Kind ohne Übergang diesem Schock ausliefert? Es in ein Szenario reinstößt, in dem alle unglücklich und mega-gestresst sind (inkl. natürlich die Erzieherinnen)? Was hat das mit Entspannung bzw. Gesundheitsförderung zu tun? Ehrlich gesagt fand ich es herzzerreißend, um nicht zu sagen grausam für diese kleinen Kinderherzen.
Wirkliche "Mutter-Kind"-Angebote, also Mutter UND Kind, gab es dort kaum. Alles war darauf angelegt, das Kind für 7-8 Stunden los zu sein und seine "Freizeit" zu genießen. Bei älteren Kindern ist das anscheinend kein Problem? Wir sind ja noch nicht so weit, aber vermutlich ist es bei einem Kind, was seit Jahren in KiGa oder Schule geht, recht selbstverständlich, es innerhalb von 1-2 Tagen in einer Kindergruppe zu lassen? Ungewohnt vielleicht zuerst, aber nicht dramatisch? Ab welchem Alter findet Ihr das unproblematisch?
Von der praktischen Altersfrage abgesehen beschäftigt mich das Thema jetzt, fast 2 Jahre später, immer noch, wenn ich was über diese "Kuren" höre. Ich verstehe nicht ganz, dass so eine Praxis überhaupt zulässig ist! Ist nicht im ganzen Land inzwischen vom "Berliner Modell" (oder auch Münchener) für Eingewöhnungen die Rede? Ist nicht ein "sanfter Übergang" das selbstverständliche Minimum? Ist das noch nicht überall angekommen, bei den Krankenkassen z.B.? Natürlich hat man bei so einer Kur keine 4 Wochen Zeit für eine Eingewöhnung, logisch. Aber wenigstens ein paar Tage - ein paar Stunden? (Was ich immer noch bei kleinen Kindern total krass finden würde.) Bzw. dann lieber gar keine Kurmaßnahmen für so ganz kleine Kinder, die Fremdbetreuung noch nicht gewohnt sind, oder mehr Angebote MIT den Kindern zusammen, so wie Eltern-Kind-Turnen oder so ähnlich wie bei der Rückbildung?
Ich habe mir das ein paarmal angeschaut in dieser Kita, aber es war einfach furchtbar für mich. Die Hälfte der Kinder weinte IMMER, z.T. laut, ein Kind saß immer völlig apathisch in der Ece und wurde nicht beachtet. Die anderen Kinder wurden turbo-entertaint - u.a. mit Snacks, bei denen die Hand der Erzieherin die Hand des Kindes mit Druck zum Mund führte, oder mit relativ lauter Musik, damit sie bloß nicht auf "Gedanken" kommen. Soweit ich das bei kurzen Besuchen in der KiTa (guten Willen zeigen) beurteilen konnte, hatte sich die Situation nach einer Woche nicht geändert. Von Eingewöhnung konnte da keine Rede sein!
Vielen Müttern ist es sehr schwer gefallen, ihre Kinder dort abzugeben, aber sonst haben es dann alle sehr schnell doch gemacht. Von Seiten der Kurleitung wurde natürlich großer Druck ausgeübt. Ohne die Trennung vom Kind könnte ich ja gar nicht von den "Angeboten" profitieren (selbstverständlich durfte ein Kind NICHT mit im Fitnessraum oder bei einer 1:1 Physio-Behandlung anwesend sein). Ich sollte es mir doch zum Ziel machen, das Kind wenigstens für eine halbe Stunde mal dazulassen, um "Zeit für mich" zu haben und abzuschalten. Abschalten? Wenn man das Kind ohne Übergang diesem Schock ausliefert? Es in ein Szenario reinstößt, in dem alle unglücklich und mega-gestresst sind (inkl. natürlich die Erzieherinnen)? Was hat das mit Entspannung bzw. Gesundheitsförderung zu tun? Ehrlich gesagt fand ich es herzzerreißend, um nicht zu sagen grausam für diese kleinen Kinderherzen.
Wirkliche "Mutter-Kind"-Angebote, also Mutter UND Kind, gab es dort kaum. Alles war darauf angelegt, das Kind für 7-8 Stunden los zu sein und seine "Freizeit" zu genießen. Bei älteren Kindern ist das anscheinend kein Problem? Wir sind ja noch nicht so weit, aber vermutlich ist es bei einem Kind, was seit Jahren in KiGa oder Schule geht, recht selbstverständlich, es innerhalb von 1-2 Tagen in einer Kindergruppe zu lassen? Ungewohnt vielleicht zuerst, aber nicht dramatisch? Ab welchem Alter findet Ihr das unproblematisch?
Von der praktischen Altersfrage abgesehen beschäftigt mich das Thema jetzt, fast 2 Jahre später, immer noch, wenn ich was über diese "Kuren" höre. Ich verstehe nicht ganz, dass so eine Praxis überhaupt zulässig ist! Ist nicht im ganzen Land inzwischen vom "Berliner Modell" (oder auch Münchener) für Eingewöhnungen die Rede? Ist nicht ein "sanfter Übergang" das selbstverständliche Minimum? Ist das noch nicht überall angekommen, bei den Krankenkassen z.B.? Natürlich hat man bei so einer Kur keine 4 Wochen Zeit für eine Eingewöhnung, logisch. Aber wenigstens ein paar Tage - ein paar Stunden? (Was ich immer noch bei kleinen Kindern total krass finden würde.) Bzw. dann lieber gar keine Kurmaßnahmen für so ganz kleine Kinder, die Fremdbetreuung noch nicht gewohnt sind, oder mehr Angebote MIT den Kindern zusammen, so wie Eltern-Kind-Turnen oder so ähnlich wie bei der Rückbildung?