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Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 31.10.2014, 18:45
von melaniestumpf
Hallo liebe Alle,

Ich bin Mutter eines 11 Wochen alten Sohnes. Seit heute habe ich Probleme mit dem Anlegen.

Wir haben erst ab Tag 5 mit den Stillen begonnen, da ich durch den Kaiserschnitt vorher keine kraft hatte.

Seitdem bekommt er am Abend ein Fläschchen (je 90ml) und manchmal auch am frühen morgen. Nach einer Woche haben wir ihm einen Nuki gegeben, den er aber nur zum einschlafen braucht.

Seit der vergangenen Woche habe ich den Eindruck, dass er zu wenig Gewicht hat ca. 5300Gramm (Geburtsgewicht lag bei 4050) und ich evtl. zu wenig Milch. Zur Milchsteigerung habe ich nun öfters angelegt (tagsüber alle 2 h, nachts sobald er kam) und während einer stillmahlzeit mehrere Male die Seiten gewechselt, da er gerne nach 2 Minuten trinken mit dem an- und abdocken beginnt. Dies mache ich nun seit 2 Tagen.

Seit heute beginnt er die brüste anzubrüllen. Es Dauert dann bis zu 10 Minuten, bis er die Brust etwas widerwillig annimmt. Das hat er heute bei 2 Mahlzeiten gemacht.

Ich habe nun total Angst, dass das mit dem Stillen schon vorbei ist, wo wir doch so dafür gekämpft haben, dass es überhaupt noch geklappt hat.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

Vielen Dank schon im Voraus.

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 31.10.2014, 19:14
von delfinstern
Herzlichen Glückwunsch noch zu deinem Sohn!
Kennst du den Thread hier? so funktioniert das hier ? Du kannst den anderen User(innen) und besonders den Mods helfen, wenn du die Infos gibst, die da drin stehen (unter dem Punkt "gebt uns genaue Infos". Zumindest die Gewichtsdaten wären nicht schlecht zu wissen, nur so kann man entscheiden, ob er wirklich zu leicht ist. Es wird sich sicher jemand melden :) Alles Gute!

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 31.10.2014, 19:57
von tania
genau. wir brauchen alle gewichtsdaten mit datum.

als sofort-massnahme: schnuller weglassen und stillfreundlich zufuettern.

hier der link: stillfreundlich zufuettern

ich melde mich dann so schnell wie moeglich.

und: herzlich willkommen im forum :-)

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 31.10.2014, 22:46
von melaniemarietheres
Hallo Zusammen und vielen Dank für die schnelle Reaktionen!

(ich musste mich hier neu anmelden, da ich mich irgendwie nicht mehr einloggen konnte, deshalb der neue name)

Hier die Gewichtsdaten:

18.8. 4050Gramm Geburt
21.8. 3860Gramm U2 noch im KKH
28.8. 3900Gramm Hebamme Zuhause
4.9. 3960Gramm Hebamme Zuhause
11.9. 4040Gramm Hebamme Zuhause
16.9. 4170Gramm U3 beim Kinderarzt
23.9. 4380Gramm nochmal beim Kinderarzt

31.10. ca. 5300Gramm (auf zwei verschiedenen Personenwaagen an drei aufeinanderfolgenden Tagen gemessen)

Am 16.9. fand der Kinderarzt das Gewicht auffällig und hat uns eine Woche später nochmal zum wiegen bestellt. Danach war er zufrieden, riet uns aber dazu mehr zuzufüttern. Meine Hebamme war anderer Meinung. Solange er zunehme, sei alles in Ordnung.

Wir haben weiterhin mindestens ein Fläschchen mit PRE (90ml) und maximal 3 Fläschchen (kam 2Mal vor) in 24h zugefüttert.

Das letzte Fläschchen hat er heute morgen um 4 Uhr bekommen. Danach habe ich bis jetzt gestillt. Wobei sich die Schreiattacken von heute Mittag wieder beruhigt haben. Gerade eben hat er ganz brav und intensiv an beiden Brüsten gesaugt. Kann es evtl. etwas anderes gewesen sein?

Vielen Dank schon mal im voraus für Eure Hilfe!
Melanie

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 31.10.2014, 23:12
von melaniemarietheres
Noch eine Sache:
Die Größe hat in den ersten Wochen rasant zugenommen. Er ist mit 56cm auf die Welt gekommen und misst jetzt 63cm.

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 01.11.2014, 08:59
von deidamaus
Ich melde mich später ausführlich bei dir.

