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Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 08:24
von ulmue
Hallo,
wir befinden uns gerade in einer sehr kritischen Phase. Ich versuche mal, unsere Situation möglichst kurz und knapp zu beschreiben:
Meine Tochter wird bald zweieinhalb. Ich stille sie abends und nachts sowie zum Mittagsschlaf. Ansonsten ist sie tagsüber so gut wie gar nicht mehr an der Brust, weil sie einfach nicht möchte (auch, wenn ich es anbiete, sagt sie nein). Sie braucht aber das Stillen unbedingt zum Einschlafen, ohne schläft sie einfach nicht ein. Schnuller oder Flasche hat sie nie genommen, auch am Daumen wird nicht genuckelt.
Nun ist es so, dass sich über eine sehr lange Zeit die "Nuckelzeiten" abends und nachts immer mehr verlängert haben. Und seit ein paar Tagen merke ich ganz deutlich, dass es mir zuviel ist und ich das lange und häufige Nuckeln nicht mehr möchte, besser gesagt: Ich kann es einfach nicht mehr haben! Schon nach kurzer Zeit wird es mir total unangenehm, und wenn ich versuche, weiter durchzuhalten, werde ich innerlich manchmal regelrecht agressiv. Das ist nicht jedes Mal gleich schlimm, aber zum Beispiel wenn sie schon zum Einschlafen ewig genuckelt hat und dann nach zwei Stunden wieder wach wird, fällt es mir sehr schwer.
Ich bin also zu dem Schluss gekommen, dass es Zeit ist, etwas zu ändern. Ich habe der Maus zum ersten Mal die Brust "verweigert", ganz ruhig und mit erklären... Und es war total furchtbar! Sie hat so verzweifelt geweint, und als ich sie endlich auf den Arm nehmen durfte, hat sie sich an mich geklammert, und sie hat mich mit so traurigem und verständnislosen Blick angesehen...
Kurz: Ich weiß nicht, wie ich es jemals fertig bringen soll, sie gegen ihren Willen vom Stillen abzubringen. Gleichzeitig habe ich aber immer noch das Gefühl, dass es so nicht weitergehen kann, es ist mir immer noch nach kurzer Zeit so unangenehm. Es ist ein bisschen so, als möchte der Kopf gerne weiterstillen, aber der Körper will nicht mehr.
Im Moment bin ich einfach total ratlos, mir geistern so viele Fragen durch den Kopf:
Finden wir eine Lösung, ohne komplett abzustillen?
Wenn komplett Abstillen die einzige Lösung ist, wie soll das ablaufen? Stillt man von jetzt auf gleich gar nicht mehr? Wie soll ich die Kraft dazu aufbringen?
Wie soll die Maus bloß ohne Stillen einschlafen? Braucht sie in ihrem Alter nicht noch irgendwas zum Nuckeln?
Um diesen Vorschlag vorwegzunehmen: Die Gordon-Methode ist für uns wahrscheinlich wenig geeignet, da ich an drei Tagen die Woche arbeite und morgens früh aufstehe, wenn die Kleine noch schläft. Ich könnte ihr also nicht sagen, dass sie morgens ab einer bestimmten Zeit wieder an die Brust darf...
Hat vielleicht irgendjemand einen Rat für mich? Ich schwanke im Moment praktisch stündlich zwischen: Es geht nicht anders, wir müssen abstillen, die Zeit ist gekommen... und dann wieder: Das schaffe ich niemals, und eigentlich will ich ja gar nicht komplett abstillen, nur die lange Nuckelei vermeiden...
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 09:06
von Mamalinchen
Hallo ulmue,
Wenn dich vor allem das lange Nuckeln abends stört und nicht ein kurzes gemütliches Stillen, könnt ihr vielleicht eine Zeit vereinbaren, in der gestillt wird. Z. B. du singst ihr ein Schlaflied vor und währenddessen wird gestillt. Wenn das Lied zu Ende ist, wird dann noch gekuschelt, bis sie schläft. In dem Alter verstehen Kinder so eine Zeitspanne ja schon. Oder kann der Papa danach übernehmen? Dann müsstest du das Stillen nicht ganz aufgeben.
Wir haben beim Großen mit 26 Monaten das Einschlafstillen durch eine Geschichte vom Papa ersetzt. Durch die Schwangerschaft fand ich das Stillen zu unangenehm und die Milch war auch weg und er ist einfach nicht mehr dabei eingeschlafen. Dadurch war für mich aber auch der Punkt erreicht, dass ich selbst etwas ändern wollte und konnte den Protest gut aushalten. Das morgendliche Stillen hatten wir schon etwas früher abgeschafft.
