Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 19.10.2014, 11:40
Ich war gestern auf einem Kindergeburtstag, es waren 5 Kinder da, meiner war mit 3,5 der Älteste, dann gab es noch 4 gerade 3-jährige. Eigentlich lief alles ganz gut, außer dass ich mir wie immer vorkam wie ein Alien, weil die Themen einfach nicht meine Welt sind (Ferbern, Abstillen, Essen mit 4 Monaten, eigenes Bett, Toilettentraining, usw.).
Es kam zu einem minikleinen "Unfall", wenn man das überhaupt so bezeichnen mag: die Kinder hatten ca. 50cm lange und 3-4cm dicke Äste, mit denen sie eine Absperrung gebaut haben. Keiner hat rumgehauen oder so. Aber blöd wie es manchmal läuft, sind zwei Kinder einen Schritt aufeinander zugegangen und das eine Kind hatte den Ast auf der Nase. Mein Sohn hätte kurz "aua!" gesagt, sich umgedreht und weitergespielt. Dieses Kind schrie jedoch los als wäre jemand dabei es abzuschlachten. Die Mama greift als allererstes in den Rucksack und holt ein kleines Täschchen mit allerlei Dingen heraus. Das Kind schreit nach 5s "Mama, ich brauch Kügelchen", die Mama rennt los, reisst schon auf dem Weg zu ihrem Kind halb panisch das Täschchen auf, die Gastgebermama eilt und holt ein Kühlpaket. Das Kind bekommt immer noch laut schreiend seine Kügelchen und irgendeine Lösung auf die Nase geschmiert und dann auch noch das Kühlpaket... Später sah ich eine minikleine Schürfwunde von vielleicht 1mmx1mm...
Ehrlichweise dachte ich mir "Willkommen Medikamentenabhängigkeit" und war auch echt schockiert... Da wird die ganze Zeit geprahlt, wer sein Kind wie "unterwirft" (anders konnte ich den Gesprächsverlauf manchmal nicht bezeichnen) und dann so was.
Ja, ich gebe zu, ich bin kein Anhänger der Homöopathie, aber wer meint, dass es ihm hilft, bitte, damit habe ich kein Problem. Aber empfinde ich so falsch, dass SO ein Verhalten eine Abhängigkeit erzeugt, die in eine ganz falsche Richtung geht? Ich meine, die gleichen Mütter beschwerten sich noch nicht vor allzu langer Zeit, dass das Kreuzband des Ehemanns nun doch gerissen und das Knie ganz dick geschwollen ist, obwohl er doch gleich Arnika-Kügelchen bekommen hat... Wirft man bei jedem auch noch so kleinen Wehwechen diese Kügelchen ein? Wozu? Warum nimmt man sein Kind nicht einfach in den Arm und sagt "das bekommen wir schon wieder hin", dann hat es halt ein paar Tage eine Schürfwunde auf der Nase oder den Knien, das werden die Kügelchen doch auch nicht verhindern? Warum nicht dem Kind bewusst machen, was sein Körper für ein Wunder verbringt, indem er solche "Kleinigkeiten" ganz von selber wieder heil bekommt? Ich habe das Gefühl, dass das so zugelegt hat mit den Kügelchen auf den Spielplätzen, dass die Kinder sofort angerannt kommen und was davon haben wollen, weil sie barfuß auf einen Stein gestiegen sind. In mir macht sich das Gefühlt breit, dass sich das permanente Geben von Kügelchen genauso ausbreitet wie das "Kind, mach Dich bloß nicht schmutzig, die ganzen Keime machen krank" und schon wird das Kind in ein Sagrotan-Bad gesteckt oder darf besser gleich gar nicht in die Sandkiste oder die Breze vom Küchenfußboden aufheben und weiteressen...
Ich würde gerne wissen, wie Ihr das seht und ob ich da eine so exotische Meinung zu habe...
Es kam zu einem minikleinen "Unfall", wenn man das überhaupt so bezeichnen mag: die Kinder hatten ca. 50cm lange und 3-4cm dicke Äste, mit denen sie eine Absperrung gebaut haben. Keiner hat rumgehauen oder so. Aber blöd wie es manchmal läuft, sind zwei Kinder einen Schritt aufeinander zugegangen und das eine Kind hatte den Ast auf der Nase. Mein Sohn hätte kurz "aua!" gesagt, sich umgedreht und weitergespielt. Dieses Kind schrie jedoch los als wäre jemand dabei es abzuschlachten. Die Mama greift als allererstes in den Rucksack und holt ein kleines Täschchen mit allerlei Dingen heraus. Das Kind schreit nach 5s "Mama, ich brauch Kügelchen", die Mama rennt los, reisst schon auf dem Weg zu ihrem Kind halb panisch das Täschchen auf, die Gastgebermama eilt und holt ein Kühlpaket. Das Kind bekommt immer noch laut schreiend seine Kügelchen und irgendeine Lösung auf die Nase geschmiert und dann auch noch das Kühlpaket... Später sah ich eine minikleine Schürfwunde von vielleicht 1mmx1mm...
Ehrlichweise dachte ich mir "Willkommen Medikamentenabhängigkeit" und war auch echt schockiert... Da wird die ganze Zeit geprahlt, wer sein Kind wie "unterwirft" (anders konnte ich den Gesprächsverlauf manchmal nicht bezeichnen) und dann so was.
Ja, ich gebe zu, ich bin kein Anhänger der Homöopathie, aber wer meint, dass es ihm hilft, bitte, damit habe ich kein Problem. Aber empfinde ich so falsch, dass SO ein Verhalten eine Abhängigkeit erzeugt, die in eine ganz falsche Richtung geht? Ich meine, die gleichen Mütter beschwerten sich noch nicht vor allzu langer Zeit, dass das Kreuzband des Ehemanns nun doch gerissen und das Knie ganz dick geschwollen ist, obwohl er doch gleich Arnika-Kügelchen bekommen hat... Wirft man bei jedem auch noch so kleinen Wehwechen diese Kügelchen ein? Wozu? Warum nimmt man sein Kind nicht einfach in den Arm und sagt "das bekommen wir schon wieder hin", dann hat es halt ein paar Tage eine Schürfwunde auf der Nase oder den Knien, das werden die Kügelchen doch auch nicht verhindern? Warum nicht dem Kind bewusst machen, was sein Körper für ein Wunder verbringt, indem er solche "Kleinigkeiten" ganz von selber wieder heil bekommt? Ich habe das Gefühl, dass das so zugelegt hat mit den Kügelchen auf den Spielplätzen, dass die Kinder sofort angerannt kommen und was davon haben wollen, weil sie barfuß auf einen Stein gestiegen sind. In mir macht sich das Gefühlt breit, dass sich das permanente Geben von Kügelchen genauso ausbreitet wie das "Kind, mach Dich bloß nicht schmutzig, die ganzen Keime machen krank" und schon wird das Kind in ein Sagrotan-Bad gesteckt oder darf besser gleich gar nicht in die Sandkiste oder die Breze vom Küchenfußboden aufheben und weiteressen...
Ich würde gerne wissen, wie Ihr das seht und ob ich da eine so exotische Meinung zu habe...