Liebe Grüße
Deidamaus

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 01.11.2014, 12:31
von deidamaus
Hallo melaniemarietheres,
Seit der vergangenen Woche habe ich den Eindruck, dass er zu wenig Gewicht hat ca. 5300Gramm (Geburtsgewicht lag bei 4050) und ich evtl. zu wenig Milch. Zur Milchsteigerung habe ich nun öfters angelegt (tagsüber alle 2 h, nachts sobald er kam) und während einer stillmahlzeit mehrere Male die Seiten gewechselt, da er gerne nach 2 Minuten trinken mit dem an- und abdocken beginnt. Dies mache ich nun seit 2 Tagen.
Wieso hattest du den Eindruck, dass er zu wenig Milch bekommt?

Ansonsten sind deine Maßnahmen zur Steigerung deiner Milchmenge hervorragend: Tagsüber alle 2 h, nachts alle 3 h anlegen und dabei zusätzlich noch Wechselstillen.
18.8. 4050Gramm Geburt
21.8. 3860Gramm U2 noch im KKH
28.8. 3900Gramm Hebamme Zuhause
4.9. 3960Gramm Hebamme Zuhause
11.9. 4040Gramm Hebamme Zuhause
16.9. 4170Gramm U3 beim Kinderarzt
23.9. 4380Gramm nochmal beim Kinderarzt
31.10. ca. 5300Gramm (auf zwei verschiedenen Personenwaagen an drei aufeinanderfolgenden Tagen gemessen)
Das Gewicht vom 16.9. war nicht besonders hoch, da hat dein Kinderarzt Recht. Manche Babys brauchen aber auch etwas Anlauf, um richtig zuzunehmen. Wenn man vom 21.8. (niedrigstes Gewicht) ausgeht, hat er bis zum 16.9. (circa 4 Wochen) 310 g zugenommen. Das sind knapp 80 g die Woche. In den ersten beiden Lebensmonaten sollten Babys durchschnittlich 170-330 g die Woche zunehmen. Damit war die Maßnahme deines Kia, dich nochmal zum Wiegen einzubestellen sehr sinnvoll. Danach hat dein Baby dann aber deutlich zugelegt und vom 16.9. bis 23.9. ja über 200 g zugenommen. Hervorragend! Das Gewicht vom 31.10. kann nur unter großem Vorbehalt betrachtet werden, da Personenwaagen nur sehr ungenau messen. Nehmen wir an, es wäre richtig, dann hat dein Kind in 5 Wochen 920 g zugenommen, das wären dann über 180 g die Woche und damit vollkommen in Ordnung, besonders da die Zunahme im dritten und vierten Lebensmonat durchschnittlich bei 110-330 g die Woche liegen sollte.
Wir haben weiterhin mindestens ein Fläschchen mit PRE (90ml) und maximal 3 Fläschchen (kam 2Mal vor) in 24h zugefüttert.
Würdest du gerne die Zufütterung reduzieren, um voll zu stillen?
Das letzte Fläschchen hat er heute morgen um 4 Uhr bekommen. Danach habe ich bis jetzt gestillt. Wobei sich die Schreiattacken von heute Mittag wieder beruhigt haben. Gerade eben hat er ganz brav und intensiv an beiden Brüsten gesaugt. Kann es evtl. etwas anderes gewesen sein?
Das vermute ich auch. Nicht immer muss das Anschreien der Brust ein Zeichen für Hunger sein. Mütter, die Sorgen um ihre Milchmenge haben, denken dies meist sofort, was auch sehr verständlich ist. Aber es gibt noch ganz viele andere Ursachen: Zahnen, Unwohlsein, Müdigkeit, SATT,....

Hast du dir mal überlegt, das abendliche Fläschchen auszuschleichen? Wenn du möchtest, könnte ich dich dabei gerne begleiten. 90 ml sind nicht wirklich viel und die könntest du in einer Woche auf null reduziert haben und danach einfach nur stillen. Die durchschnittliche Trinkmenge von Babys in dem Alter liegt bei 782 +/- 172 ml, d.h. 90 ml sind lediglich 10-15 % seines Tagesbedarfs an Milch.

Liebe Grüße
deidamaus

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 01.11.2014, 17:42
von melaniemarietheres
Hallo Deidamaus,

vielen vielen Dank für Deine Antwort. Das hilft mir schon sehr.
Wieso hattest du den Eindruck, dass er zu wenig Milch bekommt?
Weil er die Fläschchen so gierig wegputzt und ich nach den Stillmahlzeiten nicht immer den Einddruck habe, dass er satt ist.
Das Gewicht vom 31.10. kann nur unter großem Vorbehalt betrachtet werden, da Personenwaagen nur sehr ungenau messen.
Das ist mir schon klar. Ich werde am Montag nochmal zum Kinderarzt gehen und versuchen einen exakten Wert zu bekommen.
Würdest du gerne die Zufütterung reduzieren, um voll zu stillen?
Grundsätzlich ja. Wir haben mit dem Fläschchen um 24 Uhr eigentlich insofern ganz gute Erfahrungen gemacht, als dass er dann mit vollem Bäuchlein einige Stunden schlafen konnte und ich selbst Kraft für den nächsten Tag schöpfen konnte. Allerdings habe ich die Befürchtung (siehe gestern), dass es irgendwann zu einer Stilliritation kommt. Deswegen würde ich schon gerne zum Vollstillen kommen.