Ich wünsche dir viel Kraft!
Grüße von Lina
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 09:15
von ulmue
Hallo Mamalinchen,
das ist ein guter Vorschlag mit der Begrenzung der Stillzeit auf z. B. ein Schlaflied. Das werde ich auf jeden Fall probieren! Wie hat es denn bei euch dann mit dem Einschlafen geklappt? Im Moment kann ich mir nämlich überhaupt nicht vorstellen, wie sie ohne Brust einschlafen soll. Ich habe oft das Gefühl, dass sie es versucht, aber es nicht schafft. Und dann will sie eben wieder an die Brust.
Im Moment ist der Papa noch keine Alternative: Sobald ich rausgehe, wird nach Mama verlangt.
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 09:39
von ulmue
Wenn ich es mir nochmal so durch den Kopf gehen lasse: Es ist wirklich das lange Nuckeln, das mir so zu schaffen macht. Ein "kurzes, gemütliches Stillen", wie du das so schön formuliert hast, Lina, könnte ich immer noch genießen.
Ich habe das Gefühl, der Knackpunkt ist das Einschlafen. Wenn das Einschlafen quasi vom Stillen "entkoppelt" wäre, wäre vielleicht alles einfacher...
Aber das zu bewerkstelligen kommt mir unglaublich schwierig vor...
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 11:12
von Mamalinchen
Hallo ulmue,
so wie du es beschreibst, funktioniert das Einschlafen beim Stillen ja auch nicht richtig gut. Es ging doch wahrscheinlich mal schneller mit dem Einschlafen, oder nicht? Wahrscheinlich werdet ihr ein paar unruhige Abende haben, nach denen es dann aber besser klappt.
Bei uns hat es irgendwann halt auch nicht mehr so gut funktioniert mit dem Einschlafstillen. Manchmal ist er schnell eingeschlafen, dann konnte ich ihn einfach in sein Bettchen legen, aber oft war er zwar müde, konnte aber nicht einschlafen beim Stillen. Wenn ich dann versucht habe, ihn abzulegen, hat er geweint. Er kam dann irgendwie von selbst auf die Idee, dass der Papa helfen muss. ("Der Papa soll das machen"). Ich habe dann den müden Sonnenschein wieder runter ins Wohnzimmer getragen, der Papa hat ihn auf den Arm genommen und ihn dann ohne größere Problem ins Bett gelegt. Der Sonnenschein ist dann allein in seinem Bett eingeschlafen ("du sollst jetzt weggehnen!"). Er hat gesungen oder seinem Kuscheltier irgendwas erzählt (wir haben übers Babyphon gehorcht) und irgendwann war einfach Ruhe. Nachdem die Gute-Nacht-Geschichte eingeführt war, konnte ich ihn dann auch wach ins Bett legen. Allerdings musste ich über 2? Monate noch seine Hand halten, bis er eingeschlafen war (10 Minuten oder so, in denen ich aber am Handy lesen konnte). Papa oder Oma konnten immer gleich gehen... Ich glaube, als er dann ein großes Bett für große Kinder hatte, durfte ich auch gehen, wenn er noch wach war. Wenn ich gar nicht zu Hause war, hat es vorher aber auch mit Papa oder Oma funktioniert. Als er kleiner war habe ich aber darauf geachtet, dass ich ihn zum Mittagsschlaf gestillt habe, wenn ich abends nicht da war. Mittagsschlaf bei der TaMu hat auch immer gut funktioniert. Wie ist es denn, wenn du außer Haus bist? Oder gab's das noch nicht?
Viele Grüße
Lina
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 12:15
von deidamaus
Mein erster Gedanke war, dass du vielleicht schwanger bist? Könnte das sein?
Wahrscheinlich müsst ihr ein anderes Einschlafritual finden. Meine Kinder sind irgendwann auch nicht mehr beim Stillen eingeschlafen. Sie haben dann ein paar MInuten getrunken, losgelassen, sich umgedreht und meist dann geschlafen. Manchmal hat auch streicheln und singen geholfen. Selbst bei meinem mittlerweile 1 1/2 jährigen ist es jetzt schon so, dass er oft lieber in den Schlaf getragen werden will, als in den Schlaf gestillt. Begrenze die Zeit (das mit dem Vorsingen, finde ich eine tolle Idee) des Stillens und dann versuche dein Kind anders in den Schlaf zu begleiten. Das ist natürlich erstmal eine Umstellung und eventuell nicht ganz einfach, aber das Einschlafstillen funktioniert ja anscheind auch nicht mehr so zuverlässig (wenn dein Kind nach 5 Minuten schläft, ist es ja auch okay). Dauerstillen abends kann einem sehr zermürben.
