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Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 15.09.2014, 20:09
von Haasi23
Ich sitze hier mit einem völlig fertigen Kleinkind - weil ich gerade nicht stillen soll. Sie hat eine Entzündung von Hals und Ohren und muss Antibiotika nehmen (InfectoMycin - hier nehme ich auch gern Tipps zur Verabreichung, alle Versuche sind kläglich gescheitert und ich musste sie am Ende zwingen. Es war furchtbar). Nun meinte die Ärztin, ich soll mindestens eine halbe bis Stunde warten bis ich wieder stille. Ist das noch aktuell? Durch das Drama der Verabreichung hat sich nun alles ewig nach hinten verschoben und nun versuche ich sie zur Beruhigung zu tragen aber das funktioniert auch eher schlecht als recht. Wer kann helfen?

Re: Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 15.09.2014, 20:35
von Lösche Benutzer 7681
Ich kann leider gar nichts qualifiziertes dazu beitragen.

Aber ich habe ein Kind, das in seinen 14 Monaten leider schon zwei AB Behandlungen hatte (Zuhause, wohlgemerkt. Im Krankenhaus noch ein paar mehr).

Ich habe immer direkt danach gestillt, mir wurde das aber auch nie verboten.

Rein gekriegt haben wir das am besten, wenn er auf dem Rücken lag und hungrig war.
Aber Spaß ist das keiner.

Gute Besserung!

Re: Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 15.09.2014, 20:39
von Elli567
Ich hab das auch noch nie gesagt bekommen, wenn mein Stillkind AB bekommen hat. Bei uns gings am besten mit einer kleinen Spritze direkt in die Wangentasche.

Re: Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 15.09.2014, 21:29
von DasKruemel
Erythromycin wird bei vollem Magen schlechter resorbiert, deswegen soll das Medikament 1-2 Stunden vor den Mahlzeiten eingenommen werden.

Re: Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 15.09.2014, 21:49
von Haasi23
Danke für eure Antworten. Hab mit rumtragen, TV gucken, kuscheln und umziehen immerhin 20 Minuten durchgehalten. Im Bett ist sie direkt nach 10 Minuten stillen eingeschlafen.
Heute morgen hat mein Mann das Antibiotika mit Fruchtmuss verrührt und das hatte sie gut gegessen. Heute Abend wollte sie das aber nicht. Mit Quatsch machen wie Flieger spielen etc haben wir ein paar Löffel reinbekommen. Den Rest hab ich dann am Ende versucht mit der Spritze reinzubekommen. Viel kam aber direkt wieder raus :(

@Sijay: Leider ist Rückenlage hier die größte Strafe - aber eh gar nichts mehr geht, ist das eine Option, danke.

@Elli: Backentasche klappt hier nicht mehr - sie ist schon gut 14 Monate und hat es wieder rausgeprustet.

Morgen vormittag muss es mein Mann eh wieder allein probieren, da ich auf Arbeit bin. Vielleicht klappt es dann besser und morgen Abend fangen wir einfach mal eher an.

Über einen fachlichen Rat bzgl. der Stillpause vor und nach Antibiotikagabe würde ich mich auch noch sehr freuen. Im Internet hatte ich gefunden, dass wohl das Kalzium aus den Milchprodukten das Antibiotika verklumpen lässt und es dadurch nicht mehr aufgenommen werden kann. Das war jetzt aber auch keine gesicherte Quelle und vielleicht ist es bei Muttermilch ja auch anders.

@Das Krümel: seh dich gerade in der Vorschau: irgendwie ist das ein logistisches Problem. Die Gabe soll ja alle 12h erfolgen und egal wie ich es drehe und wende - auf 1-2h Pause zu Mahlzeiten komme ich nicht. Momentan geben wir es morgen ca. 8 Uhr nach dem aufwachen (und dann muss es ja auch mal Frühstück geben) und dann eben ca. 19h abends (dann gibts eigentlich Abendbrot. Das könnten wir etwas nach vorn ziehen aber eher als 18 Uhr macht auch keinen Sinn und dann müsste ich ja nochmal warten, bis ich einschlafstillen "darf"). Hast du da einen Tipp für mich?

Re: Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 15.09.2014, 23:24
von kaehde
Hallo,

es gibt bei Erythromycin unterschiedliche Zusammensetzungsarten ("Formulierungen").
Erythromycinstearat wird optimal aufgenommen, wenn es während der Mahlzeiten eingenommen wird. Die Aufnahme von Erythromycinestolat wird durch Nahrung nicht beeinflußt.
Erythromycinethylsuccinat wird schlechter resorbiert als die anderen beiden, die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluß auf die Bioverfügbarkeit.

Du kannst ja nachschauen, um welche Zusammensetzung es sich bei dem von euch verwendeten Antibiotikum handelt.

Bei Erythromycin gibt es meines Wissens kein Problem mit einer gleichzeitigen Gabe von Milch.

Bzgl. des Stillens muss man bei den Packungsbeilagen immer beachten, dass sie sich ja auf die Aufnahme fester Nahrung beziehen. Da Muttermilch aber sehr gut und schnell verdaulich ist und eine sehr schnelle Magenpassage hat, kann man hier grundsätzlich kürzere Verdauungszeiten ansetzen, die man aber im Einzelfall immer mit dem Arzt individuell besprechen sollte.

Ich glaube, mit 13 Monaten war es bei meiner Tochter am schwierigsten mit der AB Gabe. Ich habe immer versucht, es so schnell wie möglich und möglichst am Stück zu schaffen und dann haben wir mit Wasser nachgespült. Ich habe Medikament in diesem Alter immer mit der Spritze in den Mund gegeben.

Gute Besserung!

Viele Grüße,
Katja

Re: Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 16.09.2014, 00:27
von katpaje
Infectomycin hatten wir hier auch schon, das war Teil eines Cocktails aus zwei Antibiotika, aber ich habe immer direkt stillen dürfen. Wir waren stationär, stillen oder nicht stillen rund ums AB hat die Schwestern nicht interessiert.


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Re: Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 21.09.2014, 07:47
von kaehde
Hallo,

wie geht es ihr denn jetzt?

Viele Grüße,
Katja

Re: Antibiotika beim Kleinkind - Frage zum stillen

Verfasst: 21.09.2014, 11:58
von Haasi23
Hallo Kaehde, vielen vielen Dank für deine Hilfe - wollte mich schon die ganze Zeit bedanken, hab es aber nicht geschafft :oops:
Unser Antibiotkum ist ein Estolat und dank deienr Erklärung konnte ich ja stillen nach Bedarf. Unsere Kinderärztin hat dann bei der Kontrolle ebenfalls gesagt, dass es keinen Einfluss hat (die Ärztin vom Sonntag war die Bereitschaftsärztin). Schade, dass viele Ärzte nicht so informiert sind und man dann in solche Zwickmühlen gerät.

Die Gabe des Medikaments war leider weiter schwierig. Wir haben uns nach verschiedenen Versuchen dann für die Methode "kurz und schmerzhaft" entschieden und einer hat sie fixiert und der andere hat es ihr mit der Pipette in die Wangentasche gegeben. Bei manchen Gaben ist da leider nicht viel im Kind gelandet. Vorgestern und gestern ging es dann etwas besser und sie hat sich nicht mehr so stark gewehrt. Gestern Abend war dann zum Glück die letzte Gabe. Ich hoffe sehr, dass wir das nicht mehr so oft machen müssen - nur hat die Krankheitssaison gerade erst angefangen und in der Kita, schicken wir die Kidner gerade reihenweise mit Fieber heim :?

Also danke nochmal für eure Hilfe!!!!