Gestern haben wir versucht auf das Fläschchen um 24 Uhr zu verzichten, was nicht funktionierte. Wir haben uns bis 0:45 Uhr ein Zeitlimit gesetzt. Immer wieder versucht anzulegen und ihn zu beruhigen. Es hat nichts geholfen und schlussendlich haben wir um 1:00 Uhr 90ml gegeben. Er war wieder so gierig, dass ich schon dachte, wir müssten eine zweite Flasche machen. Nach dem Fläschchen hat er auch erstmal geweint und seine Fäustchen waren geballt - also kein Zeichen von gestilltem Hunger. Aber nach ein wenig beruhigen auf dem Arm ist er dann eingeschlafen und kam um 3:30 Uhr wieder zum stillen. Seitdem haben wir heute einen 2h-Rhytmus.

Wenn Du mich dabei begleiten würdest dieses Fläschchen zu eleminieren, würde ich das sehr gerne annehmen.

Noch eine Frage. Nachdem gestern tania geschrieben hatte, dass wir den schnuller weglassen sollen, haben wir das natürlich gemacht. Gibt es denn keine Möglichkeit zu stillen und den schnuller zu geben? Er hat ihn eigentlich nur zum Einschlafen gebraucht.

Lieben Gruß und einen schönen Samstagabend allerseits,
Melanie




Liebe Grüße
deidamaus[/quote]

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 01.11.2014, 21:06
von deidamaus
melaniemarietheres hat geschrieben: vielen vielen Dank für Deine Antwort. Das hilft mir schon sehr.
Na, das ist doch schön.
Weil er die Fläschchen so gierig wegputzt und ich nach den Stillmahlzeiten nicht immer den Einddruck habe, dass er satt ist.
Wie sieht denn so eine Stillmahlzeit bei euch aus? Wie lange trinkt er an welcher Seite? Lässt er los oder dockst du ihn ab?
Das ist mir schon klar. Ich werde am Montag nochmal zum Kinderarzt gehen und versuchen einen exakten Wert zu bekommen.
Ganz exakt ist der natürlich auch nicht, da die Füllung von Magen, Darm und Blase das Gewicht mal locker um 100-200g beeinflussen können, aber natürlich viel exakter, als der von einer normalen Personenwaage.
Würdest du gerne die Zufütterung reduzieren, um voll zu stillen?
Grundsätzlich ja. Wir haben mit dem Fläschchen um 24 Uhr eigentlich insofern ganz gute Erfahrungen gemacht, als dass er dann mit vollem Bäuchlein einige Stunden schlafen konnte und ich selbst Kraft für den nächsten Tag schöpfen konnte. Allerdings habe ich die Befürchtung (siehe gestern), dass es irgendwann zu einer Stilliritation kommt. Deswegen würde ich schon gerne zum Vollstillen kommen.
Saugverwirrung nennt sich das, was du wahrscheinlich meinst. Genau das ist die Gefahr von Flaschengebrauch und - leider auch - von der Gabe eines Schnullers.
Gestern haben wir versucht auf das Fläschchen um 24 Uhr zu verzichten, was nicht funktionierte.
So einfach 90 ml zu streichen, klappt auch meistens nicht. Normalerweise reduziert man pro Tag 10-20 ml, um dann bei circa 40 ml ganz mit dem Zufüttern aufzuhören. 10-20 ml sind 1-2 Esslöffel voll Milch. Diese Menge kann die Brust locker von einem Tag auf den nächsten mehr produzieren.