Ansonsten: Dein Kind wird groß

Freu dich darüber, wenn es auch traurig ist, dass es nicht mehr nach 5 Minuten Stillen schläft.
Liebe Grüße
deidamaus
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 12:27
von Jule
Ich mag dir auch einen ähnlichen Tipp geben- hier hat es ( in ähnlichem Alter eventuell etwas älter) besser geklappt als das Stillen vom Einschlafen entkoppelt wurde. also wurde bei Beleuchtung kurz gestillt, dann ein Buch geschaut und dann Licht ausgemacht. Es war erst schwierig, aber danach einfacher!
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 12:39
von ulmue
Vielen lieben Dank für eure Antworten und Tipps!
Es ist in der Tat so, dass das Einschlafstillen schon seit einiger Zeit nicht mehr gut funktioniert. Wir müssen wohl wirklich eine andere Möglichkeit zum Einschlafen finden...
@deidamaus: Nein, schwanger bin ich definitiv nicht. Wohl eher zermürbt und erschöpft...
@Lina: Außer Haus bin ich abends nie

. Als wir es das letzte Mal probiert haben, hat es nicht funktioniert. Als der Papa die Maus ins Bett gebracht hat und ihr klar wurde, dass sie jetzt schlafen soll (und das OHNE MAMA!!??) hat sie angefangen zu weinen und sich so schlecht beruhigt, dass mein Mann mich angerufen hat (und das will schon was heißen). Das ist allerdings auch schon wieder über ein halbes Jahr her, vielleicht sollten wir es einfach mal wieder versuchen. Aber dass ich rausgehen kann und sie alleine einschläft, kann ich mir im MOment noch nicht vorstellen. Aber das erwarte ich auch gar nicht. Es würde mir nichts ausmachen, noch bei ihr zu bleiben, bis sie eingeschlafen ist. Ich wäre einfach nur froh, wenn sie nicht mehr auf das Stillen zum Einschlafen angewiesen wäre!
Da müssen wir jetzt wohl wirklich an einem neuen Einschlafritual arbeiten. Es ist nicht so, dass ich nicht schon einige Dinge probiert hätte (singen, vorlesen...), aber vielleicht muss ich da jetzt einfach konsequenter sein. Sonst habe ich sie halt immer wieder zähneknirschend an die Brust gelassen, wenn sie nicht schlafen konnte, und da ist sie dann (manchmal im dritten oder vierten Anlauf) eingeschlafen.
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 14:12
von annikki
wir haben das einschlafstillen durch händchenhalten ersetzt. so war ich noch da, um dem tochterkind in den schlaf zu helfen. stillen wurde "aufgespart" fürs baby. ich war gerade schwanger geworden, als das stillen nur noch schmerzhaft war. die ersten abende waren nicht so toll, sie hat geweint, aber dann ging es. ich hab sie abgestillt, während wir bei oma waren, da war sie eh abends sehr geschafft und ist sehr schnell dann eingeschlafen.
halte einfach durch und erkläre es ihr immer wieder.
((((((((( )))))))))))))
Re: Es geht nicht mit und nicht ohne Stillen. HILFE!
Verfasst: 10.11.2014, 14:43
von EinfachIch
Mein Fröschli ist zwar noch etwas jünger, aber wir haben auf Grund ewiger nuckelsessions das einschlafen auch vom stillen entkoppelt. Er darf jetzt nuckeln bis ich genug hab, dann erkläre ich ihm, dass die brüste nun schlafen und biete ihm meinen arm zum umschlingen an. da kuschelt er sich dann rum, drückt den Rücken in meinen bauch und schläft ein. Manchmal lässt er sogar von selbst los, dreht sich um und schnappt den arm. Da war ich völlig baff, als er das das erste mal gemacht hat.
Allerdings ging es nicht ganz ohne kampf, ein paar tage hat er weinend versucht doch noch irgendwie an die Brust zu kommen. Mir hat er zwar auch unendlich leid getan, aber an schlechten tagen lag ich in summe 2-3 Stunden zum einschlafnuckeln rum und bin innerlich immer aggressiver geworden. Das einschlafen war schon so negativ belegt, dass sich das schon so gegenseitig bedingt hat, glaub ich. Meine spannung war jedenfalls sicherlich für ihn spürbar. Für uns hat sich die Umstellung jedenfalls sehr gelohnt.