Zusätzlich kommt natürlich hinzu, dass dein Kind an die tägliche Flasche gewöhnt ist und einfach weiss, dass er noch eine Flasche bekommt.
. Nach dem Fläschchen hat er auch erstmal geweint und seine Fäustchen waren geballt - also kein Zeichen von gestilltem Hunger. Aber nach ein wenig beruhigen auf dem Arm ist er dann eingeschlafen und kam um 3:30 Uhr wieder zum stillen. Seitdem haben wir heute einen 2h-Rhytmus.
Dann war das Fäustchen ballen aber sicherlich kein Hunger, sonst wäre er ja nicht auf dem Arm eingeschlafen. Hast du ihn dann nochmal gestillt?
Wenn Du mich dabei begleiten würdest dieses Fläschchen zu eleminieren, würde ich das sehr gerne annehmen.
Gerne :D

Ein bisschen Aufwand ist es aber schon, aber nur für circa 2 Wochen. Dafür solltest du dir eine geeichte Babywaage aus der Apotheke ausleihen mit der du dann einmal am Tag dein Baby unter gleichen Bedingungen wiegst (morgens, nackig, nach dem Aufstehen z.B.) (schau mal hier: Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle, zusätzlich notierst du an dem Tag Zufüttermenge, Anzahl der Stillmahlzeiten und Pipi- und Stuhlwindeln. Dann reduzieren wir jeden Tag um 20 ml, d.h. erst 90 ml (wie gewohnt), dann 70 ml, dann 50 ml, dann 30 ml und dann nix mehr. Danach wiegen wir noch ein paar Tage weiter und wenn in der Zeit die Zunahme okay ist, dann kannst du einfach ganz normal Stillen.
Noch eine Frage. Nachdem gestern tania geschrieben hatte, dass wir den schnuller weglassen sollen, haben wir das natürlich gemacht. Gibt es denn keine Möglichkeit zu stillen und den schnuller zu geben? Er hat ihn eigentlich nur zum Einschlafen gebraucht.
Der Schnuller kann - wie oben geschrieben - auch zu Saugverwirrung führen. Außerdem überschnullern manche Kinder ihren Hunger und nehmen dann weniger Milch zu sich, als sie eigentlich bräuchten. Babys haben ein angeborenenes Saugbedürfnis, was sehr gut zu ihrem Hunger passt. Babys, die viel Saugen wollen, haben meist auch mehr Hunger und umgekehrt. Deswegen sollte bei Verdacht auf "zu wenig Milch" alle künstliche Sauger weggelassen werden. Sehr sinnvoll ist es, wenn nur stillfreundlich zugefüttert wird.

Liebe Grüße
deidamaus

Re: Probleme mit dem Anlegen

Verfasst: 02.11.2014, 10:42
von melaniemarietheres
Hallo Deidamaus,
Weil er die Fläschchen so gierig wegputzt und ich nach den Stillmahlzeiten nicht immer den Einddruck habe, dass er satt ist.
Wie sieht denn so eine Stillmahlzeit bei euch aus? Wie lange trinkt er an welcher Seite? Lässt er los oder dockst du ihn ab?
Ich lege ihn zunächst an die linke Brust an, da er die rechte offensichtlich lieber mag. Wenn er sehr hungrig ist, dann trinkt er leidenschaftlich schnell für ca. 3 Minuten. Danach nukkelt er gerne und schluckt auch manchmal. In den vergangenen Tagen habe ich mit Brustkompression versucht ihn zu weiteren Zügen zu motivieren. Das hat eigentlich immer ganz gut geklappt. Ich hatte die Vermutung, dass er nicht an die hintere, fetthaltigere Milch kommt, da er seinen ersten Hunger schnell mit der vorne liegenden Milch stillen kann und danach einfach nicht weitermacht.

Öfters -und das war teilweise sehr sehr nervig für mich- hat er nach ein paar Minuten damit begonnen sich ständig an- und abzudocken. Seit zwei Tagen macht der das weniger. Liegt es evtl. daran, dass wir den Schnuller weggelassen haben?

Ist die linke Brust fertig lege ich ihn an die rechte Brust. Hier dann auch 2-3 Minuten leidenschaftliches Trinken und dann entweder an- und abdocken oder langsam einschlafen.
In den vergangenen 3 Tagen habe ich, immer wenn er mit dem an- und abdocken begonnen hat, einfach die Brust gewechselt. Das hat ganz gut funktioniert.

Ich stille sehr gerne im Bett im Liegen. Nur wenn wir unterwegs sind, stillen wir im sitzen. Das hat am Anfang nicht sehr gut funktioniert, jetzt immer besser.
Saugverwirrung nennt sich das, was du wahrscheinlich meinst. Genau das ist die Gefahr von Flaschengebrauch und - leider auch - von der Gabe eines Schnullers
ja, oh sorry. ich weiß gar nicht wie ich auf dieses Wort gekommen bin... :?
Dafür solltest du dir eine geeichte Babywaage aus der Apotheke ausleihen
Alles klar, dann gehe ich gleich morgen mal los und melde mich dann gleich wieder.

Einen schönen Sonntag!
melanie